A Monster calls – Sieben Minuten nach Mitternacht

Filmbesprechung

Ein Junge und ein Monster. Ein Monster welches eigentlich ein Baum ist, und zwar eine uralte Eibe. Das sind die 2 Hauptrollen in diesem Film. Es geht um die Familie, um Bindungen, Einsamkeit, Krankheit, Tod und um das annehmen und sehen dessen was wirklich ist. Sich selbst zu glauben, sich der Realität zu stellen und Schmerzen zu tragen. Zutiefst berührend und wunderbar umgesetzt mit viel Feingefühl und ganz besonderen Bildern.

Der Roman von Patrick Ness (2011 veröffentlicht) nach einer Originalidee der verstorbenen Siobhan Dowd wurde in fast 40 Sprachen übersetzt. „Sieben Minuten nach Mitternacht“ hat zahlreiche renommierte Preise weltweit erhalten, darunter die angesehene Carnegie Medal sowie die Kate Greenaway Medal für Illustrator Jim Kay.

Ich war ewig nicht mehr im Kino bis zu diesem Film, und es war wirklich beeindruckend diese Geschichte auf einer großen Leinwand zu sehen und auch der Sound war phänomenal. Ich sag es gleich, falls ihr ihn anschaut, haltet Taschentücher bereit.

Conor (Lewis MacDougall) ein Junge von vielleicht 10- 12 Jahren lebt allein mit seiner Mutter (Felicity Jones) in einem kleinem Haus, und hat immer wieder Alpträume. Er wird in der Schule gehänselt, und wie wir dann mitbekommen ist seine Mutter sehr krank. Sein Vater nicht erreichbar für Ihn. Und dann beginnt es, regelmäßig um sieben Minuten nach Mitternacht passieren merkwürdige Dinge. Auf dem Hügel, den er von seinem Fenster aus sieht, steht ein sehr großer alter Baum. Ein Baum der zum Leben erwacht.

„Was willst du von mir?“, fragte Conor.
Das Monster presste sein Gesicht gegen die Scheibe.
Es geht nicht darum, was ich von dir will, Conor O’Malley.
Es geht darum, was du von mir willst.“

Schon gleich am Anfang war ich ganz fasziniert von den Nahaufnahmen und der Sinnlichkeit der Darstellung. Conor zeichnet gern und viel und sehr gekonnt; wir folgen dem Strich des Bleistiftes, spät am Abend in seinem Zimmer. Das Zeichnen und Malen spielt im Film eine ganz besondere Rolle. Dieses Talent verbindet Conor mit seiner Mutter, und am Ende schließt sich hier ein überraschender Kreis und es bleibt eine Magie im Raum hängen, die Trost spendet.

Es geht darum die Wahrheit auszusprechen und die Wut anzuerkennen, so schmerzhaft das auch alles ist,  und das Monster hilft Connor im Grunde dabei auch wenn das erst nicht unbedingt so scheint. Es besucht Ihn nun regelmäßig und es bleibt etwas unklar welche Rolle es spielt. Es ist kein liebes Monster. Und die Themen sind schwer und voller Wucht. So heftig das Sie uns und eben auch Conor förmlich umhauen. Es wird nichts beschönigt. Doch auch im Schmerz und den Themen Krankheit, Einsamkeit und Tod findet sich eine eigene Art der Poesie.

„Es ist ok wenn du wütend bist“

Umgesetzt wird das in Form von 3 Erzählungen, die das Monster Conor Nachts erzählt. In einer Mischung aus Collagentechnik und fließenden Aquarellstrichen werden diese Geschichten vorgetragen, absolut faszinierend und wunderschön gemacht.

Geschichten sind wichtig, sagte das Monster.

Sie können wichtiger sein als alles andere. Wenn sie die Wahrheit in sich tragen.

In Conors Leben taucht dann seine Großmutter (Sigourney Weaver) auf, bei der er Leben soll. Sie wirkt streng und Conor hat so gar keine Lust bei Ihr zu sein – an diesem Punkt läuft das Faß dann auch über und er spürt eine mächtige Wut, eine Wut die das Monster zu nähren scheint. Wer ist dieses Baummonster? Es ist eine Eibe so alt und groß wie es Sie in der Realität wohl kaum noch irgendwo geben wird. Der Eibenbaum steht bei uns auf der roten Liste schon im 16. Jh gab es kaum noch Eibenbäume, da Ihr Holz zur Bogenherstellung verwendet wurde. Die Eibe ist ein wirklich besonderer Baum, die meisten werden die Eibe wohl nur als Busch kennen. Auf dem Friedhof zur Grabgestaltung sehr beliebt. Und traditionell ein Baum der als Totenbaum galt.
Alles an der Eibe, außer das rote Fruchtfleich der Samen, ist giftig. Aber wie das so ist, die richtige Dosis kann auch heilen. Und in diesem Sinne hilft das Monster Conor durch seinen schmerzhaften Prozess hindurch.

