Histaminpirat – Blogparade „Mein Körper (und ich)“

Eva von Histaminpirat schreibt über Histaminintoleranz und stellt ein Gesundheitsbuch für Frauen vor
Hier gehts zum Artikel ->

Ich werde demnächst auch noch mal eine kleine Liste von guten Büchern zum Thema Gesundheit und Körper machen, speziell für Frauen.

Hier findet Ihr die vorherigen beiträge zur Blogparade:

Martina
Eine Körpergeschichte

Karolin
Bauchweh 2

Christiane
Ich bin der Typ der alles in sich reinfrisst

Karolin
Bauchweh

Sandy
Das Essen und Ich

Marie
Körperfreundliche Kindererziehung

Maren
Der Pharma-Zoo

Solina
Thema Wohlfühlkörper und Fitness

Hiltrud

Schmerz und Leben und Humor

Wortbunt mit 3 Texten und Collagen

Augenwischerei

Schamhaare

Traumkörper

Chutriel
und die Geschichte ihrer Panik

Monika
HPU und Hochsensibilität

Nadine
„Mein Körper und ich“ und keine Waage

Eine Körpergeschichte – Blogparade „Mein Körper (und ich)“

Martina von Camp Hammok erzählt etwas zum Thema Alter
Hier könnt ihr ihren Text lesen ->

vorherige Beiträge:

Karolin
Bauchweh 2

Christiane
Ich bin der Typ der alles in sich reinfrisst

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Bauchweh

Sandy
Das Essen und Ich

Marie
Körperfreundliche Kindererziehung

Maren
Der Pharma-Zoo

Solina
Thema Wohlfühlkörper und Fitness

Hiltrud

Schmerz und Leben und Humor

Wortbunt mit 3 Texten und Collagen

Augenwischerei

Schamhaare

Traumkörper

Chutriel
und die Geschichte ihrer Panik

Monika
HPU und Hochsensibilität

Nadine
„Mein Körper und ich“ und keine Waage

Bauchweh – Teil 2

Der Körper. Der Körper, der einen von Anfang an begleitet. Ist man dieser Körper? Oder ist man nur in ihm? Auf jeden Fall ist klar er ist da und so richtig bestimmen über ihn kann ich nicht. Er macht ganz schön viel ohne mich. Er funktioniert tagtäglich in einem faszinierendem Zusammenspiel all der inneren Organe und der Muskeln, Nerven, Haut und Fasern. Und manchmal funktioniert er eben gar nicht so wie er soll. Da schmerzt er. Da wuchert er. Da wachsen Sachen wo sie nicht hingehören. Oder verschwinden Teile wie Zähne und Haare in langen Prozessen oder anfallsweise. Manchmal spielt alles verrückt und man dreht fast durch, auch aus Angst das es nicht mehr aufhört. Oder weil man grade nicht mehr klar denken kann.
Wenn man da mitten drin steckt und gefühlt so gar keinen Einfluss nehmen kann, da ist dann nicht viel morgen. Und mitten im Schmerz oder der Krankheit ist es kaum vorstellbar wie es ohne war; und wenn es einem gut geht ist auch die Erinnerung an die schlimmen Momente eben nur mehr Erinnerung.


Endometriose
Sie wird oft lang nicht erkannt. Regelschmerzen werden nicht als ungewöhnlich betrachtet und auch Bauchweh oft viel zu schnell der Psychosomatik zugeordnet, was dann in der medizinischen Realität heißt: da machen wir nichts, entspannen sie sich einfach mal, stellen sie sich nicht so an, reißen sie sich doch einfach zusammen, oder so ähnlich.
Überhaupt wird über die monatliche Regel viel zu wenig gesprochen. Auch unter Frauen. Echt jetzt? Ja, is so. Wenn man mal was erfährt, dann von Frauen, die ja gar kein Problem haben oder die jeden Monat Tabletten schlucken um klarzukommen im Alltag.
(Text Teil 1 -> hier entlang)

