Biografisches Schreiben – mein Onlinekurs

ab 18.8. biete ich einen 8 Wochen Online Kurs zum „Biografischen Schreiben“ an.
Jeden Freitag gibt es einen Schreibimpuls – zum Austausch eine kleine private Facebookgruppe.
Schreiben als Abenteuerreise zum Selbst ❤

Kosten: 160 €

Bei Fragen schreib mir einfach eine Nachricht.
Buchung unter info@karolinkaden.de

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Der 7. Beitrag – „Im Pharma-Zoo“ – „Mein Körper (und ich)“ die Blogparade

Heute gibt uns die Autorin und Jounalistin Maren Schönfeld einen Einblick in Ihr Leben mit Schmerz und Medikamenten, der Star: ein Gedicht! Der Pharma-Zoo

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Vorherige Beiträge:

Solina Thema Wohlfühlkörper und Fitness

Beitrag von Hiltrud: Schmerz und Leben und Humor

Wortbunt mit 3 Texten und Collagen

Augenwischerei

Schamhaare

Traumkörper

Chutriel und die Geschichte ihrer Panik

Monika
HPU und Hochsensibilität

Nadine
„Mein Körper und ich“ und keine Waage

Schmerz und Leben und Humor – Blogparade Beitrag 5

Ilseluise ~ Clownerie und Theologie, das nenn ich mal ne Kombination 😉
Inform einer langen Kurzmitteilung und vielen persönlichen Bildern bekommen wir hier eine Lebensgeschichte des Schmerzes gezeigt.

So ehrlich und liebevoll immer mit Hoffnung gewürzt
Hier gehts zum Beitrag von Hiltrud.

 

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die vorherigen Beiträge:

 

Wortbunt mit 3 Texten und Collagen

Augenwischerei

Schamhaare

Traumkörper

Chutriel und die Geschichte ihrer Panik

Monika
HPU und Hochsensibilität

Nadine
„Mein Körper und ich“ und keine Waage

Schreiben, schreiben, schreiben

Die Rezensionen bilden hier sozusagen Warteschlangen, die Bücher türmen sich neben dem Rechner…aber bald kommt wieder was, z.b. zu  „Untenrum frei“ oder Lize Spit oder „Das Rauschen in unseren Köpfen“ usw.
Inzwischen laufen bei mir 2 andere Sachen bei denen Ihr mitmachen könnt:

Infos dazu findet Ihr unter: http://www.karolinkaden.de
Würde mich freuen wenn jemand von Euch dabei ist.

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Das andere ist die Blogparade zum Thema Körper, bzw. Mein Körper und Ich – Es sind noch einige Tage zu vergeben – veröffentlicht wird hier im August. Sprich du bereitest einen Text vor und wir veröffentlichen am gleichen Tag – Du auf deinem Blog und ich verlinke hier und sammle am Ende alle Seiten und Links zum Thema in einem extra Artikel. Wer keinen Blog hat meldet sich einfach so an, und der Text kann dann auf meinem Space veröffentlicht werden. Ich freue mich total auf Eure Beiträge, ich denke von dem her was ich schon mitbekommen habe wird es wirklich vielseitig werden. Mach mit!

Ankündigung Blogparade

Ich möchte heute eine Ankündigung machen und hoffe demnächst mehr dazu schreiben zu können.
Wer hat wieder Lust auf eine Blogparade? Ich werde das diesmal erheblich weiter streuen wie sonst und bin auch auf Fb damit aktiv.

Das Thema wird sein: „Mein Körper (und ich)“ Überschrift und Teilbereiche natürlich frei wählbar.

Das ganze schwirrt mir schon ne ganze Weile im Kopf herum, einmal weil ich mich seit langem mit allen möglichen Themen zu Weiblichkeit und Frausein befasse ( Feminstisch und auch anders) und dazu auch das „Purpurnest auf Fb als kleine Networkingseite betreibe, weil es bei mir auf verschiedene Weise eine Rolle gespielt hat, weil ich erst zu klein war, dann zu dünn, dann krank und dann mir selbst zu dick, weil ich mich oft unwohl gefühlt habe oder den Eindruck hatte meinen eigenen Körper erst erobern zu müssen, weil ich immer noch ein Problem habe mich auf Fotos zu ertragen.

