Bauchweh Teil 2 – Blogparade „Mein Körper (und ich)“

Der Körper. Der einen von Anfang an begleitet. Ist man dieser Körper? Oder ist man nur in Ihm? Aufjedenfall ist klar er ist da und so richtig bestimmen über ihn kann ich nicht. Er macht ganz schön viel ohne mich. Er funktioniert tagtäglich in einem faszinierendem Zusammenspiel all der inneren Organe und der Muskeln, Nerven, Haut und Fasern. Und manchmal funktioniert er eben gar nicht so wie er soll. Da schmerzt er. Da wuchert er. Da wachsen Sachen wo sie nicht hingehören. Oder verschwinden Teile wie Zähne und Haare in langen Prozessen oder anfallsweise. Manchmal spielt alles verrückt und man dreht fast durch, auch aus Angst das es nicht mehr aufhört. Oder weil man grade nicht mehr klar denken kann.
Wenn man da mitten drin steckt und gefühlt so gar keinen Einfluß nehmen kann, da ist da nicht viel morgen. Und mitten im Schmerz oder der Krankheit ist es kaum vorstellbar wie es ohne war; und wenn es einem gut geht ist auch die Erinnerung an die schlimmen Momente eben nur mehr Erinnerung.

Endometriose. Sie wird oft lang nicht erkannt. Regelschmerzen werden nicht als ungewöhnlich betrachtet und auch Bauchweh oft viel zu schnell der Psychosomatik zugeordnet, was dann in der medizinischen Realität heißt: da machmer nichts, entspannen sie sich einfach mal, oder so ähnlich.
Überhaupt wird über die monatliche Regel viel zuwenig gesprochen. Auch unter Frauen. Echt jetzt? Ja, is so. Wenn man mal was erfährt dann von Frauen die ja gar kein Problem haben oder die jeden Monat Tabletten schlucken um klar zu kommen im Alltag.
(Text Teil 1 -> hier entlang)

Als meine Frauenärztin meinte das ich Endometriose hätte drängte Sie recht schnell auf eine Op und die Einnahme der Pille. Von alternativen Behandlungsmethoden war keine Rede, geschweige denn von einer Wahl. Und auch wenn ich seit vielen Jahren diese monatlichen Tage voller Schmerz und Elend gewohnt war, war es jedesmal wieder eine ungute Zeit, ein sprichwörtlicher Krampf und Kampf, vielleicht auch weil da eben niemand war um drüber zu reden. Man nicht funktionierte in einer Welt wo man parat zu stehen hat.
Ich hatte das Glück das mein Zyklus sehr regelmäßig war und ich ungefähr planen konnte. So schaute ich wo es ging, das ich in dieser einen Woche im Monat keine Termine hatte, das ich genug zu Essen zu Hause hatte um nicht rausgehen zu müssen usw. Schlimm war es wenn ich mich an den 2,3 schlimmsten Tagen auf Arbeit schleppen mußte und alles an mir sich unwohl anfühlte.

Manchmal gab es Lichtblicke, Monate wo es nicht ganz so schlimm war.
Ich habe ja letztens schon geschrieben das ich dann operiert wurde. Und ich sage euch es hat nichts verändert. Man hat wohl jede Menge Streuungen gefunden und ich hatte Glück das alles glatt gelaufen ist. Inzwischen habe ich im Internet von genug Frauen gelesen die nicht soviel Glück hatten, wo z.b. die Blase oder der Darm in Mitleidenschaft gezogen wurden oder verletzt wurden durch die Op. Manche Frauen haben sich x mal unter das Messer gelegt. Das Ding ist aber das die Endometriose dort dann oft Narbengewebe erzeugt und andere Beschwerden hinzukommen.
Die Pille kann das sozusagen stilllegen, viele Sorten gibt es da nicht, die die es gibt haben, wie die meisten Pillen, oft starke Nebenwirkungen, die leider von den Frauenärzten verschwiegen werden.
Bei mir und auch bei anderen Frauen bleibt die Menstruation dann vollends weg. Und nein das fühlt sich nicht gut an. Die Frauenärztin damals meinte ich solle doch froh sein, andere Frauen würden sich drüber freuen. Dabei ist so eine monatliche Blutung, ja viel mehr als nur eine Blutung. Sie ist ein Teil eines zutiefst weiblichen Rhythmus, eine innere Reinigungsprozedur und gehört zum Frau sein dazu.

Ich fühlte mich wie ein Luftballon gefüllt mit Kieselsteinen. Durch die Pille veränderten sich auch meine Gefühle und mein Körper zeigte komische Symptome – auch Schmerzen nur anders. Viele Pillen verursachen oder verstärken depressive Tendenzen, lösen Kopfschmerzen aus oder Übelkeit usw. Die Pille ist das Gegenteil von einem gutem Körpergefühl, bzw. verwehrt sie dieses. Sie steht im Weg und hilft nicht, außer das sie die Endometriose wohl stoppen kann. Ich finde es unfassbar das die moderne Medizin nicht ein Stück weiter denkt, aber überraschen tut mich das nach meinen allgemeinen Erfahrungen nicht.

Zwei Jahre nach der Op startete meine Revolution. Ich hatte entgültig die Nase voll davon mich nur noch mies zu fühlen. Ich setzte die Pille ab, meine Ärztin hatte keine Alternative und rief mir eine Art Fluch hinterher das die Endometriose ja jetzt wieder froh wachsen könne. Super. Das ich dort nicht mehr hin bin – auch klar. die nächste Frauenärztin wollte dann übrigens gleich meine Gebärmutter ganz entfernen, als wäre diese nur ein Stein im Schuh.
Und ja nach ein paar Jahren ist Sie auch wieder gewachsen, die Endometriose, aber ich lebe damit. Momentan weiß ich nicht wie es aussieht. Nachdem ich unterschiedliche Ärzte und Ärztinnen ausprobiert habe hatte ich erstmal keinen Nerv mehr.

