Was verborgen bleibt

Mein erstes Buch von der „Frankfurter Verlagsanstalt“ – das sind die mit dem hübschen stilisiertem Elefantenlogo. Und der erste Roman der Autorin Britta Boerdner. Es hat mich gleich angesprochen, sicher auch wegen des schönen Covers, aber vor allem wegen der Geschichte.

Eine junge Frau reist ihrem Freund hinterher, der gerade dabei ist beruflich Fuß zu fassen. Und das in der Ferne, in Amerika. Weit über dem großen Teich.  Bei ihm hat es einfach zuerst geklappt. Sie hatten ausgemacht, vor längerem schon, daß der, der es zuerst schafft, den anderen sozusagen nachholt. Der Freund, Gregor heißt er, hatte Glück gehabt.

Nun ist sie also angekommen. Sieben Monate zwischen dem wir. 6000 km zwischen hier und dort. Wir begleiten die Ich Erzählerin durch die Tage in der großen Stadt, die nicht benannt wird, aber ständig beschrieben. Details, Orte, Besonderheiten. Sie kennt sich aus, das merkt man sofort, sie war schon mal da. Es gab gemeinsame Tage und es gibt gemeinsame Erinnerungen, eigentlich. Die Erzählerin will die Stadt nun zu ihrem neuen Zuhause machen, bald will Sie Ihre Leben in Deutschland in den Container packen und mit Ihrem Freund in Amerika neu anfangen. Bemüht sich alles anzueignen streift sie Tag um Tag durch die Straßen. Ich spüre die Liebe und die Vorfreude auf das kommende in den Zeilen, die wachen Augen lassen mich teilhaben. Ich darf den Gedanken lauschen.
Eendlich kann er umgesetzt werden der Plan, nach dieser langen Zeit der Entfernung. Alles ist bereit. Aber etwas kommt trotzdem nicht in Fluß. Und das ist die Beziehung zwischen der Erzählerin und ihrem „Freund“. Drei Wochen haben Sie Zeit sich wieder anzunähern. Aber sie erreicht ihn nicht, er ist schon so angekommen in der Stadt, hat ein eigenes Leben. In der zukünftigen gemeinsamen Wohnung scheint kein richtiger Platz für Sie zu sein.

Es ist schon eine Weile her das ich das Buch gelesen habe, aber sobald ich es wieder aufschlage und anfange zu lesen, fließt die besondere Atmosphäre mir entgegen. Es ist selten, daß mich Bücher („Die Entdeckung der Langsamkeit“ und „Die Zwillinge von Highgate“)  so in ihrem eigenem zeitlichen Fluß, in diesen ganz besonderen Rythmus mitnehmen. Wirklich kunstvoll geschrieben… wobei das Wort fast zu hart ist um die Schreibweise von Britta Boerdner zu beschreiben.
Die Erzählerin tastet sich vor, auf eine Art geschmeidig, aber auch scharf beobachtend, achtsam und dann immer mehr mit diesem inneren leisen Alarm. Ich spüre wie die Kraft nachlässt und die positive Energie mit der Sie gelandet ist. Sie findet keine Resonanz…

„Was verborgen bleibt“ war eine wirklich wunderbare Entdeckung am Ende des Jahres und kommt mit auf meine Best-of-2017 Liste. Und auf die Liste der „wieder zu lesenden Bücher“.
Ein Zusammentreffen von Neuanfang und Abschied. So lang geplantes und gewünschtes was nach und nach vollkommen in der Vergangenheit verschwindet im Winter in der großen Stadt. Auch wenn es kalt und düster ist auf eine Weise, habe ich immer wieder das Bild der gleißenden Sonne an einem weißem Wintertag vor Augen. Eine tolle Frauenfigur, eine wunderbare Erzählung und eine Autorin, auf deren weiteres Werk ich sehr gespannt bin.

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Britta Boerdner
Was verborgen bleibt
Frankfurter Verlagsanstalt
Erschienen 2012, 160 Seiten, 18,90 €
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Information von der Verlagsseite: Britta Boerdner, geboren in Fulda, studierte nach einer Ausbildung zur Buchhändlerin Amerikanistik (das spürt man im Buch), Germanistik und Historische Ethnologie. Ihr Debütroman »Was verborgen bleibt« erschien 2012 bei der FVA. Für »Am Tag, als Frank Z. in den Grünen Baum kam« (FVA 2017) erhielt sie das Inselschreiber-Stipendium der Sylt Foundation und das Stipendium des Hessischen Literaturrates in der Emilia Romagna. Britta Boerdner lebt in Frankfurt am Main.