Weil unser Körper uns das ganze Leben lang begleitet und alle Erinnerung in unseren Zellen sitzt, selbst das wofür wir erstmal keine Worte haben. Weil der Körper ein so erstaunliches Kraftwerk ist und so faszinierend in seiner Funktion. Weil er so stark und widerstandsfähig auf der einen Seite ist und auf der anderen so zerbrechlich und so verdammt vergänglich. Weil wir uns so oft über unseren Körper definieren und trotzdem nicht mit ihm befreundet sind, und weil es „ihm“ heißt und nicht „ihr„…wie wäre es mit dem Begriff Körperin…? Und aus vielen anderen Gründen. Ich hoffe für eine möglichst große und vielschichtige Sammlung auf ganz viele Mitschreiber*innen.

Das Themengebiet ist sehr breit so das jeder etwas finden kann – ich gebe auch die Möglichkeit die Geschichte/das Gedicht/das Wortspiel anonym zu veröffentlichen, ich würde es dann auf der WordPresseite des Purpurnestes setzen.

Als Beispiel und Anregung, hier erzählen Bilder die Geschichten: ein Tumblr zum Thema Anatomie und Kunst – hab da mal ne Weile bisschen gesammelt.

Im Juli können die Texte verfasst werden und ab 1. August würde ich täglich einen vorstellen und verlinken.
Ihr könnt mir gern hier in den Kommentaren Fragen stellen oder mir eine Mail schreiben: madameflamusse@googlemail.com

Nun noch was kleines zur Inspiration: Liebesbrief an das eigene Herz

A Monster calls – Sieben Minuten nach Mitternacht

Filmbesprechung

Ein Junge und ein Monster. Ein Monster welches eigentlich ein Baum ist, und zwar eine uralte Eibe. Das sind die 2 Hauptrollen in diesem Film. Es geht um die Familie, um Bindungen, Einsamkeit, Krankheit, Tod und um das annehmen und sehen dessen was wirklich ist. Sich selbst zu glauben, sich der Realität zu stellen und Schmerzen zu tragen. Zutiefst berührend und wunderbar umgesetzt mit viel Feingefühl und ganz besonderen Bildern.

Der Roman von Patrick Ness (2011 veröffentlicht) nach einer Originalidee der verstorbenen Siobhan Dowd wurde in fast 40 Sprachen übersetzt. „Sieben Minuten nach Mitternacht“ hat zahlreiche renommierte Preise weltweit erhalten, darunter die angesehene Carnegie Medal sowie die Kate Greenaway Medal für Illustrator Jim Kay.

Ich war ewig nicht mehr im Kino bis zu diesem Film, und es war wirklich beeindruckend diese Geschichte auf einer großen Leinwand zu sehen und auch der Sound war phänomenal. Ich sag es gleich, falls ihr ihn anschaut, haltet Taschentücher bereit.

Conor (Lewis MacDougall) ein Junge von vielleicht 10- 12 Jahren lebt allein mit seiner Mutter (Felicity Jones) in einem kleinem Haus, und hat immer wieder Alpträume. Er wird in der Schule gehänselt, und wie wir dann mitbekommen ist seine Mutter sehr krank. Sein Vater nicht erreichbar für Ihn. Und dann beginnt es, regelmäßig um sieben Minuten nach Mitternacht passieren merkwürdige Dinge. Auf dem Hügel, den er von seinem Fenster aus sieht, steht ein sehr großer alter Baum. Ein Baum der zum Leben erwacht.

