Schreibprojekt und eine neue Blogparade

Dieses „neue“ Projekt braucht deine Stimme! Es ist ein feministisches Schreibprojekt, ein Erfahrungsprojekt, ein Erzählprojekt. Immer wieder stelle ich für mich fest, dass ich als Frau Fragen habe, über die ich gerne mit anderen Frauen sprechen würde. Frauen, die damit schon Erfahrungen gesammelt haben, mir vorausgegangen sind.


Im gesellschaftlichen und allgemein kulturellen Kanon fehlen die Frauenstimmen. Sie hatten es schwer und haben es immer noch schwer.

Aufgeschrieben zu werden, und dann auch veröffentlicht und gekauft zu werden. Immer haben Männer erzählt. Es gibt unendliche Literatur, vom Buch, über das Essay, Artikel und heute auch TV-Sendungen und Podcasts, in denen Männer lang und breit ihre Befindlichkeiten darlegen. Ich suche Frauenstimmen. Ich möchte Befindlichkeiten von Frauen lesen, von ihren Themen und Belangen. Und ein ganz großes Thema ist der Körper.

Der Körper spielt für uns Frauen oft noch eine viel größere Rolle als für Männer. Der Körper ist an so vielen Stellen ein Thema, was nicht unbedingt heißt, dass wir eine gute Beziehung zu unserem Körper haben. Je nach Alter kann sich alles ändern. Oder was ist, wenn eine Krankheit dazu kommt oder andere besondere Erfahrungen. Als Frauen machen wir Erfahrungen mit unserer Periode und den Wechseljahren, viele auch mit Schwangerschaft und Geburt, andere mit Kinderlosigkeit. Aber auch mit einem Körper der meistens lange Strecken zurücklegt, und viel gearbeitet hat, dafür aber oft nicht gewürdigt wird.
„Frauen und Medizin“ #FrauenbeimArzt ist ein weiteres Thema usw. Frauen werden gegängelt für ihren Körper oder sexualisiert und objektifiziert. Frauen haben eher Zahnprobleme durch die eigenen Hormongeschichten, und sollen doch möglichst immer lächeln, werden trotzdem nicht darauf hingewiesen und entsprechend behandelt. Der Mann ist die Norm, überall.

Freundschaft mit dem eigenen Körper und seiner Veränderung, aber auch die eigene Sexualität, Scham und Lust. Oder der Leib und seine leiblichen Genüsse wie Essen oder auch Sport. Weiblich sein ist eine körperliche, materielle Erfahrung.

Und Geschlecht ist noch immer enorm wichtig. Als deine Mutter schwanger war, gab es die Frage „Was wird es denn?“, zumindest ab da, wo das Geschlecht per Ultraschall erkundet werden konnte. Vielleicht wurden deine Eltern gefragt, was sie sich wünschen, ein Mädchen oder einen Jungen. Noch heute ist der sogenannte „Stammhalter“ wichtig, immer noch werden weltweit Mädchen gezielt abgetrieben.

Als Mädchen wurdest du sehr wahrscheinlich wie ein Mädchen angezogen, heute ist die RosaHellblauFalle ein richtiges Extrem geworden, und Mode für Mädchen und Frauen wirklich ein ganz spezielles Thema, nicht nur weil sie uns oft in unserer Bewegungsfreiheit einschränkt, sondern auch, weil es viel um Sexiness und Sexismus geht. Es gibt so so viele Themen. Welches Thema ist deins?

2017 gab es hier schon eine erste Sammlung von Texten. Wenn du damals dabei warst meld dich doch mal bei mir: madameflamusse@googlemail.com

Hier geht es zu einem der älteren Texte
https://reingelesen.wordpress.com/2017/08/16/bauchweh/

und hier auch:
https://reingelesen.wordpress.com/2017/08/29/eine-koerpergeschichte-blogparade-mein-koerper-und-ich/


Unser Körper ist lebenslang unser Zuhause, wir gehen mit ihm durch dick und dünn, Hochs und Tiefs. Nun suche ich noch mehr Erzählungen, Essays, Geschichten, Gedichte usw. Die Form der Erzählung überlasse ich dir. Ich möchte gern eine Sammlung zusammen bekommen, in der möglichst vielseitige Themen und Stimmen drin vorkommen. Denn Frauenstimmen fehlen, überall. Aber wir brauchen diese Stimmen in unserer Welt, dringender denn je.

