… und über uns kein Himmel

dscn6401Geschichte und Psychiatrie im Comic. Krasses Thema, krasses Buch. Ein Baby, das beim erweiterten Suizidversuch der Mutter  im Jahr 1935 überlebt und fortan in Heimen, Pflegeanstalten und Kliniken untergebracht wird. Ein Junge, sein Name Fritz Blume.

Der Zeichenstil hat mir erst gar nicht gefallen, aber die Geschichte ist so heftig, dass die kantigen Zeichnungen irgendwie doch sehr gut dazu passen. Es hat mich sehr ergriffen. Ich habe schon einiges gelesen und gesehen über Heime in der Zeit des Nationalsozialismus. Das Thema ist ja heute nicht mehr ganz unbekannt, das Menschen sehr schnell als sogenanntes „unwertes“ Leben klassifiziert wurden, oder sagen wir lieber, diesen Stempel aufgedrückt bekamen, um dann in Erziehungsheime und Anstalten geschickt zu werden. Viele wurden getötet, gequält oder zwangssterilisiert.
Zucht und Ordnung im allerschlimmsten Sinne, macht Fritz von Anfang an durch. Mit schlimmster Brutalität, und das oft auch noch von Christen/Nonnen, die regimetreu in den Erziehungsanstalten ihre uneingeschränkte Macht und Gewalt auslebten, selbst den Kindern und auch den Kleinsten gegenüber.
Weil die Mutter sich und Ihre Kinder töten wollte, wird sie als kranke Person eingestuft und somit auch ihre Kinder als krank definiert – der Hintergrund spielte damals keine Rolle. Es gibt kein Entkommen für Fritz.

dscn6408

Was mir nicht bewusst war ist, dass auch in sogenannten Waisenhäusern so schlimm mit den Kindern umgegangen wurde – aber es vermischt sich später, weil Fritz als „gestört“ angesehen wird.  Getötet wird er nicht, wie viele seiner Kameraden, und er überlebt alle Misshandlungen und Quälereien. „Ausmerzen durch Hunger und Arbeit hieß das Programm der Nazis“ – wenn das mal alles gewesen wäre. Aber es war viel schlimmer. Seine Arbeitskraft wird schamlos ausgenutzt und hier finden sich Methoden der weißen Folter – Folter die man den Menschen nicht ansieht. Als er etwas größer ist, kommt er zu einem Bauern, und dort vom Regen in die Traufe. Aber er begegnet hier einer Kuh, der es genauso geht wie Fritz und hier erlebt er das erstemal Zuneigung. Sehr berührend….

Als der Krieg vorbei ist – er spielt im Buch keine Rolle –  geht es genauso weiter wie zuvor.

Was diese Grafik Novel sehr besonders macht, ist dass hier tatsächliche Personen vorkommen und es ein echter Lebenslauf ist. Wirklich beklemmend. Und für mich immer noch und immer wieder schockierend, wie die alten Nazis nach dem Krieg einfach weitermachen konnten. Meistens an den vorherigen Arbeitsstellen, oft gar mit Beförderung nach dem Entnazifizierungsprogramm – unfassbar. Echte Beispiele werden hier aufgeführt. Die Geschichte basiert auf autobiografischen Schriften von Fritz, der nicht schwieg.

Ärzte und Pfarrer, bis in die 1950iger, 1960iger Jahre hinein, bis zur Rente, durften Sie unbehelligt weitermachen, auch wenn sie an Menschenversuchen beteiligt waren – auch das nicht neu. Irgendwas ist da so verdammt schief gelaufen. Und wenn man sich dann vorstellt, welche Nachfolger von ihnen ausgebildet wurden, dann weiß man, wie weit der Nationalsozialismus mit seinen kruden Ansichten in das Leben heute hineinreicht. So war es nicht nur in der Medizin und Pflege/Erziehung der Fall sondern durchaus auch gern in Behörden oder den Schulen. Das hat starke Auswirkungen, vor allem wenn wir auf das Menschenbild schauen, welches die Nationalsozialisten verbreitet haben und welches heute in unseren Systemen immer noch stark zu erkennen ist. Es geht immer um gesellschaftliche Normen, damals und heute. Auch nach dem Krieg verschwanden immer wieder nicht passende junge Menschen in Heimen – die DDR hat da auch noch eine ganz eigene Geschichte zu erzählen. Die Opfer kämpfen heute noch um Wiedergutmachung..

Die Geschichte von Fritz geht weiter, leider endet sie abrupt und man erfährt nicht so richtig, was aus ihm geworden ist, aber es gelang ihm wohl, sich ein Leben aufzubauen.