„Was willst du von mir?“, fragte Conor.
Das Monster presste sein Gesicht gegen die Scheibe.
Es geht nicht darum, was ich von dir will, Conor O’Malley.
Es geht darum, was du von mir willst.“

Schon gleich am Anfang war ich ganz fasziniert von den Nahaufnahmen und der Sinnlichkeit der Darstellung. Conor zeichnet gern und viel und sehr gekonnt; wir folgen dem Strich des Bleistiftes, spät am Abend in seinem Zimmer. Das Zeichnen und Malen spielt im Film eine ganz besondere Rolle. Dieses Talent verbindet Conor mit seiner Mutter, und am Ende schließt sich hier ein überraschender Kreis und es bleibt eine Magie im Raum hängen, die Trost spendet.

Es geht darum die Wahrheit auszusprechen und die Wut anzuerkennen, so schmerzhaft das auch alles ist,  und das Monster hilft Connor im Grunde dabei auch wenn das erst nicht unbedingt so scheint. Es besucht Ihn nun regelmäßig und es bleibt etwas unklar welche Rolle es spielt. Es ist kein liebes Monster. Und die Themen sind schwer und voller Wucht. So heftig das Sie uns und eben auch Conor förmlich umhauen. Es wird nichts beschönigt. Doch auch im Schmerz und den Themen Krankheit, Einsamkeit und Tod findet sich eine eigene Art der Poesie.

„Es ist ok wenn du wütend bist“

Umgesetzt wird das in Form von 3 Erzählungen, die das Monster Conor Nachts erzählt. In einer Mischung aus Collagentechnik und fließenden Aquarellstrichen werden diese Geschichten vorgetragen, absolut faszinierend und wunderschön gemacht.

Geschichten sind wichtig, sagte das Monster.

Sie können wichtiger sein als alles andere. Wenn sie die Wahrheit in sich tragen.

In Conors Leben taucht dann seine Großmutter (Sigourney Weaver) auf, bei der er Leben soll. Sie wirkt streng und Conor hat so gar keine Lust bei Ihr zu sein – an diesem Punkt läuft das Faß dann auch über und er spürt eine mächtige Wut, eine Wut die das Monster zu nähren scheint. Wer ist dieses Baummonster? Es ist eine Eibe so alt und groß wie es Sie in der Realität wohl kaum noch irgendwo geben wird. Der Eibenbaum steht bei uns auf der roten Liste schon im 16. Jh gab es kaum noch Eibenbäume, da Ihr Holz zur Bogenherstellung verwendet wurde. Die Eibe ist ein wirklich besonderer Baum, die meisten werden die Eibe wohl nur als Busch kennen. Auf dem Friedhof zur Grabgestaltung sehr beliebt. Und traditionell ein Baum der als Totenbaum galt.
Alles an der Eibe, außer das rote Fruchtfleich der Samen, ist giftig. Aber wie das so ist, die richtige Dosis kann auch heilen. Und in diesem Sinne hilft das Monster Conor durch seinen schmerzhaften Prozess hindurch.

„Natürlich hast du Angst, aber du wirst es schaffen!“

Ein mächtiger und wunderbarer Film!

***

Sieben Minuten nach Mitternacht

Länge 108 min

Freigegeben ab 6 Jahre – ich finde das ist kein Film für so kleine Kinder, ich denke eher ab 10 – 12 Jahre geeignet

Verfilmt hat das Buch der spanische Regisseur Juan Antonio Bayona,

Das Waisenhaus (2008) und The Impossible (2013)

Produzent ist Belén Atienza (Pans Labyrinth)

***

http://www.siebenminutennachmitternacht.de

http://www.geo.de/reisen/community/bild/594485/Eibe-in-Llansilio

http://www.heilkraeuter.de/lexikon/eibe.htm

https://www.vitamine.com/heilpflanzen/eibe/

Zwei Schwestern

Petra Oelker erzählt in „Zwei Schwestern“ von der Reformationszeit in Hamburg – passend zum Lutherjahr.
Vor diesem Hintergrund läßt Sie das Leben damals so wunderbar lebendig werden und erzählt von zwei sehr unterschiedlichen Frauen, deren Leben sich erstmal kaum berührt. Die eine noch jung, schon als Kind ans Klosterleben gewöhnt und als Nonne bislang gut aufgehoben in einem katholischem Orden, der nicht mehr lang Bestand hat, denn die Hamburger Bürger haben sich entschlossen der Reformation zu folgen. Die andere Frau schon alt, verwitwet und durchaus wohlhabend, lebt in einem eigenem Haus auf dem Hof des Sohnes und folgt für damalige Verhältnisse sehr der eigenen Nase. Beides sehr sympathische Figuren, die es trotz des relativen Wohlstands, als Frauen zu dieser Zeit, nicht einfach haben.

