Zwei Schwestern

Petra Oelker erzählt in „Zwei Schwestern“ von der Reformationszeit in Hamburg – passend zum Lutherjahr.
Vor diesem Hintergrund läßt Sie das Leben damals so wunderbar lebendig werden und erzählt von zwei sehr unterschiedlichen Frauen, deren Leben sich erstmal kaum berührt. Die eine noch jung, schon als Kind ans Klosterleben gewöhnt und als Nonne bislang gut aufgehoben in einem katholischem Orden, der nicht mehr lang Bestand hat, denn die Hamburger Bürger haben sich entschlossen der Reformation zu folgen. Die andere Frau schon alt, verwitwet und durchaus wohlhabend, lebt in einem eigenem Haus auf dem Hof des Sohnes und folgt für damalige Verhältnisse sehr der eigenen Nase. Beides sehr sympathische Figuren, die es trotz des relativen Wohlstands, als Frauen zu dieser Zeit, nicht einfach haben.

Nach diesem Buch bin ich entgültig ganz großer Fan von Frau Oelker und finde es außerdem sehr schön das Rowohlt das Büchlein festgebunden mit Leinenrücken und einigen kleinen Zeichnungen herausgegeben hat. Liebevoll gesetzt – die kleinen Details machen einfach was aus. Ein wirkliches hübsches Geschenkband. Ich hatte letztes Jahr dieses Buch hier schon vorgestellt – ein richtig dicker historischer Schmöker.

Man könnte meinen die Geschichte wäre leichte Unterhaltung, aber ich lese durchaus eine kritische Stimme durch die Zeilen hindurch, was das Buch noch gehaltvoller und runder macht. Hier wird nichts beschönigt, sondern die Zeit meiner Meinung nach sehr lebensecht aufgezeigt. Ich war schon zwischendurch immer wieder sehr begeistert was alles in der Geschichte steckt. Die Erzählung beginnt 1533 im Mai. Wir erfahren viel über das Klosterleben, etwas über die Medizin der damaligen Zeit, über Heilpflanzen, über den Kaufmannsberuf, das Familienleben und eben die Vorgänge der Reformation und dem Frauenleben damals. Die Autorin ist dem Norden Deutschlands ganz treu, ich glaube ihre meisten Büchern spielen dort. Die Geschichte basiert auf Recherchen im Hamburger Archiv und einem dort gefundenem Testament. Welches auch am Ende des Buches eine wichtige Rolle spielt.

Ich hab so den Eindruck ich kann es gar nicht richtig wiedergeben was mich so fasziniert hat, aber es ist ein wirklich tolles Buch, man findet sich mitten in einer anderen Zeit wieder und fiebert mit den 2 Protagonistinnen mit, nebenbei bekommt man auch nochmal einen anderen Blick auf die Reformation, die leider auch sehr viel Zerstörungswut geweckt hatte … schon damals hatten die Menschen Schwierigkeiten neben dem einen auch etwas anderes zu akzeptieren.

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Petra Oelker

Zwei Schwestern

Rowohlt, 12,00 €

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Petra Oelker, Jg. 47, Autorin und Journalistin, hat schon sehr viel geschrieben und ist demnächst auch in Hamburg wieder live auf Lesetour zu erleben. http://www.petra-oelker.de/

„das letzte“ – Dietland Falk

Dieses Buch hat mich doch eine Weile begleitet, es war nicht immer einfach zu nehmen und besser in Häppchen zu verdauen. Es haut einen echt um, durchaus im positiven Sinne. Es hat Gewicht und erwischt einen mit einer Wucht, der man nicht allzuoft begegnet in Büchern, vielleicht auch weil eine gewissen Scheu vor schwereren Themen beim Leser und der Leserin da ist.

