Das Unbekannte – Anna Sommer

„Das Unbekannte“ erzählt die Geschichte einer Frau die ein Baby findet. Manchmal streift die Geschichte sehr am Rand der Realität, aber das stört nicht. Dazu sind Geschichten ja auch da, um Möglichkeiten auszuloten und zu erzählen. Was wäre wenn..?
Ich habe mir das Buch aus besonderen Gründen gerade jetzt herausgesucht: Diese Woche ist Aktionswoche für kinderlose Menschen. Die Aktion nennt sich „World Childless Week„. Da ich selbst von dieser Kinderlosigkeit betroffen bin und die Grafik Novel von Anna Sommer mich sehr berührt hat, wollte ich hier auch darauf aufmerksam machen. Das ganze ist ein ziemliches Tabuthema, die betroffenen Menschen werden oft nicht ernst genommen oder es kommen die immer selben Sprüche. Dabei kann das ganze eine sehr sehr schmerzhafte Angelegenheit sein – bei vielen über eine sehr lange Zeit.

Im Buch beginnt die Geschichte damit, daß eine Frau, Helen heißt sie, in ihrem Geschäft ein Baby findet. Sie versteckt es in den Lagerräumen. Sie erzählt niemandem davon, auch nicht ihrem Freund. Nach und nach erfahren wir wie das Leben dieser Frau aussieht – während sie jetzt immer wieder ihr Leben unterbricht um sich um das Baby zu kümmern.
In einem weiterem Erzählstrang lernen wir zwei junge Mädchen kennen, Vicky und Wanda – sie teilen sich ein Zimmer. Eines der Mädchen hat eine Affäre mit ihrem Lehrer.
Beide Geschichten wechseln immer wieder ganz abrupt einander ab. Das hat mich ein wenig irritiert, passt aber auch irgendwie zur Geschichte.
Die Frau mit dem Baby überlegt was sie machen soll. Zur Polizei gehen z.b. oder ist eine Adoption möglich? Ihr Mann weiß immer noch nichts und bringt einen kleinen Hund mit nach Hause.
Beide Geschichten sind miteinander verwoben und treffen sich am Ende doch recht überraschend. Was hat es auf sich mit diesen Frauenleben? Weche Wege gehen Sie Helen, die sich ein Kind wünscht und damit nicht verstanden wird, Vicky mit ihrer Affäre und ihre zimmergenossin Wanda, die auch nicht grade schöne Wege geht. Leicht haben sie es alle nicht. Sie sind verstrickt in ihren Wegen, verhakt im Jetzt. Gibt es andere Möglichkeiten für sie alle?

In ganz schlichten, genauen, zielgerichteten Linien ist dieser Comic gezeichnet, darauf mußte ich mich erstmal einstellen. Ich habe den Eindruck die Zeichnerin Anna Sommer weiß ganz genau was sie zeigen möchte. Die Schlichtheit der Zeichnungen hat mich doch etwas verwundert, kannte ich doch bisher eher das Gegenteil an Zeichenstilen, schräges, krummes, suchendes, buntes, farbiges, dunkles, klecksiges… hier ein ganz simpler schwarzer Strich. Die Figuren empfinde ich in ihrer Klarheit sehr ausdrucksstark und schnell hat mich die Geschichte in ihren Bann gezogen, fühle ich vor allem mit der Frau mit, die das Baby findet.
Es wird klar das Sie sich ein Kind gewünscht hat, und liebt es heiß und innig, aber kann sie es einfach behalten? Wie erklärt sie es ihrem Mann? Leider endet die Geschichte sehr traurig – wie ich finde. Aber wohl auch ziemlich realitätsnah.