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Über das bloggen

Über das eigene bloggen wollte ich schon länger mal schreiben. Und zwar ganz speziell zum Thema Buchblog. Sozusagen ein wenig aus dem Nähkästchen geplaudert bzw. aus dem Bücherberg.

Anfang

Angefangen hat alles als einfache Exeltabelle, ich wollte einen Überblick über die gelesenen Bücher und die entdeckten Autoren bekommen. Seit Kindertagen bin ich Stammgast in der Bibliothek und konnte mir nur selten die gewünschten Büchern kaufen. Auch dafür die Liste, um später nochmal nachlesen zu können oder mir manches sogar doch noch zu besorgen; ich kaufe wenn, dann auch viele gebrauchte Bücher.

Irgendwan begann ich über meine Handarbeitsprojekte zu bloggen, auch das war eher als Sammelstelle gedacht für all die schönen Sachen die ich im Netz gefunden hatte, und da die Bücher-Exeltabelle doch recht beschränkt war, dachte ich, warum nicht auch einen Leseblog. Naja und ums sortierter zu halten, die Themen nicht zu sehr zu vermischen gibt es eben für jedes Thema einen eigenen Blog.

Entwicklung

Im laufe der letzten 5 1/2 Jahre des „über Bücher bloggens“ hat sich einiges Verändert. Heute bin ich nicht mehr nur auf die Ausbeute der Bibliothek angewiesen – die ja oftmals eine Glückssache war – sondern bekomme auch von einigen Verlagen Rezensionsexemplare.
Dazu kommt auch das meine Bibliothek umgezogen ist und ich nicht mehr ganz so gern hingehe wie noch vor 2,3 Jahren. Und manchmal gibt es schon Bücher die man gerne dringend lesen möchte und auf die man dann oftmals lange warten mußte, oder sie gar nicht im Bestand vorfand.

Anliegen

Ich finde beim bloggen kommt es sehr darauf an was man eigentlich möchte, welches Anliegen man als Blogger*in hat. Viele Blogs sind ja doch auf die Neuheiten ausgelegt, das ist jetzt z.b. gar nicht so mein Ziel. Ich bin vielmehr thematisch orientiert, und lese auch sehr gern mal ein älteres Buch. Ich liebe Biografisches, interessiere mich für Geschichte und Frauenthemen, Psychologisches, liebe gute Comics, gute Recherchen, gern mal ernstere Themen, hin- und wieder ein Sachbuch … ich habe ein Faible für Psychologie, Natur und Poetisches. Bin eher auf der Suche nach Lebenswelten in denen ich mich auf die eine oder andere Art wiederfinde als das ich gänzliches Fremdes entdecken möchte, wobei ich mich zwischendurch schon gern mal überraschen und faszinieren lasse.
Mir geht es einerseits darum Themen zu erfassen, Vorstellungen zu bekommen, zu sammeln und zu recherchieren oder mich mit bestimmten Themengebieten auseinander zu setzen. Und das eben mit euch zu teilen. Die Ränder dieser Themen sind nicht betonhart, sondern schwimmen auch mal in die eine oder andere neue Richtung.
Das letzte Jahr habe ich mich z.b. explizit mit Literatur von Frauen beschäftigt – aus verschiedenen Jahrzehnten. Ein Schwerpunkt sollten eigentlich deutsche Autorinnen sein, aber das hat dann so seinen eigenen Verlauf genommen. Das ist auch etwas sehr schönes, den Dingen die da so auftauchen Raum zu geben, mäandernd durch Buchlandschaften zu streifen. Sich auch treiben zu lassen. Ich bin niemand der unbedingt Buchkataloge liest, ich stöber aber gern. Manchmal wenn mich eine Autorin oder ein Autor besonders bewegt schau ich sehr gern nach weiteren Werken. Leider fehlt mir hier in der Nähe eine Buchhandlung des Vertrauens, auch wenn die, die es gibt eine recht gute Auswahl haben. Mir fehlt dort eine Person mit der man auch über die Literatur sprechen kann, jemand der dann auch weiß was man liest. Das fand ich früher immer sehr schön an anderen Orten, oder auch generell in Geschäften, nicht nur in Buchläden, wenn man sich kennt.