Grad beim schreiben muß ich an „Tschik“ denken, das hier aber ist noch eine ganze Spur heftiger. Könnte mir durchaus auch eine Verfilmung sehr gut vorstellen. Für mich ist das große Kunst wie Dietlind Falk hier Verzweiflung und psychische Ausnahmezustände zu Papier gebracht hat. Auch wenn es einem am Anfang echt fast erschlägt, es lohnt sich sehr dran zu bleiben, es gibt auch ein Happy End, und das hat diese Geschichte auch verdammt verdient.

Das Umfeld und die Protagonisten werden vielen fremd sein und anderen sehr vertraut. Egal zu welcher Gruppe man gehört, man steigt mitten rein. Wenn man anfängt zu lesen verschwindet die Grenze zwischen Leser*Inn und Hauptfigur. Wir landen dort wo wir von Innen auf die Geschehnisse schauen. So heftig das an vielen Stellen auch ist, und man krasse Momente förmlich erlebt, die Heldin es nicht einfach hat, das Leben hier verdammt hart zuschlägt, nie wird es larmoyant oder zäh. Hurmorvoll finde ich das Buch aber trotzdem nicht – wie es auf dem Buchrücken steht – muß es für mich aber auch nicht sein. Muß dazu sagen das es mir oft so geht, das andere über Sachen lachen die mich eher betroffen machen, will sagen ich bin da wahrscheinlich kein Maßstab.

Die Protagonistin hatte kein einfaches Leben, sie hat, wie es so schön heißt, einen Knacks weg. Schon länger in Therapie und mit Medikamenten versorgt, hangelt sie sich von einem Tag zum nächsten. Zuviel Schlimmes ist in der Vergangenheit passiert. Ihr ist nur noch die Mutter geblieben, die soviel verloren hat das Sie alles mögliche einsammelt und reparieren möchte. Beide haben mit ihren „Päckchen aus der Vergangenheit“zu kämpfen – hier blitzt auch die Kriegsenkelthematik ganz klar durch (Stichwort Mutter/Großmutter/Erziehung).
Dann gibt es da noch einen Therapeuten in einer winzigen Nebenrolle, genauso wie Nachbarn und andere Outsider; und! die Wg. Die große Krise wird zur Chance für alle. Und Liebe gibt es auch.

Das Buch ist wirklich phänomenal und ich bin froh das ich den Albinoverlag entdeckt habe – er wurde 2015 neu gegründet. Schaut unbedingt mal rein.

Liebe Dietland Falk ich möchte mehr von Dir lesen! Hier gehts zu einem Interview mit der Autorin -> Jg. 85/Übersetzerin

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„hart, stark, mitreißend“

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Dietland Falk

das letzte

Albino Verlag

16,99 €

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Der Ursprung der Welt – mein Tip zum Welttag des Buches

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Dieses Buch ist ein echtes Wunder und ich kam aus dem Staunen nicht mehr raus. Ich hab mich mit Weiblichkeit schon viel beschäftigt, auch mit dem biologischen Wissensstand, aber in diesem Buch habe ich soviel neues aus der Geschichte erfahren, soviel Wissenswertes und wie ich finde sehr wichtiges für das Selbstverständnis von uns Frauen Menschen mit Vulvas. Was nicht heißt das dieses Buch nur für Frauen  Menschen mit weiblichen Geschlechtsorganen wäre, ganz im Gegenteil.

Im Ursprung der Welt geht es um das weibliche Geschlechtsorgan, vordergründig.

Vagina, Vulva, Vulvina… usw. Es geht um viele durchgedrehte Männer die leider viele Unwahrheiten und Märchen verbreitet haben. Es geht um wissenschaftliche Entdeckungen, Machtverhältnisse, Sprache, Biologie, historisches und so vieles mehr. Und natürlich ganz explizit auch um das weibliche Geschlechtsorgan bis ins Detail. einfach wunderbar. Ich liebe dieses Buch.

Die Autorin und Illustratorin Liv Strömquist hat wirklich aus den hintersten Ecken Wissen zusammengetragen und ganz wunderbar in Szene gesetzt, witzig, auf den Punkt, schräg, extrem unterhaltsam und aufklärend. Kauft dieses Buch – Ihr werdet staunen, lest es und verschenkt es an Alle, unbedingt.