„Natürlich hast du Angst, aber du wirst es schaffen!“

Ein mächtiger und wunderbarer Film!

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Sieben Minuten nach Mitternacht

Länge 108 min

Freigegeben ab 6 Jahre – ich finde das ist kein Film für so kleine Kinder, ich denke eher ab 10 – 12 Jahre geeignet

Verfilmt hat das Buch der spanische Regisseur Juan Antonio Bayona,

Das Waisenhaus (2008) und The Impossible (2013)

Produzent ist Belén Atienza (Pans Labyrinth)

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http://www.siebenminutennachmitternacht.de

http://www.geo.de/reisen/community/bild/594485/Eibe-in-Llansilio

http://www.heilkraeuter.de/lexikon/eibe.htm

https://www.vitamine.com/heilpflanzen/eibe/

„das letzte“ – Dietland Falk

Dieses Buch hat mich doch eine Weile begleitet, es war nicht immer einfach zu nehmen und besser in Häppchen zu verdauen. Es haut einen echt um, durchaus im positiven Sinne. Es hat Gewicht und erwischt einen mit einer Wucht, der man nicht allzuoft begegnet in Büchern, vielleicht auch weil eine gewissen Scheu vor schwereren Themen beim Leser und der Leserin da ist.

Grad beim schreiben muß ich an „Tschik“ denken, das hier aber ist noch eine ganze Spur heftiger. Könnte mir durchaus auch eine Verfilmung sehr gut vorstellen. Für mich ist das große Kunst wie Dietlind Falk hier Verzweiflung und psychische Ausnahmezustände zu Papier gebracht hat. Auch wenn es einem am Anfang echt fast erschlägt, es lohnt sich sehr dran zu bleiben, es gibt auch ein Happy End, und das hat diese Geschichte auch verdammt verdient.

Das Umfeld und die Protagonisten werden vielen fremd sein und anderen sehr vertraut. Egal zu welcher Gruppe man gehört, man steigt mitten rein. Wenn man anfängt zu lesen verschwindet die Grenze zwischen Leser*Inn und Hauptfigur. Wir landen dort wo wir von Innen auf die Geschehnisse schauen. So heftig das an vielen Stellen auch ist, und man krasse Momente förmlich erlebt, die Heldin es nicht einfach hat, das Leben hier verdammt hart zuschlägt, nie wird es larmoyant oder zäh. Hurmorvoll finde ich das Buch aber trotzdem nicht – wie es auf dem Buchrücken steht – muß es für mich aber auch nicht sein. Muß dazu sagen das es mir oft so geht, das andere über Sachen lachen die mich eher betroffen machen, will sagen ich bin da wahrscheinlich kein Maßstab.

Die Protagonistin hatte kein einfaches Leben, sie hat, wie es so schön heißt, einen Knacks weg. Schon länger in Therapie und mit Medikamenten versorgt, hangelt sie sich von einem Tag zum nächsten. Zuviel Schlimmes ist in der Vergangenheit passiert. Ihr ist nur noch die Mutter geblieben, die soviel verloren hat das Sie alles mögliche einsammelt und reparieren möchte. Beide haben mit ihren „Päckchen aus der Vergangenheit“zu kämpfen – hier blitzt auch die Kriegsenkelthematik ganz klar durch (Stichwort Mutter/Großmutter/Erziehung).
Dann gibt es da noch einen Therapeuten in einer winzigen Nebenrolle, genauso wie Nachbarn und andere Outsider; und! die Wg. Die große Krise wird zur Chance für alle. Und Liebe gibt es auch.

Das Buch ist wirklich phänomenal und ich bin froh das ich den Albinoverlag entdeckt habe – er wurde 2015 neu gegründet. Schaut unbedingt mal rein.

Liebe Dietland Falk ich möchte mehr von Dir lesen! Hier gehts zu einem Interview mit der Autorin -> Jg. 85/Übersetzerin

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„hart, stark, mitreißend“

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Dietland Falk

das letzte

Albino Verlag

16,99 €

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Einladung – kleine Blogparade

Hallo ihr BücherliebhaberInnen, Schreibwütige und BuchstabenverehrerInnen,

ich möchte euch zu einer kleinen Schreibparade einladen. Am 7.4. – also nächsten Freitag ist Weltgesundheitstag.
Mir liegt das Thema sehr am Herzen, diesmal geht es um Depression unter dem Motto „Let´s talk about“.
Also: Lasst uns drüber sprechen. Ich verlinke hier alle Texte die bis Freitag 20:00 Uhr bei mir eingegangen sind.
Auch auf Facebook werde ich auf meiner Seite:

https://www.facebook.com/findeAusdruck ein paar Sachen posten.

