Stille, ein Wegweiser – zum Vorlesetag

Stille, ein Thema was mir sehr nahe ist, weil ich sehr viel Zeit in meinem Leben allein verbracht habe, und auch weil ich als hochsensible Person leise Töne lieber mag, als all den Krach, der uns tagtäglich so umgibt. Das Alleinsein und die Stille sind zwei Themen, mit denen viele Menschen unserer hektischen Gesellschaft aber kaum noch umgehen können, manche haben regelrecht Angst davor und können Ruhe kaum aushalten, oder auch das Alleinsein. Es gelingt wohl selten jemandem auf Anhieb. Es ist eine Übungssache, die viel mit dem inneren Frieden und einer Freundschaft mit sich selbst zu tun hat.
Ich kann es sehr empfehlen, denn man kommt sich sehr nah, und das wird mit der Zeit sehr schön und verändert alles nachhaltig, auf eine positive Art und Weise. Stille bringt uns näher heran an alles und lässt uns gewahr werden, was um uns und in uns stattfindet. Stille klärt, zeigt uns Essenzen, das Wesentliche wird hör- und sichtbarer. Stille lässt uns Wertigkeiten neu sortieren.
Über die Stille möchte ich gern einmal schreiben, darum tue ich mir auch so schwer mit diesem wundervollen Buch. In vielem spricht mir der Autor aus dem Herzen, aber dann gibt es immer wieder so kleine Feinheiten, die ich ein bisschen anders sehe. Und ich möchte meinen Text doch aus mir heraus schreiben, ohne zu sehr beeinflusst zu sein. Diesen kleinen Ausschnitt zum Vorlesetag habe ich gewählt, weil Kagge hier über das Staunen erzählt, was mir selbst eine wichtige Sache ist, als ganz grundsätzliche Einstellung zum Leben.
Erling Kagge ist ein Abenteurer und hat z.b. lange Zeiten die Antarktis bereist. Er kennt die Stille der großen Weite und der Kälte, die Stille fernab jeglicher Zivilisation. Eine Stille also, die wir nie erfahren werden.
Meine Stille dagegen fand ich inmitten der Orte an denen ich lebte und aus ganz anderen Zusammenhängen heraus. Aber die Stille die mit dem eigenen Kern eine Resonanz eingeht ist dieselbe, ob hier im Park, in der Stadt, oder dort draußen im ewigen Eis, denke ich.
Zum Vorlesetag 2018 habe ich euch hier einen kleinen Textausschnitt aufgenommen. Viel Freude dabei!
Wie hältst du es mit der Stille? Was ist Stille für dich?

Das Buch ist sehr schön gestaltet, außen ganz weiß und unter dem Schutzumschlag zeigt sich die Stadt in einem lauten, buntem Bild.. unter der Stille des Weiß. Die stille über dem Lärm des Alltags.
Auch innen wunderbar, mit einem dieser angenehm glatten kühlen Papiere, zwischen den Texten einzelne Fotos und Malereien. Ein Quellennachweis im Anhang – so wie ich das mag.
Erling Kagge widmet sich in „Stille“ in 33 Kapiteln seinen Antworten darauf, was Stille eigentlich ist. Er spricht mit verschiedenen Menschen darüber und befasst sich mit der Philosophie. Stille ist auch ihm ein Bedürfnis. Und er versucht sie uns nahe zu bringen. Was ihm gelingt. Ein guter Erzähler.

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Erling Kagge
Stille / Ein Wegweiser
Aus dem Norwegischen übersetzt von Ulrich Sonnenberg
In Deutschland 2017 erschienen
Insel Verlag
144 Seiten, 14,- €

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Über das bloggen

Über das eigene bloggen wollte ich schon länger mal schreiben. Und zwar ganz speziell zum Thema Buchblog. Sozusagen ein wenig aus dem Nähkästchen geplaudert bzw. aus dem Bücherberg.

Anfang

Angefangen hat alles als einfache Exeltabelle, ich wollte einen Überblick über die gelesenen Bücher und die entdeckten Autoren bekommen. Seit Kindertagen bin ich Stammgast in der Bibliothek und konnte mir nur selten die gewünschten Büchern kaufen. Auch dafür die Liste, um später nochmal nachlesen zu können oder mir manches sogar doch noch zu besorgen; ich kaufe wenn, dann auch viele gebrauchte Bücher.

Irgendwan begann ich über meine Handarbeitsprojekte zu bloggen, auch das war eher als Sammelstelle gedacht für all die schönen Sachen die ich im Netz gefunden hatte, und da die Bücher-Exeltabelle doch recht beschränkt war, dachte ich, warum nicht auch einen Leseblog. Naja und ums sortierter zu halten, die Themen nicht zu sehr zu vermischen gibt es eben für jedes Thema einen eigenen Blog.

Entwicklung

Im laufe der letzten 5 1/2 Jahre des „über Bücher bloggens“ hat sich einiges Verändert. Heute bin ich nicht mehr nur auf die Ausbeute der Bibliothek angewiesen – die ja oftmals eine Glückssache war – sondern bekomme auch von einigen Verlagen Rezensionsexemplare.
Dazu kommt auch das meine Bibliothek umgezogen ist und ich nicht mehr ganz so gern hingehe wie noch vor 2,3 Jahren. Und manchmal gibt es schon Bücher die man gerne dringend lesen möchte und auf die man dann oftmals lange warten mußte, oder sie gar nicht im Bestand vorfand.

Anliegen

Ich finde beim bloggen kommt es sehr darauf an was man eigentlich möchte, welches Anliegen man als Blogger*in hat. Viele Blogs sind ja doch auf die Neuheiten ausgelegt, das ist jetzt z.b. gar nicht so mein Ziel. Ich bin vielmehr thematisch orientiert, und lese auch sehr gern mal ein älteres Buch. Ich liebe Biografisches, interessiere mich für Geschichte und Frauenthemen, Psychologisches, liebe gute Comics, gute Recherchen, gern mal ernstere Themen, hin- und wieder ein Sachbuch … ich habe ein Faible für Psychologie, Natur und Poetisches. Bin eher auf der Suche nach Lebenswelten in denen ich mich auf die eine oder andere Art wiederfinde als das ich gänzliches Fremdes entdecken möchte, wobei ich mich zwischendurch schon gern mal überraschen und faszinieren lasse.
Mir geht es einerseits darum Themen zu erfassen, Vorstellungen zu bekommen, zu sammeln und zu recherchieren oder mich mit bestimmten Themengebieten auseinander zu setzen. Und das eben mit euch zu teilen. Die Ränder dieser Themen sind nicht betonhart, sondern schwimmen auch mal in die eine oder andere neue Richtung.
Das letzte Jahr habe ich mich z.b. explizit mit Literatur von Frauen beschäftigt – aus verschiedenen Jahrzehnten. Ein Schwerpunkt sollten eigentlich deutsche Autorinnen sein, aber das hat dann so seinen eigenen Verlauf genommen. Das ist auch etwas sehr schönes, den Dingen die da so auftauchen Raum zu geben, mäandernd durch Buchlandschaften zu streifen. Sich auch treiben zu lassen. Ich bin niemand der unbedingt Buchkataloge liest, ich stöber aber gern. Manchmal wenn mich eine Autorin oder ein Autor besonders bewegt schau ich sehr gern nach weiteren Werken. Leider fehlt mir hier in der Nähe eine Buchhandlung des Vertrauens, auch wenn die, die es gibt eine recht gute Auswahl haben. Mir fehlt dort eine Person mit der man auch über die Literatur sprechen kann, jemand der dann auch weiß was man liest. Das fand ich früher immer sehr schön an anderen Orten, oder auch generell in Geschäften, nicht nur in Buchläden, wenn man sich kennt.