Zurück zum bloggen:
Ich möchte gern Texte schreiben die nicht zuviel verraten, ich finde das spoilern bei Buchbesprechungen eher eine Unsitte, vor allem wenn die Spoiler nicht gekennzeichnet sind. Auch möchte ich keinesfalls Klappentext oder Buchrücken zitieren – die kann ja nun jeder selber lesen. Ganz abgesehen davon, das Klappentexte irgendwie meistens daneben liegen – was mich ja öfters ärgert, weil ich das als fehlende Sorgfalt auslege. Ich denke ich möchte gern schreibend erzählen. Was dann am Ende rüber kommt ist ja immer noch mal eine andere Angelegenheit, ich freue mich deshalb immer über Kommentare. Auch ist es mir ein Anliegen einfach und verständlich zu schreiben und nicht zu lang – ja auch ich ufere manchmal aus, aber das auf keinesfalls über den Inhalt. Ich kann diese mega langen Texte im Netz nicht leiden und lese Sie selber eher nicht. Offline ist das was anderes.

Inzwischen gibt es auch eine extra Unterseite hier mit eigenen Texten die ich dort verlinkt habe – keine Rezensionen. Das möchte ich gern noch viel mehr ausbauen. Gern rege ich auch Menschen zum mitschreiben an und bin deshalb eine Verehrerin der Blogparade und gebe Onlinekurse bzw. veranstalte kleine Challenges. Spielerisch, gern mal poetisch, und frei.
Das Schreiben hat ja nun viele Regeln, und dann die Rechtschreibung, mit den beiden verstehe ich mich nicht immer so gut, aber ich finde davon sollte man sich wirklich nicht abhalten lassen. Ich mag es zu inspirieren und Impulse in die Welt zu schicken. Ja, und ich begeistere mich gern. Abenteuer warten überall, im kleinen und im großen.

Verlage

Ganz interessant finde ich wie sich mein Leseverhalten verändert hat. Ich habe inzwischen weniger Geduld, früher habe ich mich schon mal durch das eine oder andere Buch gequält. Ich hätte es frevelhaft gefunden es einfach beiseite zu legen. Heute habe ich einen so großen Büchstapel, und so vieles was ich noch lesen und machen möchte, daß mir meine Zeit dafür zu schade ist.  Wenn mich etwas nicht mitnimmt oder abholt dann mache ich auch mal kurzen Prozess. Allerdings lese ich inzwischen auch Bücher zum wiederholten Male, auch eine spannende Erfahrung.

Viele Verlage die ich früher gelesen habe sind inzwischen bei Randomhouse zusammen gefasst und dort bin ich auch Mitglied im Bloggerportal. Jeder der einen Blog hat kann sich dort anmelden und kann sich bis zu 10 Bücher aussuchen. Und wenn man welche rezensiert, kann man wieder was neues bestellen. Manchmal klappts mit dem Wunschbuch, manchmal nicht. Das schöne war für mich hier das man auch mal ein Buch bekommen kann was bisschen spezieller ist, wie z.b. über Trauma, oder hin- und wieder auch was Älteres noch zu haben ist. Momentan lese ich aber eher andere Verlage.
Klar hat man, auch thematisch und in der Aufmachung, schon so seine Lieblingsverlage. Und ja es erfordert doch immer etwas Mut dort anzufragen ob vielleicht hier oder dort ein Rezensionsexemplar möglich wäre. Also zumindest geht es mir so. Inzwischen haben viele auch Extra Kontakte für Blogger*innen. Das finde ich sehr angenehm.
Naja aber es gibt auch manche Verlage, die auch auf mehrere Anfragen nicht antworten, wie z.b. Diogenes – keine Ahnung was man da machen muß um dort „gesehen“ zu werden. Dabei hat der Verlag sogar ein extra Eckchen in meinem sortiertem Bücherregal. Bei Suhrkamp hab ich mit meinen Wünschen die paar mal die ich schlußendlich wirklich gefragt habe kein Glück gehabt, wahr wohl immer zu spät dran, und irgendwann lässt man es halt dann auch mit dem Nachfragen. Nachfragen/Anfragen ist am ende auch viel Arbeit und immer habe ich da keine Lust drauf. Was vielleicht auch gut ist, denn dadurch überlege ich mir schon genau was ich möchte.
Bei manchen muß man sich auch richtig anmelden und gewisse Angaben machen, was die Statsitik z.b. betrifft. andere scheinen einfach so abzusagen ohne überhaupt mal vorbei geschaut zu haben. Das ist sehr unterschiedlich. Was ich grade entdeckt habe: es gibt jetzt bei Carlsen die Carlsen Blogger Helden. auch ne Idee. Es ist halt so jeder hat nur eine bestimmte Zeit zum lesen zur Verfügung, und das was da ist und gelesen wird hat natürlich Chancen rezensiert zu werden. Wenn ein Verlag dann besondere Betreuung anbietet oder eben auch mal überraschende Bücherpakete schickt stehen die Chancen gut auch im Blog erwähnt zu werden. Und auch bei mir ist es so das ich sehr oft nach Büchern schaue von denen ich eine gute Rezension gelesen habe. Die Bücherblogs an sich sind schon eine gute Werbeplattform und durch das Herzblut des Privaten eben nochmal was ganz anderes als eine Buchkritik in der Zeitung, die sich ja meistens eher um Sachlichkeit bemüht.