Die Dinge werden nicht besser wenn jeder in seinem Süppchen schmort, es ist wichtig Ausdruck zu finden und über das zu reden was los ist. Ich weiß manchmal wollen die Leute es nicht hören, hier aber hast du die Möglichkeit – auch gerne anonymisiert – über das zu sprechen was dich beschäftigt. Wer nicht schreiben mag ist auch gern mit einem Bild willkommen.

Freue mich auf Eure Beiträge! ❤

Das Buch der Duftöle

dscn5723Duftöle – finde ich ein spannendes Thema. Wieviel verbinden wir mit Düften und wie sehr wirken Düfte auf uns. Und dies verbunden mit Ölen kann so heilsam sein.

Dieses Buch dazu lohnt sich sehr. Es ist nicht nur eins dieser Miniratgeber die einem erzählen was für was helfen kann, nein es ist sehr viel ausführlicher und richtig dick – über 200 Seiten. Ich bin sehr begeistert und es wird fortan in meiner Hausapotheke zu finden sein. Ich arbeite immer erst mal mit naturheilkundlichen Mitteln und der Homöopathie. Oft hilft das mehr als irgendwelche schulmedizinischen Medikamente. Ich denke viel Wissen ist in der modernen Zeit verloren gegangen, aber so manches Hausmittel erlebt eine Renaissance, weil eben nicht jeder gut auf die „künstlichen“ Medikamente unserer Zeit reagiert.

So hatte ich z.b. vor 2 Jahren eine sehr schlimme Verbrennung durch kochendes Wasser, schon damals wurde mir das reine Lavendelöl empfohlen – hier unbedingt auf die Echtheit achten. Und es hat sehr gut geholfen. Nicht nur das dieses Öl die Nerven beruhigt, nein es hilft eben auch sehr bei der Heilung von Verbrennungswunden.

Öle sind sehr ergiebig. Und die Autorin geht hier im Buch auch genau darauf ein warum und wie die verschiedenen Öle helfen. Ob nun äußerlich angewendet oder auch inhaliert. Pfefferminz, Eukalyptus und Teebaumöl helfen z.b. sehr bei grippalen Infekten und momentan bin ich sehr froh das ich diese Öle da habe und kann das nur weiterempfehlen.

Gerne auch wende ich Öle in der Duftlampe an wenn die Stimmung mies, ängstlich, depressiv ist – das ist auch eine tolle Sache für Haustiere und kleine Kinder. Eine sanfte Methoder zur Unterstützung. Noch toller ist natürlich ein richtiger Diffuser.

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Hier die einzelnen Kapitel im Buch:

  1. Wenn ätherische Öle sprechen könnten
  2. Ätherische Öle und die Emotionen
  3. Ätherische Öle, die uns in Notfällen zur Verfügung stehen
  4. Ätherische Öle: Die Schwingungsmedizin
  5. Die Natur hütet das Geheimnis des Lebens
  6. Biochemie – Wunder der Natur
  7. Therapeutische Öle am Prüfstand gegen Duftöle
  8. Ätherische Öle von A bis Z
  9. Praktische Anwendung der ätherischen Öle
  10. Geschichten aus der Praxis
  11. Ätherische Öle – die Urmedizin der Menschheit
  12. Ätherische Öle und ihre therapeutische Anwendung

Es läßt sich auch direkt nach Wirkstoffen nachschlagen oder nach Beschwerden.

Düfte erschnuppern wir nicht nur, sondern die Atome wandern sozusagen in jede einzelne Zelle. Selbst bei starken Beschwerden kann es Wunder wirken, Duftöle von außen und innen anzuwenden. Dazu gibt es hier Anleitung und nähere Erklärungen. In Praxen und Krankenhäusern könnte das z.b. auch sehr hilfreich sein. Besonder spannend finde ich die Anwendung gegen resistente Superkeime. die Natur bietet einfach soviel Möglichkeiten. Ich möchte mir jetzt erstmal ein Wintergrünöl besorgen gegen kalte Füße.

