Anfang und Ende

Schon oft habe ich gelesen, das der erste Satz in einem Roman besonders wichtig sei. Und auch das dieser vielen Schriftstellern schwer zu schaffen macht. Phillip Djian meinte auch in einem Roman, das die meisten MöchtegernAutoren grundsätzlich gern mit atmosphärischen Wetter- und Klimabeschreibungen anfangen (ich muß sagen das ist auch eine meiner Spezialitäten). Im Roman wurden diese Buchvorlagen leider sofort aussortiert.

Wie suchen Sie sich Bücher aus? Anhand der ersten Seite, oder des ersten Satzes? Ich nicht. Ich schlage das Buch per Zufall auf und fange an zu lesen, und wenn es mich dann fesselt, hat es gute Chancen. Das ist auch später dann sehr schön wenn ich wieder zu dieser schon gelesenen Stelle komme, denn dann ist da sowas Vertrautes, was mir das Buch gleich noch ein Stück näherbringt. Und mich Verbindung fühlen läßt. Dem ersten Satz habe ich selten wirklich Beachtung geschenkt, nur wenn er wirklich besonders war, oder mich ins stolpern brachte. Aber ich muß auch zugeben das wiederholte Lesen schon gelesener Bücher fängt bei mir gerade erst an. Und ich freue mich drauf schon Erfahrenes neu zu erfahren.

Kürzlich las ich „Owen Meany“ von John Irving zum 2.mal, ein Buch was ich lange verehrt hatte. Tja, was soll ich sagen, es war immer noch schön, aber nicht so schön das ich es behalten habe. Mals schaun wie das mit „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ wird, mein Lieblingsbuch von Irving.

Nun, ich schweife ab. Das Ende. Das Ende war mir eigentlich wichtig, bzw. ist es das worum es mir geht. Das Ende finde ich viel wichtiger als den Anfang. Das Ende in einem Buch ist immer absolut und hat selten den Beigeschmack einer langsamen Ausblende. Irgendwie passiert es meistens recht abrupt. Fast immer mit einem Punkt. Und dann wars das. Schluß, Aus, Finito.

Das Ende bestimmt wie die ganze Geschichte dasteht. Erst am Ende und an der Art des Endes ist zu erkennen was die Geschichte zu sagen hat. Am Ende und im Rückblick erst gelingt uns die Deutung der Geschichte und der Vergangenheit. Das Ende trifft die ausschlaggebende Aussage was die Geschichte war, ist und bedeutet. Das ist im Leben so, wie in den Büchern. Wie sollte es auch anders sein. Erst an der Peripherie haben wir den Überblick.

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