Als meine Frauenärztin meinte, dass ich Endometriose hätte drängte sie recht schnell auf eine OP und die Einnahme der Pille. Von alternativen Behandlungsmethoden war keine Rede, geschweige denn von einer Wahl. Und auch wenn ich seit vielen Jahren diese monatlichen Tage voller Schmerz und Elend gewohnt war, war es jedes Mal wieder eine ungute Zeit, ein sprichwörtlicher Krampf und Kampf, vielleicht auch weil da eben niemand war um drüber zu reden. Man nicht funktionierte in einer Welt wo man parat zu stehen hat.
Ich hatte das Glück, dass mein Zyklus sehr regelmäßig war und ich ungefähr planen konnte. So schaute ich wo es ging, das ich in dieser einen Woche im Monat keine Termine hatte, dass ich genug zu Essen zu Hause hatte, um nicht rausgehen zu müssen usw. Schlimm war es, wenn ich mich an den 2,3 schlimmsten Tagen auf Arbeit schleppen musste und alles an mir sich unwohl anfühlte.

Manchmal gab es Lichtblicke, Monate wo es nicht ganz so schlimm war.
Ich habe ja letztens schon geschrieben das ich dann operiert wurde. Und ich sage euch, es hat nichts verändert. Man hat wohl jede Menge Streuungen gefunden und ich hatte Glück, dass alles glattgelaufen ist. Inzwischen habe ich im Internet von genug Frauen gelesen, die nicht soviel Glück hatten, wo z.b. die Blase oder der Darm in Mitleidenschaft gezogen wurden oder verletzt wurden durch die OP. Manche Frauen haben sich x-mal unter das Messer gelegt. Das Ding ist aber, dass die Endometriose dort dann oft Narbengewebe erzeugt und andere Beschwerden hinzukommen.
Die Pille kann manches zeitweise stilllegen, viele Sorten gibt es da nicht. Die die es gibt, haben, wie die meisten Pillen, oft starke Nebenwirkungen, die leider von den Frauenärzten verschwiegen werden.
Bei mir und auch bei anderen Frauen bleibt die Menstruation dann vollends weg. Und nein, das fühlt sich nicht gut an, zumindest für mich nicht. Auch muss die Pille nicht helfen, nach langer Einnahme kann sie sogar mehr Probleme machen als helfen. Die Frauenärztin damals meinte ich solle doch froh sein, andere Frauen würden sich drüber freuen nicht mehr zu bluten. Ich fühlte mich aufgedunsen und schwer.

Dabei ist so eine monatliche Blutung, ja viel mehr als nur eine Blutung. Sie ist ein Teil eines zutiefst weiblichen Rhythmus, eine innere Reinigungsprozedur und gehört zum Frau sein dazu.

Ich fühlte mich wie ein Luftballon gefüllt mit Kieselsteinen. Durch die Pille veränderten sich auch meine Gefühle und mein Körper zeigte komische Symptomeauch Schmerzen nur anders. Viele Pillen verursachen oder verstärken depressive Tendenzen, lösen Kopfschmerzen aus oder Übelkeit usw. Die Pille ist das Gegenteil von einem guten Körpergefühl, bzw. verwehrt sie dieses. Sie steht im Weg und hilft nicht, außer das sie die Endometriose wohl zeitweise stoppen kann. Ich finde es unfassbar, dass die moderne Medizin nicht ein Stück weiter denkt, aber überraschen tut mich das nach meinen allgemeinen Erfahrungen nicht.

Zwei Jahre nach der OP startete meine Revolution. Ich hatte endgültig die Nase voll davon mich nur noch mies zu fühlen. Ich setzte die Pille ab, meine Ärztin hatte keine Alternative und rief mir eine Art Fluch hinterher das die Endometriose ja jetzt wieder froh wachsen könne. Super. Das ich dort nicht mehr hin binauch klar. Die nächste Frauenärztin wollte dann übrigens gleich meine Gebärmutter ganz entfernen, als wäre diese nur ein Stein im Schuh.
Und ja nach ein paar Jahren (6) ist sie auch wieder gewachsen, die Endometriose, aber ich lebe damit. Momentan weiß ich nicht wie es aussieht. Nachdem ich unterschiedliche Ärzte und Ärztinnen ausprobiert habe, hatte ich erstmal keinen Nerv mehr.