Anna Sommer hat schon einige Bücher herausgebracht und die Frauenfiguren scheinen mir immer ganz besonders zu sein. Frauenleben das Thema. Ich bin sehr auf den Geschmack gekommen. Sie hat eine Seite mit schönen Beispielen, und schreibt übrigens auch Kinderbücher. Die Papercuts von ihr finde ich genial. Mal schauen was noch zu bekommen ist, manches ist wohl schon ausverkauft.
Vielleicht kennt ihr auch schon Arbeiten von ihr, da sie auch als Illustratorin z.b. für Die Zeit tätig war.
Ich bin begeistert und möchte euch das Buch ans Herz legen. Für jemanden wie mich, als kinderlose Frau, spinnen sich bei vielen Bilder ganze Gefühlsberge dahinter zusammen. Vielleicht werde ich ein paar Zeichnungen ausmalen oder so… was haltet ihr von der Idee? Und was würde die Künstlerin wohl dazu sagen?
Übrigens hat Anna Sommer sogar eine Wikipedia Seite, leider ganz ohne Bilder. Schaut doch mal vorbei, auch beim Schweizer Verlag editionmoderne.

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Anna Sommer

DAS UNBEKANNTE

Handlettering von Noyau
ISBN 978-3-03731-173-8
96 Seiten, schwarz/weiss, 22 x 30, Hardcover
CHF 35.00/EUR 28.00, inkl. Versand

edition moderne

Erschienen April 2018
***
Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar

 

 

 

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Und es schmilzt

Selten hatte ich ein Buch mit so einem schönem Einband, geschweige denn einem echtem Farbkonzept und solch einem farbigen Schnitt. Wirklich wunderschön gemacht und sehr verführerisch. Schlußendlich hat mich die Gestaltung auch verführt das Buch zu lesen.
Das ist eines der Bücher aus dem Überraschungspaket vom S. Fischer Verlag gewesen, ich hatte dazu etwas im Artikel über das Bloggen geschrieben. Ich bin eine Weile drumrum geschlichen, weil der Klappentext so klang als wäre es kein Buch für sensible Menschen wie mich.  Aber dann war ich doch zu neugierig.
Die Autorin wird in ihrem Heimatland Belgien sehr gefeiert. Belgien also, puh, da hätte ich jetzt doch ein paar Fragen.
Denn, Achtung! dieses Buch ist brutal und es ist mir ein Rätsel, wie man dieses Werk feiern kann. Ich weiß nicht warum so ein Buch geschrieben wird und wozu?

Mir gingen lange nach dem lesen die Figuren, besonders die 2 Mädchen, die Hauptfigur Eva und die kleinere Tesje, nicht aus dem Kopf und ich hätte gern darauf verzichtet. Der Aufbau der Spannung ist logisch, dadurch das mal hier mal dort was gestreut wird. Darin sehe ich jetzt kein besonderes Talent, sondern eine Schreibtechnik die immer funktioniert, oder sagen wir meistens. Erstaunlich ist für mich die Dicke des Buches. Ich frag mich jetzt, ist denn da wirklich so viel passiert, das es echt diese vielen Seiten füllt?

Wir begegnen Eva, und ihrer Familie. Ihrer dysfunktionalen und kaputten Familie, in der die Kinder vollkommen allein auf sich gestellt scheinen. Und im Grunde nicht mal wirklich mit dem nötigsten versorgt sind.
Schnell läßt uns Lize Spit in der Atmosphäre ankommen. Das gelingt ihr ganz hervorragend. Die Beschreibung des Dorfes und seiner Bewohner. Wir werden teilhaben an kleinen Ritualen und dem Alltäglichen, befinden uns ganz nah dran. Ein Ort, begrenzt, und jeder kennt jeden. Schnell kommt Lize Spit zur Sache, hier und dort werden die Samen gestreut, die später aufgehen. In anderen Rezensionen las ich das der Anfang seine Längen hätte, das kann ich so nicht sagen. Es gibt nicht soviel Handlung aber eine Verdichtung von Atmosphäre, der Nährboden auf dem sich die Grausamkeiten entfalten.

Und da geb ich einem Kommentar auf dem Buchrücken recht: „…gnadenlos, knallhart und kompromisslos grausam…“ Die Auswahl ist immer klein für Eva. Ob es um einen eigenen Platz geht, um das Essen, gute Momente, Freunde. Es gibt keine Vertrauten, dafür aber einen kleinen Kreis von „Freunden“. Jungs. Und dann noch ein Mädchen. Diese Verbindungen, die tage auf dem Dorf, das alles ist wirklich gut geschrieben.