Zurück zum bloggen:
Ich möchte gern Texte schreiben die nicht zuviel verraten, ich finde das spoilern bei Buchbesprechungen eher eine Unsitte, vor allem wenn die Spoiler nicht gekennzeichnet sind. Auch möchte ich keinesfalls Klappentext oder Buchrücken zitieren – die kann ja nun jeder selber lesen. Ganz abgesehen davon, das Klappentexte irgendwie meistens daneben liegen – was mich ja öfters ärgert, weil ich das als fehlende Sorgfalt auslege. Ich denke ich möchte gern schreibend erzählen. Was dann am Ende rüber kommt ist ja immer noch mal eine andere Angelegenheit, ich freue mich deshalb immer über Kommentare. Auch ist es mir ein Anliegen einfach und verständlich zu schreiben und nicht zu lang – ja auch ich ufere manchmal aus, aber das auf keinesfalls über den Inhalt. Ich kann diese mega langen Texte im Netz nicht leiden und lese Sie selber eher nicht. Offline ist das was anderes.

Inzwischen gibt es auch eine extra Unterseite hier mit eigenen Texten die ich dort verlinkt habe – keine Rezensionen. Das möchte ich gern noch viel mehr ausbauen. Gern rege ich auch Menschen zum mitschreiben an und bin deshalb eine Verehrerin der Blogparade und gebe Onlinekurse bzw. veranstalte kleine Challenges. Spielerisch, gern mal poetisch, und frei.
Das Schreiben hat ja nun viele Regeln, und dann die Rechtschreibung, mit den beiden verstehe ich mich nicht immer so gut, aber ich finde davon sollte man sich wirklich nicht abhalten lassen. Ich mag es zu inspirieren und Impulse in die Welt zu schicken. Ja, und ich begeistere mich gern. Abenteuer warten überall, im kleinen und im großen.

Verlage

Ganz interessant finde ich wie sich mein Leseverhalten verändert hat. Ich habe inzwischen weniger Geduld, früher habe ich mich schon mal durch das eine oder andere Buch gequält. Ich hätte es frevelhaft gefunden es einfach beiseite zu legen. Heute habe ich einen so großen Büchstapel, und so vieles was ich noch lesen und machen möchte, daß mir meine Zeit dafür zu schade ist.  Wenn mich etwas nicht mitnimmt oder abholt dann mache ich auch mal kurzen Prozess. Allerdings lese ich inzwischen auch Bücher zum wiederholten Male, auch eine spannende Erfahrung.

Viele Verlage die ich früher gelesen habe sind inzwischen bei Randomhouse zusammen gefasst und dort bin ich auch Mitglied im Bloggerportal. Jeder der einen Blog hat kann sich dort anmelden und kann sich bis zu 10 Bücher aussuchen. Und wenn man welche rezensiert, kann man wieder was neues bestellen. Manchmal klappts mit dem Wunschbuch, manchmal nicht. Das schöne war für mich hier das man auch mal ein Buch bekommen kann was bisschen spezieller ist, wie z.b. über Trauma, oder hin- und wieder auch was Älteres noch zu haben ist. Momentan lese ich aber eher andere Verlage.
Klar hat man, auch thematisch und in der Aufmachung, schon so seine Lieblingsverlage. Und ja es erfordert doch immer etwas Mut dort anzufragen ob vielleicht hier oder dort ein Rezensionsexemplar möglich wäre. Also zumindest geht es mir so. Inzwischen haben viele auch Extra Kontakte für Blogger*innen. Das finde ich sehr angenehm.
Naja aber es gibt auch manche Verlage, die auch auf mehrere Anfragen nicht antworten, wie z.b. Diogenes – keine Ahnung was man da machen muß um dort „gesehen“ zu werden. Dabei hat der Verlag sogar ein extra Eckchen in meinem sortiertem Bücherregal. Bei Suhrkamp hab ich mit meinen Wünschen die paar mal die ich schlußendlich wirklich gefragt habe kein Glück gehabt, wahr wohl immer zu spät dran, und irgendwann lässt man es halt dann auch mit dem Nachfragen. Nachfragen/Anfragen ist am ende auch viel Arbeit und immer habe ich da keine Lust drauf. Was vielleicht auch gut ist, denn dadurch überlege ich mir schon genau was ich möchte.
Bei manchen muß man sich auch richtig anmelden und gewisse Angaben machen, was die Statsitik z.b. betrifft. andere scheinen einfach so abzusagen ohne überhaupt mal vorbei geschaut zu haben. Das ist sehr unterschiedlich. Was ich grade entdeckt habe: es gibt jetzt bei Carlsen die Carlsen Blogger Helden. auch ne Idee. Es ist halt so jeder hat nur eine bestimmte Zeit zum lesen zur Verfügung, und das was da ist und gelesen wird hat natürlich Chancen rezensiert zu werden. Wenn ein Verlag dann besondere Betreuung anbietet oder eben auch mal überraschende Bücherpakete schickt stehen die Chancen gut auch im Blog erwähnt zu werden. Und auch bei mir ist es so das ich sehr oft nach Büchern schaue von denen ich eine gute Rezension gelesen habe. Die Bücherblogs an sich sind schon eine gute Werbeplattform und durch das Herzblut des Privaten eben nochmal was ganz anderes als eine Buchkritik in der Zeitung, die sich ja meistens eher um Sachlichkeit bemüht.