Ich freu mich immer sehr wenn es ein bisschen persönlicher wird mit den Kontakten, und am schönsten finde ich es, wenn die zuständigen Menschen einen auch einzusortieren wissen – ist bestimmt nicht einfach, es gibt ja wirklich viele Blogs. Und trotzdem sind da eben die Kontakte, die sind einfach nur total nett – da kommt dann auch mal mehr als nur „Danke für den Rezensionslink“ zurück – ich hätte ja am liebsten auch mal Feedback und persönliche Gedanken von der „anderen Seite“.
Vom S. Fischer Verlag habe ich vor einiger Zeit ein schönes Buchpaket bekommen, echt ne Überraschung. Allerdings halt mit Büchern drin die jetzt eher nicht meiner Auswahl entsprochen hätten, ich muß sagen nix für eine HSP wie mich, da war z.b. dieses Lize Spit Buch drin… grusel. Aber ich habs gelesen und ich werd demnächst auch endlich mal drüber schreiben… jetzt nachdem alle anderen ihre Meinung schon gesagt haben *lach* – und da ist er wieder der Vorteil mit dem Buch was halt grade da liegt, zugegeben es hatte auch eine sehr besondere Aufmachung. Und Werbung ist es ja immer für die Bücher, ob man nun eher eine negative oder eine positive Kritik schreibt. Einen Verriss hatte ich noch nie, ich glaube dafür habe ich zuviel Respekt vor den Menschen die es schaffen Bücher zu schreiben. Und größtenteils ist es ja auch subjektiv.., die eigene Empfindung usw. der eine mag es eben und aus denselben, oder ganz anderen, Gründen mag es jemand anders gar nicht.

Insgesamt hat das schlechte Gewissen bei mir zugenommen mit den Verlagsexemplaren. Ich fühle da schon so etwas wie eine Verpflichtung zeitnah zu lesen und zu rezensieren – aber ich pack mich dann immer wieder selber am Herzen und sage laut Nein, denn, und das ist mir wirklich wirklich wichtig, ich bin eine Lustleserin. Und manchmal lese ich auch mehreres nebeneinander, oder etwas liegt zu weit unten im Stapel und wird ne Weile übersehen oder mir ist einfach jetzt grad gar nicht danach. Ich bin ja der Meinung jedes Buch hat so seine Zeit. Und ja ich finde es braucht auch die passende Stimmung. Und manchmal durchaus auch eine Lesepause. Ganz abgesehen ist das ganze ein Hobby und wenn ich Nähe und Stricke dann kann ich zeitgleich nicht auch noch lesen. So muß ich schauen wie ich die vorhandene Zeit verteile.
Druck z.b.ich sollte irgendwas zu einem bestimmten Datum fertig haben… ne das geht nach hinten los, da reagiere ich mich Erstarrung und Blockaden. Lesen/Hören/Schreiben, Geschichten eben, das hat für mich schon immer viel mit Freiheit zu tun, so wie eben auch das Texten. Mit Sinnlichkeit, Vertiefung… so ein Buch ist ja oft wie eine Begleitung.

Da fand ich kürzlich eine Werbeaktion von Kiepenheuer & Witsch sehr schön. Da kam Überraschungspost mit einem Buch, ist ja eher selten so unangefragt, dem lag ein Brief bei, auf dem Umschlag handschriftlich mein Name, Postkarte und Visitenkärtchen anbei. Sowas macht bei mir ja schon was aus.
Ich bin übrigens schon eine Weile bei Instagram – ist direkt auf dem Blog auch in der Seitenleiste zu sehen – dort poste ich immer was ich grade lese. Und ein neues Foto von mir gibt es jetzt auch mal, nach 5 Jahren 😉 auch direkt im Blog zu sehen.