Aber warum Gewalt – die so schon so verbreitet ist – auch noch so detailiert in der Literatur schildern, wie es hier passieren wird? Wenn eben nichts daraus gezogen werden kann. Oder was bitte sollte man aus expliziter Schilderung von Gewalt ziehen? Die Wucht der Brutalität und des Leidens, welchen einen innerlich fast erschlägt? Und die Momente der Gewalt werden hier und da gestreut, sie wachsen, nach und nach. Kleine Begebenheiten bis zu einer furchtbaren Tat an Eva. Als gäbe es nicht schon genug schreckliches im Leben des Mädchens, der Schwestern… Und das Ende? Ich bin so überhaupt nicht einverstanden damit. Gut es bleibt eine kleine Lücke die unserer Interpretation überlassen ist….

Ich hoffe nicht das so viele Menschen das Buch lesen und ich hoffe es wird kein Erfolg. Es wird drüber gesprochen und ich bin entsetzt wenn ich Lob darüber höre. In der japanischen Literatur gab es ja dieses exzessive sich selbst zerfleischen und zeigen, in der Postmoderne, aber hier kann ich es nicht einsortieren.
Wie kann man selbst in solche eine brutale Welt einsteigen als Schriftstellerin,  es kommt mir ein wenig krank vor, im Sinne von einer Art Selbstgeiselung oder auch Bösartigkeit . Oder ist es die Verarbeitung eines Traumas? Sollte dieser Text nicht unbedingt eine Triggerwarnung dabei haben? Ich habe es weiter gelesen, weil ich immer noch auf einen kleinen Fitzel von gutem hoffte. Das ein kleines Stück gutes Ende dabei sei. Aber das Ende ist ja nicht mal ein richtiges Ende.
Die Autorin hat es geschafft das man die Kälte am eigenem Leib spürt und diese graue Wolke um alles. Das man mitten drin ist. Aber wer will schon mitten in so einem Horror sein, der für einige Menschen sehr wahrscheinlich nah an der Realität ist?

Ich bin froh das ich zwischen dem Lesen und der Rezension einige Monate habe vergehen lassen, so das ich jetzt im Nachgang durchaus auch der Qualität die das Buch hat Raum geben konnte. Denn direkt nach dem lesen war ich einfach nur geschockt und wütend. Ich wünschte mir trotzdem noch ich hätte es nicht gelesen.

Hat jemand von Euch das Buch gelesen? Wie geht ihr mit so etwas um?

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Lize Spit
Und es schmilzt
S.Fischer Verlag

22,- €

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Mutterkörper – Muttergehäuse

„Muttergehäuse“, mein erstes Buch aus dem Kremayr und Scheriau Verlag aus Österreich, die eine sehr interessante Auswahl bei den Romanen haben.
Mich hat das Thema besonders interessiert; und die wunderbare Aufmachung des Buches hat mich sehr angezogen. Ist ja doch nicht so üblich, das Bücher so ein schönes Rundumpaket bilden. Übersichtliche Kapitel gliedern die Geschichte der Autorin.
Gertraud Klemm schreibt von ihrem großen Kinderwunsch. Sie hat einen Partner und ist im richtigen Alter und gut eingebettet in das soziale Leben. Überall um sie herum bekommen die Freunde Kinder. Wachsen zu Familien, werden aus Pärchen, Trios. Wunschkind. So sehr gewünscht. Aber es klappt nicht.
Mich hat das Thema gleich gepackt und auch die wunderbare „Schreibe“. Hab mich sofort festgelesen. Einiges kommt mir sehr bekannt vor, auch wenn meine eigene Situation doch anders ist. Manchmal fast lakonisch, aber ausführlich und die Ecken und Zwischenräume auslotend, wird erzählt wie das ist wenn es nicht klappt. Wieviel Fragen da entstehen. Wieviel Trauer, Schmerz und Abgrenzung da passiert. Wie tief das geht und was es alles so umfasst, wenn es einem nicht gelingt schwanger zu werden. Und wie dafür eine Erklärung gesucht wird. Immer mit einem Auge auch bei den Anderen, denen mit Schwangerenbauch, Krankenhauserfahrung und Kindern.
Das Muttergehäuse will wohl keine Mutter sein. Müßte es nicht Kindergehäuse heißen? Ja, bloß ohne Kind? Ist es ein Körper der nicht mitmacht, bei dem was eigentlich so verdammt natürlich erscheint. Also doch Muttergehäuse. Das Mütterliche ist schon da, und der Wunsch eben Mutter zu sein. Was fehlt ist das Kind.