Ich freu mich immer sehr wenn es ein bisschen persönlicher wird mit den Kontakten, und am schönsten finde ich es, wenn die zuständigen Menschen einen auch einzusortieren wissen – ist bestimmt nicht einfach, es gibt ja wirklich viele Blogs. Und trotzdem sind da eben die Kontakte, die sind einfach nur total nett – da kommt dann auch mal mehr als nur „Danke für den Rezensionslink“ zurück – ich hätte ja am liebsten auch mal Feedback und persönliche Gedanken von der „anderen Seite“.
Vom S. Fischer Verlag habe ich vor einiger Zeit ein schönes Buchpaket bekommen, echt ne Überraschung. Allerdings halt mit Büchern drin die jetzt eher nicht meiner Auswahl entsprochen hätten, ich muß sagen nix für eine HSP wie mich, da war z.b. dieses Lize Spit Buch drin… grusel. Aber ich habs gelesen und ich werd demnächst auch endlich mal drüber schreiben… jetzt nachdem alle anderen ihre Meinung schon gesagt haben *lach* – und da ist er wieder der Vorteil mit dem Buch was halt grade da liegt, zugegeben es hatte auch eine sehr besondere Aufmachung. Und Werbung ist es ja immer für die Bücher, ob man nun eher eine negative oder eine positive Kritik schreibt. Einen Verriss hatte ich noch nie, ich glaube dafür habe ich zuviel Respekt vor den Menschen die es schaffen Bücher zu schreiben. Und größtenteils ist es ja auch subjektiv.., die eigene Empfindung usw. der eine mag es eben und aus denselben, oder ganz anderen, Gründen mag es jemand anders gar nicht.

Insgesamt hat das schlechte Gewissen bei mir zugenommen mit den Verlagsexemplaren. Ich fühle da schon so etwas wie eine Verpflichtung zeitnah zu lesen und zu rezensieren – aber ich pack mich dann immer wieder selber am Herzen und sage laut Nein, denn, und das ist mir wirklich wirklich wichtig, ich bin eine Lustleserin. Und manchmal lese ich auch mehreres nebeneinander, oder etwas liegt zu weit unten im Stapel und wird ne Weile übersehen oder mir ist einfach jetzt grad gar nicht danach. Ich bin ja der Meinung jedes Buch hat so seine Zeit. Und ja ich finde es braucht auch die passende Stimmung. Und manchmal durchaus auch eine Lesepause. Ganz abgesehen ist das ganze ein Hobby und wenn ich Nähe und Stricke dann kann ich zeitgleich nicht auch noch lesen. So muß ich schauen wie ich die vorhandene Zeit verteile.
Druck z.b.ich sollte irgendwas zu einem bestimmten Datum fertig haben… ne das geht nach hinten los, da reagiere ich mich Erstarrung und Blockaden. Lesen/Hören/Schreiben, Geschichten eben, das hat für mich schon immer viel mit Freiheit zu tun, so wie eben auch das Texten. Mit Sinnlichkeit, Vertiefung… so ein Buch ist ja oft wie eine Begleitung.

Da fand ich kürzlich eine Werbeaktion von Kiepenheuer & Witsch sehr schön. Da kam Überraschungspost mit einem Buch, ist ja eher selten so unangefragt, dem lag ein Brief bei, auf dem Umschlag handschriftlich mein Name, Postkarte und Visitenkärtchen anbei. Sowas macht bei mir ja schon was aus.
Ich bin übrigens schon eine Weile bei Instagram – ist direkt auf dem Blog auch in der Seitenleiste zu sehen – dort poste ich immer was ich grade lese. Und ein neues Foto von mir gibt es jetzt auch mal, nach 5 Jahren 😉 auch direkt im Blog zu sehen.

Meine Lieblingsverlage aus dem letzten Jahr möchte ich noch gern erwähnen:

Sehr netter Kontakt, tolle Covergestaltungen die echt hervorstechen und wirklich interessante neue Romane und Autoren/Autorinnen, meistens aus Österreich: http://www.kremayr-scheriau.at/
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Immer wieder fündig werde ich auch beim vielseitigen  http://www.hoffmann-und-campe.de/ (zu denen auch Atlantik und Tempo gehören) ebenfalls ein sehr netter Kontakt und auch mal schöne Sonderausgaben (Leineneinband)
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Heißgeliebt die wunderschönen Grafic Novels und Comics von http://www.reprodukt.com/ und http://avant-verlag.de/ auch hier tolle Leute
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Dann möchte ich noch Hanser, Rowohlt und dtv erwähnen, ebenso Edition Nautilus und den mairisch Verlag

Wenn du bis hierher durchgelesen hast: WOW, Dankesehr ❤

Weibliches schreiben

Schon vor 2016 hat mich das Thema beschäftigt was ich eigentlich so lese. Wie ich feststellte war es viel amerikanische Literatur und vor allem Bücher die Männer geschrieben hatten. Franzen, Eugenides, Irving, Boyle, Murakami aber auch Suter, Schlink, Arjouni usw.

Mir fiel auf das ich wenig Literatur von Frauen las obwohl ich auch hier Favoriten habe wie Dörrie, Hustvedt, Allende, Niffenegger, Lewycka.

Dieses Jahr wurde ich wieder förmlich auf das Thema gestossen – es ging mehrfach um das weibliche Schreiben in den Büchern die ich las, Büchern von Autorinnen. Es ging vor allem aber auch darum, wie Sie hinten anstehn mit ihrem schreiben, als Ehefrauen und Mütter und Assistentinnen des Mannes, mit eigentlich anderen Aufgaben bedacht.
„Die Ehefrau“ hat mir noch einmal nachdrücklich zu denken gegeben – hier wird davon gesprochen wie die Frauen im Literaturbetrieb in der zweiten Reihe stehen. Und das bestätigt sich für mich wenn ich dorthin schaue wo es Wettbewerbe und Preise gibt, Literaturzirkel und andere Öffentlichkeiten. Ich schaue nun auch im Buchladen ein wenig anders hin.

 

Und eins, ich möchte mich diesem Vorsortierten nicht mehr automatisch aussetzen oder unterordnen. Wenn weniger Frauen zum Schreiben kommen, dann noch weniger veröffentlicht werden und dann auch noch schwieriger bekannt werden sind das ne ganze Menge Filter. Ich werde also expliziter nach Literatur von Frauen kucken und mein Lesejahr unter dem Motto „Literatur von Frauen“ angehen – so das auch hier in meinem Bücherregal ein wenig Ausgleich stattfindet.

Die Überlegung ist noch mich an die Buchhandlungen zu wenden und dazu anzuregen eine Ecke spezifisch für Literatur von Frauen zu reservieren und zwar so das man sie sieht  das macht wenig Arbeit, kostet nichts und unterstützt. Irgendein anderer Blog hatte das Thema auch aufgegriffen, weiß leider nicht mehr welcher – das Problem mit den vielen Tabs, ihr kennt es vielleicht.

Ein schönes Beispiel finde ich z.b. “ Die Schwestern“, oder sagen wir ein trauriges Beispiel. Das Buch ist gut, die Geschichte ist gut und mir ist unklar warum ein Eugen Ruge „In Zeiten des abnehmenden Lichtes“ gefeiert wird und niemand Judka Strittmatter erwähnt. Ein sehr bedauerlicher Fehler.