Ein kleiner Einblick:

Da hat der Avant-Verlag wirklich ein Händchen gehabt. Im Anhang wird Frau Strömquist als feministische Comiczeichnerin dargestellt. Das würde ich jetzt gar nicht so unbedingt hervorheben, nicht alles was sich mit Themen der Weiblichkeit auseinandersetzt ist gleich feministisch. Allerdings kannte ich die Künstlerin bisher auch nicht, naja sie ist auch aus Schweden, ich kann also nicht allzuviel dazu sagen.

Mir gefällt diese Kulturgeschichte aufjedenfall extrem gut, auch das daß Thema Menstruation ein Kapitel bekommen hat finde ich Klasse, und ebenso die Hinterfragung unserer zweigeschlechtlichen Welt. Ziemlich spannend das Ganze. Und eine große Freude. Selten hat mich ein Comic dermaßen begeistert.

Was ich mich frage ist, wie ist das mit einer Übersetzung bei Comics? Die ganzen Texte müssen ja neu formatiert werden. Ob die Handschrift der Künstlerin dann als Schrift angelegt wird…?

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Liv Strömquist

Der Ursprung der Welt

Avant – Verlag

19,99 €

beim anklicken kommt ihr zur Verlagsseite, wo es auch eine Leseprobe gibt!

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http://www.deutschlandfunkkultur.de/viva-la-vulva-vagina-kettchen-als-frauenpower-symbol.2147.de.html?dram:article_id=386089

http://www.deutschlandfunkkultur.de/die-geschichte-der-vulva-ein-comic-ueber-ihr-bestes-stueck.2156.de.html?dram:article_id=381308

Die Witwen – Dagmar Leupold

In das Cover hatte ich mich schon vor längerer Zeit verliebt, und nun hatte ich einerseits das Glück dieses Buch in der Bücherei zu finden und andererseits das Pech es nur auszuleihen. Wobei man kann ja nun nicht alles nur immer sammeln, und ich bin eigentlich ganz froh das ich mich inzwischen auch wieder trennen kann von Büchern, denn irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft ist ganz bestimmt ein nächster Umzug angesagt.
Der Künstler der das Coverbild gestaltet hat heißt Aleksey Kondakov. Und ich finde seine Arbeiten ganz wundervoll.

Nun das Buch war allerdings nicht gleich so wundervoll. Die Sprache kam mir so Stacattohaft vor. Immer wieder ein holpriger Satzrhythmus, an welchem die still mitlesenden Zunge hängenblieb. Es fing fast schon an mir auf die Nerven zu gehen, und dann wurde es doch ein bisschen flüssiger.

Vier gut situierte langjährige Freundinnen nehmen sich einen Chauffeur für eine kleine Fahrt ins Blaue. Die 4 Damen sind recht unterschiedliche Typen und bilden trotzdem eine fest verschweißte Gemeinschaft. Der Chauffeur ist einer dieser philosophierenden Melancholiker die oft viel zu lang textlich umherschweift (ich hatte erst schwadroniert geschrieben – doch achte ich grade auf Wörter aus Kriegszeiten, die sich leider noch viel zu oft und zu normal in unserer Sprache herumdrücken, deshalb habe ich es getilgt)… in Gedanken und Tagebucheinträgen oder auch Briefen… es schmalzte förmlich – für mich ja kein Sympath aber einfach wunderbar dargestellt von der Autorin. Überhaupt sind alle fünf im Buch echte Charakterköpfe.

Wirklich schön wird es dann, wenn die Freundinnen beginnen zu erzählen. “ Ich erzähl Euch was“ ist der richtige Start, und nun beginnen 4 ganz eigene und herzerweichende, tiefgehende wunderbare Geschichten, die mich sehr gefesselt haben. eine Freude, allesamt. Besonders angetan aber hat es mir die Geschichte die Penny erzählt – die Geschichte eines „Zurückbleibens“. Das ist für mich die echte Philosophin in der Runde, sehr feinsinnig, wie sich Schmerz, Liebe, Weisheit, Erfahrungen und das weiterleben hier verflechten.