Meine Lieblingsverlage aus dem letzten Jahr möchte ich noch gern erwähnen:

Sehr netter Kontakt, tolle Covergestaltungen die echt hervorstechen und wirklich interessante neue Romane und Autoren/Autorinnen, meistens aus Österreich: http://www.kremayr-scheriau.at/
*
Immer wieder fündig werde ich auch beim vielseitigen  http://www.hoffmann-und-campe.de/ (zu denen auch Atlantik und Tempo gehören) ebenfalls ein sehr netter Kontakt und auch mal schöne Sonderausgaben (Leineneinband)
*
Heißgeliebt die wunderschönen Grafic Novels und Comics von http://www.reprodukt.com/ und http://avant-verlag.de/ auch hier tolle Leute
*
Dann möchte ich noch Hanser, Rowohlt und dtv erwähnen, ebenso Edition Nautilus und den mairisch Verlag

Wenn du bis hierher durchgelesen hast: WOW, Dankesehr ❤

Der Sommer ihres Lebens

Eine Amsel. Sie singt ihr Lied. Und dann begegnen wir Frau Wendt. Vor dem Speisesaal. Sie macht sich Gedanken über Zeit und Ewigkeit und überlegt wohin Sie muß.
Frau Wendt läuft an ihrem Rollator durchs Haus und nach draußen. Immer wieder verschwimmt das Jetzt und Erinnerungen tauchen auf. Wir dürfen dann das „Mädle“ kennenlernen, welches in Mathe so viel besser wie die Buben war.
Das ist eines meiner Lieblingsbilder aus dem Buch. Es erzählt soviel über diese Geschichte und die Erzählweise. Gerda wie sie springt und Gerda wie sie nur noch langsam mit dem Rollator vorwärts kommt. Mir schnürt es ein wenig die Kehle zu.

Es wird schnell klar das Gerda eher eine Außenseiterin war, was mich persönlich gleich mit ihr verbindet, weil es mir auch so ging. Und Gerda hat eigene Interessen und weiß sich zu beschäftigen.
In kleinen dunklen Kästchen erzählt die Stimme aus dem Off…  Gerda Wendt die sich erinnert, …sich erinnern will.

Mein nächstes Lieblingsbild: Gerda mag Zahlen und Sterne, von denen sie sagt sie sind ihr ähnlich… sie sind da, auch wenn man sie nicht sieht. *Schluck*
Ist das nicht wundervoll getroffen, dies Spiegelung in der gedachten Fensterscheibe?
Gerda beginnt einen vielversprechenden Weg und doch, wie bei sovielen Frauen, gibt es die Institution Ehe und ein Kind. Aber das ist nicht das Ende der Geschichte.
Ich möchte nicht viel mehr verraten. Ihr sollt das Buch ja selbst entdecken.
Eine Anmerkung ist mir noch wichtig, mir gefällt das das Altenheim neutral bis positiv dargestellt ist.
Mein letztes Lieblingsbild zeige ich nicht, es ist das mit den vielen „i“´s.
Dieses Grafik Novel berührt sehr. Liegt es am sentimentalen der Erinnerungen – wie es eben Erinnerungen so an sich haben? An der „schwere“ und den „Umständen“ des Alterns? Oder weil ich persönlich Verbindungen ziehe? An der eigenen Einstellung zum Tod, der ja unweigerlich folgt? Irgendwann ist es zu Ende. Für jeden von uns. Wir treffen Entscheidungen. Dinge nehmen ihren Lauf und wie Gerda sagt: „am Ende bleibt nur eine Möglichkeit übrig, eine Wirklichkeit.“
Die Farben und Zeichnungen ziehen mich ganz schön hinein in die Geschichte. Aber auch die Geschichte selbst berührt mich sehr. Es bleibt ein Kloß im Hals. Ein Menschenleben.

***

Der Sommer ihres Lebens

,

80 Seiten, farbig, 19 x 29 cm, Hardcover

20,- €,  Reprodukt

Die Löffelliste

Ein Beitrag zur jährlichen Novemberblogparade des Totenhemdblogs

Zuerst denke ich dabei an „den Löffel abgeben“ und daran „etwas auszulöffeln“ – früher hieß es: „was man sich eingebrockt hat“.. also alles jetzt nicht so positiv besetzt.

Wikipedia schreibt dazu: Die unverzichtbare Tätigkeit des Essens steht bei dieser Redewendung Pate, mitsamt der Tatsache, dass im Mittelalter und früher Neuzeit das Armeleuteessen üblicherweise ein Brei in einer Schüssel für alle inmitten des Tischs war, wofür ein jeder seinen eigenen Löffel parat hatte. Diesen höchsteigenen, nicht selten selbstgeschnitzten, Löffel wegzulegen, ist dabei gleichbedeutend mit dem Ende des Lebens.[1] 

Da haben wir es also! Die Löffelliste steht für all die Dinge die wir noch machen möchten bevor wir Jenen eben abgeben – allerdings gibt es noch eine abgewandelte Löffelliste, dazu mehr am Ende. Die Standardlöffelliste ist sowas wie eine freiwillige To-do Liste für mein Leben. Sowas wie eine dicke fette Wunschliste. Meine Güte was für ein Thema. Meine Liste war mal… ich habs in den letzten Jahren vermieden über meine Liste nachzudenken.  Es gibt ein Problem.