Gertraud Klemm fand keinen Trost in Büchern, deswegen hat Sie das „Muttergehäuse“ geschrieben. Für die denen es auch so gut. Sich Verstanden fühlen hilft, da hat Sie absolut recht.
Hier ist die Geschichte aber noch nicht zu Ende. Die Autorin und Ihr Mann beschließen zu adoptieren. Und das auch noch in Afrika. Der nächste Stolperstein fürs Umfeld.
Insgesamt bleibt die Geschichte aber ganz stark beim eigenen Körper und den eigenen Gefühlen und Gedanken. Das erscheint manchmal befremdlich, vor allem dort wo später das Adoptivkind vorkommt. Ist aber auch konsequent in der Form und ergibt eine runde Sache.
Zwischendurch immer wieder Seiten mit Traumnuancen. Hier bleibt man nicht an der Oberfläche, sondern dringt ins Innerste vor. Wir kommen der Autorin und der Thematik des Kinderwunsches sehr nah.
Ein gelungenes Buch, was sich trotz der Thematik gut lesen lässt.

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Gertraud Klemm
Muttergehäuse
Kremayr und Scheriau
19,90 €
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Gertraud Klemm (Autorin)

1971 in Wien geboren. Biologiestudium, Gutachterin bei der Stadt Wien, seit 2006 freie Autorin. Ihr zuletzt erschienener Roman „Aberland“ wurde für die Longlist des Deutschen Buchpreises 2015 nominiert. Etliche Preise und Stipendien, u.a.: Wiener Literatur Stipendium, Publikumspreis beim Bachmannpreis 2014

 

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Chimamanda Ngozi Adichie – Liebe Ijeawele…

Nachdem ich „Mehr Feminismus – ein Manifest und vier Stories“ mit Begeisterung gelesen hatte, war ich eigentlich ziemlich gespannt drauf wann Chimamanda Ngozi Adichie (seit ich auf Instagram bin erwarte ich manchmal das es mir auch hier die Wörter ergänzt *lach*) irgendwann einmal zum Thema Kindererziehung, bzw. überhaupt über das Thema Familie gründen, Kinder kriegen, leben mit Mann und Kind, zu sagen hätte.
Nun liegt das kleine Buch „Liebe Ijeawele… – wie unsere Töchter selbstbestimmte Frauen werden“ vor. Ein langer Brief an eine Freundin der Autorin, die Mutter einer Tochter wurde.
15 Vorschläge – die mir manchmal aber doch etwas Rat_schlagend daherkommen, fast das Buch zusammen. Trotzdem aber viel wichtiges dabei.
Wie z.b. das Thema nett und freundlich sein – darauf werden wir als weiblich geborene Menschen ja stark geprägt. Und wieviele Frauen haben ihr Leben lang ein schlechtes Gewissen wenn Sie sich ausnahmsweise mal durchsetzen, sich um sich selbst kümmern.
Das ist bei uns in Europa auch nicht anders als in Afrika. Echt erschreckend. Leider. Also lasst uns die permanente Nettigkeit vergessen und uns lieber der Authentizität zuwenden, und das auch unseren Kindern beibringen.
An vielen Stellen merkt man natürlich das C.N. Adichie aus einem ganz anderem Kulturkreis berichtet, das habe ich ja auch schon bei „Mehr Feminismus“ angemerkt. Aber ich finde das macht es eigentlich nur doppelt interessant, weil wir noch dazu lernen und interessante Vergleiche haben. Und sie selbst zieht auch Vergleiche zwischen dem Heute und den Erfahrungen aus Ihrer eigenen Kindheit.

