„das letzte“ – Dietland Falk

Dieses Buch hat mich doch eine Weile begleitet, es war nicht immer einfach zu nehmen und besser in Häppchen zu verdauen. Es haut einen echt um, durchaus im positiven Sinne. Es hat Gewicht und erwischt einen mit einer Wucht, der man nicht allzuoft begegnet in Büchern, vielleicht auch weil eine gewissen Scheu vor schwereren Themen beim Leser und der Leserin da ist.

Grad beim schreiben muß ich an „Tschik“ denken, das hier aber ist noch eine ganze Spur heftiger. Könnte mir durchaus auch eine Verfilmung sehr gut vorstellen. Für mich ist das große Kunst wie Dietlind Falk hier Verzweiflung und psychische Ausnahmezustände zu Papier gebracht hat. Auch wenn es einem am Anfang echt fast erschlägt, es lohnt sich sehr dran zu bleiben, es gibt auch ein Happy End, und das hat diese Geschichte auch verdammt verdient.

Das Umfeld und die Protagonisten werden vielen fremd sein und anderen sehr vertraut. Egal zu welcher Gruppe man gehört, man steigt mitten rein. Wenn man anfängt zu lesen verschwindet die Grenze zwischen Leser*Inn und Hauptfigur. Wir landen dort wo wir von Innen auf die Geschehnisse schauen. So heftig das an vielen Stellen auch ist, und man krasse Momente förmlich erlebt, die Heldin es nicht einfach hat, das Leben hier verdammt hart zuschlägt, nie wird es larmoyant oder zäh. Hurmorvoll finde ich das Buch aber trotzdem nicht – wie es auf dem Buchrücken steht – muß es für mich aber auch nicht sein. Muß dazu sagen das es mir oft so geht, das andere über Sachen lachen die mich eher betroffen machen, will sagen ich bin da wahrscheinlich kein Maßstab.

Die Protagonistin hatte kein einfaches Leben, sie hat, wie es so schön heißt, einen Knacks weg. Schon länger in Therapie und mit Medikamenten versorgt, hangelt sie sich von einem Tag zum nächsten. Zuviel Schlimmes ist in der Vergangenheit passiert. Ihr ist nur noch die Mutter geblieben, die soviel verloren hat das Sie alles mögliche einsammelt und reparieren möchte. Beide haben mit ihren „Päckchen aus der Vergangenheit“zu kämpfen – hier blitzt auch die Kriegsenkelthematik ganz klar durch (Stichwort Mutter/Großmutter/Erziehung).
Dann gibt es da noch einen Therapeuten in einer winzigen Nebenrolle, genauso wie Nachbarn und andere Outsider; und! die Wg. Die große Krise wird zur Chance für alle. Und Liebe gibt es auch.

Das Buch ist wirklich phänomenal und ich bin froh das ich den Albinoverlag entdeckt habe – er wurde 2015 neu gegründet. Schaut unbedingt mal rein.

Liebe Dietland Falk ich möchte mehr von Dir lesen! Hier gehts zu einem Interview mit der Autorin -> Jg. 85/Übersetzerin

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„hart, stark, mitreißend“

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Dietland Falk

das letzte

Albino Verlag

16,99 €

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Töchter einer neuen Zeit

Ein Hörspiel von der Autorin selbst gelesen, und das sehr gut. Die Lesung stimmt einfach. Die Geschichte umfasst eine lange Zeit vom Ende des 1. WK bis nach dem 2. WK. Es geht hauptsächlich um 3 Frauen und ihre Familien und natürlich um die Ereignisse dieser Zeit.