Das Problem ist der Glauben an diese Liste. Die Löffelliste macht mich traurig und ich spüre meine Hoffnungslosigkeit zu manchen Dingen. Ich hab mir vieles gewünscht was nicht in Erfüllung gegangen ist und was ehrlich gesagt auch so Richtung Zukunft ganz schön schwarz aussieht, also nicht mehr passieren wird oder sehr unwahrscheinlich scheint.

Ich wollte immer eine eigene Familie und Kinder. Ich wollte mit Ihnen an einem großen Holztisch Spiele spielen. Mein Lebenstraum ist ein eigener Garten. Und ich, die dann morgens im Bademantel mit ihrem heißen Tee nach draußen treten kann. Den Himmel und die Erde begrüßen, und allen Pflanzen und Tieren guten Morgen sagen. In Miniminiform hatte ich das schon mal auf einem Balkon, mit vielen vielen Pflanzen. Die Morgenrunde war natürlich obligatorisch.

Naja, ich merk bei vielen Themen das es einfach nichts mehr werden kann, oder auch das Geld fehlt, und ich merke eben wie der Glauben nachlässt, der früher noch so stark war, damals als noch mehr Zeit war. Inzwischen bin ich älter geworden habe viel erlebt. Und gewisse Situationen haben sich nicht verbessert.

Egal, ich wage mich an eine neue Liste, dann schreib ich die Dinge die ich mir wünsche, aber von denen ich mir nicht vorstellen kann das sie noch wahr werden, einfach mit unsichtbarer Tinte. Und manches kommt vielleicht in einer anderen Form oder in einer kleineren Variante.

Die Reihenfolge sagt nichts über die Wichtigkeit der Punkte aus und die Liste die hier steht ist nur ein Ausschnitt, man muß ja noch Geheimnisse haben:

Ich möchte gern nochmal mit Alpakas zusammen sein, und mit Pferden, gern ein paar Stunden Reitunterricht nehmen, Ziegen streicheln und füttern und Gespräche mit Schafen führen und unbedingt mal Hühner streicheln und Kühe.
Ich möchte erleben wie mein Kater die Natur entdecken kann und raus kommt… so wie ich auch.
Ich möchte gern Gesangsunterricht nehmen und ein klassisches Lied singen und auch ein bisschen Brecht oder so.
Ich möchte eine wichtige Rede halten. (vielleicht ja wirklich mal bei einem TEDtalk)
Schreiben ( gibt da verschiedenes was angedacht ist)
und Vorlesen ( Im Frühjahr mache ich bei einer Art Poetryslam/Spokenwords Veranstaltung mit, tja auch da gibt`s Spätstarter)
Ich möchte eine Nacht draußen verbringen, vielleicht im Wald
Ganz oft noch in einem See baden
Über eine taunasse Wiese rennen und tanzen
Ich möchte Zeit mit Kindern verbringen
Etwas Gutes weitergeben
Ich möchte unbedingt wieder Bogenschießen
Ich mag Kanu fahren und Bergwandern
Nochmal nach ganz oben auf eine Berghütte und nach Lanzarote, (gern mal die Wüste kurz sehen)
Mal richtig lange hier bei uns im Bellevue frühstücken gehen mit netter Gesellschaft
Und ich würde eben auch gern einen Baum pflanzen und ein (Baum)Haus bauen
Ich möchte gern mal ein richtiges festliches Kleid anhaben und das auf einer schönen Feier oder so tragen
Überhaupt möchte ich gern mal ein Fest feiern.. statt den Taufen, Kindergeburtstagen, runden Geburtstagen, Schuleinführungen, Hochzeiten, ein Fest einfach für mich, so wie ich es mir wünsche
Ich möchte mal richtig Klettern gehen
Mindestens einen Quilt nähen und einmal komplett in selbstgenähter Kleidung sein
Ich wünsche mir mal eine lange Massage, so lange bis ich genug hab und nicht die Zeit rum ist.
Ich möchte nochmal an Orte meiner Kindheit und Jugend fahren
Ich möchte ans Meer und tagelang die Zeit am Strand verbringen
Ich möchte eine Rundreise machen zu Menschen die ich im Internet kennengelernt habe
Und ich würde zu gern den Führerschein machen
Mit meinem Hund (den ich nicht mehr habe oder noch nicht) durch die Wälder stromern
Einen Schneemann bauen (hoffentlich gibt`s diesen Winter Schnee bei uns)
Platz für Gäste haben und diese bekochen
Erdbeeren selber pflücken, am liebsten mit meiner Schwester
Rakubrand machen (nach Japan reisen)
Holz- und Siebdrucken
Shibori probieren
An einem Bergbach sitzen
Am liebsten überhaupt tagelang in einer Werkstatt werkeln
In einer schönen Hängematte liegen und unter einem Baum um durch die Blätter in den Himmel zu schauen… das am liebsten in meinem eigenem Garten
Am Feuer stehen und singen und meine eigene Trommel schlagen

usw.