Die Konzentrationslager wurden befreit. Viele Kliniken und Heime, blieben noch Jahre nach Kriegsende, so wie sie waren. Keiner kam und befreite die gequälten Seelen. Unfassbar traurig.

Der Geschichte geht eine kurze Einleitung zum Thema voraus und folgt ein langes und interessantes Nachwort, welches den Bogen bis heute schlägt; allerdings hätte ich mir hier weniger Fachtermini und eine einfachere Sprache gewünscht, um für jeden Leser verständlich zu sein.

Wenn wir denken das ist heute vorbei, so liegen wir falsch. Vieles erlebt ein Comeback. Es kommen wieder mehr bestimmte starke Medikamente zum Einsatz und für unpassende Kinder gibt es heute die Diagnosen wie ADHS. Viele Kinder werden mit dem gefährlichen Ritalin behandelt, welches oft heftige Nebenwirkungen hat.
Das ganze geht aber noch viel weiter mit der modernen Forschung – welches Menschenbild haben wir, und was liegt dem Zugrunde, sehr schön zusammengefasst und sehr lehrreich im Nachwort zur Sprache gebracht.

Ein wichtiges Buch!

****

Robert Krieg/Daniel Daemgen
…und über uns kein Himmel
Graphic Novel

95 Seiten, 14,90 Euro

****

von Gerda wurde ich auf einen weiteren Fall aufmerksam gemacht: http://www.zeit.de/1964/08/der-merkwuerdige-fall-heyde

Thema Grenzen – Bis hierher und nicht weiter

DSCN3333Kennt ihr den Spruch „das Kind braucht Grenzen!“ Damit ist meist nicht die Grenze des Kindes gemeint auch wenn der Erwachsene das denkt, nein er redet von seiner eigenen Grenze und geht dabei davon aus das alle anderen dasselbe brauchen wie er. So ist es aber nicht.

Grenzen. Wir haben Sie alle. Wir brauchen Sie alle, aber oft kennen Wir Sie nicht gut oder haben dieses und jenes Thema damit. Und das beginnt allermeistens in unserer Kindheit – Kindern werden selten eigene Grenzen zugestanden. Stattdessen ist grenzüberschreitendes Verhalten von Erwachsenen fast normal, auch wenn sich Er_ziehung langsam ändert Richtung Be_ziehung. Wenn immer wieder die eigenen Grenzen in Frage gestellt oder übertreten werden ist es sehr schwer ein gutes Gefühl für sich selbst zu entwickeln. Und später wird man das Verhalten was man vorgelebt bekam selbstständig fortführen bis.. ja bis einem klar wird das es so nicht geht.

Rolf Sellin hat dazu ein wirklich ausführliches Buch geschrieben in welchem er 100 und 1 Frage zu den eigenen Grenzen stellt. Fragen die nicht immer einfach zu beantworten sind und einen ins Nachdenken bringen. Ein sehr kluges Buch. Und ich glaube für viele Menschen ein wichtiges Thema.

Der Autor hat mich schon gleich am Anfang gehabt mit seiner Auslegung zum Thema „Grenzenlosigkeit“ in einer Welt wo einem so oft suggeriert wird „Alles ist möglich“. Ein Thema was mir persönlich sehr auf den Magen geschlagen ist, da es partout nicht zutreffen wollte. Denn in Wahrheit ist doch alles immer sehr individuell. Es gibt sehr verschiedene Ausgangssituationen, weshalb es auch schlau ist sich mit den genauen Flächen des eigenen Reviers und den Linien der eigenen Grenzen auseinander zu setzen.

„Seine Grenzen zu zeigen, sein Revier zu halten, das erfordert von uns, dass wir zu unserer Begrenzheit stehen, zu unseren Eigenheiten“

Grenzen setzen heißt auch für andere fassbarer zu werden. Grenzen kennen heißt zu wissen wer ich bin und worum es mir geht. Grenzen erfahren heißt lebendig sein und vielleicht sogar seinen Raum zu erweitern. Äußerst hilfreich in jeglichen Beziehungen, auch der zu sich selbst.

„Leben lässt sich beschreiben als ein ständiger Prozess der Anpasssung“

„Das Kind braucht Grenzen“ – Ja die braucht es und auch ein Erwachsener braucht Sie. Grenzen geben uns Orientierung und Halt und Grenzen zu haben bedeutet nicht das wir nicht auch darüber hinausgehen könnten.

Rolf Sellin schreibt sehr ausführlich über das eigene Revier. Er erzählt von der Grenze als Ort von Begegnung und Konflikt. Gibt Hilfestellung zur Abgrenzung auf verschiedenen Ebenen. Macht darauf aufmerksam was unsere Abgrenzung unterlaufen kann.

