„Elsa ungeheuer“ – Astrid Rosenfeld und meine Sicht der Dinge

Wie Ihr seht ist „ungeheuer“ Kleingeschrieben. Nicht nur bei mir sondern auch als Titel des Buches.  Ich las das als „ungeheuerlich“… zumindest im Blickwinkel des Erzählers Karl, des Kindes Karl.

Es ist immer wieder erstaunlich wie unterschiedlich LeserInnen ein Buch wahrnehmen können. Unsere eigene Welt im Kopf stoßen wir auf andere Welten aus anderen Köpfen.

Siehe auch: reblogg, weiter unten

Mir hat dieses zweite Buch von Frau Rosenfeld ungeheuer gut gefallen und es hat mich regelrecht gefesselt. Es war mir eine Freude. Schade finde ich nur, das es viele Stellen gibt die mir so angedeutet erscheinen. Wo mir ein Mehr fehlt. Und insgesamt war ich ehrlich gesagt am Ende sauer, das dies nun das Ende sein sollte. Es kommt nämlich ziemlich plötzlich und einfach so. Ich habe das Gefühl das einige Seiten fehlen und fragte mich ob der Verlag die Seitenzahl vorgegeben hat? Oder vielleicht wurde er sogar gekürzt? Was mich auch irritiert war das Cover. Welches ich so gar nicht mit der Geschichte in Verbindung bringen kann, außer ich gehe vom Begriff Vogel zum Begriff vögeln über, was in verschiedensten Formen eine nicht unerhebliche Rolle im Roman spielt. Wahrscheinlich nicht so, wie Du jetzt denkst, der Du das Buch noch nicht gelesen hast.

Im Vergleich zum ersten Buch von Frau Rosenfeld – Adams Erbe – welches ernste Themen aufgreift… bzw. sind es wirklich ernstere Themen als in „Elsa ungeheuer“? Nunja es geht um Leben und Tod und brutale Zwischenereignisse. Bei Adams Erbe ist da mehr Tod und auch sehr viel schmerzvoller. Aber was die Kinder in „Elsa ungeheuer“ erleben, bzw. Elas erleben muß, ist auch ganz schön heftig, auch wenn es so lapidar erzählt ist. (Mich erinnert die Erzählweise an Menschen die von schrecklichen Ereignissen berichten, diese innerlich aber abgespalten haben).

Ich denke „Adams Erbe“ und „Elsa ungeheuer“ lassen sich nicht wirklich vergleichen. Und Bücher wie das von Adam sind einfach nur einmalig und besonders in Ihrer ganzen Tiefe und gefühlten Echtheit. (Habt Ihr, die Ihr es gelesen habt eigentlich inzwischen mal unsere Politiker auf Ihre Physiognomie hin betrachtet?)

Zurück zu Elsa. Sie gibt dem Roman ihren Namen, aber leider verschwindet Sie als Person fast ganzlich von der Bildfläche in der zweiten Hälfte des Romans. Aber Karl kann Sie nicht vergessen, zu verliebt war er in Sie, zuviel hat Sie Ihm bedeutet. Leider war dies nur einseitig, bzw. anders der Fall.

Eine Person die mir ganz besonders gut gefiel, das war das Murmeltier. Auf der Straße gefunden und im Hause aufgenommen, erzählte er allabendlich den Kindern Geschichten die eigentlich nicht für so junge Ohren bestimmt sind – das blieb mir etwas suspekt wenn auch irgendwie skurril/witzig. Was ich mochte ist dieses Familienvergrößern. Findlinge in Menschengestalt, die einfach mit nach Zuhause gebracht werden und bleiben. Für immer. Manchmal möchte ich auch so ein Findling sein – wer mich wohl finden würde? Bei Karl würde ich wahrscheinlich gerne bleiben. Und dem Esel, den Ponys und Katzen noch Alpakas hinzufügen.

Ich freue mich auf das nächste Werk von Frau Rosenfeld und bin schon jetzt sehr gespannt und neugierig, wen Sie diesmal zu uns nach Hause schickt.

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