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Ein weiteres Thema ist auch das Thema deutsche Literatur – das, was man liest, prägt einen, und ich muß zugeben, oft habe ich mich in Neuengland, Main sehr zu Hause gefühlt, obwohl ich nie dort war, weil es immer wieder vorkam in meinen Büchern. Ich habe massenhaft Seiten gelesen über amerikanische Colleges und Hochschulen, mir dann auch noch entsprechende Serien angeschaut… das ist alles ganz nett, irgendwie heimelig, aber weit entfernt von meinem Lebensumfeld.

Es ist ganz was anderes dann etwas zu lesen was mit meiner eigenen Geschichte zu tun hat, meiner eigenen Sozialisierung, mit meinem eigenem Land, zugegebener maßen nicht immer so einfach die deutsche Literatur.

 

 

http://www.zeit.de/kultur/2016-04/schriftstellerinnen-literaturbetrieb-frauenquote-10-nach-8

Nachtrag: 19.5. Hier ein Text zu Frauen und Männern im Literaturbetrieb
https://editionf.com/Frauen-Literaturbetrieb-Studie-unterrepraesentiert-Nina-Georg

Auch hier wird sich mit Literatur von Frauen befasst:
Leseplan 2017: Mehr Frauen lesen!

Ich freue mich das ich geboren bin – Birgit Vanderbeke

dscn5674Kurz bevor ich die Sprache anfing wirklich nervig zu finden war ich dem Sog des Buches auch schon vollkommen erlegen.

Ja die Sprache ist merkwürdig, aber Sie passt zum Konzept. Ein Kind erzählt, so hört es sich für mich an – bzw. ein Kind erzählt wie sich das Erwachsene eben vorstellen das ein Kind erzählt; das aber in einer flüssigen Schriftsprache.

„…ich wäre gern ein liebes Mädchen gewesen, aber ich schaffte es nicht…“

Ich fing das Buch Abends in der Wanne an zu lesen und konnte nicht mehr aufhören – sprich das Wasser war irgendwann kalt und die Haut ganz schrumpelig, habe es dann die nächsten 2 Abende fertig gelesen – konnte es kaum aus der Hand legen. Es hat mich in seinen Bann gezogen. Ich hoffte auf ein gutes Ende, darauf auch, das sich etwas zum besseren verändert… eine echte Flucht gelingt, nicht nur in Gedanken.

„Wenn man lesen kann, kann man zaubern und sich in alle Länder in der ganzen Welt versetzen oder in Tiere verwandeln….“

Ich hatte viele Bilder im Kopf, grobe Illustrationen zu den schlimmen Dingen die hier nebenbei vorkommen, plötzlich auftauchen, so erzählt werden als wäre es Normalität… was es im Leben dieses Mädchens auch ist. Ein wirklich sehr eigenes Buch, heftige Beschreibungen dazwischen über Schläge und Misshandlungen und darüber allein zu sein, ausgeliefert. Und wie die Dunkelheit dann manchmal als Schutz zu einem kommt um den Schmerz nicht mehr fühlen zu müssen.

„Lieber gar nicht lieb haben als trotzdem, dachte ich, weil man bei trotzdem im Grunde nichts machen kann.“

Davon das die Geschichte in den 60igern spielt merkt man nicht wirklich etwas. Die Rahmenhandlung spielt auch keine allzu wichtige Rolle. Auch wenn manche Begegnungen ausschlaggebend sind, z.B. für die Liebe zu den Geschichten und Märchen über Orte weit weg, die das kleine Mädchen faszinieren. Geschichten in die Sie sich flüchtet.

Am Ende franst es ganz und gar aus – das Buch, – die Geschichte, – was das Mädchen erzählt. Ich habe die Orientierung dann vollends verloren und ich verstehe nicht warum die Autorin so ein Ende setzt, oder was Sie damit sagen will. Es geht viel um „hätte“ und ich frage mich ob das Mädchen einfach durchgedreht ist…

Sicher kein Einzelschicksal was hier geschildert wird, schockierend in der Normalität des Brutalen, wie es selbst heute noch Kinder erleben müssen. Man wünscht sich man könnte das Mädchen retten,… an manchen Stellen ist es schwer zu ertragen.

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Faszinierend in der Sprache, Sog erzeugend in der Erzählung und teilweise schwer auszuhalten. Die Hoffnung die andere hier finde lese ich nicht. Auch wenn das Mädchen eine starke Persönlichkeit vorzuweisen hat und fast schon altklug und weise daher kommt, es hilft Ihr nicht beim davonkommen. Sie findet eine Strategie die Dinge zu ertragen, mir wäre es soviel lieber gewesen wenn Sie abgehauen wäre…

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Ich kenne  die Schriftstellerin nicht – Sie hat aber schon einige Preise für ihre Werke bekommen. Ich kann leider keine Vergleiche ziehen zu Ihren anderen Büchern. Ich weiß nicht ob es Ihre Kindheit war was Sie hier beschreibt…so manches spricht dafür, z.b. die Sprache und für mich auch Ihr Blick auf dem Foto, aber ich weiß nicht ob das nicht reine Interpretation meinerseits ist.

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Erst heute las ich wieder davon wie ein Kind von seinem Onkel zu Tode gequält wurde, mitten in Deutschland. Lasst uns die Augen offenhalten und die Ohren.

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Birgit Vanderbeke

Ich freue mich, dass ich geboren bin

Piper, 18, 00 €

 

 

Der Vorleser – Bernhard Schlink

Vor kurzem habe ich mir zufällig den Film „Der Vorleser“ angeschaut. Ich hatte das Buch vor vielen vielen Jahren gelesen, mein erster Schlink damals.Der Film war phantastisch. Einer der Besten wie ich finde, die ich gesehen habe und ich habe viele Filme gesehen. Er schafft es trotz der schwierigen Themen einen zu packen. Ich bin darin versunken und war ganz gefesselt. Eine unglaubliche Tiefe die einen da trifft. Sehr gut gespielt von Kate Winslet als Hanna Schmitz und  Ralph Fiennes/David Kross als Michael Berg. Es geht um den jungen Michael Berg und seine erste Liebe, zu einer sehr viel älteren Frau. Später in seinem Rechtsstudium trifft er Sie bei einem Gerichtsprozess um Kz Aufseherinnen wieder. Und pflegt danach noch, als sehr viel älterer Mann, einen besonderen Kontakt zu seiner ersten Liebe.

Ich habe mich gefragt warum das ein amerikanischer Film ist (er wird allerdings als deutsch-amerikanische Produktion bezeichnet, siehe Wikipedia, da vor allem das Geld für die Produktion aus Deutschland kam ).