Hier geht es zur Internetseite: http://www.duftmedizin.org

Duftmedizin

Ätherische Öle und ihre therapeutische Anwendung

Crotona Verlag, 19,95 €

Und hier finden sich tolle Artikel zu verschiedenen Anwendungen – auch in der Pflege, wirklich tolle Artikel:

rosenhydrolat lindert angst bei hämodialyse

… und über uns kein Himmel

dscn6401Geschichte und Psychiatrie im Comic. Krasses Thema, krasses Buch. Ein Baby, das beim erweiterten Suizidversuch der Mutter  im Jahr 1935 überlebt und fortan in Heimen, Pflegeanstalten und Kliniken untergebracht wird. Ein Junge, sein Name Fritz Blume.

Der Zeichenstil hat mir erst gar nicht gefallen, aber die Geschichte ist so heftig, dass die kantigen Zeichnungen irgendwie doch sehr gut dazu passen. Es hat mich sehr ergriffen. Ich habe schon einiges gelesen und gesehen über Heime in der Zeit des Nationalsozialismus. Das Thema ist ja heute nicht mehr ganz unbekannt, das Menschen sehr schnell als sogenanntes „unwertes“ Leben klassifiziert wurden, oder sagen wir lieber, diesen Stempel aufgedrückt bekamen, um dann in Erziehungsheime und Anstalten geschickt zu werden. Viele wurden getötet, gequält oder zwangssterilisiert.
Zucht und Ordnung im allerschlimmsten Sinne, macht Fritz von Anfang an durch. Mit schlimmster Brutalität, und das oft auch noch von Christen/Nonnen, die regimetreu in den Erziehungsanstalten ihre uneingeschränkte Macht und Gewalt auslebten, selbst den Kindern und auch den Kleinsten gegenüber.
Weil die Mutter sich und Ihre Kinder töten wollte, wird sie als kranke Person eingestuft und somit auch ihre Kinder als krank definiert – der Hintergrund spielte damals keine Rolle. Es gibt kein Entkommen für Fritz.

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Was mir nicht bewusst war ist, dass auch in sogenannten Waisenhäusern so schlimm mit den Kindern umgegangen wurde – aber es vermischt sich später, weil Fritz als „gestört“ angesehen wird.  Getötet wird er nicht, wie viele seiner Kameraden, und er überlebt alle Misshandlungen und Quälereien. „Ausmerzen durch Hunger und Arbeit hieß das Programm der Nazis“ – wenn das mal alles gewesen wäre. Aber es war viel schlimmer. Seine Arbeitskraft wird schamlos ausgenutzt und hier finden sich Methoden der weißen Folter – Folter die man den Menschen nicht ansieht. Als er etwas größer ist, kommt er zu einem Bauern, und dort vom Regen in die Traufe. Aber er begegnet hier einer Kuh, der es genauso geht wie Fritz und hier erlebt er das erstemal Zuneigung. Sehr berührend….

Als der Krieg vorbei ist – er spielt im Buch keine Rolle –  geht es genauso weiter wie zuvor.

Was diese Grafik Novel sehr besonders macht, ist dass hier tatsächliche Personen vorkommen und es ein echter Lebenslauf ist. Wirklich beklemmend. Und für mich immer noch und immer wieder schockierend, wie die alten Nazis nach dem Krieg einfach weitermachen konnten. Meistens an den vorherigen Arbeitsstellen, oft gar mit Beförderung nach dem Entnazifizierungsprogramm – unfassbar. Echte Beispiele werden hier aufgeführt. Die Geschichte basiert auf autobiografischen Schriften von Fritz, der nicht schwieg.

Ärzte und Pfarrer, bis in die 1950iger, 1960iger Jahre hinein, bis zur Rente, durften Sie unbehelligt weitermachen, auch wenn sie an Menschenversuchen beteiligt waren – auch das nicht neu. Irgendwas ist da so verdammt schief gelaufen. Und wenn man sich dann vorstellt, welche Nachfolger von ihnen ausgebildet wurden, dann weiß man, wie weit der Nationalsozialismus mit seinen kruden Ansichten in das Leben heute hineinreicht. So war es nicht nur in der Medizin und Pflege/Erziehung der Fall sondern durchaus auch gern in Behörden oder den Schulen. Das hat starke Auswirkungen, vor allem wenn wir auf das Menschenbild schauen, welches die Nationalsozialisten verbreitet haben und welches heute in unseren Systemen immer noch stark zu erkennen ist. Es geht immer um gesellschaftliche Normen, damals und heute. Auch nach dem Krieg verschwanden immer wieder nicht passende junge Menschen in Heimen – die DDR hat da auch noch eine ganz eigene Geschichte zu erzählen. Die Opfer kämpfen heute noch um Wiedergutmachung..

Die Geschichte von Fritz geht weiter, leider endet sie abrupt und man erfährt nicht so richtig, was aus ihm geworden ist, aber es gelang ihm wohl, sich ein Leben aufzubauen.