Dann allerdings, ein für mich … ein Ende, … oh ich erinnere mich nicht wann mich ein Buchende so wütend gemacht hat. Ich war richtig sauer. Es ist verwirrend und ein echter Wermutstropfen, leider.

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Dagmar Leupold

Die Witwen

Ein Abenteuerroman

Jung und Jung, 22,- €

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Dagmar Leupold wurde vielfach ausgezeichnet und war sogar für den Deutschen Buchpreis nominiert. Für dieses Buch bekam sie eine Förderung des Deutschen Literaturfonds e.v.

 

Sterben – das letzte Abenteuer 1

 

 

 

 

 

 

.

Sterben

so oft

schon habe ich

über das sterben nachgedacht

.

sterben

ist doch

irgendwie dauernd da

Tag für Tag für

Nacht

.

sterben

passiert beständig

so schnell plötzlich

und manchmal zieht es

sich

.

sterben

so absurd

scheint mir das

so fremd so entfernt

unbekannt

.

sterben

sich lösen

entfernen ablegen loslassen

Hingabe braucht es fürs

gehn

.

sterben

mir wurde

erzählt das es

sehr schwer sein kann

manchmal

.

sterben

wenn man

sich festhält hier

Leben und noch unerledigtes

hat

.

sterben

wenn sie

endlich den Raum

alle verlassen haben hier

ausatmen

. . .

Dieser Text entstand zum Anlass der Aktion des Totenhemdblogs „Totenhemd meets Poetry“

https://totenhemd.wordpress.com/2017/02/19/totenhemd-meets-poetry-phase-2-mitschreiben/

 

 

Das Geräusch des Lichts und die Welt der Mosspflanzen

dscn8040Ein Rahmen, in welchem sich die Geschichten wie Schichten von feinsten Fäden verweben. Manchmal ganz lose oder nur durch ein Detail verbunden und manchmal so als wäre es nur ein einziges festes Stück.
Kanada, Moos, Eis, Winter und der Planet der Tschu werfe ich mal als umschreibende Stichworte ein.
Es beginnt in einem Wartezimmer, von wo aus sich die Geschehnisse ausbreiten, und das so atmosphärisch dicht, sensibel und detailreich das ich ganz schnell versinke.  In der ersten Geschichte, in welcher das Moos die geheime Hauptrolle spielt z.b., oder  in der Geschichte mit dem Jungen der die Ausgänge zu einer anderen Welt finden will, weil er wissen möchte wohin seine Mutter und seine Schwester verschwunden sind.

Überhaupt zieht sich das Verschwinden wie ein roter Faden durch das Buch. Verschwundene Menschen, – verloren gegangen und die, die sie suchen und in ihren Spuren wandeln.

Alle landen irgendwie in Kanada, und wie es scheint an ein und dem selben Ort; und irgendwie in den jeweils eigenen Wirklichkeiten. Die Themen sind nicht immer einfach und es ist kein Buch welches man schnell liest. Zuviele Sätze und Geschichtenstückchen muß man sich erstmal auf der Zunge zergehen lassen. Hochsensible werden es mögen, selten achtet jemand auf soviele Kleinigkeiten und Ihre Beschaffenheit, wie hier die Erzählerin.
Es ist mein erstes Buch von Katharina Hagena , die durch ihr Buch „Der Geschmack von Apfelkernen“ bekannt wurde.

Was mich immer wieder etwas verwirrt hat war die Unterteilung des Buches, was aber auch daran liegen kann das ich wirklich so tief in die Geschichten eingestiegen bin, das es mich immer etwas verstörte wenn plötzlich eine andere Wirklichkeitsebene, gar ein anderer Ort, auftauchte, plötzlich dran war. Wobei mir ein Inhaltsverzeichnis mit Seitenzahlen lieb gewesen wäre.