 

Wieviel Löffel.. heißt wieviel Kraft.. hast du noch? Das ist die andere Löffelgeschichte, die ich bei Ash gefunden habe.

Vielleicht wird das ja was mit dem Quilt, ich geh jetzt zumindest mal an die Nähmaschine. Dort nähe ich kleine Blocks und Miniquilts alias Mugrugs (große Teetassenuntersetzer). Mehr dazu demnächst auf meinem Handarbeitsblog, bei Madame Flamusse.

Dort und auch sonst hab ich aufjedenfall das Motto: „Einfach mal was machen“. Das bedeutet für mich das ich mein Leben jeden Tag versuche so zu gestalten wie ich es mir wünsche, so das es vielleicht gar keine Löffelliste mehr braucht. ❤
Mir ist aufgefallen, das es schon was hat auch noch Wünsche zu haben. Menschen denen das Leben immer wieder so in die Quere kommt das Sie nach und nach keine Wünsche mehr haben sind oft sehr traurig. Außer sie sind einen langen Weg gegangen und haben Frieden gefunden der auf einer inneren Zufriedenheit beruht. Es kann durchaus pragmatische Wege dahin geben. Manch Einem bleibt auch nichts anderes übrig. Die Grenze ist sehr fein zwischen dem „Zufrieden sein“ und dem „Aufgegeben haben“ oder „sich mit dem abfinden der Realitäten“.
Wünsche können verloren gehen wenn man ihnen zuwenig zuhört! Auch wenn mich manche Wünsche traurig machen werde ich sie in Ehren halten, man weiß schließlich nie was passiert. Auch wenn ich kein Kind geboren habe, vielleicht treffe ich woanders etwas was dem nahe kommt. Auch Ideen z.b. wollen auf die Welt gebracht werden. Und nicht nur Kinder brauchen mütterliche Liebe.

Eure

Madame Flamusse

 

Die Schreibchallenge – Ins Schreiben kommen

Ja, sie startet wieder! 5 Tage 5 E-Mails und eine Facebookgruppe zum austauschen (wer möchte).
Einen Anfang finden beim Schreiben, mit Methoden die Freude machen, bei denen die Regeln nicht so wichtig sind, sondern ES einfach zu tun. Die Aktion ist kostenfrei und für jeden offen der Lust hat mitzumachen:
Anmeldung unter: http://www.karolinkaden.de

Danach wird es im Dezember einen kleinen Kurs über den Jahreswechsel geben vom 21.12.2017 bis 6.1.2018 – da geb ich dann nochmal bescheid.

Das darf gern geteilt werden. Freu mich wenn jemand von Euch mitmacht!

Ebbe und Blut – alles über die Gezeiten des weiblichen Zyklus

Ein erstaunlich dicker Brocken dieses Buch. Festgebunden und wirklich wunderschön aufgemacht mit toller Gestaltung durch viele Fotocollagen, schönes Papier und klasse Layout. Manchmal steht das Design der Lesbarkeit etwas im Wege, wenn Überschriften in einem zartrosa gehalten sind und sich schlecht lesen lassen, sonst aber ist es wirklich etwas richtig besonderes und ich denke ein tolles Geschenk für jede Frau und jedes Mädchen.
Gesammelt, geschrieben und gestaltet wurde das Buch von 2 Freundinnen und Studienkolleginnen, Luisa Stömer und Eva Wünsch. Ich finde man spürt die Liebe zu Ihrem Werk über „die Wiege des Lebens“. Das monatliche Wunder der Menstruation.