Jetzt will ich euch aber nicht weiter zutexten sondern darüber schreiben was mir geholfen hat und hilft:

* Ich lese jede Menge (alternative) Literatur über Frauenkörper, Frauenweisheiten, Frauentraditionen, Frauengesundheit usw.
z.b. Die weise Wunde Menstruation, Der Ursprung der Welt, Frauenkörper Frauenweisheit, Das Tao der Frau, Die Weisheit der Menstruation etc. gibt wirklich tolle und hilfreiche Bücher

*Ich nutze Kräuter wie z.b. für Tees oder als Duftöl – mir hilft Melisse, Hopfen, Lavendel, Kamille zum entspannen und entkrampfen

*ich teste mich durch verschiedene homöopathische Mittel, auch als Mittel zum Spritzen (Endometrium), geholfen haben mir Sepia, Lachesis, Pulsatilla, Nox Vomica, Colocynthis, Chamomilla, Belladonna, Ignatia – wichtig ist hier immer zu schauen wie und welche Beschwerden im Moment da sind (die Ratgeber von GU kann ich empfehlen) – was ich immer zu Hause habe und was sehr gut bei Krämpfen hilft ist das Schüsslersalz Nr. 7 (Magnesium)

*In der Zeit wenig essen und vorallem leicht verdauliches, Wasser trinken ist immer gut. Wurzelgemüse stärkt und eine gute Suppe ist sehr wohltuend – da heißt es nach dem Typ zu schauen (mir war oft kalt und ich hab Wärme gebraucht) -> hilfreich kann hier die TCM sein
Eher nicht so gut sind Milchprodukte, Kaffee, Fleisch, sehr gut ist alles Grüne, das man besten zumindest gedämpft

*Zitrone: mit dem Saft einreiben (hilft bei allen Krämpfen) Zitronensaft trinken hilft gegen Kopfschmerz, Blutarmut und depressiven Verstimmungen

*Mineralstoffhaushalt: mit Endometriose geht oft ein Mangel an Nährstoffen einher, wie z.b. Eisenmangel (Ferritinwert checken), Zinkmangel, Vitamin B Mangel usw. -> großes Blutbild machen lassen -> dadurch das man Beschwerden hat (unbedingt eine Liste machen) gibt es eine Indikation dafür, sonst müßte man das meiste selber zahlen. Wenn der Arzt sich querstellt zum nächsten gehen. Hilfreich sind hier oft Ärzte für Hämatologie, ich war in einer Krebspraxis! Nehme seitdem zusätzlich Nährstoffe zu mir, das sollte regelmäßig geprüft werden. Der Körper ist ein fein abgestimmtes System und man kann nicht einfach was zuführen und fertig. Hier heißt es sensibel vorzugehen und gut zu beobachten. Außerdem verschiedene Mittel testen. Das Eisen aus der Apotheke ist meistens nicht verträglich, ich habe, nachdem ich schon total verzweifelt war und eine starke Anämie hatte, endlich bei Vitaminexpress ein verträgliches Eisen gefunden. Manchmal sind auch gefühlte Depressionen einfach Nährstoffmängel, und ich finde es ein ganz großes Versäumnis, das sowas nicht als allererstes überprüft wird beim Hausarzt. Davon sind sehr sehr viele Frauen betroffen udn wissen es nicht. Unser alltäglicher stress verbraucht unmengen an Eisen, bzw schädigt die Aufnahmefähigkeit des Darmes, so das nicht alle Nährstoffe verwertet werden können – natürlich sollten auch gute Nährstoffe zugeführt werdn also frische Nahrungsmittel, kein Fertigessen

*Kuscheln mit der Wärmflasche, hinlegen

*überhaupt 3 Gänge runterschalten, egal was man müßte oder sollte, du gehst vor, also ist verwöhnen und ausruhen angesagt

*ruhige Spaziergänge wenn möglich/Tageslicht

*Schlaf bzw ausruhen

*leichte Yogaübungen/Gymnastik – hinlegen 🙂

*Akupressur, hier lohnt es sich nach Büchern zu schauen, es gibt mehrere Punkte die man selbst behandeln kann und ich habe damit hervorragende Erfahrungen gemacht. Man muß aber drauf gefasst sein das es nicht immer gleich hilft. Es braucht Ruhe dafür und etwas Geduld – die Punkte müssen schon so 15 bis 20 Minuten behandelt werden.
Z.b. gibt es 2 Leistenpunkte die sehr hilfreich sind

*Eft Klopftechnik, hierzu gibt es einige Anbieter bei Youtube die das erklären, da mußt du mal schauen welcher Dir zusagt. Ich finde die Erklärungen von Magic Button Maxim (Ja es ist mit der Akupressur verwandt) oder Michaela Thiede sehr gut

*Atemübungen – da hab ich viel aus meiner Singgruppe mitgenommen. Singen und Tönen ist ganz famos, dadurch wird das Zwerchfell bewegt und unsere inneren Organe angeschubst. Wenn wir dann richtig tief atmen, so wirklich in den Bauch rein, hilft das sich zu lockern und damit den Krämpfen entgegen zu wirken, sehr gut sind – also wenn man Töne machen mag, tiefe Töne und erdiges wie das U… ruhig raustöhnen, es hilft!
Im Alltag atmen wir oft viel zu flach und dadurch entstehen auch permanente Verkrampfungen – man kann da wirklich jeden Tag was machen.