Ich denke der Abstand hat dem Thema gut getan, das es eben keine deutschen Schauspieler (meistens die immer gleichen) sind. Ralph Fiennes war ja mit dem Thema sicher schon seit „Schindlers Liste“ vertraut. Und Kate Winslet ist perfekt für die Rolle der Hanna Schmitz – ich kann mir niemand anderen darin so gut vorstellen. Sie spielt phantastisch. Erst wollte Sie die Rolle wg Terminschwierigkeiten nicht annehmen, aber da sich das gesamte Filmprojekt ziemlich hinzog, stand Sie dann doch zur Verfügung. Kate Winslet bekam später den Oscar für die Rolle von Hanna Schmitz, verdientermaßen wie ich finde.

Bruno Ganz hat eine kleine Nebenrolle als Rechtsprofessor, die so im Buch nicht zu finden ist. Aber diese kleine Rolle verdeutlicht für mich sehr stark die Verbindung von Recht und Philosophie –  wirklich wunderbar gezeigt in diesen kurzen Passagen und dem Habitus von Bruno Ganz eben – die bei Schlinks Geschichten für mich oft durchschimmern und die rechtliche Seite für mich wieder interessant gemacht hat. Denn Recht haben, heißt ja nicht Recht bekommen. Und Recht ist auch nicht immer einfach Schwarz oder Weiß, auch wenn am Ende so entschieden wird. Grade auch bei diesem Fall der für Michael Berg ja noch eine ganz andere Dimension hat, als für die anderen Prozessteilnehmer.

Von jüdischer Seite wurde der Film nicht für so gut befunden und auch kritisiert. Aber ich denke wirklich das dies ein Missverständnis ist, eine Interpretation die Schlink so, meiner Meinung nach nicht gemeint hat. Das könnt Ihr bei Wikipedia nachlesen, wenn es Euch interessiert.

Die erste große Liebe später wieder zu treffen um zu erfahren das Sie eine Kz Aufseherin war und für den Tod hunderter Frauen mitverantwortlich. Die erste große Liebe wieder zu treffen, von weitem zu sehen, Sie gealtert, man selbst erwachsener. Die Beziehung endete damals damit das Hanna verschwand, ohne Abschied. Ich weiß wie sehr so etwas das eigene Leben beeinflussen kann, und hoffe Michael hat es besser überstanden weil er noch so jung war und das Leben in seiner Gänze nun in Friedenszeiten ja vor Ihm lag, er Freunde hatte…aber es ist wohl nicht so, wie mir scheint hat er es nicht wirklich verdauen können. Wie sehr prägen einen auch die Menschen die einem nahe stehen. Wie sehr verändert man sich im Umgang miteinander, und vor allem auch mit den Körperlichkeiten die man miteinander teilt, und die so eben immer nur mit diesem einen Menschen so sein werden. Und vorallem der erste Mensch dem man so nahe kommt, mit dem man so intim ist, wie dieser Mensch Spuren in einem hinterläßt.

Die Liebe zu Hanna wird auch in Frage gestellt weil Sie so viel älter war, und Sie war keine einfühlsame Person, eher herrisch und bestimmend – mir scheint Sie verstört, weder für sich selbst noch andere wirklich zugänglich. Praktisch veranlagt, sehr sauber, wie oft hat Sie Michael gebadet, zu jedem Liebesakt gehörte das waschen dazu. Ich glaube Sie hielt sich an eine Ordnung und ein funktionieren, und ich weiß nicht ob dies nicht vor dem Krieg auch schon so wahr. Sie scheint mir traumatisiert. Vor allem auch eine sehr „einfache“ Person, abgesehen von Gefühlsdingen. Vielleicht fand auch Sie in dieser kurzen Liebe mit dem sehr jungen Michael (15 war er grade) etwas leichtes, weiches, poetisches, unschuldiges, was sonst nicht in Ihrem Leben stattfand? Ich kann mir durchaus vorstellen das Sie vor dem Jungen etwas leben konnte, was Sie mit einem gleichaltrigen Mann nicht finden kann, weil Sie dort wahrscheinlich nicht so die Kontrolle hätte halten können, nicht so bestimmend hätte agieren können, wie es gegenüber dem unerfahrenen Michael möglich war. Ganz abgesehen davon wieviel Männer gab es noch nach dem Krieg und wieviel davon waren offen für eine Liebelei?

Am Ende des Films klingt ein Missbrauch an. War es das? War es eine Abhängigkeit? Oder war es doch auch so etwas wie eine unschuldige Liebe? So wie das ist mit der Liebe, die für kurze Zeit eben wie einen Raum in einer Seifenblase bietet, wo alles andere nicht interessiert und nicht wichtig ist und man voll und ganz mit und bei dem Anderen zusammen die Zeit still stehen läßt? Ich möchte das ganze nicht verurteilen denn ich denke beide haben darin etwas gefunden was wichtig für Sie war.

Die Grausamkeit Hannas schimmert aber durch, .. dieser Blick oft. Die Art und Weise wie Sie Michael manchmal angeht und bestimmt. Aber ich glaube nicht das Sie von Herzen eine grausame Person war, eher jemand dem grausames widerfahren ist und der keinen Weg fand damit umzugehen. Sie wirkt auch Naiv und eben sehr einfach gestrickt. Die fehlende Bildung?  Nichts von alledem rechtfertigt natürlich Ihre Taten als KZ Aufseherin. Vielleicht sieht man grade an Ihr den willfährigen Soldaten, der der Obrigkeit blind folgt und macht was gesagt wird was zu machen sei, ohne es zu hinterfragen oder gar anzuweifeln. Ein Kind der schwarzen Pädagogik? Ein Kind der Zeit?

Mich tröstet es ungemein das Michael Berg später eine Tochter hat, und dieser seine Geschichte erzählen kann. Und das ist auch etwas was diese Geschichte zeigt, das es gut ist über die Dinge zu sprechen, zu berichten, Zeugnis abzulegen.

DSCN2006Ich hab mir nach dem Film das Buch besorgt, das mußte sein. Es ist anders als der Film und ich weiß nicht ob ich im Film Stimmungen falsch deutete und auch interpretierte was das Buch so nicht zuläßt, oder ob die Differenz einfach daraus entsteht wie man eben Filme von der Dramaturgie aufbaut. Ich habe noch keine Antwort, ich muß es nochmal lesen. Alles in allem ist es aber nah beieinander.

Die Literatur spielt übrigens eine große Rolle, wie so oft, meistens die Odyssee, bei Schlink. Werd mal eine Bücherliste machen. Damals gab es wohl noch diese Bildung in den Schulen (Schlink ist Jg. 44, ein Kriegskind) – das gab es zu meiner Zeit nicht mehr und ich habe fast keines der genannten Bücher gelesen. Die Literatur gibt einen sehr poetischen Rahmen der auch im Film gut umgesetzt ist. Unterstrichen durch viele stille Momente und eine gute arrangierte Filmmusik.  Allein das Vorlesen ist ja schon eine sehr besondere Sache … und Sie wäre so vollkommen poetisch wenn das Vorlesen nicht auch unter den grausigen Umständen des Lagers stattgefunden hätte, wo Hanna sich von Mädchen vorlesen lies, die Sie nachher in den Tod schickte. Zumindest geht es mir so das die Dinge geschmälert werden durch die Vorgeschichte die sich dann über die Zeit von Hanna und Michael legt.

Ich kann nur unvollständig über die Geschichte schreiben, vielleicht später genaueres, was ich hier dann ergänzen werde. Aufjedenfall möchte ich Film und Buch sehr empfehlen.

Das Buch wird wohl auch in den Schulen gelesen, was ich wirklich gut finde, und ich habe ganz zufällig eine Schülerseite zum Buch entdeckt, sehr ausführlich http://der-vorleser.com/ das nenne ich mal ein gelungenes Schulprojekt.

Ergänzt am 14.02. 18.00 Uhr

Die HerbstWinterLeseliste

DSC04273Dies ist meine persönliche HauptLeseliste für den restlichen Herbst und den Winter. Von oben links nach unten rechts:

„Pfaueninsel“, das ist das Buch was von Mina bei Mara von Buzzaldrin gewonnen wurde 🙂 ich habe es ausgeliehen bekommen und freue mich schon sehr darauf. Es hat einen wunderschönen Einband, und die Geschichte klang sehr spannend und Melancholisch – also sehr passend für die dunklen Tage um es sich zu Hause gemütlich zu machen und all den miesen Gefühlen mal so richtig Raum zu geben:

http://www.zeit.de/2014/36/pfaueninsel-thomas-hettche-roman

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/belletristik/liebesexplosionen-auf-hettches-pfaueninsel-13106455.html

Das 19. Jahrhundert, oder allgemein alles was mit Zeitgeschichte zu tun hat interessiert mich, und auch Protagonisten die Anders sind, da fühl ich mich gleich aufgehobener. Zu Berlin habe ich ne ganz spezifische Verbindung, ich hoffe dies wird das ganze nicht allzusehr beeinflusse. Hach dieses Cover, einfach so so schön.

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Das Zweite Buch „Unser einziger Gott ist die Erde“ habe ich von einer Freundin und auch schon ein bisschen quergelesen. Soziologie, fremde Kulturen und Völker, Religion – phantastische Themen und ich hatte mich auch schon mittendrin festgelesen. Und der Titel sagt schon so viel: zumindest denen die ähnlich denken. Auch für mich ist die Erde oder generell die Natur die größte Göttin und DIE Göttin schlechthin, das wurde leider in unseren Kulturkreisen vergessen, entsprechend zerstörerisch wird Raubbau betrieben. Ihr wißt bescheid.

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„Der Trafikant“, lief mir in Form einiger Rezensionen über ein das andere neue Buch von Seethaler über den Weg und kurze Zeit später bot es jemand zum Geschenketag an. Auf dieses Buch freue ich mich sehr weil ich auf so gewisse Ladenatmosphäre hoffe, die mich vielleicht an den kleinen Tabakladen um die Ecke erinnern wird oder die kleinen TanteEmmaSpätshops – seit ich nicht mehr Rauche komme ich da leider nur sehr selten vorbei. Seufz. Und dann natürlich Freud, als der Vater der Psychoanalyse – lange abgelehnt von mir, inzwischen doch in gewissen Grundlagen anerkannt, zumindest wäre ohne Ihn vieles wahrscheinlich nicht ins Rollen gekommen. Und Männer die über Frauen Rätseln, hach, ich glaube das wir dmir gefallen wo ich es doch nur andersrum kenne. Auch hier Zeitgeschichte (2. Weltkrieg)

Und da der Herr Seethaler eine so schöne Stimme hat mit diesem österreichischem Einschlag hier der Link zu einem Vorlesevideo ->

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Buch 4: „Das Sandkorn“ habe ich bei Buzaldrin (Mara) gewonnen – Chaka ❤ – hatte auch schon mal angefangen. Hier rücken Wir ein Stück nach hinten zurück: 1. Weltkrieg  – eines der Themen dieses Jahr wenn man sich mal so umschaut. Und wieder Berlin. Ob das als Zeichen zu deuten ist? Gab es eigentlich genauso viel Bücher die in Bonn gespeilt haben? Eher nicht. Wieder eine 3Ecksgeschichte – wie auch schon beim Trafikanten und der Pfaueninsel. Und mit einem sehr schönen Foto des sehr ansehnlichen Herrn Poschenrieder auf der Rückseite des Einbandes. Es gibt unglaublich viele gut aussehende Schriftsteller, viele sind so richtige Typen. Und meistens schon vergeben – klar wie sollten Sie auch überleben wenn Sie so mit schreiben beschäftigt sind. Hinter jedem tollen Mann steht mindestens 1 starke Frau – zumindest ist das so in meiner Erfahrungswelt.

Hier seine Seite: http://poschenrieder.de/das-sandkorn/ mit extra Infos 🙂

Hat auch ne tolle Lesestimme: http://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr3/mt-audios-mosaik100_tag-07072014.html – wenn er das ist? Und hier noch ein Podcast Interview: http://www.ardmediathek.de/tv/hr2-Doppelkopf/Am-Tisch-mit-Christoph-Poschenrieder-W/hr2/Audio-Podcast?documentId=22227756&bcastId=2868

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„Apokalypse Jetzt!“ scheint vorallem Unterhaltsam zu werden und sicher finden sich hilfreiche Tips für Leute wie mich, also die mit wenig Geld und nem Knacks. Hab ich zum Geburtstag bekommen. Da wurden meine „ich würde gern mehr im Grünen wohnen“ – Ideen wohl mit Aussteigerphantasien verwechselt 😀 ich bin aufjedenfall neugierig, denn von Selbst wäre ich nie auf das Buch gekommen. Passend dazu habe ich auch grade im Bioladen einen Aushang gesehen wo Rezepte aus Kriegskochbüchern nachgekocht werden – alles nutzen und dabei die Umwelt schonen. Schaden kann das sicher nicht. Aber so ein bisschen macht mir das schon Angst – die Angst vor Krieg begleitet mich schon seit frühester Kindheit. Für manche sicher ein Anspron sich zu rüsten, es gibt ja Leute mit Zweitwohnungen voller Vorräte, aber ich weiß auch nicht. Schürt das die Panik nicht noch mehr?

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„Alphabet“, ist voll mein Thema, hat mir ne Freundin geliehen, gibts auch als Film: Die Zukunft der Bildung bzw. Back to the Roots irgendwie finde ich. Aufjedenfall super Thema die Bildung, der Druck der auf den Kindern lastet und wie das zu ändern ist.

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„Handkantenschlag“ habe ich auch gewonnen dieses Jahr bei Literaturen (der Link führt zum passenden Artikel) ❤ – unglaubliches Glück beim Büchergewinnen, wenn sich das nur mal auf mein restliches Leben bisschen mehr ausweiten würde wäre das echt genial. 🙂 Bisdahin halte ichmich an die Bücher, die schon immer eine Art meiner persönlichen rettung waren. Vor diesem Buch allerdings hab ich ein bisschen Angst – es kann wehtun steht hintendrauf. ABER es hat unglaublich gute Kritiken bekommen – Frau Nors gehört zu den neuen Shootingstars des Nordens. Ich denke das wird ein Buch sein was ich dann unbedingt an meine Schwester weitergeben muß weil die nämlich genau auf so was steht – liest und sammelt Stephen King, was mir ein Rätsel ist. Da könnt ich nicht mehr schlafen.

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Und zu guter Letzt die Gewaltfreie Kommunikation, die ich hoffentlich nach diesem Buch noch besser beherrsche. Klein aber Fein mit Fallbeispielen – ich hatte es ja schon mal kurz vorgestellt. 🙂 dazu kann ich mir dann ja noch jede Menge YouTubeVideos reinziehen (ich liebe Youtube – einfach genial was man da alles findet, z.B. geniale GFK Videos)

***

Nochmal zu Diogenes: Ich mag die Bücher von Diogenes sehr, gute Auswahl schöner Einband etc. und habe nun auch entdeckt das es ein Diogenes Magazin gibt ABER das gibts in Zukunft nicht mehr SONDERN Diogenes ist jetzt bei Tumblr :shock:

Also ich weiß nicht wer von Euch das mitbekommen hat. Aber Tumblr wurde letztes Jahr von Yahoo aufgekauft, seitdem ist das nicht mehr so locker dort, wird schnell mal was gelöscht wegen irgendwelcher undurchschaubaren Regeln. Und wenn man dort dann folgen will kann man das nur mit seinem eigenem Tumblr. Irgendwie ne komische Entscheidung wie ich finde. Soll dadurch den Kommentaren aus dem Weg gegangen werden? – was dort auch eher nämlich so ziemlich gar nicht geht. Schräg. Das Theme was ausgesucht wurde ist auch irgendwie nervig, viel zu große Schrift, viel Scrollerei, und ich hab schon nen recht großen Bildschirm. Naja, nicht mein Ding. Allerdings habe ich grade beim anschauen doch wirklich noch interessante „mußichhaben“ Literatur zum Mauerfall gefunden und das auch noch von 2 meiner Lieblingsautoren – ganz überrascht das ich das von Arjouni (ich weiß nie wie das ausgesprochen wird) noch nicht kannte ( er ist ja leider schon tot – und es ist nichts neues zu erwarten 😦 )

Schaut selbst: http://diogenesverlag.tumblr.com/post/102008640395/25-jahre-mauerfall-und-die-passenden-buecher-dazu

Ach und hier das nun EXMagazin beim Diogenes Verlag zum Download: http://diogenes.ch/leser/diogenesmagazin/index

Neu zur Wunschliste: Selam Berlin, Magic Hoffmann und Unschuldige!

 

Fastenzeit

Gestern ist meine Einstimmungsbroschüre zur Fastenzeit eingetroffen. Noch 1 Woche Zeit um mir zu überlegen von was ich fasten möchte. Auf was ich verzichten mag und dann hoffentlich auch 7 Wochen kann. Ich mache mit bei einer Aktion DSC02786des Vereins „Andere Zeiten“. Und heute in genau 7 Tagen ist Start. Dazu bekomme ich dann wöchentlich einen Brief zugesandt mit Texten und Inspirationen etc. – bin schon gespannt. Die Fastenbroschur hat mich aufjedenfall nochmal zum Nachdenken gebracht. Zuerst wollte ich Internetfasten. Das kann ich aber nicht komplett weil ich hier z.B. für meine Fortbildung und mein Coachingprogramm reinmuß. Ich könnte es reduzieren. Ja. Oder ich mache es einfach so wie eine Dame in dem Heft erzählt: Sie will kein Multitasking mehr machen sondern genau nur das was Sie tut. Also wenn man ist auch nur Essen, kein Mails dazu und auch kein Radio. Da würde ich auch dem weniger Internet etwas näher kommen und vorallem der Achtsamkeit die ich im Alltag immer mehr übe. Durchd ie Stille die dann entsteht bin ich mehr mit mir Selbst konfrontiert, das muß man natürlich aushalten – nicht immer einfach. Aber ich kann auch mehr Bewußtsein. Denn alle Sinne sind dann dort wo ich auch bin. Wenn ich esse dann schmecke ich das Essen, rieche das Essen, fühle die Struktur oder das Besteck, sehe mehr hin – richte es vielleicht hübscher an, ..bin eben konzentriert dabei. Nichts anderes ist Zen, das zu tun was ich tue. Und auch in Gedanken dabei zu sein UND mit dem Körper.

Zum Thema, was sich auch noch auf den vorherigen Artikel zu bestimmten unguten Produkten der Nahrungsindustrie bezog, und dem Thema Verbrauchermacht und Veränderung, vorallem der des Bewußt_Seins bietet sich dieses nette Büchlein an. Freundlich, Umsichtig, Interessant und mit vielen Anregungen: Gut hin- und wieder ein paar Bibelstellen, davon solltet Ihr Euch nicht stören lassen. Kann ja durchaus auch sehr interessant sein. Und das Fasten ansich ist ja auch eine Katholische Tradition wobei es dort anders zugeht als beim Evangelischen Fasten oder natürlich vorallem beim einfach so fasten, wie bei mir: Also Fasten für die Achtsamkeit. „Gelassen anders leben“ von Lydia Schubert.

Fasten geht wirklich mit unzähligen Dingen. Schon mal überlegt ein Wortfasten einzulegen. Nicht gar nicht mehr reden. Aber Wörter, wie z.b. müssen und sollen weglassen? Oder eine Dame aus dem Fastenheft will es mal 7 Wochen ohne Lästern probieren.

Birgit möchte Müll- und Verpackungsfasten!! Und hat den Artikel dazu in wunderschöne Fotos eingebettet.

Bei der Evangelischen Kirche gibt es jedes Jahr ein anderes Motto: hier könnt Ihr zum diesjährigen Thema nachlesen: http://www.7wochenohne.evangelisch.de/ – Dieses Jahr: „7 Wochen ohne falsche Gewissheiten“

Spannend, spannend.. ich werde berichten.