Es gibt neben den vielen vielen Fragen die er stellt auch viele Beispielgeschichten und Reflexionen (ein prüfendes und vergleichendes Nachdenken) und so einiges an Hilfestellung. Es ist sicher kein Buch zum einfach runterlesen sondern es gibt einem richtig viel Futter.
Rolf Sellin ist bekennender Hochsensibler und weiß wovon er spricht, wobei das Thema sicher für viele andere Menschen außer HSP´s genauso hilfreich ist. Ursprünglich Architekt – was man vielleicht auch so ein wenig rausliest *schmunzel* und was so passend ist zum Thema, hat er sich weitergebildet zum Coach. Genauer gesagt ist er Systemischer Coach, NLP Master und Trainer, sowie Heilpraktiker, beschäftigt sich mit Quantenpsychologie und Voice Dialogue – was auch immer das ist. Inzwischen hat er ein eigenes Institut für HSP´s in Stuttgart. http://www.hsp-institut.de

Ein wirklich richtig gutes Buch zu einem sehr wichtigem Thema. Ich bin aufjedenfall ein großer Fan von Rolf Sellin. Pragmatisch, fundiert, einfühlsam, und vor allem realistisch und hilfreich.

Rolf Sellin

Bis hierher und nicht weiter

Wie Sie sich zentrieren, Grenzen setzen und gut für sich sorgen.
Mit Test: Wie gut können Sie sich abgrenzen?

16,99 €, 206 Seiten, Verlag Kösel

Trauma, Angst und Liebe von Franz Ruppert

Verstrickungen und Trauma, sehr viele Menschen sind davon betroffen und vielen ist dies leider nicht einmal bewußt. Manchmal gibt es auch lange keine Symptome oder nur sehr diffuse, postraumatische Belastungsstörungen können auch erst viele Jahre später auftreten oder werden nicht erkannt. Oder an alles mögliche wird gedacht, wie Anpassungsstörungen, Depressionen, Burnout oder Hochsensibilität aber eben nicht an das Thema Trauma.
Man muß dazu sagen es gibt verschiedene Formen von Trauma, und nur das Schocktrauma (auch dieses nicht immer ernst genommen) ist in der Diagnostik wirklich vorhanden. Frühe Traumata, die mit unserer Entwicklung zu tun haben, oder viele kleinere Traumata die uns im laufe des Lebens passieren werden gar nicht richtig erkannt.
Franz Ruppert widmet sich diesen eher nicht so geläufigen Traumata, als sehr erfahrener Psychologe und als Professor für Psychologie. Er hat dazu u.a. eine besondere Form der Aufstellungsarbeit entwickelt, die Aufstellung des Anliegens.

Entdeckt habe ich Prof. Ruppert sozusagen zufällig bei Youtube. Diesen wunderbaren Vortrag habe ich dort gefunden.

 

DSCN2008Schon nach kurzer Zeit hat er mich gepackt mit seiner liebevollen und trotzdem sachlichen Art. Sein 2012 in erster Auflage erschienenes Buch „Trauma, Angst und Liebe – Unterwegs zu gesunder Eigenständigkeit – wie Aufstellungen dabei helfen“ begleitet mich nun schon einige Zeit und ist hoch interessant. Ich muß sagen ich bin immer wieder begeistert von den Büchern aus dem Köselverlag, da gibt es viel zu meinen Themen.

Im vorliegenden Buch ist das schöne das es jeder Laie lesen kann. Sowas empfinde ich als sehr wichtig – viel zu oft gehen wichtige Informationen im Fachgeplänkel verloren. Franz Ruppert beginnt von ganz vorne und erklärt sehr verständlich und ausführlich was die Psyche überhaupt ist. Dann klärt er darüber auf was es für Voraussetzungen für eine gesunde Psyche braucht. In diesen Kapiteln werden sich sicher viele wiederfinden, da die Erziehung in unseren Breitengraden nämlich oft wenig förderlich für eine gesunde psychische Entwicklung war und ist. Hier geht es um Themen wie Symbiose, sichere/unsicher Bindungen, Autonomie. Die Entwicklung von Baby und Kind. Wichtige Grundlagen um das Thema Trauma auch gut einordnen zu können.

Traumata sind wie schon angedeutet die Ursache für vielerlei psychische „Störungen“. Dazu wird auf knapp hundert weiteren Seiten aufgeklärt über die verschiedenen Traumaformen, die der Autor explizit unterscheidet und wo es nochmal viel um das Thema Familie, Soziales Umfeld und auch Erziehung geht. Immer wieder erklärt er die Dinge anhand von Beispielen was das Thema noch besser greifbar macht.