Nach diesem Buch bin ich entgültig ganz großer Fan von Frau Oelker und finde es außerdem sehr schön das Rowohlt das Büchlein festgebunden mit Leinenrücken und einigen kleinen Zeichnungen herausgegeben hat. Liebevoll gesetzt – die kleinen Details machen einfach was aus. Ein wirkliches hübsches Geschenkband. Ich hatte letztes Jahr dieses Buch hier schon vorgestellt – ein richtig dicker historischer Schmöker.

Man könnte meinen die Geschichte wäre leichte Unterhaltung, aber ich lese durchaus eine kritische Stimme durch die Zeilen hindurch, was das Buch noch gehaltvoller und runder macht. Hier wird nichts beschönigt, sondern die Zeit meiner Meinung nach sehr lebensecht aufgezeigt. Ich war schon zwischendurch immer wieder sehr begeistert was alles in der Geschichte steckt. Die Erzählung beginnt 1533 im Mai. Wir erfahren viel über das Klosterleben, etwas über die Medizin der damaligen Zeit, über Heilpflanzen, über den Kaufmannsberuf, das Familienleben und eben die Vorgänge der Reformation und dem Frauenleben damals. Die Autorin ist dem Norden Deutschlands ganz treu, ich glaube ihre meisten Büchern spielen dort. Die Geschichte basiert auf Recherchen im Hamburger Archiv und einem dort gefundenem Testament. Welches auch am Ende des Buches eine wichtige Rolle spielt.

Ich hab so den Eindruck ich kann es gar nicht richtig wiedergeben was mich so fasziniert hat, aber es ist ein wirklich tolles Buch, man findet sich mitten in einer anderen Zeit wieder und fiebert mit den 2 Protagonistinnen mit, nebenbei bekommt man auch nochmal einen anderen Blick auf die Reformation, die leider auch sehr viel Zerstörungswut geweckt hatte … schon damals hatten die Menschen Schwierigkeiten neben dem einen auch etwas anderes zu akzeptieren.

***

Petra Oelker

Zwei Schwestern

Rowohlt, 12,00 €

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Petra Oelker, Jg. 47, Autorin und Journalistin, hat schon sehr viel geschrieben und ist demnächst auch in Hamburg wieder live auf Lesetour zu erleben. http://www.petra-oelker.de/

„das letzte“ – Dietland Falk

Dieses Buch hat mich doch eine Weile begleitet, es war nicht immer einfach zu nehmen und besser in Häppchen zu verdauen. Es haut einen echt um, durchaus im positiven Sinne. Es hat Gewicht und erwischt einen mit einer Wucht, der man nicht allzuoft begegnet in Büchern, vielleicht auch weil eine gewissen Scheu vor schwereren Themen beim Leser und der Leserin da ist.

Grad beim schreiben muß ich an „Tschik“ denken, das hier aber ist noch eine ganze Spur heftiger. Könnte mir durchaus auch eine Verfilmung sehr gut vorstellen. Für mich ist das große Kunst wie Dietlind Falk hier Verzweiflung und psychische Ausnahmezustände zu Papier gebracht hat. Auch wenn es einem am Anfang echt fast erschlägt, es lohnt sich sehr dran zu bleiben, es gibt auch ein Happy End, und das hat diese Geschichte auch verdammt verdient.