Sie sind welche von den Guten, wie meistens in diesen Geschichten aus dieser Zeit, das geht mir ehrlich gesagt so ein bisschen auf den Senkel bei solchen Erzählungen die den Nationalsozialismus streifen. Es gibt dort meistens sehr eindeutige Figuren. Schwarz oder Weiß. Trotzdem hat mich die Geschichte recht gut unterhalten. Allerdings hatte ich immer wieder das Problem die Frauen auseinander zu halten, so ganz hab ich den Überblick auch am Ende der Cd´s nicht gewonnen, und würde deshalb doch eher zum Buch raten oder zu einem sehr konzentriertem hören. Die Geschichte und Ihre Heldinnen finden aber sicher ihre Leser- bzw. Hörerschaft.
Die Box enthält 8 Cd´s mit einer Spielzeit von ca. 10h. Und leider nur ein sehr knappes Begleitblatt. Das hat mir eindeutig gefehlt, ein Begleitheft, wo man ja auch nochmal kurz die Hauptfiguren hätte vorstellen können. Im Mai erscheint nun der 2. Teil der Saga.

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Carmen Korn

Töchter einer neuen Zeit

Roman – Teil 1

Random House Audio

19,99 €

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Die Witwen – Dagmar Leupold

In das Cover hatte ich mich schon vor längerer Zeit verliebt, und nun hatte ich einerseits das Glück dieses Buch in der Bücherei zu finden und andererseits das Pech es nur auszuleihen. Wobei man kann ja nun nicht alles nur immer sammeln, und ich bin eigentlich ganz froh das ich mich inzwischen auch wieder trennen kann von Büchern, denn irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft ist ganz bestimmt ein nächster Umzug angesagt.
Der Künstler der das Coverbild gestaltet hat heißt Aleksey Kondakov. Und ich finde seine Arbeiten ganz wundervoll.

Nun das Buch war allerdings nicht gleich so wundervoll. Die Sprache kam mir so Stacattohaft vor. Immer wieder ein holpriger Satzrhythmus, an welchem die still mitlesenden Zunge hängenblieb. Es fing fast schon an mir auf die Nerven zu gehen, und dann wurde es doch ein bisschen flüssiger.

Vier gut situierte langjährige Freundinnen nehmen sich einen Chauffeur für eine kleine Fahrt ins Blaue. Die 4 Damen sind recht unterschiedliche Typen und bilden trotzdem eine fest verschweißte Gemeinschaft. Der Chauffeur ist einer dieser philosophierenden Melancholiker die oft viel zu lang textlich umherschweift (ich hatte erst schwadroniert geschrieben – doch achte ich grade auf Wörter aus Kriegszeiten, die sich leider noch viel zu oft und zu normal in unserer Sprache herumdrücken, deshalb habe ich es getilgt)… in Gedanken und Tagebucheinträgen oder auch Briefen… es schmalzte förmlich – für mich ja kein Sympath aber einfach wunderbar dargestellt von der Autorin. Überhaupt sind alle fünf im Buch echte Charakterköpfe.

Wirklich schön wird es dann, wenn die Freundinnen beginnen zu erzählen. “ Ich erzähl Euch was“ ist der richtige Start, und nun beginnen 4 ganz eigene und herzerweichende, tiefgehende wunderbare Geschichten, die mich sehr gefesselt haben. eine Freude, allesamt. Besonders angetan aber hat es mir die Geschichte die Penny erzählt – die Geschichte eines „Zurückbleibens“. Das ist für mich die echte Philosophin in der Runde, sehr feinsinnig, wie sich Schmerz, Liebe, Weisheit, Erfahrungen und das weiterleben hier verflechten.

Dann allerdings, ein für mich … ein Ende, … oh ich erinnere mich nicht wann mich ein Buchende so wütend gemacht hat. Ich war richtig sauer. Es ist verwirrend und ein echter Wermutstropfen, leider.

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Dagmar Leupold

Die Witwen

Ein Abenteuerroman

Jung und Jung, 22,- €

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Dagmar Leupold wurde vielfach ausgezeichnet und war sogar für den Deutschen Buchpreis nominiert. Für dieses Buch bekam sie eine Förderung des Deutschen Literaturfonds e.v.