Für uns selbst, für das Miteinander, für Verständnis, und für die folgenden Generationen. Wir brauchen die Erzählungen und Erfahrungen von Frauen.

Die Auseinandersetzung mit solchen Themen kann schmerzhaft sein, aber auch unterhaltsam, sie hilft uns uns selbst näherzukommen, uns besser kennenzulernen, Klarheit zu finden und uns und anderen Stärke zu schenken. „Speak out“ heißt es! Hast du Lust dabei zu sein? Du kannst einfach eine Geschichte einreichen. Oder gern auch vorher mit mir dazu in Kontakt treten. Es gibt schon einige Frauen, die dabei sind! Die Geschichten werden zuerst auf dem Blog veröffentlicht (mit Verlinkung zu deiner Seite, wenn du magst, du kannst aber auch anonym dabei sein) und dann soll es ein E-Book dazu geben.
Bist du auch dabei?

Kleines Ritual – Gedenken und Erinnern

Es ist so weit, die dunklen Zeiten beginnen. Wie ich finde, eine magische Zeit. Dieser Tage wird gefeiert. Halloween, Dia de los Muertos, Allerseelen, Allerheiligen und wie sie alle heißen diese Tage. In unseren modernen Zeiten vermischen sich Traditionen und jeder sucht sich raus was passt. Halloween hat inzwischen ja auch Deutschland erobert. Ja, warum auch nicht. Am Ende geht es immer um dieselben Themen: unsere Ahnen, den Tod und die Erinnerung.
Es wird den Alten und Vorangegangenen gedacht. Wir erinnern uns. Wehmütig oder auch fröhlich mit guten Geschichten. Die Zeit um den Tod mal wieder ins Leben zu holen. Es heißt die Grenzen zwischen den Welten sind nun wie ein hauchdünner Schleier und die alten Seelen kommen zu Besuch, die Sonne dagegen besucht die Unterwelt.
Wollen wir die Seelen empfangen? Oder lieber abwehren? Wie gehst du mit Erinnerungen um? Wie würdigst du deine Ahnen? Lässt du Sie ein? Bist du in Frieden mit Ihnen? Stellst du ein Licht für sie auf? Oder besuchst du den Friedhof? Wie geht es dir mit der dunkleren Jahreszeit?
Richte dir doch eine kleine Ecke ein. Herbstlich gestaltet, mit Blumen – eine Totenblume ist z.b. die Chrysantheme, und wenn du hast, nimm Fotos deiner Vorfahren oder Verstorbenen, Anverwandten und Zugehörigen – ja auch nicht Verwandte zählen dazu. Zünde ein Licht an, als Wegweiser und um die Dunkelheit ein wenig zu erhellen. Vielleicht hast du auch etwas zum Räuchern – z.b. Myrre, Weihrauch, Sandelholz. Gib eine kleine Gabe dazu.
Wenn du keine Bilder hast schreib die Namen auf kleine Zettel. Nimm dir bewusst Zeit an die Menschen zu denken, dich zu erinnern. Nimm Platz. Was hast du mit ihnen erlebt? Welche Geschichte magst du besonders gern? Welcher Schritt ist vielleicht noch zu tun? Was oder wer war dieser oder jener Mensch für dich? Brauchst du noch eine Zeit der Trauer oder des Abschieds oder möchtest eine klare Trennung vollziehen? Was sind deine Anliegen und Themen?
Erinnere dich und schreibe es auf, wenn du magst.
Spüre die Energie, die dabei entsteht. Genieße deine Besinnung und den Kontakt. Schließe das ganze dann bewusst ab z.b. mit dem Löschen der Kerze, einer kleinen Verbeugung oder einem Segensspruch.
Hast du Fragen? Schreib mir einfach.