Das Umfeld und die Protagonisten werden vielen fremd sein und anderen sehr vertraut. Egal zu welcher Gruppe man gehört, man steigt mitten rein. Wenn man anfängt zu lesen verschwindet die Grenze zwischen Leser*Inn und Hauptfigur. Wir landen dort wo wir von Innen auf die Geschehnisse schauen. So heftig das an vielen Stellen auch ist, und man krasse Momente förmlich erlebt, die Heldin es nicht einfach hat, das Leben hier verdammt hart zuschlägt, nie wird es larmoyant oder zäh. Hurmorvoll finde ich das Buch aber trotzdem nicht – wie es auf dem Buchrücken steht – muß es für mich aber auch nicht sein. Muß dazu sagen das es mir oft so geht, das andere über Sachen lachen die mich eher betroffen machen, will sagen ich bin da wahrscheinlich kein Maßstab.

Die Protagonistin hatte kein einfaches Leben, sie hat, wie es so schön heißt, einen Knacks weg. Schon länger in Therapie und mit Medikamenten versorgt, hangelt sie sich von einem Tag zum nächsten. Zuviel Schlimmes ist in der Vergangenheit passiert. Ihr ist nur noch die Mutter geblieben, die soviel verloren hat das Sie alles mögliche einsammelt und reparieren möchte. Beide haben mit ihren „Päckchen aus der Vergangenheit“zu kämpfen – hier blitzt auch die Kriegsenkelthematik ganz klar durch (Stichwort Mutter/Großmutter/Erziehung).
Dann gibt es da noch einen Therapeuten in einer winzigen Nebenrolle, genauso wie Nachbarn und andere Outsider; und! die Wg. Die große Krise wird zur Chance für alle. Und Liebe gibt es auch.

Das Buch ist wirklich phänomenal und ich bin froh das ich den Albinoverlag entdeckt habe – er wurde 2015 neu gegründet. Schaut unbedingt mal rein.

Liebe Dietland Falk ich möchte mehr von Dir lesen! Hier gehts zu einem Interview mit der Autorin -> Jg. 85/Übersetzerin

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„hart, stark, mitreißend“

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Dietland Falk

das letzte

Albino Verlag

16,99 €

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Der Ursprung der Welt – mein Tip zum Welttag des Buches

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Dieses Buch ist ein echtes Wunder und ich kam aus dem Staunen nicht mehr raus. Ich hab mich mit Weiblichkeit schon viel beschäftigt, auch mit dem biologischen Wissensstand, aber in diesem Buch habe ich soviel neues aus der Geschichte erfahren, soviel Wissenswertes und wie ich finde sehr wichtiges für das Selbstverständnis von uns Frauen Menschen mit Vulvas. Was nicht heißt das dieses Buch nur für Frauen  Menschen mit weiblichen Geschlechtsorganen wäre, ganz im Gegenteil.

Im Ursprung der Welt geht es um das weibliche Geschlechtsorgan, vordergründig.

Vagina, Vulva, Vulvina… usw. Es geht um viele durchgedrehte Männer die leider viele Unwahrheiten und Märchen verbreitet haben. Es geht um wissenschaftliche Entdeckungen, Machtverhältnisse, Sprache, Biologie, historisches und so vieles mehr. Und natürlich ganz explizit auch um das weibliche Geschlechtsorgan bis ins Detail. einfach wunderbar. Ich liebe dieses Buch.

Die Autorin und Illustratorin Liv Strömquist hat wirklich aus den hintersten Ecken Wissen zusammengetragen und ganz wunderbar in Szene gesetzt, witzig, auf den Punkt, schräg, extrem unterhaltsam und aufklärend. Kauft dieses Buch – Ihr werdet staunen, lest es und verschenkt es an Alle, unbedingt.

Ein kleiner Einblick:

Da hat der Avant-Verlag wirklich ein Händchen gehabt. Im Anhang wird Frau Strömquist als feministische Comiczeichnerin dargestellt. Das würde ich jetzt gar nicht so unbedingt hervorheben, nicht alles was sich mit Themen der Weiblichkeit auseinandersetzt ist gleich feministisch. Allerdings kannte ich die Künstlerin bisher auch nicht, naja sie ist auch aus Schweden, ich kann also nicht allzuviel dazu sagen.