Die Konzentrationslager wurden befreit. Viele Kliniken und Heime, blieben noch Jahre nach Kriegsende, so wie sie waren. Keiner kam und befreite die gequälten Seelen. Unfassbar traurig.

Der Geschichte geht eine kurze Einleitung zum Thema voraus und folgt ein langes und interessantes Nachwort, welches den Bogen bis heute schlägt; allerdings hätte ich mir hier weniger Fachtermini und eine einfachere Sprache gewünscht, um für jeden Leser verständlich zu sein.

Wenn wir denken das ist heute vorbei, so liegen wir falsch. Vieles erlebt ein Comeback. Es kommen wieder mehr bestimmte starke Medikamente zum Einsatz und für unpassende Kinder gibt es heute die Diagnosen wie ADHS. Viele Kinder werden mit dem gefährlichen Ritalin behandelt, welches oft heftige Nebenwirkungen hat.
Das ganze geht aber noch viel weiter mit der modernen Forschung – welches Menschenbild haben wir, und was liegt dem Zugrunde, sehr schön zusammengefasst und sehr lehrreich im Nachwort zur Sprache gebracht.

Ein wichtiges Buch!

****

Robert Krieg/Daniel Daemgen
…und über uns kein Himmel
Graphic Novel

95 Seiten, 14,90 Euro

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von Gerda wurde ich auf einen weiteren Fall aufmerksam gemacht: http://www.zeit.de/1964/08/der-merkwuerdige-fall-heyde

Frau Kassel will Wunder – noch ein Blogparaden Special

Frau Kassel ist krank, aber das ist, will ich jetzt mal behaupten, nur begrenzt schlimm. Denn das Kranksein bringt Bewegung in Ihr Leben. Sie macht sich auf eine Reise auf der Suche nach Heilung und Leben. Frau Kassel will Wunder und zwar richtig. Ziemlich skeptisch geworden und auch frustriert und müde saß Sie vorm Krankenhaus als Paul Sie findet. Paul der fragt ob er helfen kann und Ihr seinen Parka leiht. Diese Geste bewegt Charlotte Kassel sehr.

Sie fährt dann erstmal zu Ihrer Schwester in die Eifel – Die Eifel! Eine Gegend in der es wohl viele Heiler gibt, das hat dort Tradition. Aber ich will mal nicht weiter spoilern – Ihr müßt das Buch selber lesen.

Frau Kassel will Wunder ist auch ein Buch was geschrieben werden mußte, auch um eigenes zu erzählen. Die Autorin Ulrike Schwieren-Höger hat hier Ihre eigene Krankheit verarbeitet und reflektiert.

Hier kommen Wunsch und Wirklichkeit zusammen in einer spannenden Geschichte die ganz schön viele Themen mitbringt. Es ist einfach alles drin was eine gute Geschichte ausmacht und es ist schön Charlottes Weg zu verfolgen.

Gerade Themen wie alternative Heilmöglichkeiten werden ja gern abgetan oder belächelt und finden sich eher in spezielleren Büchern wieder. Aber so verpackt in einen Roman finde ich es wundervoll. Ich habe selber schon sehr vieles ausprobiert. Einfach mal anschauen und kuckn ob man was damit anfangen kann, offen und neugierig bleiben und natürlich Wunder finden und Freude. Eine tolle Nebenwirkung dabei ist das die Welt größer wird und man merkt wieviel es zu entdecken gibt.

Für mich persönlich gabs da natürlich auch so ein paar nette Erinnerungsmomente… wenn ich Stichworte wie Ta Ke Ti Na las oder Abschnitte über grundsätzliche Herangehensweise an das Leben. Sogar das Dämonenfüttern kommt vor. Also außer einer wundervoller Geschichte finden sich sehr viele Methoden die es lohnt auszuprobieren.

Das Buch hat sogar eine extra Seite wo sich noch Zusatzinfo findet: https://fraukasselwillwunder.com

UND es wurde selbst verlegt. Ich wünsche mir das es ganz viele Leser findet auch wenn hier kein großer Verlag die Öffentlichkeitsarbeit übernehmen kann. Das Buch macht Mut und hilft beim Frieden finden und dabei weckt es auch noch die Abenteuerlust. Und das Abenteuer lauert gleich um die Ecke, ich sage Euch, so ist das!