 

Schlechte Gesellschaft

Ein Generationenroman sozusagen. Verschiedene Zeitschienen und eine Familie der Frauen. Die Autorin für mich eine Neuentdeckung und auch ihr erstes eigenes Buch. Ich frage mich was biografisches in der Geschichte steckt. Denn in „Schlechte Gesellschaft“ geht es um Papiere eines Schriftstellers, um seinen Nachlass. Und Katharina Born, die Autorin, hat selbst vor diesem Roman das Werk ihres Vater herausgegeben.
Im Roman gibt es eine Judith die auch sehr gern überraschend gefundene Papiere des Vaters verlegen möchte. Dieser Vater und sein schreiben, sowie sein Jugendfreund spielen eine wichtige Rolle im Leben der Frauen Judith, ihrer Mutter Hella und auch ihrer Tochter Alexia.
Am Anfang war ich nicht sehr begeistert schon wieder so eine Geschichte die ständig zwischen den verschiedenen Zeiten hin- und her springt, und ich hab auch zwischendurch immer mal vorblättern müssen, weil ich zu neugierig war wie die entsprechende Zeitschiene weiterging. aber ich muß sagen es war sehr spannend, das ganze Buch lang.

Ich kann gar nicht so genau sagen was mich an dem Buch so gefesselt hat. Es ist aufjedenfall sehr gut erzählt. Die Figuren machen neugierig. Man folgt auf einer Seite den Frauen durch die Jahrzehnte, und andererseits Andreas Wieland, einem Doktoranden, der eben die Papiere des Schriftstellers sozusagen entdeckt und großes vermutet.

Auch ein Ort, ein Dorf um genau zu sein, namens Sehlscheid spielt eine große Rolle – wie die Bühne im Theater präsentiert sich Schlußendlich alles hier. Das schwere Leben der bäuerlichen Vorfahren, die Verheiratung, das Gebären und sterben der Frauen. Das ankommen und heimkehren der Männer. die Nach- und Vorkriegszeit, die Verwandlung in ein Dorf erst voller Nationalsozialisten und dann voller Besatzer. Spät einkehrender Wohlstand. All die großen und kleinen Vergehen, Verbrechen, Kuppeleien werden hier aufgeführt. Zwischendurch gibt es immer wieder etwas heftige Szenen die mich als Leserin doch etwas mitgenommen haben.

Es ist schon erstaunlich was alles in diesem Roman erzählt wird und wieviele Personen die Autorin lebendig entstehen läßt. Wie Sie vieles kurz aber prägnant in den Raum setzt, der sich sofort füllt mit inneren Bildern. Richtig gut. Das Ende fand ich erst nicht so glücklich, aber als ich es verdaut hatte mußte ich schon sehr grinsen, wie das Leben eben manchmal so ist, nicht glatt, nicht gradlinig und wenig vorhersehbar.

Ein richtig gelungener Roman und freue mich auf weiteres von der Autorin.

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Katharina Born

Schlechte Gesellschaft

Eine Familiengeschichte

Hanser Verlag, 19,90 €

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Katharina Born, geboren 1973 in Berlin, deutsche Schriftstellerin, Journalistin und Herausgeberin. 2007: Literaturpreis Ruhr, 2008: 2. Preis des Dietrich-Oppenberg-Medienpreises der Stiftung Lesen für eine Rezension in der Jüdischen Allgemeinen, 2008: Georg-K.-Glaser-Preis des Landes Rheinland-Pfalz für die Erzählung Melsbacher Hohl, 2009: Ernst-Willner-Preis bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt für die Erzählung Fifty-fifty, 2010 Jahrestipendium des Landes Niedersachsen

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Bild:

Katharina Born 2010 Copyright: Peter-Andreas Hassiepen

noch etwas persönliches über die Autorin:

http://www.deutschlandradiokultur.de/das-erbe-des-vaters.1153.de.html?dram:article_id=182436

 

Überraschungen von Menschen mit Büchern

dscn7908Manchmal kommen wirklich schöne Überraschungen. Zitronentartchen, hat im Antiquariat an mich gedacht, bei einem Schlink-Buch. Ich kanns kaum fassen. Wir kennen uns beide nur durch unsere Blogs. Ich glaub kein Mensch aus meiner näheren Umgebung wäre drauf gekommen mir das Buch zu schenken, aber Zitronentartchen wußte das ich den Schlink so mag – und ich hab das Buch noch nicht gelesen. Hach, das hat mich echt berührt.