Ach und übrigens zur Einstimmung habe ich mir jede Menge Filme bei Youtube reingezogen. Über das Leben der Amish. Ohne Strom, Ohne Heizung, und Internet..mit Landwirtschaft und frischen Essenn… das war echt schön – abgesehen davon das es ganz schöne Extremisten sind – davon halte ich nicht viel. Aber man kann sich durchaus das Beste rausziehn. Ach und Sexismus gibts bei den Amish auch nicht… einfach Entspannend.

Und Leute wie wäre es eigentlich mal mit Stressfasten?

Masse versus Achtsamkeit

 

Im Netz, unter Bücherbloggern und BücherNerds scheint es, wie im Leben da draußen, Wettbewerbe zu geben. Wer hat mehr, wer größer, wer länger und wer am meisten. Und wer kann wie lang. Vorallem Lesen. „Boah soviele Bücher hast Du geschafft“, die und die Liste abgearbeitet, oder zumindest jene zur Kenntniss genommen und Kaufrausch, Wunschzettel in Langfassung etc. etc. etc. Gibts eigentlich Schnelllesewettbewerbe? Wahrscheinlich schon. Ich weiß zumindest das es Schnelllesekurse gibt, auch Querlesen genannt.

Ok.

Und? Was bringt das? Möglichst viele und möglichst schnell gelesen zu haben? Was weißt Du noch von diesem einem Buch nach 5 h, nach 3 Tagen, nach 1 Jahr oder nach den nächsten 4 Büchern? Was ist überhaupt hängengeblieben? Oder ist etwas hängengeblieben? Was ist die Kunst daran schnell und viel zu lesen? Wozu das Ganze? Wahrscheinlich bleibt nur von diesen ganz bestimmten und ganz besonderen Büchern was hängen oder zumindest die Ahnung einer Stimmung zurück. Der Masse an Information werden wir in diesem Leben nicht mehr Herr. Die Kunst ist eher auszuwählen was genau für Dich wirklich zählt.

Ich glaube nicht das man ein Buch nach einmaligem Lesen wirklich erfasst hat. Auch wenn das bloggen darüber wahrscheinlich hilft sich selbt und den eigenen Lesegenuß zu reflektieren. Mit Büchern ist es wie mit Käse, Wein und guter Kunst. Das was gut ist bleibt … in Gedanken, im Geschmack, im Wert…

Die Krux daran das „Gute“ oder auch Besondere ist nicht auf einen kurzen Blick zu erhaschen und auch nicht der erste Eindruck zählt. Nebenbei gesagt ich glaube nicht an die Liebe auf den ersten Blick. Sicher gibt es immer eine Einschätzung nach den ersten Sekunden. Und wir öffnen die entsprechende Schublade. Aber das ist auch ok und notwendig um uns in einer sich immer mehr wachsenden und zersplitternden Welt zurecht zufinden. Orientierung zu haben. Aber worauf es ankommt ist das danach. Einen 2. Blick zu riskieren. Meinung auch revidieren zu können und Dinge oft zu betrachten, tiefer einzutauchen, Schichten zu entblättern, verschiedene Perspektiven zu entdecken…und der Geschmack ist nur richtig zu schmecken wenn Wir uns Zeit geben, ihn auf der Zunge zergehen zu lassen und mit möglichst vielen Sinnen zu genießnen. (Fast schon) Meditativ.

Ich lade ein zum mehrfach lesen. Statt sich immer neues zuzuführen. Ein Buch wirklich 2 mal, 3 mal, 4 mal und mehr zu lesen. Es sich wirklich zu Eigen zu machen. Und ganz tief einzutauchen in diesen ganz besonderen Zwischenraum der nur Dir und diesem Buch gehört und gehören wird. Diese ganz bestimmten Zwischenraumgefühle wahrzunehmen, und die vielen Ebenen zu entdecken, auch um ein Bild von diesem einen Buch zu bekommen was so Facettenreich ist wie das Leben selbst.

Stopp die Masse – nehme wahr!

 

 

Die Leselawine mit deinem ersten Satz :-)

Mehr Salz, Ilsebill! – Wir starten die Leselawine.

Vom Literaturfest München

Anfang und Ende

Schon oft habe ich gelesen, das der erste Satz in einem Roman besonders wichtig sei. Und auch das dieser vielen Schriftstellern schwer zu schaffen macht. Phillip Djian meinte auch in einem Roman, das die meisten MöchtegernAutoren grundsätzlich gern mit atmosphärischen Wetter- und Klimabeschreibungen anfangen (ich muß sagen das ist auch eine meiner Spezialitäten). Im Roman wurden diese Buchvorlagen leider sofort aussortiert.

Wie suchen Sie sich Bücher aus? Anhand der ersten Seite, oder des ersten Satzes? Ich nicht. Ich schlage das Buch per Zufall auf und fange an zu lesen, und wenn es mich dann fesselt, hat es gute Chancen. Das ist auch später dann sehr schön wenn ich wieder zu dieser schon gelesenen Stelle komme, denn dann ist da sowas Vertrautes, was mir das Buch gleich noch ein Stück näherbringt. Und mich Verbindung fühlen läßt. Dem ersten Satz habe ich selten wirklich Beachtung geschenkt, nur wenn er wirklich besonders war, oder mich ins stolpern brachte. Aber ich muß auch zugeben das wiederholte Lesen schon gelesener Bücher fängt bei mir gerade erst an. Und ich freue mich drauf schon Erfahrenes neu zu erfahren.

Kürzlich las ich „Owen Meany“ von John Irving zum 2.mal, ein Buch was ich lange verehrt hatte. Tja, was soll ich sagen, es war immer noch schön, aber nicht so schön das ich es behalten habe. Mals schaun wie das mit „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ wird, mein Lieblingsbuch von Irving.

Nun, ich schweife ab. Das Ende. Das Ende war mir eigentlich wichtig, bzw. ist es das worum es mir geht. Das Ende finde ich viel wichtiger als den Anfang. Das Ende in einem Buch ist immer absolut und hat selten den Beigeschmack einer langsamen Ausblende. Irgendwie passiert es meistens recht abrupt. Fast immer mit einem Punkt. Und dann wars das. Schluß, Aus, Finito.

Das Ende bestimmt wie die ganze Geschichte dasteht. Erst am Ende und an der Art des Endes ist zu erkennen was die Geschichte zu sagen hat. Am Ende und im Rückblick erst gelingt uns die Deutung der Geschichte und der Vergangenheit. Das Ende trifft die ausschlaggebende Aussage was die Geschichte war, ist und bedeutet. Das ist im Leben so, wie in den Büchern. Wie sollte es auch anders sein. Erst an der Peripherie haben wir den Überblick.

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