Ein Spruch der einen durch das ganze Buch trägt und noch lang darüber hinaus:

„Es gibt zwei Arten sein Leben zu leben: entweder so, als wäre nichts ein Wunder, oder so, als wäre alles eins“

Albert Einstein

Also auf, macht Euch gute Gedanken, träumt und erwartet Wunder UND lest unbedingt dieses  Buch

***

eine weitere, sehr ausführliche Rezension gibt es bei Ulrike Sokul

 

Elternbücher – „Vergiss mein Nicht“ und „Können Wir nicht über etwas anderes reden“

DSCN1562In „Vergiss mein nicht“ erzählt David Sieveking über die fortschreitende Demenz seiner Mutter bis hin zu Ihrem Tod. Vor längerer Zeit lief mir mal ein Trailer seines Filmes dazu über den Weg, ich glaub der Film war auch der ursprüngliche Gedanke, leider habe ich Ihn noch nicht gesehen. Ich vermute das es eine sehr schöne Doku ist. Denn wer berichtet schon so zärtlich wie ein liebendes Kind es tut. Und gerade im ersten 1/3 des Buches ist es doch ein arges Gretel dies und Gretel das. Gretel seine Mutter, die sich rapide verändert und von der alle Ärzte aber meinen es wäre nichts weiter und schon gar nicht eine Demenz.

Ich lese alles was ich zum Thema finde. Ich weiß gar nicht so genau warum. Aber ich glaube inzwischen das die Demenz verschiedene Ebenen hat und auch psychosomatische Gründe des Vergessen wollens. Demenz ist wirklich eine sehr extreme Krankheit, die alle Angehörigen und Pflegekräfte vor die größten Herausforderungen stellt. Und oftmals findet sich an ganz unerwarteter Stelle Frieden. So wie im Buch der Vater von David und Ehemann Gretels für Sie in dieser Zeit da ist obwohl Sie beide eine eher offene Ehe führten. Es kommt zu ganz bezaubernden Momenten, die aber auch wehmütig machen weil man sie allen früher gewünscht hätte und trotzdem machen auch diese Momente die Krankheit ertragbarer.

Ab der Mitte hat mich das Buch dann wirklich gepackt und ging mir sehr nah. Manchmal dachte ich an „Der alte König im Exil“ wo aber in einer ganz anderen Art und Weise erzählt wird. Eigentlich in einer Art die mir besser gefiel. Aber es sind 2 ganz verschiedene Geschichten, vor allem dadurch verschieden das die Leben der Kranken so unterschiedlich waren und in ganz verschiedenen Milieus spielten, von daher läßt es sich auch nicht so ganz vergleichen. Was mir besonders gut gefallen hat das waren die Bilder. Und deshalb würde ich mir auch sofort den Film anschauen wenn er irgendwo läuft.

DSCN1563Meine Großtante litt auch an einer Demenz und verwandelte sich zusehends in einen anderen Menschen in dieser Zeit. Auch bei Ihr wurde nicht rechtzeitig diagnostiziert, so aber konnte Sie wenigstens zu Hause sterben. Mithilfe eines Pflegedienstes kam Sie noch lange recht gut zurecht. Ich selber fühlte mich heillos überfordert von der ganzen Situation und habe bis heute ein schlechtes Gewissen nicht mehr dagewesen zu sein. Ich konnte sehr schlecht damit umgehen. Umso mehr bewundere ich auch den Umgang der Familie hier im Buch.

Bei meiner Großtante war es ähnlich wie bei Gretel, das so eine ganz eigene Zartheit zu Tage trat, die fast ein wenig kindlich wirkte und dabei sehr authentisch war. Und manche Eigenheiten verschwanden ganz, so wie auch bei Gretel. So als zählten Sie nicht mehr im Land der Demenz, als wären  Sie nicht mehr nötig. Es ist schon immer wieder erstaunlich, finde ich, wie zum Lebensende hin die Menschen weniger werden aber auch mehr in Ihrer Essenz sind. Das hat etwas von einer sanften Kraft die sehr viel Liebe zulässt und auch zeigt.

„Vergiss mein nicht“

von David Sieveking

Herder Verlag

240 Seiten, 17,99 €

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hier noch ein Link zum Thema: http://buhl-coaching.de/author/2015/12/06/demenz-ist-keine-krankheit-demenzkranke-sind-die-fluechtlinge-unserer-gesellschaft/

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Ein anderes Buch zum Thema „das Altern der Eltern“ lief mir zufällig beim Rowohlt Verlag über den Weg und auf meine Anfrage hin bekam ich ein verkürztes Leseexemplar zugesandt. Die Autorin Roz Chast ist eine bekannte Illustratorin von Cartoons im weltberühmten „New Yorker“. DiDSCN1561e Geschichte „Können wir nicht über was Anderes reden?“ greift viel weiter aus als „Vergiss mein nicht“; ist eine typisch jüdisch-amerikanische würde ich sagen, oder vielleicht auch nur eine typische Geschichte über Menschen mit jüdischem Hintergrund. Damit meine ich, das sich viel mit der eigenen Familiengeschichte auseinander gesetzt wurde, zumindest so, das auch was über die Vorfahren, alte Geschichte und sogar eigentliche Familiengeheimnisse bekannt ist. Ich liebe diese Art sehr. Bei mir selbst bedauere ich immer wieder die blinden Flecken die schon bei der Herkunft meiner Großeltern auftauchen – was vielleicht auch was ziemlich deutsches ist, ich bin mir nicht ganz sicher.