Dankeschön ❤

Eierlikörtage

groenHendrik Groen lebt in einem Altersheim und möchte einfach mal was raus lassen und fängt deshalb an ein Tagebuch zu führen. Ein paar Tage später gesteht er das er sich heimlich einen Erfolg als Whistleblower wünscht mit seinen Aufzeichnungen. Im Heim ist nämlich nicht alles so toll und die Leiterin ein scharfer Hund und ärgert die Bewohner mit allerlei finsteren Ideen und Vorschriften.

Hendrik Groen ist ein sehr genauer Mensch und sehr zuverlässig, jeden Tag notiert er etwas über seinen Tag. Er hat Humor und neigt ein wenig zum Sarkasmus, und bleibt bei der Wahrheit. Seien es Probleme mit anderen Bewohnern, mit Krankheiten oder insgesamt dem Alt werden – er läßt es nicht unerwähnt. Alt werden ist echt nicht einfach, das ist einem spätestens nach diesem Buch klar. Und auch wenn Hendrick Groen wirklich Humor hat, bleibt einem das Lachen oft im Halse stecken.

Wenn man im Heim wohnt fallen viele Freiheiten weg, manchmal aus Sicherheitsgründen und manchmal wohl damit es die Heimleitung einfacher hat. Zufälligerweise ist meine Mutter auch Heimleiterin und ich weiß Sie ist auf keinen Fall so wie diese aus „Eierlikörtage“.

Zum Glück hat Herr Groen Freunde, und so ist er allem Schlamassel nicht allein ausgeliefert. Die Clique gründet einen Club auch mit dem Ziel dem Leben noch ein wenig Freude abzugewinnen und sich nicht mit der täglichen Langeweile im Heim abzufinden.

Es liest sich langsam. Tag für Tag. Schritt für Schritt, so wie Hendrik Groen vermutlich spazieren geht wenn das Wetter passt. Ich denke für Pflegekräfte und ähnliche Berufe sollte es auf jedenfall auf der Leseliste stehen. Ich empfinde das Buch als Ehrlich und klar, einfach zu lesen war es aber deshalb nicht für mich. Was vielleicht auch damit zu tun hat das ich selber Angst davor habe alt zu werden und in ein Heim zu müssen – ich glaube ohne diesen Club und Hendriks Freunde wäre es ein ziemliches Elend.

Wer nach Titelbild und Klappentext denkt das es ein humoristisches Werk ist oder abenteuerlich wie „der Hundertjährige der aus dem Fenster stieg“ wird enttäuscht werden. Hier finden wir viel eher Realität von Hendrik Groen einzigartig, schlicht und klar berichtet. „Von Feierlichkeiten und Todesfällen“ könnte ein guter Untertitel sein.

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Hendrik Groen: Eierlikörtage.
Piper, 22,00 Euro
416 Seiten

Emmas Reise – Petra Oelker

dscn5714Seit langem habe ich wieder mal einen historischen Roman gelesen und das auch noch von einer mir vollkommen unbekannten Autorin.

Es hat eine Weile gebraucht bis ich mich an die Sprache von Frau Oelker gewöhnt habe, mir waren es manchmal auch sehr viele Worte/Beschreibungen, aber die Geschichte hat mich doch schnell gepackt. Schön mal wieder so ein Abenteuerroman wo man so richtig in andere Welten versinken kann. Und nebenbei lernt man auch noch was zur Geschichte – um den 30jährigen Krieg, über das Gebiet Hamburg/Osnabrück bis Amsterdam.

