Dorris Dörrie – jetzt und immer wieder

Zur Zeit lese ich mal wieder Frau Dörrie. Ich komme einfach nicht von Ihr los. Mir fällt es nur sehr schwer mir die Titel zu merken, deswegen bin ich mir unsicher ob ich alles zusammenkriege was ich bis jetzt gelesen habe.

Auf dem Nachttisch liegt jetzt: Das blaue Kleid. Naja, was gibts zu sagen – wieder ein typisches D.D. Buch. Irgendwe fangen sie alle traurig an und rühren einen fast zu Tränen, aufjedenfall gehts tief rein. Und ich kann das Buch kaum aus der Hand legen, da ich wissen will was kommt, wie es weitergeht. Und am Schluß wird meistens alles irgendwie gut. Auch wenn in fast jedem Buch der Tod zu Gast ist, in einer Haupt- oder Nebenrolle. Ich sehe das als Aufforderung, genauso auch die Beschreibung der verkrachten Existenzen oder hadernden Figuren,  zu leben. Eine Aufforderung etwas aus dem zu machen was uns zur Verfügung steht – was übrigens oft mehr ist als Wir auf den ersten Blick denken.

„Weil im Großen und Ganzen das Leben tödlich verläuft, […] sollte man sich vielleicht auf die Kleinigkeiten konzentrieren […] Man braucht Mut für den Alltag! Weil er eine Katastrophe ist! Er besteht nur aus Chaos, Unordnung und seltsamen Gefühlen..“ (aus Das blaue Kleid)

Ihre Figuren sind meistens auf der Suche nach sich selbst, und das so unprätentiös und so selbstverständlich und so überzeugend, das sich glaube ich, jeder ein Stück weit wiederfinden kann. Denn am Ende treiben uns Alle doch die gleichen Fragen um. (Ich geh jetzt mal vom deutschsprachigen Durchschnittseuropäer aus).

Dann ist dann also diese Suche und dieses Verzweifeln und Fragen, doch alle Ihre Figuren habe Schlußendlich doch Ihre eigene Ureigene Weisheit. Und wenn diese mehr zum tragen kommt und Sie dann bereit sind einen Schritt neben den ausgetretenen Pfad tun, oder auch das Leben einfach anders als gedacht einbricht, dann steht dem eigenen Leuchten der Figuren nicht mehr viel im Weg.

Insgesamt geht es immer um Veränderung, die oft erstmal schmerzhaft, weil plötzlich Dinge ins Bewußtsein treten, die verdrängt wurden. Aber irgendwann fällt der Ballast ab und neue Wege tun sich auf. Und das ist dieser schöne Hoffnungsschimmer, der mir an Ihren Büchern besonders gefällt. „Eres como una flor, eres la vida – Du bist wie eine Blume, du bist das Leben…“ (aus das blaue Kleid)

Meistens spielen die Büchern in Deutschland. Manchmal auch in Amerika, wo Frau Dörrie ja auch selbst lange war. „Was wird aus mir“ spielt in den USA und ich fand die Geschichte einfach toll. Vorallem die unterschiedlichen Charaktere und deren Lebendigkeit. Es kommt mir vor als würde ich selbst Sie kennen. Und ganz besonders hat mit der Bezug zum Japanischen gefallen und das große feiern einer fast unmöglichen Liebe. Wirklich ein Zauberhaftes Buch.

Überhaupt scheint sich Frau Dörrie sehr für den Buddhismus und auch Japan zu interessieren. Das Buch „Kirschblütenhanami“ wurde auch von Ihr 2008 verfilmt. Gelesen habe ich es noch nicht, ich hoffe es fällt mir noch in die Hände in der Bücherei. Aber der Film war genial. Und ich hab Rotz und Wasser geheult. Es spielen auch zwei meiner Lieblingsschauspieler die Hauptrollen, nämlich Elmar Wepper und Hannelore Elsner. Außerdem geht es um Butho, was ich sehr sehr spannend und selten finden. Wahrscheinlich so ziemlich der einzige deutsche Film der ein japanisches Tanzgenre aufgreift.

Zum Thema Buddhismus, also am Rande des Text begleitend,

hatte ich kürzlich dieses Tolle Buch von Ihr: „Was machen wir jetzt?“ Eine VaterTochterFamiliengeschichte!

Alles wieder dabei, bis zur Erlösung und auch der Tod läßt sich wieder mal blicken. Herzerwärmend.

Auch letztes Jahr gelesen habe ich „Alles Inklusive“ – dazu gibt es einige ganz wunderbare Rezensionen bei Amazon, die eigentlich alles sehr gut auf den Punkt bringen. Auch hier schafft es Doris Dörrie wieder wirklich traurige und ernste Themen auf den Punkt zu bringen, ohne das es depri wird. Bzw. finden alle Figuren am Ende für sich einen gewissen Frieden.

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