Was mir geholfen hat und hilft:

* Ich lese jede Menge (alternative) Literatur über Frauenkörper, Frauenweisheiten, Frauentraditionen, Frauengesundheit usw.
z.b. Die weise Wunde Menstruation, Der Ursprung der Welt, Frauenkörper Frauenweisheit, Das Tao der Frau, Die Weisheit der Menstruation etc. gibt wirklich tolle und hilfreiche Bücher

*Ich nutze Kräuter wie z.b. für Tees oder als Duftöl – mir hilft Melisse, Hopfen, Lavendel, Kamille zum entspannen und entkrampfen

*ich teste mich durch verschiedene homöopathische Mittel, auch als Mittel zum Spritzen (Endometrium), geholfen haben mir Sepia, Lachesis, Pulsatilla, Nox Vomica, Colocynthis, Chamomilla, Belladonna, Ignatia – wichtig ist hier immer zu schauen wie und welche Beschwerden im Moment da sind (die Ratgeber von GU zur Homöopathie kann ich empfehlen) – was ich immer zu Hause habe und was sehr gut bei Krämpfen hilft ist das Schüsslersalz Nr. 7 (Magnesium)

*In der Zeit wenig essen und vorallem leicht verdauliches, Wasser trinken ist immer gut. Wurzelgemüse stärkt und eine gute Suppe ist sehr wohltuend – da heißt es nach dem Typ zu schauen (mir war oft kalt und ich hab Wärme gebraucht) -> hilfreich kann hier die TCM sein und die 5 Elementeernährung
Eher nicht so gut sind Milchprodukte, Kaffee, Fleisch, sehr gut ist alles Grüne und jegliches Gemüse, das man besten zumindest dämpft oder kocht.

*Zitrone: mit dem Saft einreiben (hilft bei allen Krämpfen) Zitronensaft trinken hilft gegen Kopfschmerz, Blutarmut und depressiven Verstimmungen

*Mineralstoffhaushalt: mit Endometriose geht oft ein Mangel an Nährstoffen einher, wie z.b. Eisenmangel (Ferritinwert checken), Zinkmangel, Vitamin B Mangel usw. -> großes Blutbild machen lassen -> dadurch das man Beschwerden hat (unbedingt eine Liste machen) gibt es eine Indikation dafür, sonst müßte man das meiste selber zahlen. Wenn der Arzt sich querstellt zum nächsten gehen. Hilfreich sind hier oft Ärzte für Hämatologie, ich war in einer Krebspraxis! Nehme seitdem zusätzlich Nährstoffe zu mir, das sollte regelmäßig geprüft werden. Der Körper ist ein fein abgestimmtes System und man kann nicht einfach was zuführen und fertig. Hier heißt es sensibel vorzugehen und gut zu beobachten. Außerdem verschiedene Mittel testen. Das Eisen aus der Apotheke ist meistens nicht verträglich, ich habe, nachdem ich schon total verzweifelt war und eine starke Anämie hatte, endlich bei Vitaminexpress ein verträgliches Eisen gefunden (Werbung unbezahlt). Manchmal sind auch gefühlte Depressionen einfach Nährstoffmängel, und ich finde es ein ganz großes Versäumnis, das sowas nicht als allererstes überprüft wird beim Hausarzt, geschweige denn das die Mittel bezahlt werden die helfen.

Davon sind sehr sehr viele Frauen betroffen und wissen es nicht. Unser alltäglicher Stress verbraucht unmengen an Eisen, bzw. schädigt die Aufnahmefähigkeit des Darmes (sowie auch Zucker), so das nicht alle Nährstoffe verwertet werden können – natürlich sollten auch gute Nährstoffe zugeführt werden, also frische Nahrungsmittel, kein Fertigessen!

*Kuscheln mit der Wärmflasche, hinlegen

*überhaupt 3 Gänge runterschalten, egal was man müßte oder sollte, du gehst vor, also ist verwöhnen und ausruhen angesagt

*ruhige Spaziergänge wenn möglich/Tageslicht

*Schlaf bzw. ausruhen

*leichte Yogaübungen/Gymnastik – hinlegen 🙂

*Akupressur, hier lohnt es sich nach Büchern zu schauen, es gibt mehrere Punkte die man selbst behandeln kann und ich habe damit hervorragende Erfahrungen gemacht. Man muß aber drauf gefasst sein das es nicht immer gleich hilft. Es braucht Ruhe dafür und etwas Geduld – die Punkte müssen schon so 15 bis 20 Minuten behandelt werden.
Z.b. gibt es 2 Leistenpunkte die sehr hilfreich sind

*Eft Klopftechnik, hierzu gibt es einige Anbieter bei Youtube die das erklären, da mußt du mal schauen welcher Dir zusagt. Ich finde die Erklärungen von Magic Button Maxim (Ja es ist mit der Akupressur verwandt) oder Michaela Thiede sehr gut.