Spannend auf jedenfall. Und so gemütlich wirklich abendelang eine Geschichte zu verfolgen und neugierig zu sein wie es weitergeht. Ich weiß nicht ob ich es richtig verstanden habe, aber am Ende klang es so als würde es eine Fortsetzung geben, daran wäre ich sehr interessiert, nicht nur weil die Figuren Emma und Valentin mir ans Herz gewachsen sind, sondern eben auch aus Interesse an den Lebensläufen und Gewerken der damaligen Zeit, die hier lebendig beschrieben werden.

Emma eine Tochter aus gutem Haus lebt in Hamburg, einer sicheren Handelszone im 30jährigem Krieg. Sie ist fast erwachsen und Ihr Stiefvater und Ihr Pate halten schon Ausschau nach einer passenden Verbindung für Sie, einem gutem Ehemann, der für die Familie, politisch und handelstechnisch passend ist und auch noch den richtigen Glauben hat. Viele rechte hatten die Frauen damals nicht.

Aber Emma hat das Glück eine Einladung nach den Niederlanden zu bekommen, wo die andere Hälfte ihrer Familie lebt, die Sie bis zum heutigen Tage noch nicht kennengelernt hat, aus gründen die wir nach und nach erfahren.

Damals war das Reisen noch eine große Sache, vor allem für ein so junges Fräulein. Es ist ein langer Weg. Viele Wochen wird er gehen, sehr abenteuerlich wird er sein und vielen verschiedenen Menschen und Situationen wird Sie begegnen. Sie reist nicht allein, das wäre gar nicht gegangen. Ihr Reisebegleitung, der junge Valentin war allerdings nicht so geplant. Überhaupt kommt es auf der Reise zu vielen Überraschungen, die am Ende aber gut ausgehen – was mich persönlich auch sehr froh gemacht hat.

Die beiden Figuren sind liebevoll „gezeichnet“. Und auch besonders schön sind immer wieder auftauchende Berufe, vom Maler bis zum Weber. Valentin stammt aus einem Teppichweberhaushalt (Gobelinwerkstatt), und ich hoffe dazu wird es einiges in der Fortsetzung geben, das interessiert mich schon allein als Handarbeiterin sehr.

Mit kleinen Ausbrüchen zwar, aber sehr authentisch merkt man dem Buch an wie bemüht die Autorin ist ein wirkliches Zeitgemälde darzustellen und das ist Ihr sehr gelungen. Ich werde sicher mal Ausschau halten nach anderen Werken. Petra Oelker ist Jg 47. Hat schon viele Sachbücher und Biografien erarbeitet und war als Jounalistin tätig. Eine lange Liste von Romanen findet man bei Rowohlt. Da gibts also noch einiges zu lesen. Das 17.Jahrhundert und die Gegend haben es Ihr scheinbar auch sehr angetan. Das Interesse an der genauen Recherche spürt man sehr im Roman „Emma Reise“, auch wenn ich mir die anderen Titel so anschaue; und genau so etwas mag ich sehr weil es einen wirklich in andere Zeiten versetzt beim lesen und lebendige Bilder im Kopf entstehen läßt.

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Karte des Reiseweges im Umschlag des Taschenbuches

Das Buch ist frisch erschienen am 26.8.2016 und nächsten Donnerstag zum Beispiel am 29.9. liest die Autorin in Hamburg vor und dann geht es auf große Lesetour. Hut ab. Unter dem Link findet Ihr eine Leseprobe.

Oh und noch eine für mich nette Textstelle – bezieht sich auf Gebäck damaliger Zeit, klingt sehr lecker:

„..der Duft des honigsüßen, mit Ingwer, Pfeffer, Nelken, Zimt und einem Hauch Muskat gewürztem Holunderkonfekts..“

oder

„…die zimtduftenden Mörseküchlein, mit Majoran, Ysop und Rosmarin, in Öl gebacken…“

Sehr interessante Zusammenstellung, oder? Da würden mich jetzt brennend die Rezepte interessieren!