Der Zeichenstil ist wunderbar schnoddrig und passt hervorragend zur Geschichte, die an dem Punkt einsetzt als Roz´Eltern schon an die 90 Jahre alt sind und Roz Chast Sie das erste mal nach über 10 Jahren in Brooklyn besucht. Beide Eltern werden bis ins Detail wunderbar beschrieben mit Ihren Eigenheiten und Macken. Die Mutter streng, praktisch und der Vater meistens irgendwie hilflos und leicht panisch. Und dann wird die Mutter, die eigentlich alles praktische im Haushalt macht auch noch krank, und muß ins Krankenhaus. Wohin nun mit dem Vater?

Roz Chast erzählt echt mit viel schwarzem Humor und bringt alle Ihre Stimmungen wirklich genial rüber, schon allein in Ihren Zeichnungen. Trotzdem lese ich die Tragik zwischen den Zeilen, die ich allerdings auf mein Wissen über die Nachwirkungen von schlimmen Ereignissen auf das weitere Leben zurückführe. Ich weiß nicht ob das jeder so rausliest. Psychologisch betrachtet scheint mir vieles an den Eigenheiten auf Traumafolgen zurückzuführen zu sein. Und da hier nicht drumrum geredet wird sondern alles auf den Tisch kommt, obwohl wohl ein Motto der Familie ist: „Und wenn wir nicht drüber reden, passiert es auch nicht“, läßt sich das auch einfach so lesen. Dem vorhandenen Drama begegnet die Tochter und Autorin mit Pragmatismus. Was bleibt Ihr auch anderes übrig. Ich denke in diesem Buch konnte Sie vieles auch verarbeiten. Einfach ist Ihre Geschichte, sind Ihre Eltern, nicht, aber Sie findet einen tollen Weg das alles zu erzählen. Und selbst das tragische wird unterhaltsam. Ich kann natürlich nur für den Bereich der Geschichte sprechen den ich kenne, das sind 81 Seiten von 236. Ich bin aufjedenfall sehr neugierig wie die Geschichte weitergeht und mag den Stil von Roz Chast sehr. Und auch die verrückten Eltern wachsen einem irgendwie ans Herz.

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„Können wir nicht über was Anderes reden?“

von Roz Chast, Rowohlt Verlag

236 Seiten im Original, für 19,95 €

 

Nachtrag 23.2.2016: Nun habe ich den Vollständigen Band in der Bücherei bekommen und die besten Sachen sind in der Leseprobe nicht enthalten, also von mir volle Empfehlung für http://www.rowohlt.de/hardcover/roz-chast-koennen-wir-nicht-ueber-was-anderes-reden.html! Es wird echt Hardcore, und ich finde das Buch sehr mutig, sehr gut!

Hier noch ein interessanter Text zum Thema Demenz

http://www.bzw-weiterdenken.de/2016/03/das-andere-in-der-demenz/

Mitsingbuch für Demenzkranke

Wut tut Gut

ja das hättet Ihr jetzt bestimmt nich gedacht, is aber so. In unserer Gesellschaft ja leider sehr verpönt, in meiner Erziehung sogar verboten. Aber ich hol das jetzt nach und dank diesem Buch wird mir das auch gelingen.

DSC05270Klein, fein und grandios mit unglaublich dichtem Inhalt. Eine Erkenntnis an die Nächste gepackt.

Zitat aus dem 1. Kapitel – ich könnte das halbe Buch zitieren, so viele Anstreichungen hatte ich schon lange nicht mehr:

“ Vom Dach der gesunden Aggression sind Wir dann hinabgestiegen und haben es uns im Wutraum, im Grollzimmer oder vielleicht sogar in der Kammer der falsch gelebten Aggression gemütlich gemacht [….] die wichtige Trauerstube, die direkt neben der Wutbude ihr Wirkungsfeld hat.“

Ich gebe Euch mal einen kurzen Überblick des Inhaltsverzeichnisses, dann könnt Ihr erahnen welchen großen Umfang das Buch bietet.