Ein wunderbares Buch. Ich liebe die Moosgeschichte, wahrscheinlich weil ich Moos so liebe und selten so über eine Pflanze gelesen habe. Irgendwie genauso weich wie das Moos selbst, wenn auch rätselhaft, so wie eigentlich das ganze Buch und vor allem das Ende. Welches für mich ein wenig so nach klingt wie Eis auf Eis. Weis, Kalt, sehr kalt, Kanada.

„Dritter sein“ – läßt den Kopf dann richtig brizzeln. Solche Geschichten sollte es viel öfter geben. Ich schreibe in Gedanken nebenbei das Drehbuch dazu, so grandios erzählt fand ich die Geschichte von R.D. … R D.. merkst du was -> ER DE – das Buch hat immer wieder solche Spielereien zu bieten. Famos famos. R. D. ein toller Junge der mit wachen Augen und einem Forschergeist die Welt erkundet – mit einem Vater der ihn nicht versteht und einen Großvater der voll auf seiner Seite ist… überhaupt merke ich bein lesen wie ich mich hier und da verbünde mit den Suchenden.

Ein wundervolles Buch. Es hat ein schönes Cover, gutes Papier, rundum gelungen.

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Katharina Hagena

Das Geräusch des Lichts

Kiwi Roman, 20,- €

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Ganz neugierig bin ich auch auf ein weiteres Werk: „Vom Schlafen und Verschwinden“ von 2012.

Und ich werde mal nach der Verfilmung von „Der Geschmack von Apfelkernen“ schauen. Aber ich glaube ich hab ihn sogar schon gesehen.

Katharina Hagena – eine deutsche Schrifstellerin, – Jg. 67, Mutter und Autorin, Literaturwissenschaftlerin, Stipendiengewinnerin, mehrfach ausgezeichnet, mit eigenem Wikipediaartikel, Schirmherrin der Hamburger Mediclowns, und hier gehts zu ihrer Homepage http://www.katharinahagena.de

 

 

https://www.welt.de/regionales/hamburg/article1830037/Katharina-Hagena-Mutter-und-Erfolgsautorin.html

Ein untadeliger Mann

Gardam_24924_mit_BS_MR1.inddDas Buch war mir gleich sympatisch, wahrscheinlich weil es so schön britisch ist (ich träume heimlich von der grünen Insel, einem Cottage und dem Garten von Highgrove). Und ja, für meinereiner ein Buch zum reinknien. Eins wo man sich Abends zur Lesezeit so richtig schon reinkuscheln kann.

Eine herrliche Geschichte die sich da vor dem Lesenden entfaltet – das Titelbild schien mir dann auch recht brav für den Inhalt. Und Feathers, um den es in diesem Buch geht war lang nicht so brav wie es anderen erscheint. Wir erfahren über Ihn, den Anwalt, ein Urgestein der Juristenszene des Empire, viel über seine Jugend und ein wenig über seine letzte Zeit. Und nebenbei einiges über die britische Geschichte rund um den 2. Weltkrieg. Insgesamt erstaunlich wild, was der Zeit seiner Geburt geschuldet ist. Feathers wurde früh Halbweise, die Mutter starb kurz nach der Geburt. Er kam in den Kolonien, dem heutigen Malaysia, auf die Welt kam und lebte dort die ersten Jahre als freies Kind bei seiner Amme, dann dort herausgerissen wurde und zur Erziehung nach England geschickt… ich will nicht zuviel verraten. Eins sei gesagt ein spezieller Typ mit einer wirklich spannenden Lebensgeschichte. Mit Stil, Haltung und noch echten Manieren aber auch einem recht festgefügtem Weltbild, mit welchem er so manchem lieber mit Ignoranz begegnet, über die ich oft schmunzeln mußte. Schon eine echte Type der Edward Feathers – diesen Ausdruck würde er natürlich nicht akzeptieren.

Für mich auch besonders schön die detailierten Beschreibungen die gleich Bilder in meinem Kopf entstehen lassen, als würde mit im Raum stehen und alles beobachten, inklusive Gedankenlesen.