*Keine Tampons – das gehört zur Thematik Körperverhältnis. Das ist ja oft ein verkrampftes Thema an sich. Und die Tage gibts ja irgendwie oft nur so im Geheimen obwohl 50% der Weltbevölkerung monatlich davon betroffen sind. Oft wird das Menstruatiosnblut mit etwas unreinem und ekligem in Verbindung gebracht und die Tampons verbergen das dann schön… Stichwort Werbung, Unsichtbar, Geruchslos, Sauber  – alles klar. Aber wie geht man eigentlich mit sich und seinem Körper um wenn man denkt das jeden Monat etwas widerliches und schlechtes mit diesem passiert und dieser Körper etwas ekliges absondert? Deine Einstellung zu Dir und deinem Körper macht etwas aus. Ich denke das Blut will fließen, übrigens tut es das auch in der Schwerelosigkeit raus aus der Vagina! Also würde ich sagen stehen wir dem nicht im Wege und verstopfen den Ausgang mit Zellstoff und seinen Zusatzstoffen. Modern sind ja inzwischen die Menstruationstassen. Ich finde aber auch das ist zuviel Plastik und eine Art Verschluß, aber da muß jede selber schauen. Eigentlich ist die Menstruation ja ein Wunder, jeden Monat bereitet Sie unseren Körper darauf vor ein Kind zu empfangen und zu beherbergen.

*Wohlfühlkleidung

*Sich mit der eigenen Weiblichkeit und dem eigenem Körper auseinander setzen.
dazu gehört für mich auch sich mit natürlichen Rhythmen zu beschäftigen, in der Natur (also auch in uns) z.b. Jahreszeiten, Mondrhythmus, Tagesrhythmus, eigener Rhythmus

*Sich Zeit nehmen, am Besten schon 2,3 Tage vorher damit anfangen

Empfehlung: Broschüre des feministischen Frauengesundheitszentrums Berlin – gibt es für schlappe 7 € – viele Infos zu Nährstoffen u.a.
https://www.ffgz.de/bestellen/broschueren/endometriose-verstehen-meinen-weg-gehen.html

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http://www.endometriose-vereinigung.de/was-ist-endometriose.html

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http://generation-pille.com/endometriose-einziger-ausweg-pille-natuerliche-behandlung-bei-endometriose/?

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http://www.netzwerk-endometriose.de/qs-endo-was-ist-das/

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http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/hysterektomie-jeder-sechsten-frau-wird-gebaermutter-entfernt-a-953374.html

 

 

 

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Bauchweh – zur Blogparade „Mein Körper (und ich)“

Das macht mir Bauchweh, das heißt man fühlt sich nicht wohl mit etwas. Wenn man nun dauernd Bauch weh hat, heißt das dann das man sich dauernd nicht wohlfühlt? Der Bauch als Sitz der Kraft, sagt man wohl bei den Chinesen. Der Bauch, unsere Mitte, eine Mitte die schmerzt. Die Mitte also.
Als ich in der Grundschule war, einige Zeit nach unserer Ausreise aus der DDR, hatte ich immer wieder Bauchschmerzen und kam für eine längere Untersuchungszeit ins Krankenhaus. Die Untersuchungen waren teilweise scheußlich, aber sonst fand ich das Krankenhaus ganz schön und fühlte mich so wohl das ich es gar nicht eilig hatte wieder nach Hause zu kommen. Meinem Bauchweh half das aber nicht. Es wurde nichts gefunden und dabei hat man es belassen.

Vielleicht war das der Moment als der Bauch zu meinem Radar wurde, einem Radar den ich nicht Verstand. Ich glaube mich zu erinnern das ich auch vorher schon öfter mal Bauchweh hatte. An einen Moment erinnere ich mich besonders.

Kurz bevor ich in die Schule kam wurde ich in der DDR zur Kur geschickt. Das war eine schlimme Zeit. Ich war 6 Jahre alt, sehr klein und sehr dünn, sagten die Erwachsenen. Ich hatte damit kein Problem. Ich sollte wachsen und zunehmen und mit mehr Hunger zurückkommen. In der Kur mußten wir jeden Tag Milch trinken, einen großen Plastikbecher voll. Ich fand Milch immer eklig und auch Plastikgeschirr. Heute weiß ich das ich Laktoseintoleranz hatte.

Wenn wir nicht aufgegessen haben,mußten wir uns neben die Erzieherin an den Tisch stellen, solange bis wir alles aufgegessen hatten. Eine Qual. Wenn der Bauch weh tat, wurde einfach die Hose aufgeknöpft. Ein Kind, was sich über seinem Teller übergab, mußte das wieder auslöffeln. Ein anderer der geflüstert hatte bekam dagegen ein Pflaster über den Mund geklebt.
Ich weiß nicht wie es ging, aber die Kur hat es geschafft, als ich wieder zurück war nach 6 Wochen – ich erinnere mich noch an die Brote mit Blutwurst auf der Rückfahrt im Bus – da aß ich mehr. Verlangte im Kindergarten Nachschlag bei der Suppe und wurde dafür gelobt.
Aber ich wurde weder dicker noch viel größer. Ich blieb lange die Kleinste, und da dies auch immer wieder thematisiert wurde hat mich das bis in mein Erwachsenenalter hinein beschwert – von innen her. Denn dünn blieb ich genauso ewig noch.