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Petra Oelker

Emmas Reise

Rowohlt, 14,99 €

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Ps.: einen Wermutstropfen gibt es: das Papier – vermutlich empfindet das nur jemand der Hochsensibel ist, ich weiß es nicht. Das ist ein sehr trockenes Papier und das hat wirklich meinem Atem beim lesen manchmal echt belastet.

 

 

Nachbarschaftsverständigung mit Kuchen

DSCN4834Ich habe mir für zwischendurch und vorm einschlafen Abends ein leichtes Buch gewünscht als mir „Hausbesuche“ ins Auge fiel. Ich kannte das Projekt aus einer Frauenzeitschrift, und dachte gleich, wie cool das es jetzt ein Buch gibt!

Ihr wißt ja ich liebe biografisches und ich erwartete mir so einige Geschichte, den im Buch geht es um ein Projekt welches darin besteht sich mit Kuchen bei den Nachbarn der Staße zum Kaffeetrinken einzuladen. Fand ich genial die Idee.

Auf der ersten Seite hatte ich dann aber so meine Zweifel ob das Buch das halten kann was ich mir versprochen habe, denn hier spielte der motzende Ehemann eine größere Rolle, was ich ziemlich nervig fand. Doch danach wurde es immer besser und übertraf meine Erwartungen bei weitem.

Erstmal geht es um Kuchen, und als alter Kuchenfan hat man mich damit schon ziemlich eingenommen 😀 das tollste viele tolle Rezepte, damit hatte ich gar nicht gerechnet.

Und dann geht es natürlich um de Nachbarschaft die Steph, auch Rotkäppchen genannt, so nach und nach erkundet. Wunderbare Geschichte, von hexen, Typen, anderen Muttis, Neinsagern, Zweitfamilien und wilden Studenten. Die ganze Bandbreite eben. Einfach herrlich. Es liest sich wunderbar und ist sehr unterhaltsam. Nicht nur lustig, aber das aufjedenfall auch, sondern auch tiefsinnig und bewegend.

Und dann ist da eben noch Stephanie, die sich das Projekt ausgedacht hat. Als Zugezogene in einem fremden Viertel, und frisch gebackene Mama die sich ganz schön überwinden muß Ihre idee Wirklichkeit werden zu lassen. Es fällt Ihr eigentlich nämlich ziemlich schwer bei fremden Leuten zu klingeln und Sie anzusprechen. Ganz bezaubernd erzählt Sie immer wieder zwischendurch wie das Projekt Sie verändert, Ihr Umfeld verändert und überhaupt das ganze Leben ein anderes wird. So schön. Echt ein tolles Buch – alles dabei.

Und wenn ich so auf die Welt schaue und was alles zur Zeit wieder passiert bekomme ich richtig Lust auch mal die Leute in meiner Straße besser kennen zu lernen. Ich glaube das braucht die Welt, das Wir uns alle wieder ein bisschen näher kommen, die Menschen hinter den Fassaden kennenlernen, mehr Gemeinsamkeiten entdecken und Freundschaft geschlossen wird. Einfach mal die Schubladen durcheinander bringen so wie Rotkapi.

der dazugehörige Blog

stephaquitterer.com

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Stephanie Quitterer

Hausbesuche

Wie ich mit 200 Kuchen meine Nachbarschaft eroberte

Knaus Verlag, 16,99 €

25.7. Kuchtest 1, der Blitzkuchen – ein kleiner Schokorührkuchen im Grunde genommen – fluffig, lecker, schokoladig und ne gute Größe  mmmmh lecker

Kleine Freuden zwischendurch – Tage wie Salz und Zucker

DSCN1940Dieses Taschenbuch ist mir ganz „zufällig“ über den Weg gelaufen und hat mich durch das zauberhafte Cover sehr angesprochen. Der Titzel klang so nach normalem Leben „Salz und Zucker“, sowas interessiert mich immer. „Ein schwerer Fall von Leben“ heißt es auf der Rückseite: ja 2 neugierige und lebenshungrige Außenseiter treffen zufällig aufeinander.

Diese beiden jungen Frauen sind extrem sympathische Figuren und mir im laufe des Buches total ans Herz gewachsen. Ellen ist viel zu dick und viel zu einsam und putzt Nachts in einem Supermarkt. Temerity fällt Ihr im Bus auf, Sie ist blind, und Ellen so fasziniert von Ihr das Sie Ihr folgt, und das zum Glück, denn Temerity wird beklaut und Ellen kann Ihr helfen.

Bis zu diesem Moment hat sich Ellen für Unsichtbar gehalten – im Original heißt das Buch auch die unsichtbare Ellen -, aber durch Ihre Hilfe wird Sie nun sichtbar zumindest schon mal für Temerity. Sie verstehen sich auf Anhieb und Ellen ist echt überrascht über die folgenden, wirklich aufregenden, Wendungen in Ihrem Leben… und es bleibt spannend bis zum Ende.

Warum dieses Buch nicht ähnlich bekannt ist wie „Das Lavendelzimmer“ oder „Ein ganzes halbes Jahr“ wundert mich. Es ist leichte lektüre, unterhaltsam, spannend und hat 2 interessante Figuren zu bieten und eine gute Geschichte. Bin gespannt ob von der Autorin noch mehr kommt. Für mich sind solche Bücher perfekt für meine Abend Lesezeit. Sie haben eine Message, und sind einfach zu lesen und trotzdem spannend genug und berühren das Herz. So kann man zufrieden einschlafen.

Mal ne Nebenfrage: ist jemand von Euch bei LovelyBooks zugange? Bin dort zufällig hingeraten und probiere immer mal wieder da was zu machen, aber irgendwie finde ich mich dort überhaupt nicht zurecht, hat da jemand Tips?

 

Weihnachtsliteratur Geschenktip – Das Weihnachtsmarktwunder

guenther_rz_2.inddKurz vorm Fest möchte ich Euch ein ganz bezauberndes Buch vorstellen welches in meiner wunderschönen Heimatstadt Dresden spielt. Für mich schon jetzt eines der schönsten Weihnachtsbücher ever.

Ralf Günther hat lange in Dresden gelebt, ist bekannt für seine historischen Romane und beides merkt man meiner Meinung nach dem Buch auch an. Ich kenne natürlich die Straßen und Plätze deswegen weiß ich nicht ob nur ich die Bilder vor dem inneren Auge habe aber ich glaube nicht. Die Stimmung springt von der ersten Seite an sofort über. Ein wunderbarer Schmöker, auch zum vorlesen, vielleicht sogar direkt am Weihnachtsabend unter dem Baum.

Der Protagonist ist ein Junge aus dem Erzgebirge der die Arbeit seiner Familie und eines ganzen Jahres nach Dresden bringt um die Holzfiguren am einzigen Markttag dort zu verkaufen. Am Anfang sieht alles nicht sehr rosig aus, aber wie das so ist in Weihnachtsgeschichten, gibt es einige Helferlein und Fügungen. Eine kleine Heldenreise für Martin aus dem Erzgebirge. So liebevoll geschrieben. Ich möchte nicht mehr über den Inhalt verraten damit Ihr das Selbst entdecken könnt. Es sei gesagt es lohnt sich.

Im Buch gibt es auch noch einige wenige Zeichnungen der Illustratorin Andrea Offermann die das Buch noch schöner machen. Da kommt so viel Herz durch. Wegen mir hätten es gern noch etwas mehr Bilder sein können. Der Stil passt perfekt zur Geschichte.

Also von mir eine dicke Empfehlung – ich hab auch schon mal 2 davon heute mit der Weihnachtspost verschickt. Und für mich wird das lesen dieser Geschichte, wo ich doch die erzgebirgischen Figuren so mag, meine neue Weihnachtstradition zur Einstimmung auf das Fest. Ich mag es Traditionen zu begründen.

Erschienen bei Rowohlt

ganz frisch am 10.12.

140 Seiten, Hardcover

15,00 €

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