Und nun hab ich herausgefunden das dieses Buch eine Fortsetzung hat, jipiii – da werd ich nächstesmal gleich mal in der Bücherei schauen.

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Jane Gardam

Ein untadeliger Mann

Hanser Verlag, 22,90 €

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stl0445gardam_805492kJane Gardam wurde 1928 in North Yorkshire geboren. Als einzige Schriftstellerin wurde sie gleich zweimal mit dem Whitbread/ Costa Award ausgezeichnet. Ihr erstes Buch veröffentlichte sie im Alter von 43 Jahren, nachdem ihr drittes Kind eingeschult war.

Mit Ein untadeliger Mann stand sie auf der Shortlist des Orange Prize und mit Letzte Freunde auf der Shortlist des Folio Prize 2013. Sie ist Fellow der Royal Society of Literature und lebt in East Kent.

Foto: Jeremy Sutton-Hibbert

Dan Millman und sein Buch zur Lebenszahl

dscn7717Ich wills mal so sagen, Dan Millman is ne coole Socke. Kennt Ihr seinen Film? „Der Pfad des friedvollen Kriegers“ ist ein Werk aus den 80igern, wo Dan Millman die Geschichte eines Sportlers erzählt, es geht viel um Willen und Wahrnehmung und die sogenannten „Gesetze des Lebens“. Der Film hat viel biografisches, Millmann ist selber Sportler, erfolgreicher Sportler. Später hat er sich mit Aikido und Yoga beschäftigt dadurch begann wohl seine spirituelle Reise durch die er dann zum Autor wurde.

„Dan Millman, in jungen Jahren einer der besten Kunstturner Amerikas, später Coach von Spitzensportlern, unterrichtet seit nunmehr fast zwanzig Jahren verschiedenste Formen des körperlich-geistigen Trainings. Seine Werke über die Lebenshaltung des friedvollen Kriegers sind zu wahren Kultbüchern geworden und haben eine Auflage von mehreren Millionen in zweiundzwanzig Sprachen erreicht.“

„Die Lebenszahl als Lebensweg“ ist ein sehr faszinierendes Buch, ein Buch mit dem man lange arbeiten kann. Es geht um unsere Lebensaufgabe die hier anhand des Geburtsdatum ermittelt wird – klingt erstmal komisch und nach Spielerei, aber hey warum nicht mal spielerisch mit den Dingen umgehen? Es bleibt einem ja immer wieder selbst überlassen was man annehmen möchte und was nicht. Ich empfinde solche „Geschichten“ als sehr hilfreich auf dem Weg der Selbsterkundung und Erkenntnis.

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Millman geht, wie viele andere, davon aus das wir Menschen, jeder für sich, eine persönliche Bestimmung haben. Die Methode die er hier aufzeigt basiert wohl auf einer alten pythagoräischen Weisheitslehre, so steht es auf dem Buchrücken.

Hier könnt ihr Eure Zahl errechnen lassen ->

Ich hab schon sehr viele wertvolle Impulse bekommen aus dem Buch. Möchte dazu sagen das ich mich viel mit Persönlichkeitsentwicklung und Persönlichkeitstypen beschäftigt habe und „Die Lebenszahl als Lebensweg“ als wirklich genial empfinde. Auch Freunde denen ich die Texte gezeigt haben waren echt begeistert wie sehr Sie sich wieder gefunden haben.

Im ersten Teil des Buches wird erklärt um was es geht, im zweiten Teil geht es um die Wirkkräfte des Lebens. Die Grundzahlen werden aus energetischer Sicht erklärt: also die Zahlen o bis 9. Jeder Zahl sind Begriffe und Inhalte zugeordnet die ausführlich erklärt werden. Der 5 z.b. Freiheit und Disziplin. Schon diese Kapitel sind sehr erhellend und mit praktischen Anregungen versehen.

Im dritten Teil werden dann die einzelnen Zahlenkombinationen erklärt. Die Lebenszahl wird über die Quersumme des Geburtsdatums ermittelt. z.b. 14.3.1985 -> 1+4+3+1+9+8+5 =31 ergibt dann 31/4. Diese Lebenszahl hat die Hauptthemen Stabilität und Entwicklung – was das dann jeweils genau bedeutet wird sehr gut erklärt und gibt einem ne Menge zu denken.

Ein tolles Buch für die Biografiearbeit und Menschen die Richtung in ihrem Leben suchen.

Es geht noch weiter: im vierten Teil bekommt man tolle Zusatztexte zu den spirituellen Gesetzen wie z.b. dem Gesetz der Ausgewogenheit – bei jeder Lebenzahl sind am Ende die für die Person wichtigsten Gesetze aufgeführt. Insgesamt sind es 17 Gesetze die erklärt werden und sehr inspirierend sind.

Das Buch endet mit einem Kapitel zur praktischen Weisheit. Über Beziehungen, Zyklen und den Lebensrhythmus. Und einem Verzeichnis mit vielen bekannten Persönlichkeiten und Ihren Lebenszahlen.

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Wir können nur mit unserer eigenen Quelle

der Intuition und Weisheit in Berührung kommen,

wenn unser Identitäts- oder Selbstwertgefühl

nicht mehr von den Ansichten anderer abhängt,

wir alle pflegen irgendetwas anzubeten,

die Frage ist nur,

ob wir den Gott der Meinung

oder den Gott unseres Herzens anbeten.

Ich merkte, dass ich immer weniger zu sagen wußte,

bis ich schließlich still wurde

und zuzuhören begann.

In der Stille entdeckte ich die Stimme Gottes

Sören Kierkegaard

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Dan Millman

Die Lebenszahl als Lebensweg

Wie wir unsere Lebensbestimmung erkennen und erfüllen können

Ansata Verlag, 25,00 €, 550 Seiten

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Nicht diese Art von Mädchen – Lena Dunham

dscn7659Wild, schräg, ungeordnet, bisschen erschreckend auch… alles dabei bei Lena Dunham. Ich liebe ihre Serie „Girls“ und die wunderbaren Figuren. Auch wenn es nicht mehr meine Generation ist, aber sie erzählt viel, und das unglaublich befreiend und offen, was mir auch bekannt ist, und was ich so vorher nirgendwo gesehen habe. Nun war ich natürlich auf Ihr Buch extrem gespannt – manchmal fiel es mir schwer die Serie und ihr Erzählungen im Buch voneinander zu trennen. Sie spielt bei „Girls“ selbst die Hauptrolle und erzählt davon auch in „Not that Kind of Girl“.

Es macht auf mich den Eindruck als würde sie sehr ehrlich schreiben, und deswegen verzeih ich auch das ungeordnete, das abschweifen und das andere-Geschichten-dazwischen-werfen.

Sie ist neurotisch, hat jede Menge Gesundheitsprobleme, ist seelisch unbalanciert (kommt mir immer wieder mal bekannt vor), das aber in einem Maße, was mich doch etwas verstört zurückgelassen hat und zwischendurch schwierig war auszuhalten – also Achtung wenn Ihr selber da ein Thema habt, es könnte triggern, sprich etwas unangenehm anstoßen in eurem Inneren. auf der anderen Seite ist diese Ehrlichkeit wirklich erfrischen und fühlt sich einfach sehr authentisch an.

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Lena Dunham ist aber auch so schon alles andere als eine durchschnittliche oder gewöhnliche junge Frau. Ihr Eltern sind beide künstlerisch tätig und so wie es klingt ist sie recht unkonventionell, frei und geborgen aufgewachsen. Sie erzählt von ihrer Familie und ihrer Schwester, Ihren Freunden, Männern, Sex (tut mir voll leid das Sie da soviele miese Erfahrungen gemacht hat), dem schreiben, über das Kranksein, Medikamente und Drogen, Ihre Zustände, Ihre Versuche und ihrem Lebenslauf bis hin zum Feriencamp – ich mag es sehr und hoffe es gibt viele junge Frauen die Ihr folgen und es einfach wagen sie selbst zu sein und das auch auszudrücken.

Will gar nicht mehr schreiben, da ich nicht zuviel verraten möchte, lest es einfach selbst.

Ps.: Es gibt im Buch total schöne kleine Zeichnungen, die mich an meine Kindheit erinnert haben als ich großer Nöstlingerfan war:

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Lena Dunham

Not that kind of Girl

Was ich im Leben so gelernt habe

S.Fischer, 19,99 €

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Interview mit Lena Dunham

http://www.fischerverlage.de/interview/11_Fragen_an_Lena_Dunham/1718713

http://www.hollywoodreporter.com/features/goodbye-girls-as-lena-dunham-cast-execs-overshare-show-oral-history-970777

 

 

 

 

Drei Wünsche

dscn7423Guter Dresdner Mandelstollen, einen Gewürzkaffee und ein weihnachtliches Buch mit einer bezaubernden Geschichte, besser kann man dem Weihnachtsvorstress da draußen fast nicht entgehen.

Diese Weihnachtsgeschichte spielt im alten Hamburg 1773. Norddeutschland ist ein bevorzugtes Gebiet der Schriftstellerin Petra Oelker, die unzählige Bücher geschrieben hat. Vor kurzem hatte ich „Emmas Reise“ vorgestellt.

Das alte Hamburg wird genauso lebendig wie die Menschen, in diesem hübschen kleinem Buch, mit Illustrationen von Andrea Offermann, die auch mein Weihnachtsbuch vom letzten Jahr, mit einer Geschichte aus Dresden illustriert hatte. Für mich hätten es ruhig noch ein paar Bilder mehr sein können. Gleich verliebt habe ich mich in das kleine Hündchen – leider ist mir persönlich noch keines zugelaufen, so wie hier in dieser Erzählung. Ein Hausmädchen wird entlassen, und das kurz vor Weihnachten. Durch verschiedene Umstände bleiben ihr ein paar Tage bevor Sie wieder in ihre alte Heimat fahren muß – wo ein Heiratskandidat auf Sie wartet, den Sie nicht möchte. Aber was bleibt ihr nun übrig ohne Arbeit, als alleinstehende Frau in diesen Zeiten?

Wie das so ist im Leben wenn eine Überraschung kommt und alles plötzlich grad mal ganz anders ist, ergeben sich daraus weitere Veränderungen, und auch Probleme in diesem Fall. Aber die junge Frau bleibt offen fürs Leben und wir treffen auf andere Figuren, die alles zu einem gutem Ende führen. Mitten auf dem Weihnachtsmarkt in einer alten Kirche. Das gehört für mich zu einer Weihnachtsgeschichte auch unbedingt dazu, dieses gute Ende.

Mich hat es wirklich erstaunt wie schön verbandelt die Erzählstränge waren, obwohl es nur ein kleines Buch ist. Es war spannend und sehr unterhaltsam. Mein Büchlein ist aus der 4. Auflage, es scheint also nicht nur mir gefallen zu haben.

Mein Last-Minute Weihnachtstip:

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Petra Oelker

Drei Wünsche

Eine Weihnachtswundergeschichte

rororo, 6,99 €

 

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#light #visitor - ein Lichtkolibri? #abendlicht #pflanzenliebe #pflanzenfotografie #baum #nature #beautyofnature #friedhof Wenn der Kater kuscheln will, ist erst mal Pause mit stricken Portrait of Daisy, #pflanzenliebe #pflanzenfotografie #gänseblümchen #blumenwiese #heilpflanzen "eine Poesie des Fuck you" #feiertagslektüre #untenrumfrei #margaretestokowski #rowohlt #instaread #bücherliebe #takeyourpower#fightforyourright Mit den kurzen Reihen der Ärmel geht es irgendwie viel langsamer vorwärts, dafür ist der Farbverlauf sehr schön #stricken #strickjacke #farbverlaufsgarn #farbfetischistin #colourwork
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