In der Schule hatte ich oft Bauchweh, besonders bei Fächern wie Sport oder später dann im Sprachlabor – heute weiß ich, ich hatte ziemlich oft Angst. Angst vor Sport, vorm Sprachlabor und vor Lehrern und solchen Sachen. Angst was falsch zu machen und mich zu blamieren. Da nützte es auch nichts klein und dünn zu sein, man kam immer irgendwie dran. Nur bei einem Spiel konnte ich punkten, da wurde man von außen mit dem Ball abgeschossen (Krieg), sehr merkwürdig. Mich trafen sie meistens nicht, ich war auch zu flink.

Wenn ich heute zurückschaue ist es mir klar, das dieses Bauchweh ein Angstradar wahr. Spezielle Ängste, bei Gewitter ist er nicht angesprungen, obwohl ich da viel Angst vor hatte. Ich hatte auch Angst vor Einbrechern, und Angst vor Krieg, bestimmten Flugzeugen, und vor Atomenergie.

Viele Jahre später war ich an einem Arbeitsplatz gelandet wo es mir überhaupt nicht gut ging, aber ich hatte auch sehr viel Angst vor dem Arbeitsamt, so das ich mich jeden Tag wieder zur Arbeit quälte. Angst hier, Angst dort. Zu einem cholerischen und echt ekligem Chef.

1,5 Jahre quälte ich mich durch. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon lange jeden Monat mindestens 2 Tage furchtbare Schmerzen, Menstruationsschmerzen – diese begleiteten mich seit meinem 13. Lebensjahr. Seit inzwischen über 28 Jahren, Monat für Monat, pünktlich. Ich konnte meine Uhr danach stellen. Ich weiß gar nicht mehr so richtig wie ich damit umgegangen bin, ob es früher irgendwie auszuhalten war, wenn ich mich wenig bewegte… ich erinnere mich noch das ich große Probleme hatte Tabletten zu schlucken, also kamen die damals wohl nicht in Frage. Heute kenne ich Schmerzen von denen ich denke, das ich das ohne Tablette nicht aushalte. Ich versuche trotzdem so selten wie möglich welche zu nehmen, weil ich das nicht mag und die Dinger ja auch Nebenwirkungen haben.
In der Zeit mit dem blöden Job, kamen dann noch schlimme Kopfschmerzen hinzu nun ja und die allgemeine Quälerei. Und dann bekam ich die Diagnose Endometriose. ‚Das sind eine Art Zysten die nicht von alleine wieder verschwinden, sondern sogar wachsen und sich verteilen können – sagte die Ärztin. Sie riet mir sehr schnell zu einer OP und das ich danach unbedingt mit Rauchen aufhören mußte und die Pille nehmen müßte um weiteres Wachstum zu verhindern. „Na super“ dachte ich. Und wieder war sie da, die Angst.
Diesmal ging ich so überhaupt nicht gern ins Krankenhaus und fühlte mich total verlassen und ahnungslos. Und das war ich im Grunde genommen auch. Die blöden Details lasse ich jetzt mal weg, von Empathie kann man beim Krankenhauspersonal nicht reden. Von Aufklärung seitens der Ärzte auch nicht.
Ich kann aber sagen, wenn du mörderische Bauchschmerzen hast jeden Monat, könnte es sein du hast Endometriose (und vielleicht auch Angst).

Fortsetzung (mit Tips) folgt
zum Teil 2 -> hier entlang

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Der 7. Beitrag – „Im Pharma-Zoo“ – „Mein Körper (und ich)“ die Blogparade

Heute gibt uns die Autorin und Jounalistin Maren Schönfeld einen Einblick in Ihr Leben mit Schmerz und Medikamenten, der Star: ein Gedicht! Der Pharma-Zoo

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Vorherige Beiträge:

Solina Thema Wohlfühlkörper und Fitness

Beitrag von Hiltrud: Schmerz und Leben und Humor

Wortbunt mit 3 Texten und Collagen

Augenwischerei

Schamhaare

Traumkörper

Chutriel und die Geschichte ihrer Panik

Monika
HPU und Hochsensibilität

Nadine
„Mein Körper und ich“ und keine Waage

Schmerz und Leben und Humor – Blogparade Beitrag 5

Ilseluise ~ Clownerie und Theologie, das nenn ich mal ne Kombination 😉
Inform einer langen Kurzmitteilung und vielen persönlichen Bildern bekommen wir hier eine Lebensgeschichte des Schmerzes gezeigt.

So ehrlich und liebevoll immer mit Hoffnung gewürzt
Hier gehts zum Beitrag von Hiltrud.

 

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die vorherigen Beiträge:

 

Wortbunt mit 3 Texten und Collagen

Augenwischerei

Schamhaare

Traumkörper

Chutriel und die Geschichte ihrer Panik

Monika
HPU und Hochsensibilität

Nadine
„Mein Körper und ich“ und keine Waage

A Monster calls – Sieben Minuten nach Mitternacht

Filmbesprechung

Ein Junge und ein Monster. Ein Monster welches eigentlich ein Baum ist, und zwar eine uralte Eibe. Das sind die 2 Hauptrollen in diesem Film. Es geht um die Familie, um Bindungen, Einsamkeit, Krankheit, Tod und um das annehmen und sehen dessen was wirklich ist. Sich selbst zu glauben, sich der Realität zu stellen und Schmerzen zu tragen. Zutiefst berührend und wunderbar umgesetzt mit viel Feingefühl und ganz besonderen Bildern.

Der Roman von Patrick Ness (2011 veröffentlicht) nach einer Originalidee der verstorbenen Siobhan Dowd wurde in fast 40 Sprachen übersetzt. „Sieben Minuten nach Mitternacht“ hat zahlreiche renommierte Preise weltweit erhalten, darunter die angesehene Carnegie Medal sowie die Kate Greenaway Medal für Illustrator Jim Kay.