1. Kapitel: Bekannte Dämonen: Zorn, Wut, Aggression – und Angst – Jeder Mensch mit Angst- oder Panikstörung sollte dieses Buch unbedingt lesen.

alles sehr gut und bis in die Tiefe erklärt

2. Kapitel: Unsere Aggressions-Biografie

sehr spannenden die verschiedenen Typen (kann man gleich mal seine Ex Freunde oder Freundinnen einsortieren *Zwinker*)

„Für die Liebe ist eine gesunde Wut auf jeden Fall heilend. Wut auszuleben und auszudrücken bedeutet Lebendigkeit, Interesse am Partner und gemeinsame Wachstumswünsche“ (bitte dazu vorher lesen was Wut und Aggression unterscheidet)
Da gewinnt man doch plötzlich einenganz neuen Blick auf den einen oder anderen Streit, nicht wahr?

3. Kapitel: Faszination Aggression

Überall, wirklich überall – hier gehst auch um die Faszination und Identifikation (stellvertretend) bestimmter Filme/Figuren, spannend!

4. Kapitel: Körper, Seele, Wut

grob gesagt die Psychosomatik der Wut – Ihr werdet Euch wiederfinden! Ich verspreche es.

5. Kapitel: Individuelle Lösungen

Phantastische und wirklich machbare Übungen

+ ja es gibt sogar noch ein Plus an diesem kleinem Taschenbuch: Literaturliste und Links zu Meditationen und ein Register (hach ich liebe Register)

Auch gut hat mir gefallen das es Mitautoren gab, vorallem die Ergänzungen zu den Körperthemen wie Anatomie von Bernhard Voss finde ich sehr gut erklärt und eine wunderbare Ergänzung.

Sam Jolig selbst ist auch Körpertherapeutin und systemische Prozessbegleiterin sowie Autorin. Bernhard Voss ist u.a. Physiotherapeut, Ostheopath, Gestalttherapeut und Marion Barabanov ist Psychotherapeutin mit dem Schwerpunkt Angsstörungen und depressive Erkrankungen. Diese 3 zusammen das ergibt ein sehr fundiertes Büchlein – allerdings wirklich unterhaltsam geschrieben. Das Buch verliert sich nicht in Fachsprache und ist für jeden verständlich. Ein wirklich wichtiges und spannendes Thema

Wer schon immer gesünder und glücklicher leben wollte dem sei dieses Büchlein ans Herz gelegt. Ich hoffe ja bei der nächsten Auflage auf eine CD Beilage für die Meditationen (würde ich zugern selber sprechen).

***

Sam Jolig, Bernhard Voss

Wut tut Gut

Ein starkes Gefühl verstehen und konstruktiv nutzen

Goldmann Verlag

8,99 €

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar und noch ein kleiner Rat: hütet Euch vor HeileWeltMenschen, denn die haben meistens ein fettes Päckchen ungelebte Wut dabei 😉

Martin Suter – Ein perfekter Freund

suter_freund Ich habe doch in letzter Zeit einiges gelesen – so ohne Computer und Netz (Festplatte hat ausgefunzt), so das ich hier echt aufholen muß. Und dabei habe ich gemerkt das so schnell hintereinander lesen nichts ist für mich. Weil ich dann wirklich durcheinander komme mit den Büchern. Und das ist den Büchern gegenüber irgendwie Respektlos, wie ich finde. Das Internet hat mir sehr gefehlt. Momentan bin ich damit beschäftig mich in Windows 7 reinzufuchsen *seufz* und mit der neuen Tastatur klar zu kommen und alle Passwörter wieder zusammen zu bekommen. Umso schöner das ich hier fast Nahtlos anknüpfen kann

Kurzfristig sind dann „Ein perfekter Freund“ von Suter und „Die Heimkehr“ von Schlink ineinander verschwommen.

Sicher haben beide Bücher einpaar Ähnlichkeiten, die männliche Hauptfigur, das Thema Beziehungen – was wohl auf wirklich viele Bücher zutrifft. Ein anderes gemeinsames Thema ist das Suchen nach der Wahrheit, und dem was vorher geschehen ist,  nach der Geschichte also.

„Der perfekte Freund“ ist nicht so vielschichtig, aber dafür ein spannender Krimi. Der Protagonist erleidet eine Amnesie und die letzten 50 Tage verschwinden für Ihn erstmal in Ahnungslosigkeit und Nicht-Wissen. Erst denkt er nach und forscht ein bisschen, doch dann gibt es so ein paar Punkte die Ihn echt stutzig machen, da fängt er dann an richtig nachzuforschen.

Aufjedenfall lesenswert – und aufjedenfall geeignet zur Urlaubslektüre.

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