Der nächste, Fünfte Abschnitt, handelt von meinem Interessengebiet der Mehrgenerationalen Psychotraumatologie. Viele Kriegsenkel sind davon betroffen bzw. die Generation der Jahrgänge von ca. 1960 bis 1975 die davon betroffen sind bezeichnen sich als Kriegsenkel (auf den 2.WWK bezogen) – man könnte auch sagen es gibt ein Kriegsenkelsyndrom, hier geht es auch um die Weitergabe von Traumata.

Anschließend wird noch über die Grundlage der Aufstellungsmethode für die Psychotherapie berichtet, wobei Franz Ruppert auch nochmal ganz genau auf das Aufstellen des Anliegens, seine Methode, eingeht. Weitere Fallbeispiele folgen bis zum ganz wichtigen Thema „Wie können wir psychisch wieder gesund werden?“

Mit dem Abschluß zu den Sozialen und kulturellen Rahmenbedingungen für Psychische Gesundheit rundet Prof. Ruppert das 340 Seiten starke Buch ab.
Das Thema ist nicht zu unterschätzen, denn traumatisierte Menschen handeln entsprechend. Franz Ruppert als Nachkriegskind Jg. 57 ist gut dabei mit seiner Thematik ganz konkret etwas für eine Heilung zu tun. Eine Heilung die unsere Gesellschaft dringend nötig hat. Viele der Menschen die in unserem Land die Fäden ziehen sind Kriegs- oder Nachkriegskinder und nur wenige Vorreiter haben sich einer gesellschaftlichen Neuerung zugewendet. Überall finden sich noch Prägungen aus Nationalsozialistischen Zeiten. Jahre in denen Kinder systematisch traumatisiert wurden durch die schwarze Pädagogik z.b. um willfährige Befehlsempfänger zu erziehen und in den Zeiten vorher war es auch nicht viel besser. Da wird allein durch Erfahrung, bzw Nichterfahrung und Erziehung vieles in die nächste Generation übertragen. Hinzu kommen Erfahrungen aus den Kriegen oder auch dem Leben in der DDR, wo repressive staatliche Einmischung bis in die letzten Winkel der Familien wirkten. Und wenn man heute auf die Erziehung schaut, auf die Standardschule oder auch schon auf den Kindergarten merkt man schnell das auch dort oft heute noch keine freie Entfaltung für die Kinder möglich ist. Das ganze Menschenbild basiert ja im groben noch darauf das aus dem Menschen, dem Kind etwas gemacht werden muß und nicht darauf das es schon ist. Noch wird zuviel Er_zogen statt begleitet, aber zum Glück gibt es auch an vielen Stellen schon echte Entwicklung. Und jeder Mensch der sein eigenes Trauma erkannt und geklärt hat kann es nicht weitergeben. Achtung aber beim Thema Aufstellungen zu wem ich gehe. Hier hilft es vorher wirklich genaue Information einzuholen, nicht jeder Aufstellungsleiter ist unbedingt dazu geeignet.

Von mir eine große Empfehlung

Franz Ruppert

Trauma, Angst und Liebe

Köselverlag, 26,99 €

unter dem Link gibt es eine Leseprobe und auch die Adresse von Prof. Rupperts eigener Internetseite

Hier ein kleiner Einblick, was Aufstellungsarbeit ist und wie Prof. Franz Ruppert arbeitet

http://www.br.de/fernsehen/ard-alpha/sendungen/was-wir-noch-nicht-wissen/gefuehle100.html

demnächst eine Tagung zum Thema in München, bestimmt sehr spannend, da würde ich gern hinfahren http://www.gesunde-autonomie.de/index.php/de/3-int-tagung-2016

 

Wut tut Gut

ja das hättet Ihr jetzt bestimmt nich gedacht, is aber so. In unserer Gesellschaft ja leider sehr verpönt, in meiner Erziehung sogar verboten. Aber ich hol das jetzt nach und dank diesem Buch wird mir das auch gelingen.

DSC05270Klein, fein und grandios mit unglaublich dichtem Inhalt. Eine Erkenntnis an die Nächste gepackt.

Zitat aus dem 1. Kapitel – ich könnte das halbe Buch zitieren, so viele Anstreichungen hatte ich schon lange nicht mehr:

“ Vom Dach der gesunden Aggression sind Wir dann hinabgestiegen und haben es uns im Wutraum, im Grollzimmer oder vielleicht sogar in der Kammer der falsch gelebten Aggression gemütlich gemacht [….] die wichtige Trauerstube, die direkt neben der Wutbude ihr Wirkungsfeld hat.“

Ich gebe Euch mal einen kurzen Überblick des Inhaltsverzeichnisses, dann könnt Ihr erahnen welchen großen Umfang das Buch bietet.