Ich war ewig nicht mehr im Kino bis zu diesem Film, und es war wirklich beeindruckend diese Geschichte auf einer großen Leinwand zu sehen und auch der Sound war phänomenal. Ich sag es gleich, falls ihr ihn anschaut, haltet Taschentücher bereit.

Conor (Lewis MacDougall) ein Junge von vielleicht 10- 12 Jahren lebt allein mit seiner Mutter (Felicity Jones) in einem kleinem Haus, und hat immer wieder Alpträume. Er wird in der Schule gehänselt, und wie wir dann mitbekommen ist seine Mutter sehr krank. Sein Vater nicht erreichbar für Ihn. Und dann beginnt es, regelmäßig um sieben Minuten nach Mitternacht passieren merkwürdige Dinge. Auf dem Hügel, den er von seinem Fenster aus sieht, steht ein sehr großer alter Baum. Ein Baum der zum Leben erwacht.

„Was willst du von mir?“, fragte Conor.
Das Monster presste sein Gesicht gegen die Scheibe.
Es geht nicht darum, was ich von dir will, Conor O’Malley.
Es geht darum, was du von mir willst.“

Schon gleich am Anfang war ich ganz fasziniert von den Nahaufnahmen und der Sinnlichkeit der Darstellung. Conor zeichnet gern und viel und sehr gekonnt; wir folgen dem Strich des Bleistiftes, spät am Abend in seinem Zimmer. Das Zeichnen und Malen spielt im Film eine ganz besondere Rolle. Dieses Talent verbindet Conor mit seiner Mutter, und am Ende schließt sich hier ein überraschender Kreis und es bleibt eine Magie im Raum hängen, die Trost spendet.

Es geht darum die Wahrheit auszusprechen und die Wut anzuerkennen, so schmerzhaft das auch alles ist,  und das Monster hilft Connor im Grunde dabei auch wenn das erst nicht unbedingt so scheint. Es besucht Ihn nun regelmäßig und es bleibt etwas unklar welche Rolle es spielt. Es ist kein liebes Monster. Und die Themen sind schwer und voller Wucht. So heftig das Sie uns und eben auch Conor förmlich umhauen. Es wird nichts beschönigt. Doch auch im Schmerz und den Themen Krankheit, Einsamkeit und Tod findet sich eine eigene Art der Poesie.

„Es ist ok wenn du wütend bist“

Umgesetzt wird das in Form von 3 Erzählungen, die das Monster Conor Nachts erzählt. In einer Mischung aus Collagentechnik und fließenden Aquarellstrichen werden diese Geschichten vorgetragen, absolut faszinierend und wunderschön gemacht.

Geschichten sind wichtig, sagte das Monster.

Sie können wichtiger sein als alles andere. Wenn sie die Wahrheit in sich tragen.

In Conors Leben taucht dann seine Großmutter (Sigourney Weaver) auf, bei der er Leben soll. Sie wirkt streng und Conor hat so gar keine Lust bei Ihr zu sein – an diesem Punkt läuft das Faß dann auch über und er spürt eine mächtige Wut, eine Wut die das Monster zu nähren scheint. Wer ist dieses Baummonster? Es ist eine Eibe so alt und groß wie es Sie in der Realität wohl kaum noch irgendwo geben wird. Der Eibenbaum steht bei uns auf der roten Liste schon im 16. Jh gab es kaum noch Eibenbäume, da Ihr Holz zur Bogenherstellung verwendet wurde. Die Eibe ist ein wirklich besonderer Baum, die meisten werden die Eibe wohl nur als Busch kennen. Auf dem Friedhof zur Grabgestaltung sehr beliebt. Und traditionell ein Baum der als Totenbaum galt.
Alles an der Eibe, außer das rote Fruchtfleich der Samen, ist giftig. Aber wie das so ist, die richtige Dosis kann auch heilen. Und in diesem Sinne hilft das Monster Conor durch seinen schmerzhaften Prozess hindurch.

„Natürlich hast du Angst, aber du wirst es schaffen!“

Ein mächtiger und wunderbarer Film!

***

Sieben Minuten nach Mitternacht

Länge 108 min

Freigegeben ab 6 Jahre – ich finde das ist kein Film für so kleine Kinder, ich denke eher ab 10 – 12 Jahre geeignet

Verfilmt hat das Buch der spanische Regisseur Juan Antonio Bayona,

Das Waisenhaus (2008) und The Impossible (2013)

Produzent ist Belén Atienza (Pans Labyrinth)

***

http://www.siebenminutennachmitternacht.de

http://www.geo.de/reisen/community/bild/594485/Eibe-in-Llansilio

http://www.heilkraeuter.de/lexikon/eibe.htm

https://www.vitamine.com/heilpflanzen/eibe/

„das letzte“ – Dietland Falk

Dieses Buch hat mich doch eine Weile begleitet, es war nicht immer einfach zu nehmen und besser in Häppchen zu verdauen. Es haut einen echt um, durchaus im positiven Sinne. Es hat Gewicht und erwischt einen mit einer Wucht, der man nicht allzuoft begegnet in Büchern, vielleicht auch weil eine gewissen Scheu vor schwereren Themen beim Leser und der Leserin da ist.