Das Thema Geschlechterrollen werden wir überall und auf verschiedene Weise finde. Und hier und dort setzt man sich damit einfach schon mehr auseinander, bzw. soll es auch Völker geben in denen die Geschlechterrollen ganz anders verstanden werden.
Wir spüren das hier in Deutschland Europa vielleicht gar nicht so deutlich, deswegen heißt es genau da auch besser hinzuschauen und eingeschlagene Pfade zu hinterfragen. Vieles ist so normal, weil wir damit aufgewachsen sind und unser Umfeld uns nur dieses eine Bild geboten hat – was aber eben nicht heißt das es in Ordnung ist oder man sich dem auf immer und ewig unterwerfen müßte. Ich freue mich z.b. das es inzwischen auch professionellen Frauenfußball gibt, obwohl dieser Sport eine Männerdomäne ist – die Frauen setzen sich hier langsam durch, und spielen meist den besseren Fußball, weil echten Fußball. Da geht es wirklich mehr um den Sport als um Personenhype und Geld, wie bei den Männern.
Frauen fehlen immer noch in den Chefetagen und Vorständen – und ich meine Frauen die auch Frauen bleiben und nicht zu männlichen Attitüden wechseln um sich in der Männerwelt durchzusetzen. Zum Glück ist es heute inzwischen wenigstens normal wenn auch der Mann sich mit den Kindern befasst oder einkauft und zu Hause mal kocht – Haushaltstechnisch hat sich leider wenig geändert und die Hauptlast liegt weiterhin auf den Schultern dern Frauen. Was wiederum mit der Selbsteinschätzung zu tun hat. Männer denken nach 2 kleinen Sachen das Sie mega was gemacht hätten – is ja schon auch besonders das sie überhaupt geholfen haben (Ironie) und Frauen machen ganz viel nebenbei und als ganz selbstverständlich, weil sie eben daraufhin erzogen worden – auch solche Themen spricht die Autorin an. Wo wenn nicht vorallem zuerst Zuhause zeigt sich wie die Dinge laufen.
Vielleicht kein Wunder das Carearbeit auch hauptsächlich von Frauen ausgeübt wird; und auch das Ehrenamt eine starke weibliche Seite hat.
Darüber sollten wir nachdenken wenn wir unseren Töchtern und Söhnen etwas zeigen, erklären, und sie mitmachen lassen. Kinder wollen z.b. immer einfach gern mitmachen was die Erwachsenen so tun, ob das nun der Haushalt ist oder etwas anderes. Welches Vorbild bieten wir Ihnen? Was bekommen Sie mit? Und was machen sie dann nach?
Was ist biologisch und was sozial und erlernt? Das ist manchmal für jemand der mittendrin steckt nicht so einfach auszumachen. Und grade deshalb ist es wichtig Fragen zu stellen.

Ein Büchlein was zum Denken anregt. Und Fragen aufwirft.

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Chimamanda Ngozi Adichie
„Liebe Ijeawele… – wie wir unsere Töchter selbstbestimmte Frauen werden“
Fischer Taschenbuch, 8,- €
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Kinderland von Gerhard Schöne

DSCN2473Gerhard Schöne, sehr bekannt in Ostdeutschland, für mich der KinderLiedermacher schlechthin und Schreiber, Vater von 6 Kinder, und jedes Jahr auf Tour mit seiner Musik, Unicef Botschafter, hat 2014 mit „Mein Kinderland“ einen Einblick in seine eigene Kindheit gewährt. Er hattes selbst viele Geschwister ist Sohn eines Pfarrers und schreibt ganz wunderbar.

Ein wirklich bezauberndes und leichtes Buch für Erwachsene und Kinder. Unterhaltsam erzählt er von seinen kleinen Abenteuern als Junge und auch von seinen ersten musikalischen Versuchen. Wirklich unterhaltsam reihen sich die vielen kurzen Geschichten aneinander. Die DDR blinkert hier kaum durch, es geht einfach um den Alltag und viel um die große Familie. In seinen Liedern finde ich schimmert ja oft so etwas Melancholie mit durch, das ist hier nicht so der Fall.