1. Kapitel: Bekannte Dämonen: Zorn, Wut, Aggression – und Angst – Jeder Mensch mit Angst- oder Panikstörung sollte dieses Buch unbedingt lesen.

alles sehr gut und bis in die Tiefe erklärt

2. Kapitel: Unsere Aggressions-Biografie

sehr spannenden die verschiedenen Typen (kann man gleich mal seine Ex Freunde oder Freundinnen einsortieren *Zwinker*)

„Für die Liebe ist eine gesunde Wut auf jeden Fall heilend. Wut auszuleben und auszudrücken bedeutet Lebendigkeit, Interesse am Partner und gemeinsame Wachstumswünsche“ (bitte dazu vorher lesen was Wut und Aggression unterscheidet)
Da gewinnt man doch plötzlich einenganz neuen Blick auf den einen oder anderen Streit, nicht wahr?

3. Kapitel: Faszination Aggression

Überall, wirklich überall – hier gehst auch um die Faszination und Identifikation (stellvertretend) bestimmter Filme/Figuren, spannend!

4. Kapitel: Körper, Seele, Wut

grob gesagt die Psychosomatik der Wut – Ihr werdet Euch wiederfinden! Ich verspreche es.

5. Kapitel: Individuelle Lösungen

Phantastische und wirklich machbare Übungen

+ ja es gibt sogar noch ein Plus an diesem kleinem Taschenbuch: Literaturliste und Links zu Meditationen und ein Register (hach ich liebe Register)

Auch gut hat mir gefallen das es Mitautoren gab, vorallem die Ergänzungen zu den Körperthemen wie Anatomie von Bernhard Voss finde ich sehr gut erklärt und eine wunderbare Ergänzung.

Sam Jolig selbst ist auch Körpertherapeutin und systemische Prozessbegleiterin sowie Autorin. Bernhard Voss ist u.a. Physiotherapeut, Ostheopath, Gestalttherapeut und Marion Barabanov ist Psychotherapeutin mit dem Schwerpunkt Angsstörungen und depressive Erkrankungen. Diese 3 zusammen das ergibt ein sehr fundiertes Büchlein – allerdings wirklich unterhaltsam geschrieben. Das Buch verliert sich nicht in Fachsprache und ist für jeden verständlich. Ein wirklich wichtiges und spannendes Thema

Wer schon immer gesünder und glücklicher leben wollte dem sei dieses Büchlein ans Herz gelegt. Ich hoffe ja bei der nächsten Auflage auf eine CD Beilage für die Meditationen (würde ich zugern selber sprechen).

***

Sam Jolig, Bernhard Voss

Wut tut Gut

Ein starkes Gefühl verstehen und konstruktiv nutzen

Goldmann Verlag

8,99 €

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar und noch ein kleiner Rat: hütet Euch vor HeileWeltMenschen, denn die haben meistens ein fettes Päckchen ungelebte Wut dabei 😉

Bin ich Psycho…

…oder geht das von alleine weg? – Super Buchtitel wie ich finde. Und ein angenehmer Schreibstil.

bin-ich-psycho-oder-geht-das-von-alleine-weg-086490641

Ein 360 Seiten starkes Buch eines echten Psychiaters. Ungemein Unterhaltsam mit Humor geschrieben, dabei aber sehr sehr informativ. Ehrlich, Klar, Deutlich, Ernstgenommen und nach der Lektüre schon ein Stück klüger. Vom kleinen Problem bis hin zur behandlungsbedürftigen psychologischen Störung. Auf jeden Fall “ Erste Hilfe für die Seele“ – „und nicht jeder der seltsame Gefühle hat, ist therapiebedürftig„. Da bin ich ganz der Meinung des Herrn Professor – manchmal lohnt sich ein Coaching sehr, das geht erheblich schneller und hilft oft bevor es wirklich schlimm wird – denn heute sind die Wartelisten lang wenn man einen Therapieplatz haben möchte, und dann muß das ja auch noch passen mit dem Therapeuten. Also ich finde das Buch sehr empfehlenswert und auch für Anfänger in der Branche steckt viel gute Information drin.

auch noch interessant dazu ein Artikel auf dem Selbstregulationsblog -> zum Thema Selbstkonzept und Fragen dazu

 

 

Untiefen – Selja Ahava – Der Tag an dem ein Wal durch London schwamm

Der-Tag--an-dem-ein-Wal-durch-London-schwamm-9783866481824_xxlDieses Buch zog mich recht schnell in seinen Bann und trotzdem mußte ich es schon nach einer kleinen Weile erstmal wieder beiseite legen. Es ist ein zutiefst melancholisches Werk. Und es zieht an und Einen hinein, sowie das Türkis des Covers meine Augen festhält.