Grad beim schreiben muß ich an „Tschik“ denken, das hier aber ist noch eine ganze Spur heftiger. Könnte mir durchaus auch eine Verfilmung sehr gut vorstellen. Für mich ist das große Kunst wie Dietlind Falk hier Verzweiflung und psychische Ausnahmezustände zu Papier gebracht hat. Auch wenn es einem am Anfang echt fast erschlägt, es lohnt sich sehr dran zu bleiben, es gibt auch ein Happy End, und das hat diese Geschichte auch verdammt verdient.

Das Umfeld und die Protagonisten werden vielen fremd sein und anderen sehr vertraut. Egal zu welcher Gruppe man gehört, man steigt mitten rein. Wenn man anfängt zu lesen verschwindet die Grenze zwischen Leser*Inn und Hauptfigur. Wir landen dort wo wir von Innen auf die Geschehnisse schauen. So heftig das an vielen Stellen auch ist, und man krasse Momente förmlich erlebt, die Heldin es nicht einfach hat, das Leben hier verdammt hart zuschlägt, nie wird es larmoyant oder zäh. Hurmorvoll finde ich das Buch aber trotzdem nicht – wie es auf dem Buchrücken steht – muß es für mich aber auch nicht sein. Muß dazu sagen das es mir oft so geht, das andere über Sachen lachen die mich eher betroffen machen, will sagen ich bin da wahrscheinlich kein Maßstab.

Die Protagonistin hatte kein einfaches Leben, sie hat, wie es so schön heißt, einen Knacks weg. Schon länger in Therapie und mit Medikamenten versorgt, hangelt sie sich von einem Tag zum nächsten. Zuviel Schlimmes ist in der Vergangenheit passiert. Ihr ist nur noch die Mutter geblieben, die soviel verloren hat das Sie alles mögliche einsammelt und reparieren möchte. Beide haben mit ihren „Päckchen aus der Vergangenheit“zu kämpfen – hier blitzt auch die Kriegsenkelthematik ganz klar durch (Stichwort Mutter/Großmutter/Erziehung).
Dann gibt es da noch einen Therapeuten in einer winzigen Nebenrolle, genauso wie Nachbarn und andere Outsider; und! die Wg. Die große Krise wird zur Chance für alle. Und Liebe gibt es auch.

Das Buch ist wirklich phänomenal und ich bin froh das ich den Albinoverlag entdeckt habe – er wurde 2015 neu gegründet. Schaut unbedingt mal rein.

Liebe Dietland Falk ich möchte mehr von Dir lesen! Hier gehts zu einem Interview mit der Autorin -> Jg. 85/Übersetzerin

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„hart, stark, mitreißend“

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Dietland Falk

das letzte

Albino Verlag

16,99 €

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Einladung – kleine Blogparade

Hallo ihr BücherliebhaberInnen, Schreibwütige und BuchstabenverehrerInnen,

ich möchte euch zu einer kleinen Schreibparade einladen. Am 7.4. – also nächsten Freitag ist Weltgesundheitstag.
Mir liegt das Thema sehr am Herzen, diesmal geht es um Depression unter dem Motto „Let´s talk about“.
Also: Lasst uns drüber sprechen. Ich verlinke hier alle Texte die bis Freitag 20:00 Uhr bei mir eingegangen sind.
Auch auf Facebook werde ich auf meiner Seite:

https://www.facebook.com/findeAusdruck ein paar Sachen posten.

Die Dinge werden nicht besser wenn jeder in seinem Süppchen schmort, es ist wichtig Ausdruck zu finden und über das zu reden was los ist. Ich weiß manchmal wollen die Leute es nicht hören, hier aber hast du die Möglichkeit – auch gerne anonymisiert – über das zu sprechen was dich beschäftigt. Wer nicht schreiben mag ist auch gern mit einem Bild willkommen.

Freue mich auf Eure Beiträge! ❤

Das Buch der Duftöle

dscn5723Duftöle – finde ich ein spannendes Thema. Wieviel verbinden wir mit Düften und wie sehr wirken Düfte auf uns. Und dies verbunden mit Ölen kann so heilsam sein.

Dieses Buch dazu lohnt sich sehr. Es ist nicht nur eins dieser Miniratgeber die einem erzählen was für was helfen kann, nein es ist sehr viel ausführlicher und richtig dick – über 200 Seiten. Ich bin sehr begeistert und es wird fortan in meiner Hausapotheke zu finden sein. Ich arbeite immer erst mal mit naturheilkundlichen Mitteln und der Homöopathie. Oft hilft das mehr als irgendwelche schulmedizinischen Medikamente. Ich denke viel Wissen ist in der modernen Zeit verloren gegangen, aber so manches Hausmittel erlebt eine Renaissance, weil eben nicht jeder gut auf die „künstlichen“ Medikamente unserer Zeit reagiert.

So hatte ich z.b. vor 2 Jahren eine sehr schlimme Verbrennung durch kochendes Wasser, schon damals wurde mir das reine Lavendelöl empfohlen – hier unbedingt auf die Echtheit achten. Und es hat sehr gut geholfen. Nicht nur das dieses Öl die Nerven beruhigt, nein es hilft eben auch sehr bei der Heilung von Verbrennungswunden.

Öle sind sehr ergiebig. Und die Autorin geht hier im Buch auch genau darauf ein warum und wie die verschiedenen Öle helfen. Ob nun äußerlich angewendet oder auch inhaliert. Pfefferminz, Eukalyptus und Teebaumöl helfen z.b. sehr bei grippalen Infekten und momentan bin ich sehr froh das ich diese Öle da habe und kann das nur weiterempfehlen.

Gerne auch wende ich Öle in der Duftlampe an wenn die Stimmung mies, ängstlich, depressiv ist – das ist auch eine tolle Sache für Haustiere und kleine Kinder. Eine sanfte Methoder zur Unterstützung. Noch toller ist natürlich ein richtiger Diffuser.