*Atemübungen – da hab ich viel aus meiner Singgruppe mitgenommen. Singen und Tönen ist ganz famos, dadurch wird das Zwerchfell bewegt und unsere inneren Organe angeschubst. Wenn wir dann richtig tief atmen, so wirklich in den Bauch rein, hilft das sich zu lockern und damit den Krämpfen entgegen zu wirken, sehr gut sind – also wenn man Töne machen mag, tiefe Töne und erdiges wie das U… ruhig raustöhnen, es hilft!
Im Alltag atmen wir oft viel zu flach und dadurch entstehen auch permanente Verkrampfungen – man kann da wirklich jeden Tag was machen.

*Haltung Rücken stärken, Becken bewegen und öffnen, hier sind gewisse Physioübungen ganz prima oder Cantienica – das beste was ich zum Thema nachhaltige Verbesserung der Körperphysiognomie kenne.

*Keine Tampons – das gehört zur Thematik Körperverhältnis. Das ist ja oft ein verkrampftes Thema an sich. Und die Tage gibts ja irgendwie oft nur so im Geheimen obwohl 50% der Weltbevölkerung monatlich davon betroffen sind. Oft wird das Menstruatiosnblut mit etwas unreinem und ekligem in Verbindung gebracht und die Tampons verbergen das dann schön… Stichwort Werbung, Unsichtbar, Geruchslos, Sauber  – alles klar. Aber wie geht man eigentlich mit sich und seinem Körper um wenn man denkt das jeden Monat etwas widerliches und schlechtes mit diesem passiert und dieser Körper etwas ekliges absondert? Deine Einstellung zu dir und deinem Körper macht etwas aus. Ich denke das Blut will fließen, übrigens tut es das auch in der Schwerelosigkeit raus aus der Vagina! Also würde ich sagen stehen wir dem nicht im Wege und verstopfen den Ausgang mit Zellstoff und seinen Zusatzstoffen. Modern sind ja inzwischen die Menstruationstassen. Ich finde aber auch das ist zuviel Plastik und eine Art Verschluß, aber da muß jede selber schauen. Eigentlich ist die Menstruation ja ein Wunder, jeden Monat bereitet Sie unseren Körper darauf vor ein Kind zu empfangen und zu beherbergen.

*Wohlfühlkleidung

*Sich mit der eigenen Weiblichkeit und dem eigenem Körper auseinander setzen.
dazu gehört für mich auch sich mit natürlichen Rhythmen zu beschäftigen, in der Natur (also auch in uns) z.b. Jahreszeiten, Mondrhythmus, Tagesrhythmus, eigener Rhythmus

*Sich Zeit nehmen, am Besten schon 2,3 Tage vorher damit anfangen, besonders wenn du an PMS leidest

Empfehlung: Broschüre des feministischen Frauengesundheitszentrums Berlin – gibt es für schlappe 7 € – viele Infos zu Nährstoffen u.a.
https://www.ffgz.de/bestellen/broschueren/endometriose-verstehen-meinen-weg-gehen.html

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http://www.endometriose-vereinigung.de/was-ist-endometriose.html

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http://generation-pille.com/endometriose-einziger-ausweg-pille-natuerliche-behandlung-bei-endometriose/?

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http://www.netzwerk-endometriose.de/qs-endo-was-ist-das/

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http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/hysterektomie-jeder-sechsten-frau-wird-gebaermutter-entfernt-a-953374.html

Blogparade – Ich bin der Typ der alles in sich reinfrisst

Heute mit Christiane vom Blog „Irgendwas ist immer“ mit Ihrem Beitrag
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Bauchweh