Die Collagen sind Einfallsreich, modern mit Vintagelook und machen aus dem Buch ein kleines Kunstwerk. Inhaltlich hätte ich mir es ein bisschen frecher gewünscht. Es bleibt doch meistens im Raum wo auch die Medizin so waltet – die eben sehr männlich geprägt ist (was wir spätestens seit „Der Ursprung der Welt“ wissen, wenn wir es noch nicht selbst erfahren haben). So verwundert es auch nicht das die Mystik und Spiritualität keinen Raum bekommen im Buch, das hätte es aber meiner Meinung nach erst richtig rund gemacht. Es gibt ein kleines Kapitel über Kurioses am Ende des Buches. Dort fällt z.b. leider auch das Thema Mond und Zyklus und das Thema Synchronisation rein.
Sonst wirklich ein gutes Grundlagenbuch. Von Anatomie,  über den Weg der Eizelle bis zur Monatshygiene. Zu Zyklus, Zyklusstörungen und Periode im Zusammenhang mit der Psyche, bis hin zur Unterstützung durch Naturheilkunde und Ernährung (super Kapitel).
Alles über Schwangerschaft und Schwangerschaftsabbruch und zum Abschluß einer wunderbaren Enzyklopädie der Periode –  wird alles recht ausführlich angesprochen und aufgezeigt. Und das in erheblich besserer Form wie das gewisse Aufklärungszeitschriften so bringen. Wer niemanden hat, den Sie fragen kann, hier finden sich viele Antworten und ein zugewandter Schreibstil. Es ist so wichtig seinen eigenen Körper gut zu kennen und zu wissen was da vor sich geht, hier wird das ausführlich erklärt!

Das Buch hat auch eine eigene Seite: http://www.gu.de/ebbe-und-blut/

Danke an den GU Verlag!

***

Ebbe & Blut

Luisa Stömer und Eva Wünsch

Gräfe und Unzer Verlag

24,00 €
***

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Biografisches Schreiben – mein Onlinekurs

ab 18.8. biete ich einen 8 Wochen Online Kurs zum „Biografischen Schreiben“ an.
Jeden Freitag gibt es einen Schreibimpuls – zum Austausch eine kleine private Facebookgruppe.
Schreiben als Abenteuerreise zum Selbst ❤

Kosten: 160 €

Bei Fragen schreib mir einfach eine Nachricht.
Buchung unter info@karolinkaden.de

Der 7. Beitrag – „Im Pharma-Zoo“ – „Mein Körper (und ich)“ die Blogparade

Heute gibt uns die Autorin und Jounalistin Maren Schönfeld einen Einblick in Ihr Leben mit Schmerz und Medikamenten, der Star: ein Gedicht! Der Pharma-Zoo

*
Vorherige Beiträge:

Solina Thema Wohlfühlkörper und Fitness

Beitrag von Hiltrud: Schmerz und Leben und Humor

Wortbunt mit 3 Texten und Collagen

Augenwischerei

Schamhaare

Traumkörper

Chutriel und die Geschichte ihrer Panik

Monika
HPU und Hochsensibilität

Nadine
„Mein Körper und ich“ und keine Waage

Schmerz und Leben und Humor – Blogparade Beitrag 5

Ilseluise ~ Clownerie und Theologie, das nenn ich mal ne Kombination 😉
Inform einer langen Kurzmitteilung und vielen persönlichen Bildern bekommen wir hier eine Lebensgeschichte des Schmerzes gezeigt.

So ehrlich und liebevoll immer mit Hoffnung gewürzt
Hier gehts zum Beitrag von Hiltrud.

 

***

die vorherigen Beiträge:

 

Wortbunt mit 3 Texten und Collagen

Augenwischerei

Schamhaare

Traumkörper

Chutriel und die Geschichte ihrer Panik

Monika
HPU und Hochsensibilität

Nadine
„Mein Körper und ich“ und keine Waage

Schreiben, schreiben, schreiben

Die Rezensionen bilden hier sozusagen Warteschlangen, die Bücher türmen sich neben dem Rechner…aber bald kommt wieder was, z.b. zu  „Untenrum frei“ oder Lize Spit oder „Das Rauschen in unseren Köpfen“ usw.
Inzwischen laufen bei mir 2 andere Sachen bei denen Ihr mitmachen könnt:

Infos dazu findet Ihr unter: http://www.karolinkaden.de
Würde mich freuen wenn jemand von Euch dabei ist.

***

Das andere ist die Blogparade zum Thema Körper, bzw. Mein Körper und Ich – Es sind noch einige Tage zu vergeben – veröffentlicht wird hier im August. Sprich du bereitest einen Text vor und wir veröffentlichen am gleichen Tag – Du auf deinem Blog und ich verlinke hier und sammle am Ende alle Seiten und Links zum Thema in einem extra Artikel. Wer keinen Blog hat meldet sich einfach so an, und der Text kann dann auf meinem Space veröffentlicht werden. Ich freue mich total auf Eure Beiträge, ich denke von dem her was ich schon mitbekommen habe wird es wirklich vielseitig werden. Mach mit!

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