Mir gefällt diese Kulturgeschichte aufjedenfall extrem gut, auch das daß Thema Menstruation ein Kapitel bekommen hat finde ich Klasse, und ebenso die Hinterfragung unserer zweigeschlechtlichen Welt. Ziemlich spannend das Ganze. Und eine große Freude. Selten hat mich ein Comic dermaßen begeistert.

Was ich mich frage ist, wie ist das mit einer Übersetzung bei Comics? Die ganzen Texte müssen ja neu formatiert werden. Ob die Handschrift der Künstlerin dann als Schrift angelegt wird…?

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Liv Strömquist

Der Ursprung der Welt

Avant – Verlag

19,99 €

beim anklicken kommt ihr zur Verlagsseite, wo es auch eine Leseprobe gibt!

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http://www.deutschlandfunkkultur.de/viva-la-vulva-vagina-kettchen-als-frauenpower-symbol.2147.de.html?dram:article_id=386089

http://www.deutschlandfunkkultur.de/die-geschichte-der-vulva-ein-comic-ueber-ihr-bestes-stueck.2156.de.html?dram:article_id=381308

Die Witwen – Dagmar Leupold

In das Cover hatte ich mich schon vor längerer Zeit verliebt, und nun hatte ich einerseits das Glück dieses Buch in der Bücherei zu finden und andererseits das Pech es nur auszuleihen. Wobei man kann ja nun nicht alles nur immer sammeln, und ich bin eigentlich ganz froh das ich mich inzwischen auch wieder trennen kann von Büchern, denn irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft ist ganz bestimmt ein nächster Umzug angesagt.
Der Künstler der das Coverbild gestaltet hat heißt Aleksey Kondakov. Und ich finde seine Arbeiten ganz wundervoll.

Nun das Buch war allerdings nicht gleich so wundervoll. Die Sprache kam mir so Stacattohaft vor. Immer wieder ein holpriger Satzrhythmus, an welchem die still mitlesenden Zunge hängenblieb. Es fing fast schon an mir auf die Nerven zu gehen, und dann wurde es doch ein bisschen flüssiger.

Vier gut situierte langjährige Freundinnen nehmen sich einen Chauffeur für eine kleine Fahrt ins Blaue. Die 4 Damen sind recht unterschiedliche Typen und bilden trotzdem eine fest verschweißte Gemeinschaft. Der Chauffeur ist einer dieser philosophierenden Melancholiker die oft viel zu lang textlich umherschweift (ich hatte erst schwadroniert geschrieben – doch achte ich grade auf Wörter aus Kriegszeiten, die sich leider noch viel zu oft und zu normal in unserer Sprache herumdrücken, deshalb habe ich es getilgt)… in Gedanken und Tagebucheinträgen oder auch Briefen… es schmalzte förmlich – für mich ja kein Sympath aber einfach wunderbar dargestellt von der Autorin. Überhaupt sind alle fünf im Buch echte Charakterköpfe.

Wirklich schön wird es dann, wenn die Freundinnen beginnen zu erzählen. “ Ich erzähl Euch was“ ist der richtige Start, und nun beginnen 4 ganz eigene und herzerweichende, tiefgehende wunderbare Geschichten, die mich sehr gefesselt haben. eine Freude, allesamt. Besonders angetan aber hat es mir die Geschichte die Penny erzählt – die Geschichte eines „Zurückbleibens“. Das ist für mich die echte Philosophin in der Runde, sehr feinsinnig, wie sich Schmerz, Liebe, Weisheit, Erfahrungen und das weiterleben hier verflechten.

Dann allerdings, ein für mich … ein Ende, … oh ich erinnere mich nicht wann mich ein Buchende so wütend gemacht hat. Ich war richtig sauer. Es ist verwirrend und ein echter Wermutstropfen, leider.

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Dagmar Leupold

Die Witwen

Ein Abenteuerroman

Jung und Jung, 22,- €

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Dagmar Leupold wurde vielfach ausgezeichnet und war sogar für den Deutschen Buchpreis nominiert. Für dieses Buch bekam sie eine Förderung des Deutschen Literaturfonds e.v.

 

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