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Bauchweh – Teil 1

Das macht mir Bauchweh, das heißt man fühlt sich nicht wohl mit etwas. Wenn man nun dauernd Bauchweh hat, heißt das dann das man sich dauernd nicht wohlfühlt? Der Bauch als Sitz der Kraft sagt man bei den Chinesen. Der Bauch, unsere Mitte, eine Mitte die schmerzt. Die Mitte also.
Als ich in der Grundschule war, einige Zeit nach unserer Ausreise aus der DDR, hatte ich immer wieder Bauchschmerzen und kam für eine längere Untersuchungszeit ins Krankenhaus. Die Untersuchungen waren teilweise scheußlich, aber sonst fand ich das Krankenhaus ganz schön und fühlte mich so wohl, dass ich es gar nicht so eilig hatte wieder nach Hause zu kommen. Meinem Bauchweh half das aber nicht. Es wurde nichts gefunden und dabei hat man es belassen.

Vielleicht war das der Moment als der Bauch zu meinem Radar wurde, einem Radar den ich nicht verstand. Ich glaube mich zu erinnern, dass ich auch vorher schon öfter mal Bauchweh hatte. An einen Moment erinnere ich mich besonders.

Kurz bevor ich in die Schule kam, wurde ich in der DDR zur Kur geschickt. Das war eine schlimme Zeit. Ich war 6 Jahre alt, sehr klein und sehr dünn, sagten die Erwachsenen, ich hatte damit kein Problem. Ich sollte wachsen und zunehmen und mit mehr Hunger zurückkommen. In der Kur mussten wir jeden Tag Milch trinken, einen großen Plastikbecher voll. Ich fand Milch immer eklig und auch Plastikgeschirr. Heute weiß ich das ich Laktoseintoleranz hatte.

Wenn wir nicht aufgegessen haben, mussten wir uns neben die Erzieherin an den Tisch stellen, solange bis wir alles aufgegessen hatten. Eine Qual. Wenn der Bauch weh tat, wurde einfach die Hose aufgeknöpft. Ein Kind, was sich über seinem Teller übergab, musste das wieder auslöffeln. Ein anderes Kind, das geflüstert hatte, bekam dagegen ein Pflaster über den Mund geklebt.
Ich weiß nicht wie es ging, aber die Kur hat es geschafft, als ich wieder zurück war nach 6 Wochen – ich erinnere mich noch an die Brote mit Blutwurst auf der Rückfahrt im Bus, und an die Kälte – da aß ich mehr. Verlangte im Kindergarten Nachschlag bei der Suppe und wurde dafür gelobt.
Aber ich wurde weder dicker noch viel größer. Ich blieb lange die Kleinste, und da dies auch immer wieder thematisiert wurde, hat mich das bis in mein Erwachsenenalter hinein beschwert – von innen her. Denn dünn blieb ich genauso ewig noch.

In der Schule hatte ich oft Bauchweh, besonders bei Fächern wie Sport oder später dann im Sprachlaborheute weiß ich, ich hatte ziemlich oft Angst. Angst vor Sport, vorm Sprachlabor und vor Lehrern und solchen Sachen. Angst was falsch zu machen und mich zu blamieren. Da nützte es auch nichts klein und dünn zu sein, man kam immer irgendwie dran. Nur bei einem Spiel konnte ich punkten, da wurde man von außen mit dem Ball abgeschossen (Krieg), sehr merkwürdig. Mich trafen sie meistens nicht, ich war flink und konnte mich gut ducken.

Wenn ich heute zurückschaue ist es mir klar, dass dieses Bauchweh ein Angstradar wahr. Spezielle Ängste, denn bei Gewitter ist er nicht angesprungen, obwohl ich da viel Angst hatte. Ich hatte auch Angst vor Einbrechern, und Angst vor Krieg, bestimmten Flugzeugen, und vor Atomenergie.

Viele Jahre später war ich an einem Arbeitsplatz gelandet, wo es mir überhaupt nicht gut ging, aber ich hatte auch sehr viel Angst vor dem Arbeitsamt, sodass ich mich jeden Tag wieder zur Arbeit quälte. Angst hier, Angst dort. Täglich wieder zum cholerischen und echt ekligem Chef.