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Hier die einzelnen Kapitel im Buch:

  1. Wenn ätherische Öle sprechen könnten
  2. Ätherische Öle und die Emotionen
  3. Ätherische Öle, die uns in Notfällen zur Verfügung stehen
  4. Ätherische Öle: Die Schwingungsmedizin
  5. Die Natur hütet das Geheimnis des Lebens
  6. Biochemie – Wunder der Natur
  7. Therapeutische Öle am Prüfstand gegen Duftöle
  8. Ätherische Öle von A bis Z
  9. Praktische Anwendung der ätherischen Öle
  10. Geschichten aus der Praxis
  11. Ätherische Öle – die Urmedizin der Menschheit
  12. Ätherische Öle und ihre therapeutische Anwendung

Es läßt sich auch direkt nach Wirkstoffen nachschlagen oder nach Beschwerden.

Düfte erschnuppern wir nicht nur, sondern die Atome wandern sozusagen in jede einzelne Zelle. Selbst bei starken Beschwerden kann es Wunder wirken, Duftöle von außen und innen anzuwenden. Dazu gibt es hier Anleitung und nähere Erklärungen. In Praxen und Krankenhäusern könnte das z.b. auch sehr hilfreich sein. Besonder spannend finde ich die Anwendung gegen resistente Superkeime. die Natur bietet einfach soviel Möglichkeiten. Ich möchte mir jetzt erstmal ein Wintergrünöl besorgen gegen kalte Füße.

Hier geht es zur Internetseite: http://www.duftmedizin.org

Duftmedizin

Ätherische Öle und ihre therapeutische Anwendung

Crotona Verlag, 19,95 €

Und hier finden sich tolle Artikel zu verschiedenen Anwendungen – auch in der Pflege, wirklich tolle Artikel:

rosenhydrolat lindert angst bei hämodialyse

… und über uns kein Himmel

dscn6401Geschichte und Psychiatrie im Comic. Krasses Thema, krasses Buch. Ein Baby, das beim erweiterten Suizidversuch der Mutter  im Jahr 1935 überlebt und fortan in Heimen, Pflegeanstalten und Kliniken untergebracht wird. Ein Junge, sein Name Fritz Blume.

Der Zeichenstil hat mir erst gar nicht gefallen, aber die Geschichte ist so heftig, dass die kantigen Zeichnungen irgendwie doch sehr gut dazu passen. Es hat mich sehr ergriffen. Ich habe schon einiges gelesen und gesehen über Heime in der Zeit des Nationalsozialismus. Das Thema ist ja heute nicht mehr ganz unbekannt, das Menschen sehr schnell als sogenanntes „unwertes“ Leben klassifiziert wurden, oder sagen wir lieber, diesen Stempel aufgedrückt bekamen, um dann in Erziehungsheime und Anstalten geschickt zu werden. Viele wurden getötet, gequält oder zwangssterilisiert.
Zucht und Ordnung im allerschlimmsten Sinne, macht Fritz von Anfang an durch. Mit schlimmster Brutalität, und das oft auch noch von Christen/Nonnen, die regimetreu in den Erziehungsanstalten ihre uneingeschränkte Macht und Gewalt auslebten, selbst den Kindern und auch den Kleinsten gegenüber.
Weil die Mutter sich und Ihre Kinder töten wollte, wird sie als kranke Person eingestuft und somit auch ihre Kinder als krank definiert – der Hintergrund spielte damals keine Rolle. Es gibt kein Entkommen für Fritz.

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Was mir nicht bewusst war ist, dass auch in sogenannten Waisenhäusern so schlimm mit den Kindern umgegangen wurde – aber es vermischt sich später, weil Fritz als „gestört“ angesehen wird.  Getötet wird er nicht, wie viele seiner Kameraden, und er überlebt alle Misshandlungen und Quälereien. „Ausmerzen durch Hunger und Arbeit hieß das Programm der Nazis“ – wenn das mal alles gewesen wäre. Aber es war viel schlimmer. Seine Arbeitskraft wird schamlos ausgenutzt und hier finden sich Methoden der weißen Folter – Folter die man den Menschen nicht ansieht. Als er etwas größer ist, kommt er zu einem Bauern, und dort vom Regen in die Traufe. Aber er begegnet hier einer Kuh, der es genauso geht wie Fritz und hier erlebt er das erstemal Zuneigung. Sehr berührend….

Als der Krieg vorbei ist – er spielt im Buch keine Rolle –  geht es genauso weiter wie zuvor.

Was diese Grafik Novel sehr besonders macht, ist dass hier tatsächliche Personen vorkommen und es ein echter Lebenslauf ist. Wirklich beklemmend. Und für mich immer noch und immer wieder schockierend, wie die alten Nazis nach dem Krieg einfach weitermachen konnten. Meistens an den vorherigen Arbeitsstellen, oft gar mit Beförderung nach dem Entnazifizierungsprogramm – unfassbar. Echte Beispiele werden hier aufgeführt. Die Geschichte basiert auf autobiografischen Schriften von Fritz, der nicht schwieg.