Heeme – ein Heimkehrerinnenbuch

„Heeme“, eine Mischung zwischen Erfahrungsbericht und Kurzroman. Ich habs direkt von der Autorin bekommen, mit Widmung. Sowas freut natürlich immer ganz besonders. Stephanie Auras-Lehmann kommt aus dem Spreewald und war selbst lange fern der Heimat. Sie ist eine aus der Generation, die in der Kindheit/Jugend die Wiedervereinigung Deutschlands erlebt hat. 1982 wurde sie geboren. In der Geschichte von „Heeme“ verarbeitet sie eigene Erlebnisse und Erinnerungen aus der Zeit nach der „Wende“ bis zu ihrer eigenen Heimkehr 2009 nach Finsterwalde. Dort hat Sie inzwischen eine Rückkehrerinitiative für den Landstrich Elbe-Elster aufgebaut.

Die Protagonisten haben alle sehr lustige Namen, und es ist durchaus ein leichtes Buch was sich sehr gut lesen läßt – mit einer Überarbeitung wäre es bestimmt auch was für einen Verlag der Bücher in einfacher Sprache rausbringt. Da fehlt nämlich noch jede Menge Literatur.

Die Heldin der Geschichte hat einen typisch Ostdeutschen Namen: Peggy 😉 und bleibt irgendwie übrig nach dem Schulabschluss im Osten. Alle anderen haben die Heimatstadt schnell verlassen, denn dort gibt es so gut wie keine Zukunft, sprich Ausbildungsstellen. Irgendwann packt es dann auch Peggy, und sie macht sich auf in die neue weite Welt. Die Möglichkeiten beim Schopfe packen. Da heißt es erstmal „sich zurecht zu finden“, die westlichen Gepflogenheiten kennenlernen und sich ganz neu eingewöhnen. So richtig Freunde findet Peggy aber nicht, und man merkt sie hängt an der Heimat. Doch das leben meint es auf eine andere Weise sehr gut mit ihr und Sie macht Karriere – allerdings mit so einigen Hürden und nicht immer erfreulichen Ereignissen. Aber sie schlägt sich tapfer durch und bleibt am Ball und kommt weit. Und zwar bis hinüber über den großen Teich: New York.
Doch daheim im ruhigen Städtchen wartet der Freund und irgendwann muß Peggy sich entscheiden.

Wofür sie sich entscheidet ist klar, wenn man den Untertitel liest. Manch einer wird sie für verrückt erklärt haben und nunja, im Osten stehen die Chancen bis heute ja nicht gerade zum besten wenn es um das Thema Arbeit geht. Und will man denn nicht gerade als junger Mensch die Welt erkunden?

Stephanie hat mir vorne ins Büchlein geschrieben „Rückkehren verbindet“, dem kann ich nur von Herzen beipflichten. Ich hab beim Lesen auch gleich die Verbindung gespürt, auch wenn ich älter bin und früher weg bin und schon nach dem Studium zurückkam.
Das hat auf jedenfall etwas mit dem Thema Heimat zu tun – auch wenn auf mich jetzt weder Liebe noch Eltern gewartet haben – dafür die Großeltern. Im Laufe der Jahre hat es mich schon immer wieder auch verwundert wo es überall sächsische Enklaven gibt und wieviele jüngere Menschen Woche für Woche zwischen Ost- und Westdeutschland pendelten. Jemand der bis New York gekommen ist, kenne ich allerdings nicht.

Wir leben heute in einer Welt, in der Familien oft verstreut sind und auch Freunde selten am gleichen Ort wohnen. Die Welt ist verdammt groß geworden. Es gibt durchaus viele Möglichkeiten, wenn man sie denn findet, oder das Geld dazu hat. Denn es hat immer auch mit Glück zu tun wie weit man kommt und was man damit anfangen kann. Viele können auch nur in die Ferne schauen, und sehnen sich vielleicht gerade deshalb besonders danach. Doch wenn man die Welt auch weiter weg kennengelernt hat sieht man die Heimat oft nochmal mit anderen Augen. Spätestens wenn es ans Famlie gründen geht überlegt man sich doch wohin, grade wenn man Familie hat mit der man sich auch versteht. Großeltern sind doch sehr hilfreich für die Kinder und auch alte Freunde sind schon was besonderes.
So kehrt manche*r wieder Heim und ist Glücklich damit und bestenfalls bringt die Person auch noch was mit, wie Stephanie Auras-Lehmann ihre Geschichte und ihr Projekt für Heimkehrer*innen.