1,5 Jahre quälte ich mich durch. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon lange jeden Monat mindestens 2 Tage furchtbare Schmerzen, Menstruationsschmerzendiese begleiteten mich seit meinem 13. Lebensjahr. Seit inzwischen über 28 Jahren, Monat für Monat, pünktlich. Ich konnte meine Uhr danach stellen. Ich weiß gar nicht mehr so richtig wie ich damit umgegangen bin. Ob es früher irgendwie auszuhalten war, wenn ich mich wenig bewegte. Ich erinnere mich noch das ich große Probleme hatte Tabletten zu schlucken, also kamen die damals wohl nicht infrage. Heute kenne ich Schmerzen, von denen ich denke, dass ich das ohne Tablette nicht aushalte. Ich versuche trotzdem so selten wie möglich welche zu nehmen, weil ich das nicht mag und die Dinger ja auch Nebenwirkungen haben.
In der Zeit mit dem blöden Job kamen dann noch schlimme Kopfschmerzen hinzu, nun ja und die allgemeine Quälerei. Und dann bekam ich die Diagnose Endometriose. Das sind u.a. eine Art Zysten, Gewebe was sich verteilt, Verwachsungen, die nicht von alleine wieder verschwinden, sondern weiter wachsen, sagte die Ärztin. Sie riet mir sehr schnell zu einer OP und dass ich danach unbedingt mit Rauchen aufhören solle und die Pille nehmen müsste, um weiteres Wachstum zu verhindern. „Na super“ dachte ich. Und wieder war sie da, die Angst.
Diesmal ging ich so überhaupt nicht gern ins Krankenhaus und fühlte mich total verlassen und ahnungslos. Und das war ich im Grunde genommen auch. Die blöden Details lasse ich jetzt mal weg, von Empathie kann man beim Krankenhauspersonal nicht reden. Von Aufklärung seitens der Ärzte auch nicht.
Ich kann aber sagen, wenn du mörderische Bauchschmerzen hast jeden Monat, könnte es sein du hast Endometriose (und vielleicht auch Angst).

Fortsetzung (mit Tips) folgt
zum Teil 2 -> hier entlang

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Mein Körper, das Essen und ich – Blogparade

Sandy erzählt uns heute etwas über sich, ihren Körper, Urteile, das Dünnsein und ihren Weg.
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Augenwischerei

Schamhaare

Traumkörper

Chutriel
und die Geschichte ihrer Panik

Monika
HPU und Hochsensibilität

Nadine
„Mein Körper und ich“ und keine Waage

Der 7. Beitrag – „Im Pharma-Zoo“ – „Mein Körper (und ich)“ die Blogparade

Heute gibt uns die Autorin und Jounalistin Maren Schönfeld einen Einblick in Ihr Leben mit Schmerz und Medikamenten, der Star: ein Gedicht! Der Pharma-Zoo

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Beitrag von Hiltrud: Schmerz und Leben und Humor

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Chutriel und die Geschichte ihrer Panik

Monika
HPU und Hochsensibilität

Nadine
„Mein Körper und ich“ und keine Waage

Körper und Fitness – weiter gehts mit der Blogparade

„Mein Körper (und ich)“ – so der Titel der Blogparade.
Was beschäftigt Dich wenn du an deinen Körper denkst? Seid Ihr gut befreundet oder eher nicht?
Wie hälst du es mit deinem Körper und was unternimmst du so mit ihm bzw ihr?
Heute erzählt uns Solina etwas zum Thema Wohlfühlkörper und Fitness

Schaut mal rein und hinterlasst gerne einen Kommentar!

Hast du auch ein bestimmtes Thema mit deinem Körper?
Schreib einfach mit bei der Blogparade – das geht auch Anonym und ohne Blog!
Meld dich unter madameflamusse@googlemail.com

Schmerz und Leben und Humor – Blogparade Beitrag 5

Ilseluise ~ Clownerie und Theologie, das nenn ich mal ne Kombination 😉
Inform einer langen Kurzmitteilung und vielen persönlichen Bildern bekommen wir hier eine Lebensgeschichte des Schmerzes gezeigt.

So ehrlich und liebevoll immer mit Hoffnung gewürzt
Hier gehts zum Beitrag von Hiltrud.

 

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Augen – Haare – Traum – Blogparade Teil 4

Heute beschenkt uns Marianne von Wortbunt mit 3 Texten und ihren wunderbaren Collagen

Text: Augenwischerei

Text: Schamhaare

Text: Traumkörper

Lass Dich inspirieren!
Und mach gerne noch mit bei der Blogparade

 

 

 

 

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