Cider mit Rosie – ein englischer Klassiker

DSCN0737Ein englischer Klassiker. Zum hunderstem Geburtstag des Autors herausgegeben. Ich wußte das nicht als ich mir das Buch wegen seines schönen Einbandes und des Klappentextes ausgesucht habe. Und Laurie Lee ist ein Mann, was man so ja nicht gleich vermutet.

Auf Wikipedia (in Englisch) kann man einiges erfahren und auch das hübsche Haus anschauen in welchem das ganze Buch spielt.

Das Buch hat mich sehr an Strittmatters ersten Ladenteil erinnert und mich zu der Frage geführt was den Unterschied ausmacht. Beim lesen hatte ich ganz andere Bilder vor meinem inneren Auge als bei Strittmatters Werk. Aber sind Sie sich doch beide sehr ähnlich. Ein Junge erzählt von seinem Aufwachsen und seinem Zuhause, seiner Familie und der Welt seiner Kindheit auf dem Land.

Laurie Lees Werk erscheint mir romantischer, weicher, lieblicher, verspielter obwohl auch hier von so mancher schlimmen Sache erzählt wird, die aber im dörflichen Leben einfach dazuzugehören scheint, und wie er beschreibt, einfach integriert oder ignoriert wird. Damals hingenommen worden als Teil des Lebens. In jeder Gemeinschaft gabs eben auch Verbrecher, Raufbolde und Trinker genauso wie es ältere Damen, aufgeweckte Gefährten und aufregende Freundinnen gab. Was eindeutig fehlt ist der Vater. Das ist ein großer Unterschied zwischen diesen beiden Leben und bei Laurie Lee geht es einfach liebevoller zu und er genießt, wahrscheinlich auch durch die vielen Geschwister, viele Freiheiten.

Ich mag sDSCN0835olche Zeitgemälde sehr. Und es war mir eine Freude mich jeden Abend gleichsam in meine Kissen als auch in Laurie Lees Erzählungen zu betten. Eine aufgehobene Welt. Auch eine wohlsortierte, natürliche; so empfand ich es damals auch bei Strittmatter.

Laurie Lee hatte ein schöne Kindheit in einem unordentlichem Haus, mit einer liebenden Mutter und herzigen Schwestern. Fast Hahn im Korb wenn da nicht auch noch die Brüder gewesen wären die aber nur am Rande eine Rolle spielten. Die Faszination den großen Halbschwestern gegenüber war stärker.

Mr. Lee versteht es gut zu erzählen. Lebendige Bilder vor Augen fällt es wirklich nicht schwer ganz einzutauchen in seine Geschichten und seine kleine dörfliche Welt. Benannt ist das Buch nach einer eigentlich sehr kleinen Szene, aber wohl eine mit bleibender Erinnerung und dem Geschmack, der immer als Geschmack der Jugend im Herzen und auf der Zunge bleiben wird.

DSCN0741Angeregt durch einen Austausch mit einer weiteren Leserin hab ich dann auch noch ein bisschen recherchiert und eben das schöne Foto auf Wikipedia gefunden und auch einen Artikel zu einer älteren Ausgabe mit vielen Fotos und ganz anderen Zeichnungen auf avenita.net.

Das ist auch so das einizige was ich etwas schade finde, so schön die Zeichnungen sind und so sehr ich die Illustratorin Laura Stoddert mag zu diesem Buch passt der Stil der Bilder einfach nicht dazu. Sie sind zu klar, zu geradlinig, zu fein und entsprechen einfach nicht den Geschichten, der Wildheit und der Unordnung, dem dörflichem und dem Haus in welchem die Mutter auch zerbrochene Figürchen ohne Ende sammelt und in welchem 24h täglich das Feuer am brennen gehalten wurde und der Fluß bei Stürmen auch gern mal in die Küche eindrang. Insgesamt ist es aber DSCN0832wirklich schön gemacht, das Buch.

Laurie Lee erzählt von Allem. Dem Leben, dem Sterben, dem Tod, der Veränderung, der Liebe, den Alten und Jungen, von seinen vielen schlimmen Krankheiten und seinen Zuständen in diesen Zwischenreichen, von sich und von seiner Familie. Es ist wirklich sehr viel los in diesem Buch. Und den Garten, den scheine ich jetzt fast zu kennen… und die Mutter ist mir auch ganz vertraut mit all Ihren Sächelchen und ihren träumerischem Tun..

 

Etwas Besonderes dieses kleine pralle Buch.

 

Laurie LeeDSCN0789

„Cider mit Rosie“ Neuauflage, Original von 1959

Roman, Bilgerverlag

303 Seiten, für 24,90 €

 

 

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