Stephanie Auras-Lehmann

Heeme
14,99 €

https://www.heeme-buch.de/

 

Eine Körpergeschichte – Blogparade „Mein Körper (und ich)“

Martina von Camp Hammok erzählt etwas zum Thema Alter
Hier könnt ihr ihren Text lesen ->

vorherige Beiträge:

Karolin
Bauchweh 2

Christiane
Ich bin der Typ der alles in sich reinfrisst

Karolin
Bauchweh

Sandy
Das Essen und Ich

Marie
Körperfreundliche Kindererziehung

Maren
Der Pharma-Zoo

Solina
Thema Wohlfühlkörper und Fitness

Hiltrud

Schmerz und Leben und Humor

Wortbunt mit 3 Texten und Collagen

Augenwischerei

Schamhaare

Traumkörper

Chutriel
und die Geschichte ihrer Panik

Monika
HPU und Hochsensibilität

Nadine
„Mein Körper und ich“ und keine Waage

Mutterkörper – Muttergehäuse

„Muttergehäuse“, mein erstes Buch aus dem Kremayr und Scheriau Verlag aus Österreich, die eine sehr interessante Auswahl bei den Romanen haben.
Mich hat das Thema besonders interessiert; und die wunderbare Aufmachung des Buches hat mich sehr angezogen. Ist ja doch nicht so üblich, das Bücher so ein schönes Rundumpaket bilden. Übersichtliche Kapitel gliedern die Geschichte der Autorin.
Gertraud Klemm schreibt von ihrem großen Kinderwunsch. Sie hat einen Partner und ist im richtigen Alter und gut eingebettet in das soziale Leben. Überall um sie herum bekommen die Freunde Kinder. Wachsen zu Familien, werden aus Pärchen, Trios. Wunschkind. So sehr gewünscht. Aber es klappt nicht.
Mich hat das Thema gleich gepackt und auch die wunderbare „Schreibe“. Hab mich sofort festgelesen. Einiges kommt mir sehr bekannt vor, auch wenn meine eigene Situation doch anders ist. Manchmal fast lakonisch, aber ausführlich und die Ecken und Zwischenräume auslotend, wird erzählt wie das ist wenn es nicht klappt. Wieviel Fragen da entstehen. Wieviel Trauer, Schmerz und Abgrenzung da passiert. Wie tief das geht und was es alles so umfasst, wenn es einem nicht gelingt schwanger zu werden. Und wie dafür eine Erklärung gesucht wird. Immer mit einem Auge auch bei den Anderen, denen mit Schwangerenbauch, Krankenhauserfahrung und Kindern.
Das Muttergehäuse will wohl keine Mutter sein. Müßte es nicht Kindergehäuse heißen? Ja, bloß ohne Kind? Ist es ein Körper der nicht mitmacht, bei dem was eigentlich so verdammt natürlich erscheint. Also doch Muttergehäuse. Das Mütterliche ist schon da, und der Wunsch eben Mutter zu sein. Was fehlt ist das Kind.

Gertraud Klemm fand keinen Trost in Büchern, deswegen hat Sie das „Muttergehäuse“ geschrieben. Für die denen es auch so gut. Sich Verstanden fühlen hilft, da hat Sie absolut recht.
Hier ist die Geschichte aber noch nicht zu Ende. Die Autorin und Ihr Mann beschließen zu adoptieren. Und das auch noch in Afrika. Der nächste Stolperstein fürs Umfeld.
Insgesamt bleibt die Geschichte aber ganz stark beim eigenen Körper und den eigenen Gefühlen und Gedanken. Das erscheint manchmal befremdlich, vor allem dort wo später das Adoptivkind vorkommt. Ist aber auch konsequent in der Form und ergibt eine runde Sache.
Zwischendurch immer wieder Seiten mit Traumnuancen. Hier bleibt man nicht an der Oberfläche, sondern dringt ins Innerste vor. Wir kommen der Autorin und der Thematik des persönlichen Kinderwunsches sehr nah.
Ein gelungenes Buch!