Der Leser landet in Anna und in Ihrem Leben. Kann förmlich durch Ihre Augen schauen und folgt Ihren Gedanken. Die manchmal nicht der gleichen Zeit zu folgen scheinen wie der Rest der Welt. Man springt mit ihnen von hier nach dort und manchmal auch in die reine Phantasie. Am Ende hatte ich zuerst den Eindruck ganz schön viel von einem Leben erfahren zu haben, doch eigentlich entrollt es sich nicht so ganz. Was gut an den Springereien liegen könnte und was wahrscheinlich auch nicht so wichtig ist für die Geschichte.

Es wiegt, dieses Buch, mit seinen 224 Seiten, doch ganz schön schwer. Keine leichte Lektüre. Es bleibt definitiv was hängen..ich hoffe Schlußendlich darauf das es mehr ist als die Melancholie.

Ich glaube die besten Zeiten mit dem Vergessen im Alter und der Orientierungslosigkeit sind die, in welchen man nicht merkt das man vergisst bzw. sich verlaufen hat, denn solange ist zumindest für einen Selbst noch alles irgendwie in Ordnung. Hoffe ich. Auf der Rückseite steht über das Buch „tragikomisch“ – ein merkwürdiges Wort. Tragisch..Komisch…wird das zusammen wirklich so geschrieben? Also komisch im Sinne von Lustig trifft nicht zu, überhaupt nicht. Komisch im Sinne von Anders schon.  Ich würde es empfehlen, aber für nur für Menschen denen es nicht schlecht geht…grade Seelisch braucht es doch Kraft dieses Buch zu verkraften. Vielleicht auch nur für Hochsensible. Mal schauen was die anderen drüber geschrieben haben.

Ps.: Die Kommentare haben mich nun noch bewegt etwas dazu zu schreiben: Also ich denke es geht nicht „nur“ um Demenz, sondern auch um das Leben nach einem Schock. Zustände wie Dissoziationen/Belastungsstörung/unverarbeitete Trauer etc. … wg. dem Unfall der nur „kurz“ erwähnt wird.

Und

Die Schriftstellerin hat aufjedenfall etwas für mich „magisches“ geschafft, damit das Ihr Buch mich so fesselt. Für mich gute Literatur. 🙂

Scheint doch was dran zu sein am Thema das man das Anzieht was man grade selber so innendrin fühlt, bwußt oder unbewußt.

hier noch ein Nachtrag: Link zum Verlagsartikel

Seelische Sackgassen

Klasse Untertitel – „Ein Wegeweiser aus seelischen Sackgassen“ von dem Buch: Selber Schuld!

Da ich seit Anfang Januar auch in so einer seelischen Sackgasse stecke sprach mich das Buch sofort an und gestern habe ich die heiße Badewanne dann auch kaum mitbekommen, obwohl ich drin lag, weil mich dieses Buch so fasziniert hat. Sowas sollten angehende Therapeuten lesen, oder Menschen die auf andere Menschen beratend losgelassen werden (zusätzlich zum Gesprächsführungskurs). Der Titel klingt ein wenig krass. Und er ist zwar irgendwie schon so gemeint, aber nicht ganz. In den letzten Kapiteln über Trauma, Scheitern und Schicksalsschläge nimmt der Autor diese Annahme auch aus. Das Buch beginnt mit dem Satz:

