Jeffrey Eugenides – Middelsex und Die Liebeshandlung

Ich liebte Jeffrey Eugenides´Bücher von Anfang an. Middlesex und Die Liebeshandlung sind beides Bücher die man unbedingt besitzen sollte, da man Sie immer wieder lesen können wird.  Und ich glaube mit einem weiterem Lesen wird es wieder anders sein als es das erste Mal war. Zur Liebeshandlung gibt es sehr gute Besprechungen:

liebeshandlung

z.B. bei Das Lesen ist schön – sehr ausführlich, oder auch bei Lettra. Beide Rezensionen sind so gut geschrieben und sagen eigentlich alles, so das ich nicht mehr viel hinzuzufügen habe.

In diesem Roman gibt es soviele Verweise auf Literatur und Theologie das es allein dafür schon lohnt es sich zuzulegen um all das nach und nach nachzulesen.

Auch wenn Eugenides meint nicht viel über Depression zu wissen hat er die Manisch Depressive Erkrankung von Leonard unglaublich gut und realistisch geschildert. Sicher der Roman ist sehr amerikanisch, aber das tut dem Lesevergnügen keinen Abbruch, denn die Fragen die gestellt werden treffen so oder ähnlich sicher auf jeden mindestens einmal im Leben zu.

Übrigens gibt es hier ein Ende was mir sehr gefällt, es läßt Dinge offen, aber auch nicht so offen das man sich ärgert.

Der Vorgänger hieß „Middlesex“. Auch das immer noch auf meiner Lieblingsliste.

middlesex Hier erfahren Wir ebenso viel über Geschichte und Themen die uns vielleicht nicht allzu nah sind und deshalb auch besonders interessant.

Ich werd es wohl bald mal wieder lesen. Bei Rowohlt findet sich alles was Eugenides sonst noch so geschrieben hat, sowie interessante Interviews.

Die Suizidschwestern wurden ja auch sehr gut verfilmt (gelesen habe ich es noch nicht), vielleicht kommt ja auch noch eines der anderen Bücher auf die Leinwand.

Obwohl die meisten Bücher viel besser sind als die Filme, Suicide Sisters hat mir in der Umsetzung sehr gefallen.

Dorris Dörrie – jetzt und immer wieder

Zur Zeit lese ich mal wieder Frau Dörrie. Ich komme einfach nicht von Ihr los. Mir fällt es nur sehr schwer mir die Titel zu merken, deswegen bin ich mir unsicher ob ich alles zusammenkriege was ich bis jetzt gelesen habe.

Auf dem Nachttisch liegt jetzt: Das blaue Kleid. Naja, was gibts zu sagen – wieder ein typisches D.D. Buch. Irgendwe fangen sie alle traurig an und rühren einen fast zu Tränen, aufjedenfall gehts tief rein. Und ich kann das Buch kaum aus der Hand legen, da ich wissen will was kommt, wie es weitergeht. Und am Schluß wird meistens alles irgendwie gut. Auch wenn in fast jedem Buch der Tod zu Gast ist, in einer Haupt- oder Nebenrolle. Ich sehe das als Aufforderung, genauso auch die Beschreibung der verkrachten Existenzen oder hadernden Figuren,  zu leben. Eine Aufforderung etwas aus dem zu machen was uns zur Verfügung steht – was übrigens oft mehr ist als Wir auf den ersten Blick denken.

„Weil im Großen und Ganzen das Leben tödlich verläuft, […] sollte man sich vielleicht auf die Kleinigkeiten konzentrieren […] Man braucht Mut für den Alltag! Weil er eine Katastrophe ist! Er besteht nur aus Chaos, Unordnung und seltsamen Gefühlen..“ (aus Das blaue Kleid)

Ihre Figuren sind meistens auf der Suche nach sich selbst, und das so unprätentiös und so selbstverständlich und so überzeugend, das sich glaube ich, jeder ein Stück weit wiederfinden kann. Denn am Ende treiben uns Alle doch die gleichen Fragen um. (Ich geh jetzt mal vom deutschsprachigen Durchschnittseuropäer aus).

Dann ist dann also diese Suche und dieses Verzweifeln und Fragen, doch alle Ihre Figuren habe Schlußendlich doch Ihre eigene Ureigene Weisheit. Und wenn diese mehr zum tragen kommt und Sie dann bereit sind einen Schritt neben den ausgetretenen Pfad tun, oder auch das Leben einfach anders als gedacht einbricht, dann steht dem eigenen Leuchten der Figuren nicht mehr viel im Weg.

Insgesamt geht es immer um Veränderung, die oft erstmal schmerzhaft, weil plötzlich Dinge ins Bewußtsein treten, die verdrängt wurden. Aber irgendwann fällt der Ballast ab und neue Wege tun sich auf. Und das ist dieser schöne Hoffnungsschimmer, der mir an Ihren Büchern besonders gefällt. „Eres como una flor, eres la vida – Du bist wie eine Blume, du bist das Leben…“ (aus das blaue Kleid)

Meistens spielen die Büchern in Deutschland. Manchmal auch in Amerika, wo Frau Dörrie ja auch selbst lange war. „Was wird aus mir“ spielt in den USA und ich fand die Geschichte einfach toll. Vorallem die unterschiedlichen Charaktere und deren Lebendigkeit. Es kommt mir vor als würde ich selbst Sie kennen. Und ganz besonders hat mit der Bezug zum Japanischen gefallen und das große feiern einer fast unmöglichen Liebe. Wirklich ein Zauberhaftes Buch.

Überhaupt scheint sich Frau Dörrie sehr für den Buddhismus und auch Japan zu interessieren. Das Buch „Kirschblütenhanami“ wurde auch von Ihr 2008 verfilmt. Gelesen habe ich es noch nicht, ich hoffe es fällt mir noch in die Hände in der Bücherei. Aber der Film war genial. Und ich hab Rotz und Wasser geheult. Es spielen auch zwei meiner Lieblingsschauspieler die Hauptrollen, nämlich Elmar Wepper und Hannelore Elsner. Außerdem geht es um Butho, was ich sehr sehr spannend und selten finden. Wahrscheinlich so ziemlich der einzige deutsche Film der ein japanisches Tanzgenre aufgreift.

Zum Thema Buddhismus, also am Rande des Text begleitend,

hatte ich kürzlich dieses Tolle Buch von Ihr: „Was machen wir jetzt?“ Eine VaterTochterFamiliengeschichte!

Alles wieder dabei, bis zur Erlösung und auch der Tod läßt sich wieder mal blicken. Herzerwärmend.

Auch letztes Jahr gelesen habe ich „Alles Inklusive“ – dazu gibt es einige ganz wunderbare Rezensionen bei Amazon, die eigentlich alles sehr gut auf den Punkt bringen. Auch hier schafft es Doris Dörrie wieder wirklich traurige und ernste Themen auf den Punkt zu bringen, ohne das es depri wird. Bzw. finden alle Figuren am Ende für sich einen gewissen Frieden.

Ian McEwan – Solar

Solartechnik, Windtechnik, Physik – angewandt und fast schon philosophisch. Eine unglaublich gut beschriebene Hauptfigur. Von der ich am Ende des Buches immer noch nicht weiß ob ich Ihn extrem ätzend finde oder ziemlich gut. Auf die Essenz gebracht ist er, Michael B., ein absoluter Egozentriker. Im Sinne dessen das er sich voll und ganz lebt, sein Ding macht, seinen Plänen folgt und im Jetzt lebt.  Ohne Kompromisse.

Aber auch er hat einige menschliche Kontakte, und da, um diese zu behalten, bleibt es nicht aus, doch das eine oder andere mal auf den anderen einzugehen oder kleinere Eingeständnisse einzugehen. Wirklich exakt und genial und ausführlichst beschrieben. Absolut lebendig. Wahrscheinlich ist die Beschreibung so so gut, das man den Protagonisten gar nicht doof finden kann. Mann ist so in seinem Kopf drin das man total nachvollziehen kann wie er handelt.

Und dann am Ende, es kracht alles zusammen, in einer extremen Implosion, da läßt er einen stehn, der Herr McEwan. Ich dachte nur: Das kann er doch jetzt nicht machen. Das gibst doch nicht. Der kann einen doch jetzt nicht so stehen lassen… hat er aber. Traurig, wie es eben manchmal so ist, wenn Bücher ausgelesen sind. Super Buch aufjeden Fall!!! Habs verschlungen. Sehr spannend und unterhaltsam und wie auch bei „Unruhezone“ die Realität mit Ihren Umweltthemen bestens auf den Tisch gepackt.

Siri Hustvedt – Ein Sommer ohne Männer

Ich mußte mich beim lesen mehrfach versichern das dieses Buch von Siri Hustvedt ist. So ganz anders.

„Was ich liebte“ hat mir unglaublich gut gefallen und zählt bis jetzt zu meinen Lieblingsbüchern. Ich habe mich bei beiden Büchern immer wieder gefragt was von der Hauptfigur mit Ihr selbst zu tun hat und was nicht.

Alles in allem ist „Der Sommer ohne Männer“ eine schöne Geschichte, sehr menschlich, schöne Beschreibungen und wirklich gut geschilderte Personen. Ich war erstaunt das es mir so gut gefallen hat. Am Anfang wird viel von der Heldin, Ihrer Mutter und deren Freundinnen im Altenheim geschildert, doch dieser Erzählstrang verläuft sich mit einigen Verflechtungen und die Geschichte geht immer mehr auf die Protagonistin selber ein.

Der Verlag zum Buch: „Die New Yorker Dichterin Mia steckt in einer Krise. Ihr Mann Boris will eine «Pause». Mia erleidet einen Zusammenbruch und beschließt, den Sommer in der Nähe ihrer rüstigen, neunzigjährigen Mutter zu verbringen. Dort entdeckt Mia das Leben neu: Sie führt ein erotisches Tagebuch, gibt pubertierenden Mädchen Unterricht in Poesie und Lebensfragen.

Besonders schön fand ich die Beziehung zu Ihrer Tochter, aber auch zu Ihrer Mutter. Im ganzen Buch geht es eigentlich um Beziehungen unter Frauen. Die Männer erscheinen nur am Rand. Und da hauptsächlich der Noch-Ehemann. Also ganz wie es der Titel schon sagt: „Der Sommer ohne Männer“

Jonathan Franzen – Unruhezone

Das Buch lag 2 Jahre bei mir rum. Ich hatte es ein paar Monate nachdem ich die Korrekturen gelesen habe gekauft. Bestimmt auch wegen dem Cover, welches ich immer noch total genial finde.

Jetzt hat sich mir aber auch der Text erschlossen. Als ich das Buch angefangen hatte konnte ich es nicht mehr weglegen, obwohl es einige Seiten gebraucht hat bis ich dachte das es mir gefällt. Am Anfang war ich nicht sehr überzeugt. Aufhören zu lesen konnte ich trotzdem nicht. Naja, und am Ende war ich verliebt, in das Buch, und in Jonathan Franzen.

Er erzählt wirklich sehr viel über sich selbst. Und auch er hatte eine eher nicht so glückliche Kindheit, aber nachher, da wird es besser. Und das hat mir irgendwie Hoffnung gegeben das doch alles gut wird (obwohl er auch von späterer Trennung schrieb). Sehr schön auch die Beschreibung seiner Eltern in zunehmendem Alter, Ihrer Ehe und auch der Veränderung in seiner Beziehung zu Ihnen.

Seine Ausführungen über die Peanuts sind vielleicht eher was für Fans. Ich weiß nicht wie sehr es diese in Europa gibt. Ich war schon immer eher ein Calvin&Hobbes Fan. Aber wie er so über diesen Hund berichtet is schon anrührend. Und seitdem sehe ich auch immer diesen Peanuts Hund überall. Komisch. Lustig. Auf jeden Fall läßt es mich schmunzeln und an das Buch denken. Und das ist schön.

Da ich selber mit dem Schreiben zu tun habe mag ich natürlich sehr, wie er über das Schreiben schreibt. Und überhaupt, das Manische was er manchmal zu entwickeln scheint, wie seine Ornithologischen Beobachtungen. Schön!

Nachtrag Januar 2018:
Inzwischen füttere ich hier seit 2 Jahren druchgängig die Vögel und ich liebe es sie zu beobachten. Die Zeit bleibt stehn und es ist eine große Freude.

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