Zum Tag des Friedhofs – Lebensraum Friedhof

Der alte Friedhof

Ich wohne gegenüber von einem alten Friedhof, teile dieses Areals sind etwas verlottert und unglaublich charmant. Es wachsen dort sehr unterschiedliche Bäume und Pflanzen. Viele alte große Exemplare, viele Buchen und Eichen, Ebereschen, Birken und die üblichen Nadelhölzer. Überall finden sich Farne und Gräser. Riesige Koniferen sind längst über die Gräber hinaus gewachsen. Eibenbüsche überdecken wie Höhlenwände alte Familiendoppelgräber, Rosenstöcke schlagen aus.  Im Unterholz hört man es rascheln, viele Amseln waren dort die letzten Jahre zu sehen. Katzen gehen auf den schmalen Pfaden zwischen den Grabreihen gern spazieren, vorbei an rostigen Zäunen, die gerne mal von Baumstämmen überwachsen wurden. Soviel gibt es hier auf diesem Fleckchen Erde zu entdecken, jedes Jahr wieder etwas Neues.

Auf dem Friedhof meiner Kindheit – Neuer Annenfriedhof Dresden

Ich hatte schon immer ein besonderes Verhältnis zu Friedhöfen. Vielleicht hängt das damit zusammen, daß man mit mir als Baby und Kleinkind gern auf dem Friedhof spazieren ging – ich sehe auch heute noch viele Eltern mit ihren Kleinkindern. Eine der wenigen Erinnerungen an meine Oma väterlicherseits ist auch ein Aufenthalt auf dem Friedhof. Wir haben dort die Spatzen gefüttert.
Der Friedhof meiner Kindheit hatte eine riesige und phänomenale Allee. Noch immer gibt es von einem Teil meiner Familie dort ein Grab. Vor einigen Jahren habe ich ein kleines Ahornbäumchen gepflanzt. Der Friedhof ist immer noch so schön. Leider komme ich nur selten hin. Wird Zeit das ich mal wieder vorbeischaue, auch um zu kucken ob das Ahornbäumchen den heftigen Sommer überstanden hat.

Weinende Frauenfigur

Dafür fühle ich mich meinem Friedhof hier sehr verbunden. Man eignet sich Orte einfach auch an, wenn man sie lange kennt und immer wieder über die Jahre die gleichen Wege geht, die Jahreszeiten verfolgt und all die kleinen und großen Veränderungen. Es gibt viele alte Gräber, wunderbar restaurierte und extrem verfallene – das Geld reicht nicht um alles zu erhalten. Alte Bildhauer- und Steinmetzkunst aus den verschiedenen Zeiten sind auf „meinem“ Friedhof zu bewundern, und auch ganz moderne Grabsteine.

Mein Lieblingsgrabstein ist ein Würfel auf 4 Stahlbeinen. Im Würfel gibt es tiefe Löcher. Manchmal steckt dort eine Feder drin oder eine Blume. Oben auf dem Stein ist eine kleine Kuhle, hier sammelt sich das Wasser, eine Tränke für Insekten und Vögel. Ich geh oft auf dem Friedhof meine Runde und fast immer an diesem Grab vorbei. Es ist sehr liebevoll gepflegt.
Manche Gräber sind das leider überhaupt nicht. Hin- und wieder pflanze ich dort bei den kahlen Gräbern etwas oder verteile ein paar gesammelte Samen wie z.B. von der Akelei, die es in vielen Farben auf dem Friedhof gibt. Im Sommer gieße ich auch hier und dort und fülle vor allem die Wasserschälchen auf, von denen es für die Tiere viel zu wenig gibt.

Dieser ganz besondere Platz so mitten in der Stadt, dieser Friedhof mit seinen vielfältigsten Pflanzen und Tieren, Raum für Insekten und Vögel, ist ein ganz eigener Lebensraum. Hier treffen sich Tod und Leben, über den Jahreslauf, und an den Gräbern die Menschen und ihre Erinnerungen. Die Natur als Lehrmeisterin schlechthin wenn es um das Werden und vergehen geht. Naturbetrachtung ist im Grunde genommen Therapie.

 

Ich selbst habe hier auf dem kleinen Friedhof schon Leben gerettet: Bienen und Vögel die in den Wassertonnen am ertrinken waren. Und eine Amsel habe ich beim Sterben begleitet, für mich ein sehr intensiver Moment. Hin- und wieder treffe ich auf eine kleine Katze ohne Schwanz, wir kennen uns so gut, das wir ein Stück miteinander gehen und etwas streicheln darf ich auch. Die anderen Katzen gehen den Menschen lieber aus dem Weg, oft sind sie wahrscheinlich auch auf der Jagd.
Im hinteren Teil wohnte auch ein Eichhörnchen, gesehen habe ich es nur selten, aber manchmal knuspern gehört, wenn ich dran denke nehme ich ein paar Nüsse mit. Und wie oft in den Abendstunden gab es wunderbare Vogelkonzerte. Und auch die Menschen lassen sich nicht lumpen, auf vielen Beerdigungen spielt eine wunderbare Blasmusik auf, mit den schönsten Stücken, hab inzwischen ein ganz anderes Verhältnis zur Blasmusik gewonnen, weil es immer wieder so gut klingt und ergreifend ist, hier zuzuhören zwischen den alten Bäumen und Gräbern.

Ich finde diesen Lebensraum so wichtig. Wieviele Pflanzen und Kräuter habe ich im Laufe der Jahre hier entdeckt, viele Heilpflanzen sind dabei. In unserer Zeit wo die Städte zugepflastert sind und überall auch noch die letzten Brachen bebaut werden, sind diese kleinen Biotope umso wichtiger. Ein wenig Ruhe, Besinnung und eben Platz für all die Tiere. Bäume die unsere Luft reinigen und frischen Sauerstoff schenken, so wichtig, auch für unser Stadtklima. wie ich finde ein unterschätztes Thema. Auf dem Friedhof kann ich Luftholen, zwischen all dem Grün. Ganz besonders denke ich auch an die Insekten, Bienen und Vögel – sie werden immer weniger, Friedhöfe sind enorm wichtig für sie. Diese Räume müssen geschützt werden, auch für uns und inklusive der Ruhe, die es zu bewahren gilt. Hier bei meinem kleinem Friedhof führt nun leider eine neue Bahnlinie entlang und viele lange und laute Güterzüge stören über den Tag und auch die Nacht, es wurde nicht daran gedacht einen Lärmschutz mit zu bauen, was ich sehr bedauere. Dafür möchte ich mich einsetzen.
Ich wünsche mir mehr Sensibilität für solche Themen und eben auch diesen Raum für Trauernde, wo Sie in Ruhe sein dürfen. Aber auch für uns andere die wir hier einfach gern spazieren gehen, ganz nah dran am Lauf des Lebens. Noch ein paar Sitzmöglichkeiten mehr wären toll. Die Bewahrung möglichst vieler Bäume, und verwachsener Ecken finde ich wichtig. Das auch mal Totholz liegen bleiben darf und das es für Insekten und Vögel Möglichkeiten gibt ungefährlich an Wasser zu kommen. Ich werde weiterhin die Jahreszeiten hier besonders verfolgen, schauen welchen Pflanzen ich begegne, denn oft geben genau diese uns einen Hinweis darauf was wir brauchen und darauf hoffen das wieder mehr Vögel und Schmetterlinge zurück kommen. Wir können das mit der Pflege solcher Naturstücke und der Auswahl der Pflanzen mit beeinflussen. Und sicher ist an vielen Stellen noch Platz für ein Wasserschälchen.