Für mich die perfekte Abendlektüre zum eintauchen.

DSCN2474

Hier könnt Ihr mal reinhören in seine Lieder falls Ihr Sie nicht kennt. https://www.youtube.com/watch?v=Ny9Q5SyM2A8&list=PL5F2E2E8E0105DD8E

Ich finde toll das Lied von Jule die sich nicht wäscht und das Popellied. Und wie ich gemerkt habe gibts noch ganz viel mehr zu entdecken.

Mein Kinderland

Geschichten mit Bildern von Jutta Mirtschin

Kinder-/Erwachsenenbuch, Lehmstedt-Verlag, 2014

für 19,99 €

Aufklärungsmaterial

hübsch gemacht wie ich finde, hier gehts zur Internetseite ->

 

auch ein sehr sehr gutes Buch, allerdings kaum Bilder und für Erwachsene:

51J6Q-ZCMyL._ Sehr gut geschrieben, unterhaltsam und mit viel Kenntnis der Materie.

Vielen konkreten Tips für die Praxis und jeder Menge Fallbeispiele.

Alles liebevoll, mitfühlend und sehr lehrreich. Lohnt sich aufjedenfall!

Soziologie im weitesten Sinne

Ichlinge, Buch

Sachbuch: Zur Abwechslung lese ich gerne Sachbücher. In den letzten Monaten habe ich das eine oder andere Gute erwischt. z.B. „Ichlinge“ von Herrn Valentin (schöner Name :)). Ich kann das Buch so ziemlich jedem empfehlen. Singles und Alleinstehenden zur Aufarbeitung der eigenen Kindheit und vorallem Hinterfragung eigener Verhaltensweisen. Eltern zur Hilfe um aus Ihrem Kind keinen Ichling zu machen. Und allen Anderen weil es einfach sehr lehrreich, spannend und unterhaltsam ist. U.a. sehr viel Kulturgeschichte. Es ist wirklich so geschrieben das es auch als Entspannungs- und Abendlektüre durchgeht. Obwohl zwischendurch wirds bissle gruslig, das vielleicht nicht grad vorm einschlafen lesen, aber das sehen Sie dann schon.

Nach diesem Buch erübrigen sich wahrscheinlich so einige Erziehungsratgeber. Und auch grundlegende Gesellschaftsfragen sind auf dem Tisch! Für mich hauptsächlich das Thema Empathie, welche immer mehr zu verschwinden scheint. Aber sie hat halt auch ganz viel mit Einfühlung und damit auch mit einem Gegenüber zu tun.

Bei Goldmann gibts dazu ein kleines Special, mit ein paar Seiten zum reinlesen.

Also, unbedingt lesen!

John Irving – Gottes Werk und Teufels Beitrag

John Irving, den mag ich, aber nur die Hälfte seiner Bücher. Dies ist eines meiner Lieblingsbücher. Und Geschichte über fast 3 Generationen. Unglaublich gut ausgearbeitete Charaktere. Ich scheine Sie alle zu kennen, seit ich dieses Buch gelesen habe.

Und ich höre den Wind durch die Apfelplantage rauschen und rieche den Lobster. Ich höre das: „Gute Nacht Ihre Könige von Neuengland, Ihr Prinzen von Wales.“

Eines der vielen Bücher die in Neuengland spielen. Ich muß da unbedingt mal hin, aus dem Grund das es diese Geschichte und dieses Buch gibt.

Zum Buch hat mir auch der Film, der natürlich nur einen kleinen Teil zeigt, sehr gut gefallen.

Und über das Filmemachen hat John Irving auch ein tolles Buch

geschrieben: „My Movie Business“ Mein Leben, meine Romane, meine Filme. Über die Verfilmung meines Romans ‚Gottes Werk und Teufels Beitrag‘ – sehr interessant.

Ebenfalls möchte ich gern „Witwe für ein Jahr“ und das wunderbare „Owen Meany“ empfehlen.

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