„Gewidmet allen Gescheiterten – auf dass ihr Scheitern Frucht bringe!“

Mir fällt natürlich sofort der Clown ein, der das scheitern immer kultiviert und damit sehr viel leichter durchs Leben geht als der Normalbürger. Doch oft fällt einem dies in den finsteren Momenten nicht ein zu tun. Und wer denkt beim Scheitern schon daran die Dinge so zu übertreiben bis sich die Lachtränen aus den Augen quetschen. Nun denn, zumindest gibt es jetzt dieses Buch, was als lebenslanger Lebensratgeber taugt. Und vieles wieder in Relation zu setzen vermag. Herr Bonelli ermittelt anhand von Beispielfiguren aus der Literatur und Ihren Geschichten, wie z.B. Ebenezer Scrooge oder Michael Kohlhass (sehr belesen der Herr Psychologe) und vielen anschaulichen Fallbeispielen, sehr unterhaltsam Themen wie Perfektionismus, Selbstbetrug, Opferrities, Temperamente, Verbitterung, Herz und Bauch die menschlichen Schwächen und Stärken. Am Ende geht es dabei darum den eigenen Anteil zu erkennen, was oft sehr schmerzhaft sein kann, am Ende aber zu einem besserem Weg durchs Leben führt, weil wir eben auf der Suche nach Schuldigen abgebogen sind und somit nicht in der Verbitterung enden. Wer seinen Beitrag sieht kann auch etwas ändern und ist dem geschehenen nicht komplett ausgliefert. Und am Ende kann man eh nur sich selbst ändern, niemals die Anderen. In den Kapiteln Trauma und Schicksalschlag geht es dann eher nochmal um das Thema Vergebung, was natürlich auch nur ein Weg sein kann und nicht einfach machbar ist, und dem Thema Sinn, was ich persönlich sehr wichtig finde. Denn wenn etwas Sinn macht kann auch das Denken mitgehen und das entsprechende Fühlen besser akzeptieren.

Ich habe also die perfekte Weihnachtsliteratur gefunden. Eine Mischung aus Fach- und Unterhaltungsliteratur, die auch noch Unterhaltsam und Amüsant und Spanned ist. WOW. Jetzt brauche ich noch einen guten Roman.

Ps.: Ich finde ja das Cover besonders hübsch. 🙂

Was ist es denn? Ein! Psychobuch…

DSC02215Nicht nur Fachbedingt sondern auch aus privatem Interesse und auch als Fan von Wolfgang Schmidbauer. Ich laß vor Jahren sein Buch „Angst vor Nähe“ – leider habe ich es ausgeliehen und nie wieder zurückbekommen. „Lebensgefühl Angst“ hatte ich zufällig in der Bücherei entdeckt und bin jetzt total happy das ich es ein paar Wochen später nun auch günstig bei Amazon erstehen konnte, vorher waren selbst die Gebrauchtangebote viel zu teuer. Nun habe ich ein Exemplar für ca 4 € und in fast neuem Zustand in meinem Briefkasten gefunden. Yeah. Gleich mal die ganzen Markierungen aus dem Büchereibuch übernommen. Was mir an diesem Buch gefällt ist die Schrittweise annäherung an die Angst und Ihre unterschiedlichen Ausprägungen. Außerdem, wie immer bei Schmidbauer, gibt es viele Beispielgeschichten. Es gelingt sich anzunähern an das Thema, ohne der Angst zu verfallen. Als HSP muß ich da manchmal aufpassen mit den Annahmen und Identifizierungen. Ein sehr interessantes, lehrreiches, grundsätzliches und spannendes Buch.

[…] Angst vor starken Gefühlen ist ein wichtiges Signal des Mangels an einer strukturbildenden Identifizierung. Das Selbstgefühl hat keinen Spielraum…

Dies kommt mir vor wie eine Benennung eines gesellschaftlichen Problems. Wird doch heute immer wieder versucht alles in der Waage zu halten. Frauen werden immer noch bei „Ausbrüchen“ gern mal als Hysterisch oder Zicke hingestellt und Männer als „Psycho(paten). Als Gestört oder nicht gesellschaftsfähig. Im Grunde genommen ist die übliche Psychotherapie ja nichts anderes als einen Weg zu finden den Patienten (ich sage hier absichtlich Patient und nicht Klient) an die „Normalgesellschaft“ wieder anzupassen. Auf das er sich selbst in der Waage halten kann in seinem erleben und Leben. Ich lehne das ab. Und die Psychologie muß unbedingt mehr neue Wege gehen und finden. Ansätze gibt es zum Glück schon seit der Zeit der Anerkennung der humanistischen Therapiemethoden: Klientenzentriert.

Das ist dann Authentisch, Empathisch und an einer Selbstbestimmten Zukunft orientiert. Nicht ein Volk der Lämmer sondern eins der Löwen brauchen wir!

Ich finde es durchaus schön das insgesamt die Medizin den Fortschritt gemacht hat zu bemerken und einzusehen das manche Krankheit (eigentlich alle) psychosomatisch „bedingt“ ist. Was noch nicht so ganz vorgedrungen zu sein scheint, ist , das auch diese Krankheiten beschwerden machen die behandelt werden müssen um den Patienten/Klienten ein lebendiges und lebenswertes Leben zu ermöglichen (also wenn dieser das möchte). Viele Beschwerden beeinträchtigen die Lebensqualität sehr stark ins negative. Und dazu gehört die Angst, die ja meistens nicht im rein geistig-seelischen bleibt, sondern sich auch körperlich ausdrückt. Also liebe Ärzte, auch wenn Ihr eine Überweisung an den Psychologen mitgebt (wo es eh Wartelisten von 1 Jahr oder mehr gibt – denn jeder Scheiß wird heute psychologisch behandelswert angesehen) bitte behandelt den Patienten wenigstens körperlich. Oft kann man von verschiedenen Seiten aus etwas tun. Und im Grunde genommen sind wir heute in unserem Gesundheitssystem da angekommen wo es dringend an der Zeit ist Vorsorge zu betreiben, und das heißt vorallem und zuallererst Selbstverantwortung zu übernehmen!