Danke fürs lesen, hast du auch etwas über einen Friedhof zu erzählen?

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Leuchtende Gräser,

dort wo sich Amsel und Eichhörnchen von ferne zunicken,

zwischen den alten Bäumen und verwitterten Grabsteinen,

wo der Tod so nah ist und das Leben sprießt.

Die Stille des werdens und wachsens

den KonzertRaum bereitet für den Gesang der gefiederten Freunde,

neben der heiligen Eibe, dort wo ich mich mit der kleinen schwanzlosen Katze auf einen Schwatz treffe

und wir nicht über das Leben philosophieren sondern nur leise flüstern

was dringend zu sagen ist,

etwas über die Schönheit und Freude,

kleine Liebkosungen austauschend

gehen wir ein Stück zusammen

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Welttag der Suizidprävention 2018

Heute ist er wieder, der Tag der Suizidprävention. Jonas Monar hat ein tolles Video für [U25] gemacht. ❤
Viele von euch wissen schon das mir das Thema sehr am Herzen liegt, u.a. auch weil ich selber sehr dunkle Zeiten erlebt habe und weil ich eine Zeitlang im Projekt [U25] tätig war. Ein Projekt das Peergroupberatung per Mail anbietet für junge Menschen unter 25 Jahren. Denn gerade bei Jungen Menschen ist die Suizidrate sehr hoch.
Ich möchte heute wieder auf das Thema aufmerksam machen. Grade in letzter Zeit ist mir wieder aufgefallen wie unsensibel wir Menschen oft sind. Wenn es jemandem schlecht geht, brüllt dieser Mensch das selten in der Gegend rum. Nein, die Zeichen sind oft klein. Bemerkungen am Rande. Oft fehlt auch die Kraft das mehr zu thematisieren, da so vieles vielleicht schon abgewunken wurde, wenn jemand sagt das es ihm/ihr schlecht geht, das vielleicht auch öfter sagt. Zu viele Menschen nicht zugehört haben, und es nicht ernst genommen haben. Bitte achtet auf eure Mitmenschen und fragt lieber einmal zuviel als einmal zu wenig. Nehmt die Menschen ernst wenn sie sich öffnen und sagen das es ihnen nicht gut geht oder sie Dinge nicht mehr schaffen.

Bei Problemen geht oft ein Rückzug mit einher und das Sozialleben ist eingeschränkt, sprich es gibt wenig Kontakte. Deswegen ist dann vielleicht dieses eine kleine Gespräch grade besonders wichtig. Wenn es euch selbst zu viel ist dann verweist die Person doch bitte an Beratungsstellen oder die Telefonseelsorge, sucht vielleicht eine Adresse einer Beratungsstelle raus oder oder oder. Jede Kleinigkeit kann hilfreich sein.
Wir reden über soviele Sachen, Reaktionen kommen meißt nur zu lustigem, ganz besonders im Netz. Bitte überhört und überseht nicht die ernsteren Seiten Ihr könntet Menschenleben retten.
Projekte wie [U25] sind übrigens immer auf Spenden angewiesen, die meiste Arbeit dort ist Ehrenamtlich, genauso wie bei der Telefonseelsorge, dabei ist es so so wichtig was dort getan wird.

Wie kannst du nun konkret helfen außer z.b. Hilfe zu suchen? Du kannst einfach da sein, mal nachfragen wie es geht, einfach zuhören – ohne Ratschläge. Den Menschen einfach so annehmen wie er*sie grade ist. Gefühlen einen Raum lassen. Die Person in den Arm nehmen, zum Kaffee einladen, oder anders zeigen das da jemand ist der  Interesse hat.

http://dubistmirwichtig.de/

https://www.lokalo24.de/lokales/kassel/suizid-praevention-geschaeftsfuehrerin-dertelefonseelsorge-einsamkeit-zugenommen-10221432.html

Warum werden wir immer einsamer? Warum ist es immer schwieriger Verständnis zu finden?

Über das bloggen

Über das eigene bloggen wollte ich schon länger mal schreiben. Und zwar ganz speziell zum Thema Buchblog. Sozusagen ein wenig aus dem Nähkästchen geplaudert bzw. aus dem Bücherberg.

Anfang

Angefangen hat alles als einfache Exeltabelle, ich wollte einen Überblick über die gelesenen Bücher und die entdeckten Autoren bekommen. Seit Kindertagen bin ich Stammgast in der Bibliothek und konnte mir nur selten die gewünschten Büchern kaufen. Auch dafür die Liste, um später nochmal nachlesen zu können oder mir manches sogar doch noch zu besorgen; ich kaufe wenn, dann auch viele gebrauchte Bücher.

Irgendwan begann ich über meine Handarbeitsprojekte zu bloggen, auch das war eher als Sammelstelle gedacht für all die schönen Sachen die ich im Netz gefunden hatte, und da die Bücher-Exeltabelle doch recht beschränkt war, dachte ich, warum nicht auch einen Leseblog. Naja und ums sortierter zu halten, die Themen nicht zu sehr zu vermischen gibt es eben für jedes Thema einen eigenen Blog.

Entwicklung

Im laufe der letzten 5 1/2 Jahre des „über Bücher bloggens“ hat sich einiges Verändert. Heute bin ich nicht mehr nur auf die Ausbeute der Bibliothek angewiesen – die ja oftmals eine Glückssache war – sondern bekomme auch von einigen Verlagen Rezensionsexemplare.
Dazu kommt auch das meine Bibliothek umgezogen ist und ich nicht mehr ganz so gern hingehe wie noch vor 2,3 Jahren. Und manchmal gibt es schon Bücher die man gerne dringend lesen möchte und auf die man dann oftmals lange warten mußte, oder sie gar nicht im Bestand vorfand.

Anliegen

Ich finde beim bloggen kommt es sehr darauf an was man eigentlich möchte, welches Anliegen man als Blogger*in hat. Viele Blogs sind ja doch auf die Neuheiten ausgelegt, das ist jetzt z.b. gar nicht so mein Ziel. Ich bin vielmehr thematisch orientiert, und lese auch sehr gern mal ein älteres Buch. Ich liebe Biografisches, interessiere mich für Geschichte und Frauenthemen, Psychologisches, liebe gute Comics, gute Recherchen, gern mal ernstere Themen, hin- und wieder ein Sachbuch … ich habe ein Faible für Psychologie, Natur und Poetisches. Bin eher auf der Suche nach Lebenswelten in denen ich mich auf die eine oder andere Art wiederfinde als das ich gänzliches Fremdes entdecken möchte, wobei ich mich zwischendurch schon gern mal überraschen und faszinieren lasse.
Mir geht es einerseits darum Themen zu erfassen, Vorstellungen zu bekommen, zu sammeln und zu recherchieren oder mich mit bestimmten Themengebieten auseinander zu setzen. Und das eben mit euch zu teilen. Die Ränder dieser Themen sind nicht betonhart, sondern schwimmen auch mal in die eine oder andere neue Richtung.
Das letzte Jahr habe ich mich z.b. explizit mit Literatur von Frauen beschäftigt – aus verschiedenen Jahrzehnten. Ein Schwerpunkt sollten eigentlich deutsche Autorinnen sein, aber das hat dann so seinen eigenen Verlauf genommen. Das ist auch etwas sehr schönes, den Dingen die da so auftauchen Raum zu geben, mäandernd durch Buchlandschaften zu streifen. Sich auch treiben zu lassen. Ich bin niemand der unbedingt Buchkataloge liest, ich stöber aber gern. Manchmal wenn mich eine Autorin oder ein Autor besonders bewegt schau ich sehr gern nach weiteren Werken. Leider fehlt mir hier in der Nähe eine Buchhandlung des Vertrauens, auch wenn die, die es gibt eine recht gute Auswahl haben. Mir fehlt dort eine Person mit der man auch über die Literatur sprechen kann, jemand der dann auch weiß was man liest. Das fand ich früher immer sehr schön an anderen Orten, oder auch generell in Geschäften, nicht nur in Buchläden, wenn man sich kennt.

Zurück zum bloggen:
Ich möchte gern Texte schreiben die nicht zuviel verraten, ich finde das spoilern bei Buchbesprechungen eher eine Unsitte, vor allem wenn die Spoiler nicht gekennzeichnet sind. Auch möchte ich keinesfalls Klappentext oder Buchrücken zitieren – die kann ja nun jeder selber lesen. Ganz abgesehen davon, das Klappentexte irgendwie meistens daneben liegen – was mich ja öfters ärgert, weil ich das als fehlende Sorgfalt auslege. Ich denke ich möchte gern schreibend erzählen. Was dann am Ende rüber kommt ist ja immer noch mal eine andere Angelegenheit, ich freue mich deshalb immer über Kommentare. Auch ist es mir ein Anliegen einfach und verständlich zu schreiben und nicht zu lang – ja auch ich ufere manchmal aus, aber das auf keinesfalls über den Inhalt. Ich kann diese mega langen Texte im Netz nicht leiden und lese Sie selber eher nicht. Offline ist das was anderes.

Inzwischen gibt es auch eine extra Unterseite hier mit eigenen Texten die ich dort verlinkt habe – keine Rezensionen. Das möchte ich gern noch viel mehr ausbauen. Gern rege ich auch Menschen zum mitschreiben an und bin deshalb eine Verehrerin der Blogparade und gebe Onlinekurse bzw. veranstalte kleine Challenges. Spielerisch, gern mal poetisch, und frei.
Das Schreiben hat ja nun viele Regeln, und dann die Rechtschreibung, mit den beiden verstehe ich mich nicht immer so gut, aber ich finde davon sollte man sich wirklich nicht abhalten lassen. Ich mag es zu inspirieren und Impulse in die Welt zu schicken. Ja, und ich begeistere mich gern. Abenteuer warten überall, im kleinen und im großen.

Verlage

Ganz interessant finde ich wie sich mein Leseverhalten verändert hat. Ich habe inzwischen weniger Geduld, früher habe ich mich schon mal durch das eine oder andere Buch gequält. Ich hätte es frevelhaft gefunden es einfach beiseite zu legen. Heute habe ich einen so großen Büchstapel, und so vieles was ich noch lesen und machen möchte, daß mir meine Zeit dafür zu schade ist.  Wenn mich etwas nicht mitnimmt oder abholt dann mache ich auch mal kurzen Prozess. Allerdings lese ich inzwischen auch Bücher zum wiederholten Male, auch eine spannende Erfahrung.

Viele Verlage die ich früher gelesen habe sind inzwischen bei Randomhouse zusammen gefasst und dort bin ich auch Mitglied im Bloggerportal. Jeder der einen Blog hat kann sich dort anmelden und kann sich bis zu 10 Bücher aussuchen. Und wenn man welche rezensiert, kann man wieder was neues bestellen. Manchmal klappts mit dem Wunschbuch, manchmal nicht. Das schöne war für mich hier das man auch mal ein Buch bekommen kann was bisschen spezieller ist, wie z.b. über Trauma, oder hin- und wieder auch was Älteres noch zu haben ist. Momentan lese ich aber eher andere Verlage.
Klar hat man, auch thematisch und in der Aufmachung, schon so seine Lieblingsverlage. Und ja es erfordert doch immer etwas Mut dort anzufragen ob vielleicht hier oder dort ein Rezensionsexemplar möglich wäre. Also zumindest geht es mir so. Inzwischen haben viele auch Extra Kontakte für Blogger*innen. Das finde ich sehr angenehm.
Naja aber es gibt auch manche Verlage, die auch auf mehrere Anfragen nicht antworten, wie z.b. Diogenes – keine Ahnung was man da machen muß um dort „gesehen“ zu werden. Dabei hat der Verlag sogar ein extra Eckchen in meinem sortiertem Bücherregal. Bei Suhrkamp hab ich mit meinen Wünschen die paar mal die ich schlußendlich wirklich gefragt habe kein Glück gehabt, wahr wohl immer zu spät dran, und irgendwann lässt man es halt dann auch mit dem Nachfragen. Nachfragen/Anfragen ist am ende auch viel Arbeit und immer habe ich da keine Lust drauf. Was vielleicht auch gut ist, denn dadurch überlege ich mir schon genau was ich möchte.
Bei manchen muß man sich auch richtig anmelden und gewisse Angaben machen, was die Statsitik z.b. betrifft. andere scheinen einfach so abzusagen ohne überhaupt mal vorbei geschaut zu haben. Das ist sehr unterschiedlich. Was ich grade entdeckt habe: es gibt jetzt bei Carlsen die Carlsen Blogger Helden. auch ne Idee. Es ist halt so jeder hat nur eine bestimmte Zeit zum lesen zur Verfügung, und das was da ist und gelesen wird hat natürlich Chancen rezensiert zu werden. Wenn ein Verlag dann besondere Betreuung anbietet oder eben auch mal überraschende Bücherpakete schickt stehen die Chancen gut auch im Blog erwähnt zu werden. Und auch bei mir ist es so das ich sehr oft nach Büchern schaue von denen ich eine gute Rezension gelesen habe. Die Bücherblogs an sich sind schon eine gute Werbeplattform und durch das Herzblut des Privaten eben nochmal was ganz anderes als eine Buchkritik in der Zeitung, die sich ja meistens eher um Sachlichkeit bemüht.

Ich freu mich immer sehr wenn es ein bisschen persönlicher wird mit den Kontakten, und am schönsten finde ich es, wenn die zuständigen Menschen einen auch einzusortieren wissen – ist bestimmt nicht einfach, es gibt ja wirklich viele Blogs. Und trotzdem sind da eben die Kontakte, die sind einfach nur total nett – da kommt dann auch mal mehr als nur „Danke für den Rezensionslink“ zurück – ich hätte ja am liebsten auch mal Feedback und persönliche Gedanken von der „anderen Seite“.
Vom S. Fischer Verlag habe ich vor einiger Zeit ein schönes Buchpaket bekommen, echt ne Überraschung. Allerdings halt mit Büchern drin die jetzt eher nicht meiner Auswahl entsprochen hätten, ich muß sagen nix für eine HSP wie mich, da war z.b. dieses Lize Spit Buch drin… grusel. Aber ich habs gelesen und ich werd demnächst auch endlich mal drüber schreiben… jetzt nachdem alle anderen ihre Meinung schon gesagt haben *lach* – und da ist er wieder der Vorteil mit dem Buch was halt grade da liegt, zugegeben es hatte auch eine sehr besondere Aufmachung. Und Werbung ist es ja immer für die Bücher, ob man nun eher eine negative oder eine positive Kritik schreibt. Einen Verriss hatte ich noch nie, ich glaube dafür habe ich zuviel Respekt vor den Menschen die es schaffen Bücher zu schreiben. Und größtenteils ist es ja auch subjektiv.., die eigene Empfindung usw. der eine mag es eben und aus denselben, oder ganz anderen, Gründen mag es jemand anders gar nicht.

Insgesamt hat das schlechte Gewissen bei mir zugenommen mit den Verlagsexemplaren. Ich fühle da schon so etwas wie eine Verpflichtung zeitnah zu lesen und zu rezensieren – aber ich pack mich dann immer wieder selber am Herzen und sage laut Nein, denn, und das ist mir wirklich wirklich wichtig, ich bin eine Lustleserin. Und manchmal lese ich auch mehreres nebeneinander, oder etwas liegt zu weit unten im Stapel und wird ne Weile übersehen oder mir ist einfach jetzt grad gar nicht danach. Ich bin ja der Meinung jedes Buch hat so seine Zeit. Und ja ich finde es braucht auch die passende Stimmung. Und manchmal durchaus auch eine Lesepause. Ganz abgesehen ist das ganze ein Hobby und wenn ich Nähe und Stricke dann kann ich zeitgleich nicht auch noch lesen. So muß ich schauen wie ich die vorhandene Zeit verteile.
Druck z.b.ich sollte irgendwas zu einem bestimmten Datum fertig haben… ne das geht nach hinten los, da reagiere ich mich Erstarrung und Blockaden. Lesen/Hören/Schreiben, Geschichten eben, das hat für mich schon immer viel mit Freiheit zu tun, so wie eben auch das Texten. Mit Sinnlichkeit, Vertiefung… so ein Buch ist ja oft wie eine Begleitung.

Da fand ich kürzlich eine Werbeaktion von Kiepenheuer & Witsch sehr schön. Da kam Überraschungspost mit einem Buch, ist ja eher selten so unangefragt, dem lag ein Brief bei, auf dem Umschlag handschriftlich mein Name, Postkarte und Visitenkärtchen anbei. Sowas macht bei mir ja schon was aus.
Ich bin übrigens schon eine Weile bei Instagram – ist direkt auf dem Blog auch in der Seitenleiste zu sehen – dort poste ich immer was ich grade lese. Und ein neues Foto von mir gibt es jetzt auch mal, nach 5 Jahren 😉 auch direkt im Blog zu sehen.

Meine Lieblingsverlage aus dem letzten Jahr möchte ich noch gern erwähnen:

Sehr netter Kontakt, tolle Covergestaltungen die echt hervorstechen und wirklich interessante neue Romane und Autoren/Autorinnen, meistens aus Österreich: http://www.kremayr-scheriau.at/
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Immer wieder fündig werde ich auch beim vielseitigen  http://www.hoffmann-und-campe.de/ (zu denen auch Atlantik und Tempo gehören) ebenfalls ein sehr netter Kontakt und auch mal schöne Sonderausgaben (Leineneinband)
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Heißgeliebt die wunderschönen Grafic Novels und Comics von http://www.reprodukt.com/ und http://avant-verlag.de/ auch hier tolle Leute
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Dann möchte ich noch Hanser, Rowohlt und dtv erwähnen, ebenso Edition Nautilus und den mairisch Verlag

Wenn du bis hierher durchgelesen hast: WOW, Dankesehr ❤

kleine Veränderungen

dscn2815Kommt doch mal wieder richtig auf meinem Blog vorbei, nicht nur im Readermodus.
Ich habe u.a. eine neue Unterkategorie, bzw. Seite eingerichtet. Dort werde ich nun immer meine Texte verlinken die ich zu verschiedenen Themen geschrieben habe. Bisher leider immer unbezahlt, aber wer weiß was noch kommt – aufjedenfall einer meiner Schwerpunkte dieses Jahr.

Ganz frisch mein Text zum Thema „weitermachen“ auf „Umstandslos“, dem feministischen Müttermagazin – was ich als Nicht-Mutter sehr ehrenvoll finde. Generell ein grandioser Gemeinschaftsblog mit vielen unterschiedlichen Stimmen. Ich mag die Seite sehr:

würde mich über Kommentare freuen oder auch Likes – aber nur ernstgemeinte bitte: https://umstandslos.com/2017/02/10/von-fleissigen-frauen-vom-scheitern-und-vom-weitermachen-ein-appell-fuer-eine-neue-menschlichere-gesellschaft/

Desweiteren könnt ihr auf der Seitenleiste rechts nun die Verlinkungen zu Facebook sehen. Dort habe ich eine Seite für meine Illustrationen eingerichtet – sie ist noch im Aufbau aber ein paar Sachen könnt Ihr schon anschauen. Hab ja berichtet das ich das Thema wieder aufgenommen habe und da ein wenig mehr draus machen möchte. Schaut gern mal vorbei.

 

Nicht diese Art von Mädchen – Lena Dunham

dscn7659Wild, schräg, ungeordnet, bisschen erschreckend auch… alles dabei bei Lena Dunham. Ich liebe ihre Serie „Girls“ und die wunderbaren Figuren. Auch wenn es nicht mehr meine Generation ist, aber sie erzählt viel, und das unglaublich befreiend und offen, was mir auch bekannt ist, und was ich so vorher nirgendwo gesehen habe. Nun war ich natürlich auf Ihr Buch extrem gespannt – manchmal fiel es mir schwer die Serie und ihr Erzählungen im Buch voneinander zu trennen. Sie spielt bei „Girls“ selbst die Hauptrolle und erzählt davon auch in „Not that Kind of Girl“.

Es macht auf mich den Eindruck als würde sie sehr ehrlich schreiben, und deswegen verzeih ich auch das ungeordnete, das abschweifen und das andere-Geschichten-dazwischen-werfen.

Sie ist neurotisch, hat jede Menge Gesundheitsprobleme, ist seelisch unbalanciert (kommt mir immer wieder mal bekannt vor), das aber in einem Maße, was mich doch etwas verstört zurückgelassen hat und zwischendurch schwierig war auszuhalten – also Achtung wenn Ihr selber da ein Thema habt, es könnte triggern, sprich etwas unangenehm anstoßen in eurem Inneren. auf der anderen Seite ist diese Ehrlichkeit wirklich erfrischen und fühlt sich einfach sehr authentisch an.

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Lena Dunham ist aber auch so schon alles andere als eine durchschnittliche oder gewöhnliche junge Frau. Ihr Eltern sind beide künstlerisch tätig und so wie es klingt ist sie recht unkonventionell, frei und geborgen aufgewachsen. Sie erzählt von ihrer Familie und ihrer Schwester, Ihren Freunden, Männern, Sex (tut mir voll leid das Sie da soviele miese Erfahrungen gemacht hat), dem schreiben, über das Kranksein, Medikamente und Drogen, Ihre Zustände, Ihre Versuche und ihrem Lebenslauf bis hin zum Feriencamp – ich mag es sehr und hoffe es gibt viele junge Frauen die Ihr folgen und es einfach wagen sie selbst zu sein und das auch auszudrücken.

Will gar nicht mehr schreiben, da ich nicht zuviel verraten möchte, lest es einfach selbst.

Ps.: Es gibt im Buch total schöne kleine Zeichnungen, die mich an meine Kindheit erinnert haben als ich großer Nöstlingerfan war:

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Lena Dunham

Not that kind of Girl

Was ich im Leben so gelernt habe

S.Fischer, 19,99 €

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Interview mit Lena Dunham

http://www.fischerverlage.de/interview/11_Fragen_an_Lena_Dunham/1718713

http://www.hollywoodreporter.com/features/goodbye-girls-as-lena-dunham-cast-execs-overshare-show-oral-history-970777

 

 

 

 

Dresden revisited

dscn5742„Von einer Heimat die einen nicht fortlässt“ – lautet der leicht zu übersehende Untertitel.

Bei diesem Titel mußte ich zuschlagen, ich hab regelrecht drauf gewartet. Peter Richter schreibt über seine Heimatstadt Dresden. Selbst ist er wohl seit über 25 Jahren nicht mehr hier ansässig und lebt als Korrespondent in Amerika, genauer gesagt in New York (was mich ziemlich beeindruckt). Und wie es so ist mit den Wirklichkeiten, just kam das Buch raus, war das Stück „89/90“, was auf einem seiner früheren Bücher mit dem selben Titel basiert, hier bei uns auf der Bühne.  http://www.staatsschauspiel-dresden.de/home/89_90/

Keine Frage, das dieses Buch von mir als in Dresden geborene, Zurückgekommene und hier Lebende gelesen werden mußte. Im Zuge der Überlegungen bin ich mir sehr unsicher ob ich mich als Dresdnerin sehe, wobei es mir immer wichtig ist zu betonen das ich hier geboren bin, und mich schon sehr viel mit diesem Ort verbindet, da sich für mich an dieser Stadt sehr viele meiner Themen festmachen. Oder vielleicht habe ich diese Themen auch gerade weil ich hier geboren bin?

Richters Buch ist Buch in 29 kurzen Kapiteln. Eine Art öffentlichen nachdenken auf 150 Seiten.

„Dresden revisited“.. also zusagen „wieder zu Besuch“, oder auch „zurückbesucht“… wurde meine Badewannenlektüre, sprich: Ein entspanntes Lesevergnügen. Ich mag den Ton, die Art, wie der Autor schreibt. Ein Mann in meinem Alter und einem so komplett anderem Leben. Natürlich ist auch sein Blick auf die Stadt ein anderer als meiner – das ergibt sich schon daraus das er seine Kindheit im schicken grünen Stadtteil verbracht hat, mit viel Freiheiten wie es scheint, und ich meine sozusagen unten im grauen smoggeschwängertem Tal, und damals eher in staatlichen Einrichtungen als im Wald.

Auch wenn es eine angenehme und leichte Lektüre war, gibt sie viele Anstöße und eröffnet mir eben nochmal andere Zugänge und Blickwinkel. Ein anderes Dresden. Trotzdem ergeben sich am Ende gleiche Ergebnisse im Denken. Ich hab soviele Eselsohren gemacht, ich könnte glatt ein Antwortbuch schreiben. Was leider unklar bleibt für mich ist, welcher Teil des Buches aus der gehaltenen Rede besteht, aus der das Buch hervorging. „Dresdner Reden“ heißt die Reihe, die ich persönlich nicht weiter verfolge. Hätte mich aber schon interessiert in diesem Fall. Ab ca. Seite 100 schwächelt es etwas und wird mir auch etwas schwammig aber am Ende – beim Bogen Dresden-Deutschland- Amerika holt er das wieder raus.

Das Buch ist ein sehr persönliches, die Sicht auch privilegiert, aber sich ernsthaft auseinandersetzend. Hinzu kommen die Vergleiche mit Peter Richters aktueller Lebenswelt – dem heutigen Amerika, besonders am Ende – durchaus interessant. Die Seiten über die Bewegung der Pegidisten scheinen mir schon etwas veraltet, hat man sich doch schon lang damit befaßt, die Bewegung wurde nun auch schon 2 Jahre alt, aber ja, sie gehören wohl jetzt dazu wenn man von Dresden spricht, grade die letzten Monate ist mir diesbezüglich doch eine regelrechte Sachsenbeschimpfung aufgefallen – die einfach sehr verallgemeinert, und in dieser Hinsicht kann es auf keinen Fall schaden über das Thema zu sprechen bzw. schreiben – und das macht er auch differenziert und detailliert.

Besonders spannend waren für mich einzelne Figuren die Richter aufführt, Abwanderungen zur Historie und zu Gesellschaftsthemen. Eine Lieblingsgeschichte ist die vom Bild „Der Raub der Töchter des Leukippos“ von Rubens die er aufführt um zu erklären wie kippelig doch so ein Image einer Stadt sein kann. Wobei es doch wirklich je nach Person immer ein anderes Dresden sein wird. Geschichtlich hat Peter Richter so einiges zu erzählen, und ich hoffe das diesbezüglich noch ein Buch folgen wird. Ich würde sehr gern mehr von Ihm zur sächsischen Geschichte lesen.

Das Dresden was ich sehe ist oft sehr gemütlich, zu oft zu gemütlich – langsam, und veraltet, zuviele Beamte und zu viele entsprechend verkrustete Strukturen, zu CDUlastig, immer noch typisch Osten (Sozialisation), mit zu vielen Westlern an den höheren Stellen. Zu einseitig oft was die Förderung von Kultur und Kunst angeht. Zu sehr auf das Alte besonnen – wir haben nur einen festen geförderten Platz für moderne Kunst – ein kleines Haus in der Rähnitzgasse, übrigens ein sehr schöne Ecke unweit vom goldenem Reiter – der frisch poliert das Ende der Hauptstraße und die Grenze der Neustädter Seite anzeigt, bevor es Richtung Barock und Altstadt über die Elbe geht. Ein weiteres stark gewachsenes Projekt, die Ostrale sieht wohl gerade ihrem Umzug entgegen da die Stadt Dresden es nicht fertig bringt ein geeignetes Stück Fläche zur Verfügung zu stellen. Der Sozialabbau (z.B. Bildungs- und Frauenprojekte etc.) ähnlich wie in anderen Städten, Politik für die mit Kohle, ist jetzt nicht so Dresden typisch, aber auffällig in unserer hübsch sanierten Stadt(mitte). Spaltung zwischen Arm und Reich wird auch hier immer deutlicher. Und immer noch weht einwenig der Wind des Tales der Ahnungslosen über uns, wie mir scheint, grad so im Vergleich mit Leipzig oder dem hippen Berlin, welches auch seine Rolle spielt im Buch.

In meiner Kindheit war die Altstadt schwarz, verbrannt, Reste aus dem Krieg zwischen den viereckigen Ostbauten. Heute strahlt alles längst frisch saniert und lockt die Touristen an. Es ist schön geworden keine Frage, und inzwischen bin ich auch mit dem Wiederaufbau der Frauenkirche versöhnt. Besucher aus anderen Städten loben die Weitläufigkeit, ich hab beim Wiedereinzug Grünes vermisst. Wir haben ein sehr gute ausgebautes Nahverkehrsnetz (mit wenigen Schwachstellen) und nun soll auch endlich mal was für die Radfahrer gebaut werden.

Eine gewisse Liebe ist nicht zu verleugnen, und es ist wunderschön, grade am frühen Abend auf der Brühlschen Terrasse zu flanieren, wenn man Glück hat spielt jemand Jazz um die Ecke, die Aussicht und das Panorama sind immer wieder, ein Hochgenuß. Der Große Garten, das „neue“ Hygienemuseum, die Elbe und die Heide. Und für mich sehr wichtig die lebendige wuselige Neustädter Ecke mit viel Subkultur – also die junge Seite, die Peter Richter auch erwähnt und die auch zu Dresden gehört, allerdings muß sich da wohl noch etwas mehr Raum erobert werden.

Ich weiß nicht wie das Buch für Menschen wäre die Dresden nicht kennen, ich mag es sehr. Ein kluges, feines, spannendes und auch humorvolles Buch.

Hier noch einen ergänzenden Link zu einem Radiointerview.

http://www.deutschlandfunk.de/peter-richter-dresden-revisited-das-ist-kein-nest-von-alten.700.de.html?dram%3Aarticle_id=364665

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Peter Richter

Dresden revisited

Von einer Heimat die einen nicht fortlässt

Luchterhand Verlag, 18,00 €

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eine andere Rezension:

http://www.kulturernten.com/peter-richter-dresden-revisited/

 

 

Sonderbeitrag: Teilen macht Glücklich

„Teilen macht Glücklich“ ist nicht nur so ne Idee sondern vielfach praktiziert und ich kann da aus Erfahrung sprechen.

Dazu kann ich Euch diesen wunderbaren Beitrag über Hilfsbereitschaft, Mitgefühl, Altruismus, und eben das Teilen empfehlen:

Inklusive wissenschaftlicher Studien! 😀

Das ist aber nur die Einleitung zu einem Thema welches mir sehr am Herzen liegt. Ich bin praktizierende Schenkerin, sprich ich halte viel von Shareökonomie, Foodsharing, Klamottensharing, Werkzeugsharing, Wissenssharing usw., von der Schenkerbewegung, dem Teilen und vor allem davon für die Gemeinschaft wirksam zu werden. Das ist das Gegenteil von dem in seiner eigenen Suppe schmorren, und ja es tut sehr gut und löst bei allen beteiligten Freude aus.
Ein paar Leute haben sich nun aufgemacht das ganze in ganz Groß auf die Beine zu stellen. Vielleicht kennt Ihr schon die wunderbare Aktion Mein-Grundeinkommen? Der Micha der die Aktion ins Leben gerufen hat und Inge Hannemann von altonabloggt.com, die Deutschlandweit bekannte ehemalige Jobcentermitarbeiterin und inzwischen Politikerin haben zusammen mit einem Anwalt und vielen helfern die Aktion „Sanktionsfrei“ ins Leben gerufen. Meiner Meinung nach eine absolut revolutionäre Sache.

Solidarität und Empathie ist das was die Welt von heute mehr denn je braucht und diese Aktion will richtig was bewegen, und ich denke das wird auch richtig Wellen schlagen, und zwar solche die endlich auch mal in der Politik ankommen und das System verändern wird.

https://sanktionsfrei.de/

schaut unbedingt mal rein

Das Ding ist das Team sammelt nun Geld über Crowdfunding um das Projekt umzusetzen. Ein Projekt was den Menschen die von den Sanktionen betroffen sind Ihre Würde zurückgibt. Die Kraft schenkt und vor allem eine lebenswerte Zukunft! Das Ziel sind 150.000 € – was nicht wirklich eine große Summe ist. Aber für Soziales wird noch wenig Geld ausgegeben und die Betroffenen können kaum spenden weil Sie nichts haben. Also sind Wir gefragt! An dieser Stelle kann man zu etwas wirklich großem Beitragen und seine Solidarität ganz praktisch zeigen.

Bei https://www.startnext.com/sanktionsfrei sind nun 55.002 € zusammen gekommen, es braucht 75.000 € um loszulegen und es sind nur noch 10 Tage. Im Grunde genommen sind das doch Peanuts wenn man sieht wieviel Kohle z.B. für ne CD Produktion gespendet wird und wenn man mal auf die Einwohnerzahl von Deutschland (ca 83 Millionen) runterrechnet. Deswegen 150.000 € das muß einfach zu schaffen sein. Ich bitte Dich deshalb spende ein paar Euro und teile teile teile was das Zeug hält.

Direkt auf der Seite von Sanktionsfrei.de könnt Ihr auf „beliebigen Beitrag spenden klicken“ oder über Startnext, wo eben auch noch 20.000 e fehlen um an den Start zu gehen. Das wäre die Schwellensumme.

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Feminismus auf den Punkt gebracht

DSC05617Ganz zufällig ist mir dieses wunderbare Comic in der Bücherei über den Weg gelaufen. Bin sehr begeistert. Ich mag Comics, vorallendingen solche mit einfacher klarer Sprache und Zeichnung und ganz besonders welche mit Message. Der Feminismus wird ja leider leider immer noch oft total falsch verstanden. Und nach der organisation eines Frauentagsevents war mir klar, das viele jüngere Frauen denken das sowas wie Gleichberechtigung schon real existieren würde. Und viele Männer und Frauen den Feminismus viel zu sehr an den 68igern messen und nur Frau Schwarzer – was eine wirklich mehr als begrenzte Sichtweise ist.

In diesem kleinen Büchlein findet man für wenige 10 € eine super Aufklärung. Erstmal zur Geschichte, Enstehung, Entwicklung und den sogenannten Wellen der Debatte, sowie über verschiedene Strömungen bis hin zu modernen Debatten des Gender-Mainstreamings und des Queerfeminismus.

Man lernt viele Akteurinnen kennen und bekommt einen fantastischen Überblick und wem es vorher nocht nicht klar ist dem wird es danach sein: Wir brauchen Feminismus. Eine soziale Debatte die nicht nur für Frauen wichtig ist. Hier gibts übrigens auch ein schönes Projekt: http://werbrauchtfeminismus.de/. Also ich kann das Buch sehr empfehlen und werd mich sicher auch nochmal anderweitig beim Unrastverlag umschauen, den ich bis dato noch nicht kannte. Es sei noch angemerkt es ist KEIN Buch was sich im gendervokabular verliert sondern läßt sich gut lesen, und hat wirklich ne Menge Infos parat – eingentlich unglaublich viel Info für die wenigen Seiten. Alles super auf den Punkt gebracht, in all seiner Vielfalt.

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Kleine Geschichte des Feminismus

im euro-amerikanischem Kontext

Patu/Antje Schrupp

Unrastverlag

10,00 € / 83 Seiten

Ergänzung: Radiobeitrag

http://www.br.de/puls/programm/puls-radio/puls-spezial/die-neuen-frauenhasser-100.html

Wie man das Eis bricht – Leil Lowndes

Ich bin ja nicht so der Typ der damit Probleme hätte, aber das fand ich trotzdem spannend, und man lernt ja nie aus. Außerdem hat mich das Cover sehr angesprochen:

DSC04618 Und das Buch is Hammer. Es ist extrem unterhaltend, humorvoll und voll geistreicher und sinnvoller Tips. Einiges kann man sofort anfangen umzusetzen. Und das andere bei der nächsten Party. Leider bin ich fast nie auf Party aber die Autorin anscheinend dauernd, liegt vielleicht am Beruf.

Jedesmal wenn ein Tip kam den ich schon intuitiv und ganz authentisch anwende freute ich mich wie bolle. Scheinbar bin ich eine naturell CommunicatorIn *Yeah*. Die Autorin schult selbst Spitzenmanager (scheinbar sind da nicht alle so talentiert) und ich gebe hiermit eine 100% Kaufempfehlung ab.

Ich werde mir das Buch auch noch kaufen, denn es ist wirklich ein gutes Nachschlagewerk, manchmal steckt man ja auch so in seinen Gewohnheiten drin das ne kleine Auffrischung nicht das schlechteste ist.

Eine Frage z.B. die ich immer extrem schwer zu beantworten finde ist die Frage nach dem Beruf bzw was man so macht: und dazu gibt es hier Klasse Tips, die mir wirklich richtig weiterhelfen. Endlich werde ich eine fokussierte und passende Antwort haben.

Eingeteilt ist das Buch in größere Hauptkapitel: 1: Wie man Leute fasziniert, ohne auch nur ein Wort zu sagen (also auch was für die stillen unter uns), 2: Woher man weiß was man nach „Hallo“ sagen soll, 3: So redet man wie ein VIP (Fettnäpfchen vermeiden und so), 4: So gehören Sie überall dazu (auch wenn Sie kein Scanner sind – Anm. der Red.), 5: So klingen Sie, als würden Sie Ihrem Gesprächspartner gleichen wie ein Ei dem anderen (Wir denken – auch WeQ genannt – Anm. der Red.), 6: Der Unterschied zwischen klugen Komplimenten und törichten Lobhudeleien, 7: Eine Direktleitung ins Herz (Super Tips zum telefonieren – Anm. der Red.) 8: Eine Party „bearbeiten“ wie ein Politiker, 9: Wie man die gemeinste gläserne Decke durchbricht.

Für alle 92 Tips gibt es eine Kurzzusammenfassung, das Büchlein hat nämlich 333 Seiten.

 

Ein neues Haus für meine Bibliothek

Meine Stadtteilbibliothek ist jetzt rundumerneuert. Also so richtig. Sie ist in ein nagelneues Haus gezogen an einen anderen Platz. Am Montag war ich zum Eröffnungstag dort, und zum Glück war es nicht so stürmisch und laut wie es anhand des Programm zu erwarten war.

Achja. Ich bin traurig. Ich vermisse die alten Räume die in einem denkmalgeschütztem Haus untergebracht waren. Da gab es schon am Eingang immer einen leichten Stau und beengte Verhältnisse. Man kam sich Nahe. Am Aushang jede Menge Kurs- und Verkaufsangebote in Form von vielen Zetteln und Kärtchen. Alter Holzfußboden, der genauso klang beim laufen wie eben ein alter Holzfußboden so klingt. Die Bücherregale auch aus Holz, manchmal in Nischenform aufgestellt für bestimmte Gebiete, die mehr Ruhe bedürfen. Dort gab es immer Sitzgelegenheiten und teilweise auch eine Ablagefläche. Einen zweiten Stock für die Kinder und die lauteren Sachen wie Cd´s und Filme, dort auch viel mehr frische warme Farben an der Wand und ein Raum nur für die stadtspezifischen Bücher, Sprachkurse und viele viele Zeitungen samt Kopierer und großem runden Tisch zum Lesen.

Es war gemütlich dort. Vertraut. Heimelig.          Gewesen.

Jetzt gibts auch 2 Stockwerke. Das untere in hellbraun/beige mit weinroten Farbakzenten. Die Regale aus Metall. Die Gänge dazwischen irgendwie furchtbar eng so das man viel zu nah an den Büchern steht und nur schwer einen Überblick bekommt. Dafür ist vor der Theke, die jetzt erheblich größer ist, ganz viel Platz – dem gegenüber gibt es 2 elektronische Ausleihterminals. Da kann man die Bücher gleich im Stapel drauflegen und der Kasten erkennt das alles aufeinmal. Jip. Personenkontakt nicht mehr nötig. Daneben gibt es ein ganz ganz großes Regal wo die bestellten Medien abgelegt werden – das System habe ich noch nicht begriffen, aber da kann man dann schon fragen, also das Personal ist noch da, und ich war froh wenigstens diese Gesichter wiederzuerkennen. Seufz.

Die Zeitschriftenecke ist Mini und auch total eng. Kein Tisch mehr nur so Sofaartiges. Es gibt auch keine Tafel mehr für Aushänge und auch keinen Platz mehr für Werbematerialien wo ich gern mal schaute was es so an Programm in der Stadt gibt. Und ebenso ist die Box mit den Restbeständen zum Verkauf verschwunden. Dafür gibt es nun eine leuchtende riesige Tür zur Toilette – die habe ich mir noch nicht angeschaut. Das hole ich am Freitag nach.

Ja und es gibt wieder einen 1. Stock, aber anders gemischt vom Bestand her aber auch mit der Kinderabteilung, die man versucht hat etwas farbiger zu gestalten. Was ich bei solchen Räumen oft vermisse ist ein etwas feineres Gespür für Farben. Als ich das erste mal im Erdgeschoss rein kam, hats mich Farbtechnisch gleich etwas runtergedrückt, so Rentnerfarben war das, da hätte schon die eine oder andere weiße Stelle geholfen oder einfach ein Beige was einen leichten Rottick gehabt hätte oder einen ins Olive… seufz. Und die Kinderecke ist in so schreiendem Gelb gehalten, mit einer wirklich fast Neonorangen Ausleihteke, von der ich nicht weiß wie die jetzt heißt weil man ja am Terminal ausleiht (?). Naja aufjedenfall Sind mir die Farben so in die Augen gestochen das ich schnell wieder runter bin.

Als ich heute zur Bibliothekarin meinte das mir das Erdgeschoß nun viel besser gefalle seit ich den 1. Stock gesehen habe hat sie mich mit kritischen Blick bedacht. Und aus Ihrer Antwort konnte ich schließen das sie grell mit farbig gleichsetzt. Wie viele Menschen wie mir scheint. Obwohl Frauen ja anscheinend viel mehr Farben unterscheiden können sollen. Ich liebe Farben über alles. Und ich finde auch Gelb und Orange total passend für eine Kinderabteilung, aber warum geht das nicht ein bisschen wärmer und weicher und sanfter?

Eigentlich ist die Bücherei umgezogen weil Sie aus allen Nähten platzte – bis jetzt konnte ich keinen Mehrplatz finden, eher eine Beengung. Was es aber tolles gibt: einen 24h Rückgabeautomaten hinter einer Glasschiebetür, das ist schon sehr cool, wenns wieder mal knapp geworden ist mit der Abgabe. Auch für diesen Automaten bzw. das neue personenlose Ausleihsystem sind ALLE Medien mit neuen Chipaufklebern versehen wurden. Das erste Buch was ich mir griff (von Frau Brasch), hah, dem fehlte noch der Aufkleber. Ich mußte warten bis das nachgeholt wurde und stöberte derweile in der aufgestockten Comicecke (die jetzt zusammengelegt wurde für Jugendliche und Erwachsene) und fand einige schöne Stücke.

Ach und noch was positives: Es gibt jetzt Kunst in unserer Bibliothek – von einem echten Bildhauer. Kleine Damen und Tiere. Mir hat es ein kleiner Bär angetan. Ich bin gespannt wie der mit den Jahren aussehen wird, denn er steht auf Griffhöhe neben der Treppe zur Kinderetage und ich hab ihn schon gestreichelt und die Ohren gekrault.

Und trotzdem, ich bin traurig. Warum sind so designte Räume oft so daneben was die Praxis angeht? Und ich finde das auch nicht schön das jetzt über Maschinen ausgeliehen und zurückgegeben wird.

*schnief*  *seufz*

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Nachtrag September 2018: die Regale stehen immer noch viel zu eng aufeinander, im neuen System finde ich mich auch immer noch nicht zurecht (also wo was steht) und vermisse die alte Bibliothek imme rnoch, inklusive der Aushangtafel.

 

 

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