***
Gertraud Klemm
Muttergehäuse
Kremayr und Scheriau
19,90 €
***

Gertraud Klemm (Autorin)

1971 in Wien geboren. Biologiestudium, Gutachterin bei der Stadt Wien, seit 2006 freie Autorin. Ihr zuletzt erschienener Roman „Aberland“ wurde für die Longlist des Deutschen Buchpreises 2015 nominiert. Etliche Preise und Stipendien, u.a.: Wiener Literatur Stipendium, Publikumspreis beim Bachmannpreis 2014

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Biografisches Schreiben – mein Onlinekurs

ab 18.8. biete ich einen 8 Wochen Online Kurs zum „Biografischen Schreiben“ an.
Jeden Freitag gibt es einen Schreibimpuls – zum Austausch eine kleine private Facebookgruppe.
Schreiben als Abenteuerreise zum Selbst ❤

Kosten: 160 €

Bei Fragen schreib mir einfach eine Nachricht.
Buchung unter info@karolinkaden.de

„Mein Körper (und ich)“ – 2. Beitrag

Heute geht es weiter, mit einem Gesundheitsthema. Monika Richrath ist
Eft Coach und hat eine Stoffwechselstörung über die Sie heute, auch im Zusammenhang mit Hochsensibilität erzählt.

zum Artikel: HPU und Hochsensibilität

 

Der gestrige Beitrag:

Der erste Beitrag ist von Nadine vom Blog Mutterfreu(n)de – ein Blog von 7 Freundinnen mit Kinderwunsch

„Mein Körper und ich“ und keine Waage

***

Du kannst gern noch mitschreiben, meld Dich mit einem  Thema bei mir

madameflamusse@googlemail.com

 

Mehr Feminismus – ein Manifest

Chimamanda Ngozi Adichie, ein Name der inzwischen nicht mehr unbekannt ist, aussprechen kann ihn aber wahrscheinlich kaum einer von uns wirklich korrekt. Ich habe vorher von der Autorin das Buch „Americanah“ gelesen, ein wirklich toller Schmöker durch den ich neue Blicke auf Nigeria und Amerika werfen konnte und mir einiges bewußt wurde zum Thema Hautfarbe und unterschiedliche Kulturen.

Chimamanda Ngozi Adichie, eine Frauenstimme aus Nigeria. Schon allein deshalb sehr spannend, und weil sie einfach wunderbar schreibt. Sie schafft es mich in wenigen Sätzen abzuholen und in ihre Welt zu beamen. Sie bringt mir die nigerianische Kultur nahe, für mich heißt das ein neues Land zu entdecken. Ich mag ihre weibliche Selbstverständlichkeit und ihren Stolz. Genauso wie ihre klaren Worten und ihre Erzählungen die immer mitten aus dem Leben kommen und alltägliche und gerade deshalb wichtige Dinge ansprechen.
Auch wenn sie aus einer anderen Kultur kommt, gibt es einige Parallelen zu entdecken, auch wenn es in Nigeria ganz anders zugeht ist mir hier in Deutschland einiges bekannt von den zwischenmenschlichen Dingen, die in Ihren Texten eine Hauptrolle spielen. Ein tolle Autorin, die ich sehr empfehlen kann.

In „Mehr Feminismus“ geht es viel um ganz grundlegende Themen zwischen Mann und Frau, weiblicher Welt und männlicher Welt, um die unterschiedlichen Wahrnehmungen und Sensibilitäten bzw. Scheuklappen was gewisse gesellschaftliche Muster angeht und ihre „Normalität“ angeht. Ich mag Ihren Feminismus, auch wenn ich grundsätzlich auch einiges am Feminismus kritisiere. Sie beschreibt vieles was Sie erlebt und beobachtet, von sich, Freunden, Familien, auf der Straße etc. und ich bin mega gespannt was Sie schreiben wird wenn Sie selbst vielleicht einmal Kinder hat. Ganz deutlich zeigt Sie Strukturen und Muster auf die immer noch zu wenig hinterfragt werden, aber Sie läßt uns auch den Raum uns unsere eigenen Gedanken darüber zu machen. Kein Zeigefinger, keine Belehrung, das ist auch ein Grund warum ich das Buch so gut finde. Ein großes Talent zum Geschichten erzählen. Und erstaunlich wie viele Geschichten in das kleine Heft reingepasst haben. Ein Kauf lohnt sich.

Im Buch enthalten ist die bekannte TedTalkRede, die ich hier untendrunter verlinkt habe und wo Ihr die Autorin zumindest am bildschirm erleben könnt. Was mag ich diese Frauen, mit dem gradne und starken Rückrat, einfach beeindruckend, die Frau Adichie.
Ganz klar für mich, hier möchte ich unbedingt weiterlesen.

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Chimamanda Ngozi Adichie

aus dem Englischen von Anette Grube

Mehr Feminismus

Ein Manifest und vier Stories

S. Fischer Verlag, 8 €

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Chimamanda Ngozi Adichie

Mehr Feminismus!

„Ein Manifest und vier Stories“

Aus dem Englischen von Anette Grube

Preis  8,00

 

Schlechte Gesellschaft

Ein Generationenroman sozusagen. Verschiedene Zeitschienen und eine Familie der Frauen. Die Autorin für mich eine Neuentdeckung und auch ihr erstes eigenes Buch. Ich frage mich was biografisches in der Geschichte steckt. Denn in „Schlechte Gesellschaft“ geht es um Papiere eines Schriftstellers, um seinen Nachlass. Und Katharina Born, die Autorin, hat selbst vor diesem Roman das Werk ihres Vater herausgegeben.
Im Roman gibt es eine Judith die auch sehr gern überraschend gefundene Papiere des Vaters verlegen möchte. Dieser Vater und sein schreiben, sowie sein Jugendfreund spielen eine wichtige Rolle im Leben der Frauen Judith, ihrer Mutter Hella und auch ihrer Tochter Alexia.
Am Anfang war ich nicht sehr begeistert schon wieder so eine Geschichte die ständig zwischen den verschiedenen Zeiten hin- und her springt, und ich hab auch zwischendurch immer mal vorblättern müssen, weil ich zu neugierig war wie die entsprechende Zeitschiene weiterging. aber ich muß sagen es war sehr spannend, das ganze Buch lang.

Ich kann gar nicht so genau sagen was mich an dem Buch so gefesselt hat. Es ist aufjedenfall sehr gut erzählt. Die Figuren machen neugierig. Man folgt auf einer Seite den Frauen durch die Jahrzehnte, und andererseits Andreas Wieland, einem Doktoranden, der eben die Papiere des Schriftstellers sozusagen entdeckt und großes vermutet.

Auch ein Ort, ein Dorf um genau zu sein, namens Sehlscheid spielt eine große Rolle – wie die Bühne im Theater präsentiert sich Schlußendlich alles hier. Das schwere Leben der bäuerlichen Vorfahren, die Verheiratung, das Gebären und sterben der Frauen. Das ankommen und heimkehren der Männer. die Nach- und Vorkriegszeit, die Verwandlung in ein Dorf erst voller Nationalsozialisten und dann voller Besatzer. Spät einkehrender Wohlstand. All die großen und kleinen Vergehen, Verbrechen, Kuppeleien werden hier aufgeführt. Zwischendurch gibt es immer wieder etwas heftige Szenen die mich als Leserin doch etwas mitgenommen haben.

Es ist schon erstaunlich was alles in diesem Roman erzählt wird und wieviele Personen die Autorin lebendig entstehen läßt. Wie Sie vieles kurz aber prägnant in den Raum setzt, der sich sofort füllt mit inneren Bildern. Richtig gut. Das Ende fand ich erst nicht so glücklich, aber als ich es verdaut hatte mußte ich schon sehr grinsen, wie das Leben eben manchmal so ist, nicht glatt, nicht gradlinig und wenig vorhersehbar.

Ein richtig gelungener Roman und freue mich auf weiteres von der Autorin.

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Katharina Born

Schlechte Gesellschaft

Eine Familiengeschichte

Hanser Verlag, 19,90 €

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Katharina Born, geboren 1973 in Berlin, deutsche Schriftstellerin, Journalistin und Herausgeberin. 2007: Literaturpreis Ruhr, 2008: 2. Preis des Dietrich-Oppenberg-Medienpreises der Stiftung Lesen für eine Rezension in der Jüdischen Allgemeinen, 2008: Georg-K.-Glaser-Preis des Landes Rheinland-Pfalz für die Erzählung Melsbacher Hohl, 2009: Ernst-Willner-Preis bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt für die Erzählung Fifty-fifty, 2010 Jahrestipendium des Landes Niedersachsen

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Bild:

Katharina Born 2010 Copyright: Peter-Andreas Hassiepen

noch etwas persönliches über die Autorin:

http://www.deutschlandradiokultur.de/das-erbe-des-vaters.1153.de.html?dram:article_id=182436

 

Nicht diese Art von Mädchen – Lena Dunham

dscn7659Wild, schräg, ungeordnet, bisschen erschreckend auch… alles dabei bei Lena Dunham. Ich liebe ihre Serie „Girls“ und die wunderbaren Figuren. Auch wenn es nicht mehr meine Generation ist, aber sie erzählt viel, und das unglaublich befreiend und offen, was mir auch bekannt ist, und was ich so vorher nirgendwo gesehen habe. Nun war ich natürlich auf Ihr Buch extrem gespannt – manchmal fiel es mir schwer die Serie und ihr Erzählungen im Buch voneinander zu trennen. Sie spielt bei „Girls“ selbst die Hauptrolle und erzählt davon auch in „Not that Kind of Girl“.

Es macht auf mich den Eindruck als würde sie sehr ehrlich schreiben, und deswegen verzeih ich auch das ungeordnete, das abschweifen und das andere-Geschichten-dazwischen-werfen.

Sie ist neurotisch, hat jede Menge Gesundheitsprobleme, ist seelisch unbalanciert (kommt mir immer wieder mal bekannt vor), das aber in einem Maße, was mich doch etwas verstört zurückgelassen hat und zwischendurch schwierig war auszuhalten – also Achtung wenn Ihr selber da ein Thema habt, es könnte triggern, sprich etwas unangenehm anstoßen in eurem Inneren. auf der anderen Seite ist diese Ehrlichkeit wirklich erfrischen und fühlt sich einfach sehr authentisch an.

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Lena Dunham ist aber auch so schon alles andere als eine durchschnittliche oder gewöhnliche junge Frau. Ihr Eltern sind beide künstlerisch tätig und so wie es klingt ist sie recht unkonventionell, frei und geborgen aufgewachsen. Sie erzählt von ihrer Familie und ihrer Schwester, Ihren Freunden, Männern, Sex (tut mir voll leid das Sie da soviele miese Erfahrungen gemacht hat), dem schreiben, über das Kranksein, Medikamente und Drogen, Ihre Zustände, Ihre Versuche und ihrem Lebenslauf bis hin zum Feriencamp – ich mag es sehr und hoffe es gibt viele junge Frauen die Ihr folgen und es einfach wagen sie selbst zu sein und das auch auszudrücken.

Will gar nicht mehr schreiben, da ich nicht zuviel verraten möchte, lest es einfach selbst.

Ps.: Es gibt im Buch total schöne kleine Zeichnungen, die mich an meine Kindheit erinnert haben als ich großer Nöstlingerfan war:

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Lena Dunham

Not that kind of Girl

Was ich im Leben so gelernt habe

S.Fischer, 19,99 €

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Interview mit Lena Dunham

http://www.fischerverlage.de/interview/11_Fragen_an_Lena_Dunham/1718713

http://www.hollywoodreporter.com/features/goodbye-girls-as-lena-dunham-cast-execs-overshare-show-oral-history-970777

 

 

 

 

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