Ärzte und Pfarrer, bis in die 1950iger, 1960iger Jahre hinein, bis zur Rente, durften Sie unbehelligt weitermachen, auch wenn sie an Menschenversuchen beteiligt waren – auch das nicht neu. Irgendwas ist da so verdammt schief gelaufen. Und wenn man sich dann vorstellt, welche Nachfolger von ihnen ausgebildet wurden, dann weiß man, wie weit der Nationalsozialismus mit seinen kruden Ansichten in das Leben heute hineinreicht. So war es nicht nur in der Medizin und Pflege/Erziehung der Fall sondern durchaus auch gern in Behörden oder den Schulen. Das hat starke Auswirkungen, vor allem wenn wir auf das Menschenbild schauen, welches die Nationalsozialisten verbreitet haben und welches heute in unseren Systemen immer noch stark zu erkennen ist. Es geht immer um gesellschaftliche Normen, damals und heute. Auch nach dem Krieg verschwanden immer wieder nicht passende junge Menschen in Heimen – die DDR hat da auch noch eine ganz eigene Geschichte zu erzählen. Die Opfer kämpfen heute noch um Wiedergutmachung..

Die Geschichte von Fritz geht weiter, leider endet sie abrupt und man erfährt nicht so richtig, was aus ihm geworden ist, aber es gelang ihm wohl, sich ein Leben aufzubauen.

Die Konzentrationslager wurden befreit. Viele Kliniken und Heime, blieben noch Jahre nach Kriegsende, so wie sie waren. Keiner kam und befreite die gequälten Seelen. Unfassbar traurig.

Der Geschichte geht eine kurze Einleitung zum Thema voraus und folgt ein langes und interessantes Nachwort, welches den Bogen bis heute schlägt; allerdings hätte ich mir hier weniger Fachtermini und eine einfachere Sprache gewünscht, um für jeden Leser verständlich zu sein.

Wenn wir denken das ist heute vorbei, so liegen wir falsch. Vieles erlebt ein Comeback. Es kommen wieder mehr bestimmte starke Medikamente zum Einsatz und für unpassende Kinder gibt es heute die Diagnosen wie ADHS. Viele Kinder werden mit dem gefährlichen Ritalin behandelt, welches oft heftige Nebenwirkungen hat.
Das ganze geht aber noch viel weiter mit der modernen Forschung – welches Menschenbild haben wir, und was liegt dem Zugrunde, sehr schön zusammengefasst und sehr lehrreich im Nachwort zur Sprache gebracht.

Ein wichtiges Buch!

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Robert Krieg/Daniel Daemgen
…und über uns kein Himmel
Graphic Novel

95 Seiten, 14,90 Euro

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von Gerda wurde ich auf einen weiteren Fall aufmerksam gemacht: http://www.zeit.de/1964/08/der-merkwuerdige-fall-heyde

Frau Kassel will Wunder – noch ein Blogparaden Special

Frau Kassel ist krank, aber das ist, will ich jetzt mal behaupten, nur begrenzt schlimm. Denn das Kranksein bringt Bewegung in Ihr Leben. Sie macht sich auf eine Reise auf der Suche nach Heilung und Leben. Frau Kassel will Wunder und zwar richtig. Ziemlich skeptisch geworden und auch frustriert und müde saß Sie vorm Krankenhaus als Paul Sie findet. Paul der fragt ob er helfen kann und Ihr seinen Parka leiht. Diese Geste bewegt Charlotte Kassel sehr.

Sie fährt dann erstmal zu Ihrer Schwester in die Eifel – Die Eifel! Eine Gegend in der es wohl viele Heiler gibt, das hat dort Tradition. Aber ich will mal nicht weiter spoilern – Ihr müßt das Buch selber lesen.

Frau Kassel will Wunder ist auch ein Buch was geschrieben werden mußte, auch um eigenes zu erzählen. Die Autorin Ulrike Schwieren-Höger hat hier Ihre eigene Krankheit verarbeitet und reflektiert.

Hier kommen Wunsch und Wirklichkeit zusammen in einer spannenden Geschichte die ganz schön viele Themen mitbringt. Es ist einfach alles drin was eine gute Geschichte ausmacht und es ist schön Charlottes Weg zu verfolgen.

Gerade Themen wie alternative Heilmöglichkeiten werden ja gern abgetan oder belächelt und finden sich eher in spezielleren Büchern wieder. Aber so verpackt in einen Roman finde ich es wundervoll. Ich habe selber schon sehr vieles ausprobiert. Einfach mal anschauen und kuckn ob man was damit anfangen kann, offen und neugierig bleiben und natürlich Wunder finden und Freude. Eine tolle Nebenwirkung dabei ist das die Welt größer wird und man merkt wieviel es zu entdecken gibt.

Für mich persönlich gabs da natürlich auch so ein paar nette Erinnerungsmomente… wenn ich Stichworte wie Ta Ke Ti Na las oder Abschnitte über grundsätzliche Herangehensweise an das Leben. Sogar das Dämonenfüttern kommt vor. Also außer einer wundervoller Geschichte finden sich sehr viele Methoden die es lohnt auszuprobieren.

Das Buch hat sogar eine extra Seite wo sich noch Zusatzinfo findet: https://fraukasselwillwunder.com

UND es wurde selbst verlegt. Ich wünsche mir das es ganz viele Leser findet auch wenn hier kein großer Verlag die Öffentlichkeitsarbeit übernehmen kann. Das Buch macht Mut und hilft beim Frieden finden und dabei weckt es auch noch die Abenteuerlust. Und das Abenteuer lauert gleich um die Ecke, ich sage Euch, so ist das!

Ein Spruch der einen durch das ganze Buch trägt und noch lang darüber hinaus:

„Es gibt zwei Arten sein Leben zu leben: entweder so, als wäre nichts ein Wunder, oder so, als wäre alles eins“

Albert Einstein

Also auf, macht Euch gute Gedanken, träumt und erwartet Wunder UND lest unbedingt dieses  Buch

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eine weitere, sehr ausführliche Rezension gibt es bei Ulrike Sokul

 

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