 

Durch Herrn Mersmann wurde ich auf Wilhelm Reich aufmerksam gemacht, von dem ich bisher noch nie etwas gehört habe. Und ich muß sagen, da ist mir echt was entgangen. Jetzt habe ich erstmal den Buchmarkt nach Werken durchforstet und weiß fast schon nicht mehr wo anfangen mit lesen. Aber Lesen aufjedenfall. Sehr wahrscheinlich eines der „Gesundheitsthemen“.

Bis dahin kann ich diesen Film bei Youtube sehr empfehlen:

 

Unglaublich spannend. Ein UniversalGenie der Herr Reich.

 

Gesundheit – Thema Haut

Gesundheit und Naturheilkunde gehören zu meinen „Hobbys“. Vor kurzem habe ich dieses kleine und sehr informative Buch entdeckt.

Es geht um das Wechselspiel von Körper und Seele, die Psychosomatik. Das erste Kapitel behandelt allgemeines zum Thema Haut. Danach werden einzelne Beschwerden behandelt. Von der Allergie bis Hautkrankheiten und Umgang und Schutzfunktion der Haut. Alles in allem sehr spannend. Allerdings begrenzt in der Thematik auf eher stärkere Beschwerden. Die genannten Krankheiten werden aber sehr gut erklärt und es werden Lösungsansätze und Behandlungsmethoden vorgestellt, sowie viele Fallbeispiele. Nur der Abschnitt über Warzen war etwas kurios und endet mit Rezepten aus dem Volksmund.

Alles in allem ein interessantes Buch auch für nicht betroffene Menschen.

Vorherige ältere Einträge

Follow reingelesen on WordPress.com
Und nun noch das obligatorische Treppenbild #houseofsmallwonderberlin #wendeltreppe #style #innenarchitektur Unser Essen #houseofsmallwonderberlin sehr interessant, bei beiden gab es Reis dazu. Das erste ist das #Soboro_Don und das zweite das #Okinawan_Taco_Rice zu 10 und 11 € - was wir nicht so rausbekommen war, wo das Taco war. Das Soboro war ein echtes #Geschmackserlebnis #fusioncooking #fusionKüche das Ei war süßlich und der rote Ingwer klasse - bisschen mehr Spinat statt Ei wäre schön gewesen, denn am Ende wär's doch arg süßlich. Ich würde es aber sofort wieder nehmen, einfach toll komponiert. Allerdings möchte ich nächstes mal auch sehr gern die Onigirikombi probieren Jetzt hab ich es auch ins #houseofsmallwonderberlin geschafft, das hab ich mir schon lange gewünscht, und es war aufjedenfall ein #Erlebnis. Wir hatten bisschen Schwierigkeiten mit der Bahn und sind grade noch 10 min vor Bestellschluss angekommen. Puuuh. Die Straße ist beim FriedrichStadtPalast. Ich war eingeladen und habe es sehr genossen. Es ist so schön dort das ich am liebsten gleich eingezogen wäre. Phänomenals ausgestattet mit DRM Blick für Details. Selten so schöne. Räume gesehen. #inneneinrichtung #innenausstattung #restaurant die Bilder sind leider alle verschwommen, es war ein grauer Regentag #berlin #gutessen #fusioncooking #ontheway #back #Home #berlinbesuch #abendlicht #abendlicht in #berlin #light #evening #aftertherain #aufdemweg #nachhause, zum #flixbus OMG heute war ein Fink IN der Whg als ich wiederkam, da zwischen den Blumentoepfen, man sieht noch ein kleines Scheisshäufchen. Beim zweiten Versuch könnte ich ein einfangen. Hätte ganz schön zu tun ihn festzuhalten. Wirklich kräftig die kleinen gefiederten Freunde. Was für ne Aufregung. Hab's dann geschafft ihn rauszulassen und bin so froh das der Kater ihm nix getan hat. Wüste ja zugern wie er reingekommen ist und wie lang er da war.
© 2014 - 2016

Blogstatistik

  • 21,506 Treffer
%d Bloggern gefällt das: