Schreiben, schreiben, schreiben

Die Rezensionen bilden hier sozusagen Warteschlangen, die Bücher türmen sich neben dem Rechner…aber bald kommt wieder was, z.b. zu  „Untenrum frei“ oder Lize Spit oder „Das Rauschen in unseren Köpfen“ usw.
Inzwischen laufen bei mir 2 andere Sachen bei denen Ihr mitmachen könnt:

Infos dazu findet Ihr unter: http://www.karolinkaden.de
Würde mich freuen wenn jemand von Euch dabei ist.

***

Das andere ist die Blogparade zum Thema Körper, bzw. Mein Körper und Ich – Es sind noch einige Tage zu vergeben – veröffentlicht wird hier im August. Sprich du bereitest einen Text vor und wir veröffentlichen am gleichen Tag – Du auf deinem Blog und ich verlinke hier und sammle am Ende alle Seiten und Links zum Thema in einem extra Artikel. Wer keinen Blog hat meldet sich einfach so an, und der Text kann dann auf meinem Space veröffentlicht werden. Ich freue mich total auf Eure Beiträge, ich denke von dem her was ich schon mitbekommen habe wird es wirklich vielseitig werden. Mach mit!

Ankündigung Blogparade

Ich möchte heute eine Ankündigung machen und hoffe demnächst mehr dazu schreiben zu können.
Wer hat wieder Lust auf eine Blogparade? Ich werde das diesmal erheblich weiter streuen wie sonst und bin auch auf Fb damit aktiv.

Das Thema wird sein: „Mein Körper (und ich)“ Überschrift und Teilbereiche natürlich frei wählbar.

Das ganze schwirrt mir schon ne ganze Weile im Kopf herum, einmal weil ich mich seit langem mit allen möglichen Themen zu Weiblichkeit und Frausein befasse ( Feminstisch und auch anders) und dazu auch das „Purpurnest auf Fb als kleine Networkingseite betreibe, weil es bei mir auf verschiedene Weise eine Rolle gespielt hat, weil ich erst zu klein war, dann zu dünn, dann krank und dann mir selbst zu dick, weil ich mich oft unwohl gefühlt habe oder den Eindruck hatte meinen eigenen Körper erst erobern zu müssen, weil ich immer noch ein Problem habe mich auf Fotos zu ertragen.

Weil unser Körper uns das ganze Leben lang begleitet und alle Erinnerung in unseren Zellen sitzt, selbst das wofür wir erstmal keine Worte haben. Weil der Körper ein so erstaunliches Kraftwerk ist und so faszinierend in seiner Funktion. Weil er so stark und widerstandsfähig auf der einen Seite ist und auf der anderen so zerbrechlich und so verdammt vergänglich. Weil wir uns so oft über unseren Körper definieren und trotzdem nicht mit ihm befreundet sind, und weil es „ihm“ heißt und nicht „ihr„…wie wäre es mit dem Begriff Körperin…? Und aus vielen anderen Gründen. Ich hoffe für eine möglichst große und vielschichtige Sammlung auf ganz viele Mitschreiber*innen.

Das Themengebiet ist sehr breit so das jeder etwas finden kann – ich gebe auch die Möglichkeit die Geschichte/das Gedicht/das Wortspiel anonym zu veröffentlichen, ich würde es dann auf der WordPresseite des Purpurnestes setzen.

Als Beispiel und Anregung, hier erzählen Bilder die Geschichten: ein Tumblr zum Thema Anatomie und Kunst – hab da mal ne Weile bisschen gesammelt.

Im Juli können die Texte verfasst werden und ab 1. August würde ich täglich einen vorstellen und verlinken.
Ihr könnt mir gern hier in den Kommentaren Fragen stellen oder mir eine Mail schreiben: madameflamusse@googlemail.com

Nun noch was kleines zur Inspiration: Liebesbrief an das eigene Herz

Schlechte Gesellschaft

Ein Generationenroman sozusagen. Verschiedene Zeitschienen und eine Familie der Frauen. Die Autorin für mich eine Neuentdeckung und auch ihr erstes eigenes Buch. Ich frage mich was biografisches in der Geschichte steckt. Denn in „Schlechte Gesellschaft“ geht es um Papiere eines Schriftstellers, um seinen Nachlass. Und Katharina Born, die Autorin, hat selbst vor diesem Roman das Werk ihres Vater herausgegeben.
Im Roman gibt es eine Judith die auch sehr gern überraschend gefundene Papiere des Vaters verlegen möchte. Dieser Vater und sein schreiben, sowie sein Jugendfreund spielen eine wichtige Rolle im Leben der Frauen Judith, ihrer Mutter Hella und auch ihrer Tochter Alexia.
Am Anfang war ich nicht sehr begeistert schon wieder so eine Geschichte die ständig zwischen den verschiedenen Zeiten hin- und her springt, und ich hab auch zwischendurch immer mal vorblättern müssen, weil ich zu neugierig war wie die entsprechende Zeitschiene weiterging. aber ich muß sagen es war sehr spannend, das ganze Buch lang.

Ich kann gar nicht so genau sagen was mich an dem Buch so gefesselt hat. Es ist aufjedenfall sehr gut erzählt. Die Figuren machen neugierig. Man folgt auf einer Seite den Frauen durch die Jahrzehnte, und andererseits Andreas Wieland, einem Doktoranden, der eben die Papiere des Schriftstellers sozusagen entdeckt und großes vermutet.

Auch ein Ort, ein Dorf um genau zu sein, namens Sehlscheid spielt eine große Rolle – wie die Bühne im Theater präsentiert sich Schlußendlich alles hier. Das schwere Leben der bäuerlichen Vorfahren, die Verheiratung, das Gebären und sterben der Frauen. Das ankommen und heimkehren der Männer. die Nach- und Vorkriegszeit, die Verwandlung in ein Dorf erst voller Nationalsozialisten und dann voller Besatzer. Spät einkehrender Wohlstand. All die großen und kleinen Vergehen, Verbrechen, Kuppeleien werden hier aufgeführt. Zwischendurch gibt es immer wieder etwas heftige Szenen die mich als Leserin doch etwas mitgenommen haben.

Es ist schon erstaunlich was alles in diesem Roman erzählt wird und wieviele Personen die Autorin lebendig entstehen läßt. Wie Sie vieles kurz aber prägnant in den Raum setzt, der sich sofort füllt mit inneren Bildern. Richtig gut. Das Ende fand ich erst nicht so glücklich, aber als ich es verdaut hatte mußte ich schon sehr grinsen, wie das Leben eben manchmal so ist, nicht glatt, nicht gradlinig und wenig vorhersehbar.

Ein richtig gelungener Roman und freue mich auf weiteres von der Autorin.

***

Katharina Born

Schlechte Gesellschaft

Eine Familiengeschichte

Hanser Verlag, 19,90 €

***

Katharina Born, geboren 1973 in Berlin, deutsche Schriftstellerin, Journalistin und Herausgeberin. 2007: Literaturpreis Ruhr, 2008: 2. Preis des Dietrich-Oppenberg-Medienpreises der Stiftung Lesen für eine Rezension in der Jüdischen Allgemeinen, 2008: Georg-K.-Glaser-Preis des Landes Rheinland-Pfalz für die Erzählung Melsbacher Hohl, 2009: Ernst-Willner-Preis bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt für die Erzählung Fifty-fifty, 2010 Jahrestipendium des Landes Niedersachsen

***

Bild:

Katharina Born 2010 Copyright: Peter-Andreas Hassiepen

noch etwas persönliches über die Autorin:

http://www.deutschlandradiokultur.de/das-erbe-des-vaters.1153.de.html?dram:article_id=182436

 

kleine Veränderungen

dscn2815Kommt doch mal wieder richtig auf meinem Blog vorbei, nicht nur im Readermodus.
Ich habe u.a. eine neue Unterkategorie, bzw. Seite eingerichtet. Dort werde ich nun immer meine Texte verlinken die ich zu verschiedenen Themen geschrieben habe. Bisher leider immer unbezahlt, aber wer weiß was noch kommt – aufjedenfall einer meiner Schwerpunkte dieses Jahr.

Ganz frisch mein Text zum Thema „weitermachen“ auf „Umstandslos“, dem feministischen Müttermagazin – was ich als Nicht-Mutter sehr ehrenvoll finde. Generell ein grandioser Gemeinschaftsblog mit vielen unterschiedlichen Stimmen. Ich mag die Seite sehr:

würde mich über Kommentare freuen oder auch Likes – aber nur ernstgemeinte bitte: https://umstandslos.com/2017/02/10/von-fleissigen-frauen-vom-scheitern-und-vom-weitermachen-ein-appell-fuer-eine-neue-menschlichere-gesellschaft/

Desweiteren könnt ihr auf der Seitenleiste rechts nun die Verlinkungen zu Facebook sehen. Dort habe ich eine Seite für meine Illustrationen eingerichtet – sie ist noch im Aufbau aber ein paar Sachen könnt Ihr schon anschauen. Hab ja berichtet das ich das Thema wieder aufgenommen habe und da ein wenig mehr draus machen möchte. Schaut gern mal vorbei.

 

Weibliches schreiben

Schon vor 2016 hat mich das Thema beschäftigt was ich eigentlich so lese. Wie ich feststellte war es viel amerikanische Literatur und vor allem Bücher die Männer geschrieben hatten. Franzen, Eugenides, Irving, Boyle, Murakami aber auch Suter, Schlink, Arjouni usw.

Mir fiel auf das ich wenig Literatur von Frauen las obwohl ich auch hier Favoriten habe wie Dörrie, Hustvedt, Allende, Niffenegger, Lewycka.

Dieses Jahr wurde ich wieder förmlich auf das Thema gestossen – es ging mehrfach um das weibliche Schreiben in den Büchern die ich las, Büchern von Autorinnen. Es ging vor allem aber auch darum wie Sie hintenanstehn mit ihrem schreiben, als Ehefrauen und Mütter und Assistentinnen des Mannes, mit eigentlich anderen Aufgaben bedacht.
„Die Ehefrau“ hat mir noch einmal nachdrücklich zu denken gegeben – hier wird davon gesprochen wie die Frauen im Literaturbetrieb in der zweiten Reihe stehen. Und das bestätigt sich für mich wenn ich dorthin schaue wo es Wettbewerbe und Preise gibt, Literaturzirkel und andere Öffentlichkeiten. Ich schaue nun auch im Buchladen ein wenig anders hin.

Und eins, ich möchte mich diesem Vorsortierten nicht mehr automatisch aussetzen oder unterordnen. Wenn weniger Frauen zum schreiben kommen, dann noch weniger veröffentlicht werden und dann auch noch schwieriger bekannt werden sind das ne ganze Menge Filter. Ich werde also expliziter nach Literatur von Frauen kucken und mein Lesejahr unter dem Motto „Literatur von Frauen“ angehen – so das auch hier in meinem Bücherregal ein wenig Ausgleich stattfindet.

Die Überlegung ist noch mich an die Buchhandlungen zu wenden und dazu anzuregen eine Ecke spezifisch für Literatur von Frauen zu reservieren und zwar so das man sie sieht  das macht wenig Arbeit, kostet nichts und unterstützt. Irgendein anderer Blog hatte das thema auch aufgegriffen, weiß leider nicht mehr welcher – das Problem mit den vielen Tabs, ihr kennt es vielleicht.

Ein schönes Beispiel finde ich z.b. “ Die Schwestern“, oder sagen wir ein trauriges Beispiel. Das Buch ist gut, die Geschichte ist gut und mir ist unklar warum ein Eugen Ruge „In Zeiten des abnehmenden Lichtes“ gefeiert wird und niemand Judka Strittmatter erwähnt. Ein sehr bedauerlicher Fehler.

***

Ein weiteres Thema ist auch das Thema deutsche Literatur – das was man liest, prägt einen, und ich muß zugeben oft habe ich mich in Neuengland, Main sehr zu Hause gefühlt, obwohl ich nie dort war, weil es immer wieder vorkam in meinen Büchern. Ich habe massenhaft Seiten gelesen über amerikanische Colleges und Hochschulen, mir dann auch noch entsprechende Serien angeschaut… das ist alles ganz nett, irgendwie heimelig aber weit entfernt von meinem Lebensumfeld.

Es ist ganz was anderes dann etwas zu lesen was mit meiner eigenen Geschichte zu tun hat, meiner eigenen Sozialisierung, mit meinem eigenem Land, zugebener maßen nicht immer so einfach die deutsche Literatur.

Wenn Männer mir die Welt erklären

dscn7106Ja, das kenne ich leider auch, dieses männliche Welterklärungsdingens… und es scheint so normal zu sein das es gar nicht richtig auffällt. Nach dem Buch ändert sich das vielleicht. Die meisten Frauen die man befragt zum Thema Gleichberechtigung merken auch nicht das sich da viel zu wenig getan hat in den letzten Jahren, merken teilweise nicht mal wie sie nicht gleichberechtigt sind. Man kennts halt nicht anders – erzogen, konditioniert, und das ist wiederrum echt erschreckend.

Schon lange wollte ich das Buch vorstellen, es ist schon ein paar Wochen her das ich es gelesen habe. Ein gutes Buch und ein echt heftiges Buch. Schwer drüber zu schreiben. Empfinde es als sehr wichtig und möchte eine große Leseempfehlung aussprechen.

Wenn man grad sehr dünn besaitet ist vielleicht den Anfang weglassen wo es sehr viel um körperliche Gewalt gegenüber Frauen und Vergewaltigung geht, inklusive Zahlen/Statistik – so das einem mehrfach fast das Herz stehen bleibt.

„Gewalt ist eine Methode Leute zum Schweigen zu bringen, ihre Stimme und Ihre Glaubwürdigkeit zu negieren“   Wo fängt Gewalt an? In Amerika, woher die Autorin kommt, ist die häufigste Todesursache von Schwangeren die Tötung durch Expartner oder Ehemann.

„Wenn Männer mir die Welt erklären“ beginnt mit der Geschichte die zum Buch führte. Das nächste, recht lange, Kapitel beschäftigt sich mit dem Thema „Der längste Krieg“ – Machtmisbbrauch in all seinen Facetten – erschreckend und Augen öffnend.

Gewalt hat keine Rasse, keine Klasse, keine Religion und keine Nationalität, aber Sie hat ein Geschlecht“ …

und das führt Rebecca Solnit hier klar vor Augen. Sie regt damit an, endlich eine dringend nötige Debatte zu führen, und zeigt auf, welche tiefgreifenden Veränderungen es gesellschaftlich braucht. Wie sehr es nötig ist über Rollenbilder, Männlichkeit, Vorurteile und das Patriarchat zu reden. Es werden zu oft falsche Gründe genannt für Gewalt, und es wird nicht gesehen wie sehr Gewalttätigkeit geschlechtsbezogen stattfindet.

Nach dem Rundblick auf das Machtgefälle zwischen Frau und Mann geht Solnit zu einer beispielhaften Geschichte über und stellt die Frage nach dem „Recht“ zu töten und nach der Kluft zwischen weiblicher und männlicher Welt. Immer wieder folgen Beispiele zu den Aussagen, viele Beispiele. Danach ein Kapitel zur globalen Ungerechtigkeit. Sicher erinnern sich noch viele an die Nachrichten aus Indien, den Gruppenvergewaltigungen, der Brutalität und der Frage nach dem Hintergrund solcher Taten.

Ab Seite 83 geht es dann um die Ehe, und über die Unsichtbarkeit, die Frauen in dieser Institution überfällt. Hier geht es natürlich um Geschichte, aber weltweit betrachtet trifft es leider immer noch viel zu häufig zu, das der Eintritt in eine Ehe die Frauen ihrer Eigenständigkeit und Rechte beraubt bzw. sie gar nicht erst erringen läßt.

Diese Unsichtbarkeit der Frauen, bzw eben die Tilgung ihrer Anwesenheit ist an so vielen Stellen zu finden, Namen die abgegeben werden, Stammbäume die nur die männlichen Nachfahren aufzählen, Erbrecht, die Arbeit die so selbstverständlich ist, heute CareArbeit genannt – auch dahinter verschwinden die Frauen – ohne ihre Arbeit wäre soviel gar nicht erst möglich, sie ist grundlegend, aber auch zu selbstverständlich. Kleidung – wie eben die Vollbedeckung und Verschleierung, auch hier verschwinden die Frauen. Im Leben dann oft festgehalten im Haushalt und bei der Kindererziehung, fern der Öffentlichkeit. So wie Frauen auch bei uns das vorsichtig-sein angeraten wird, bestimmte Ecken sind zu meiden, eben weil dort Gefahr droht usw. Doch es sind auch die Frauen die ihre Stimmen gegen das Verschwindenlassen erheben, wie z.b. die Mütter der verschwundenen Argentinier, die während der Militärjunta entführt wurden.

Es folgt ein Kapitel über Virgina Woolf, der sich Solnit sehr verbunden fühlt in ihrem schreiben. DIe innere und die äußere Dunkelheit der Dinge.

„Es ist die Aufgabe von SchriftstellerInnen und ForscherInnen , mehr zu sehen, möglichst frei von vorgefassten Meinungen zu sein, mit offenen Augen in die Dunkelheit zu gehen“

dscn7101Ein sehr mäanderndes Kapitel, in welchem es um viele Verbindungen geht. Verbindung in den Themen als schreibende Frau, über eben die Dunkelheit aber auch die Hoffnung, um andere Texte. Es hat mich soweit inspiriert das ich mir nun doch mal Virginia Woolfs Buch „Ein Zimmer für sich allein“ gekauft habe – bin aber noch nicht so weit gekommen.. es ist ähnlich ausufernd bis jetzt. Solnit wendet sich dann noch Susen Sontag zu, was auch sehr spannend ist, allerdings geht es mir zu weit, streckt sich zuweit aus an dieser Stelle, wäre, denke ich, ein anderes Buch gewesen. Trotzdem klingen hier wichtige Themen an – die Selbstständigkeit als Frau und die Möglichkeiten die es oft nicht gibt durch fehlende Unabhängigkeit, vor allem finanzieller Art. Die Autorin geht hier richtig auf im Schreiben über Woolf und Sontag, was einerseits schön ist, aber auch die Grenzen sprengt. Sie erwähnt immer wieder das fließende und die Grenzenlosigkeit in diesem Zusammenhang, das kommt auch sehr gut rüber in diesem Kapitel, ist aber nicht so meins. Für mich die Schwachstelle an diesem Buch.

Nun also nach dem Ausflug in die Geschichte schreibender Frauen, schließt sich der Kreis aber wieder mit einem Kapitel über das Heute, den Feminismus und den Verlauf von Zeit und Entwicklung, sowie das Recht am eigenen Körper. Es macht das Buch rund. Das Fazit der Autorin: ist die Büchse der Pandora einmal geöffnet, und das ist sie in ihren Augen, gibt es kein Zurück mehr. Ideen haben Macht. Wenn sie reif sind werden Veränderungen folgen. Vom denken und fühlen hinein ins konkrete Leben bis hin zu Recht und Gesetz. Ein gesellschaftlicher Diskurs ist nötig für beide Seiten, für alle Menschen. Gewalt gegen Frauen ist kein individuelles Thema, sondern ein kulturelles.

Marie Sheer – was bedeutet Feminismus (1986): „die radikale Vorstellung, das Frauen Menschen sind

Die FAZ bezeichnet das Buch als vernichtend und komisch zugleich, dem kann ich mich nicht wirklich anschließen. Und es geht auch nicht einfach darum was zwischen Männern und Frauen schief läuft… diese Beschreibung ist schon wieder negierend und fast absurd auf dem Buchrücken. Es geht um viel viel mehr, um ein radikales Aufzeigen und eine kämpferische, revolutionäre Haltung für eine neue Form von Gesellschaft in welcher Gewalt nicht mehr als selbstverständlich oder als Ausrutscher hingenommen wird. Wo nicht durch körperliche Machtausübung einer über jemand anderen bestimmt. Diese Buch ist ein Plädoyer für Freiheit und Rechte für alle, und eine friedliche Zukunft.

Was ich sehr schön finde ist das  Hoffman und Campe dem Buch eine so schöne Form gegeben haben, perfekt der weiße Leineneinband mit der geprägten Schrift, diese Erhabenheit hat dieses Buch verdient. Es zeigt schon in seiner ästhetischen Erscheinung seine Wichtigkeit, ein Statement was mir sehr zusagt.

dscn7098***

Rebecca Solnit

Wenn Männer mir die Welt erklären

Hoffman und Campe 16,00 €

***

weiteres

http://www.br.de/radio/bayern2/kultur/nachtstudio/rebecca-solnit-maenner-welt-erklaeren-gleichberechtigung-gewalt-100.html

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rebecca-solnit-men-explain-things-to-me-13533126-p2.html

eine weitere Besprechung: http://lobedentag.blogspot.de/2016/03/buch-der-woche-rebecca-solnit-wenn.html

 

Die Ehefrau

dscn6402Eine Frau, die sich für das Schreiben interessiert, und wohl auch Talent dazu hat, erzählt von Ihrem Ehemann, dem Schriftsteller. In Rückblenden erfahren wir, dass er ihr Dozent auf dem College war und sie sich dort im Literaturunterricht kennengelernt haben. Das war in den 1950iger Jahren.
Er hält sie damals für sehr talentiert. Sie ihn eher nicht, und doch schaut sie zu ihm auf und ist beeindruckt von seinem Auftreten.

Die beiden brennen schlußendlich durch, sie gerade im ersten Semester, heiraten später und bekommen 3 Kinder. Er – Jo Castleman – wird berühmt. Joan dagegen nimmt den Platz der Ehefrau an seiner Seite ein. Keine Rede davon, daß Sie weitergeschrieben hätte, nach ihren vielversprechenden Anfängen auf dem College. Viel aber, davon die Rede wie Männer aus der Welt des Schreibens zusammenfinden und diskutieren. Die Frauen bewundern diese Männern und flirten mit Ihnen, oder sie stehen als Ehefrauen in eigenen Gruppen beisammen. Ein eigenes erfolgreiches bzw. überhaupt gutes, tiefsinniges Schreiben traut man ihnen, also den Frauen gar nicht erst zu. Die Posten scheinen klar verteilt.

Das Buch beginnt mit der Reise zu einer Preisverleihung. Beide sind inzwischen Jahrzehnte verheiratet, Jo hat viele Bücher veröffentlicht, das erste handelte von den eigenen Beziehungsanfängen, machte ihn bekannt.

Ich möchte in meinen Rezensionen nicht zu sehr spoilern – jeder soll die Bücher selbst für sich entdecken. In dieser Hinsicht rate ich ab von anderen Rezensionen zum Buch, da die meisten meiner Meinung nach, viel zu viel verraten.

Ich selbst bin irritiert von einigen anderen Rezensionen die ich zum Buch fand. Achtung eine dieser spoilernden Geschichten:  z.B. im Deutschlandradio Kultur http://www.deutschlandradiokultur.de/meg-wolitzer-die-ehefrau-bissige-abrechnung-mit-maennlicher.1270.de.html?dram:article_id=367047

Immer wieder wird vom Humor des Buches gesprochen oder auch einem satirischem Blick auf den Schriftstellerbetrieb. Vom „amüsanten Blick“, und die „Times“  meint etwas von „irrsinnig witzig“ – so steht es auf dem Buchrücken. Entweder ist das ein spezieller amerikanischer Humor – die Schriftstellerin Meg Wolitzer ist Amerikanerin – oder ich bin anscheinend ziemlich Humorlos. Oder die dritte Variante, es ist ziemlich ernst, und so empfinde ich es. Was jetzt nicht heißt, das es nicht auch hin und wieder mal etwas zum Lächeln ist.
Finde ich das Buch und das Thema eher ernst weil mir bewußt ist das Frauen auch hier nicht gleichberechtigt sind? Haben die, die es humorvoll finden das Thema nicht verstanden? Jetzt würde ich gern Meg Wolitzer persönlich fragen.

„Was macht die Kunst?“
Joe: „Ach, ich gebe alles, antwortete Joe mit einem tiefen Seufzer. „Und das ist nicht besonders viel“.

Ein signifikanter Satz wie sich später zeigt.

Joan dazu:

„Joe konnte immer gut an sich zweifeln. Die gesamten Fünfziger, Sechziger, Siebziger, Achtziger und die erste Hälfte der Neunziger hindurch gab er sich als verletzlicher, leidender Künstler, ganz gleich, ob er gerade betrunken oder nüchtern, gut oder schlecht rezensiert, geschmäht oder geliebt war.“

Ich finde das Buch fängt sehr gut an, obwohl die Autorin selbst erst Ende der 1950ger geboren wurde, beschreibt sie das Collegeleben  authentisch, zumindest gelingt es mir, mich hier sehr gut einzufühlen. Es erinnerte mich an andere Bücher, die ich gern las, ich muß zugeben von männlichen Autoren. Ich mag diesen Ort des amerikanischen Colleges. Kann aber auch sein, dass ich eine zu romatische Vorstellung davon pflege, weil ich zuviel „Gilmore Girls“ im Kopf habe, eine amerikanische Serie, in der es sehr viel um kluge Mädchen geht.

Meg Wolitzer weiß, wovon sie schreibt. Bisher  veröffentlichte sie elf Bücher und ihr Mann ist, wie im Buch, auch Schriftsteller. Ich habe bisher noch nichts von ihr gelesen, kann da aus keinem Kontext sprechen, sondern nur für dieses eine Buch. Das ich wiederrum noch nichts von Ihr gelesen habe, also noch nicht auf Ihre Bücher aufmerksam wurde, kann wirklich sehr gut mit dem Thema an sich zu tun haben, eben das männliche Autoren meistens in der ersten Reihe stehen und weibliche in der zweiten.

Auf der Seite des DuMont Verlages erfahren wir wenig über Meg Wolitzer, aber im Netz finden sich andere Informationsquellen. Und das dem Buch zugrundeliegende Thema findet sich im Leben der Autorin wieder, und vermutlich in dem vieler Frauen. Es ist das Thema männlichen Könnens und weiblichen Könnens, und wie dieses in unserer Welt „platziert“ wird und welche Beachtung die Geschlechter jeweils finden bzw. nicht finden.

Ein durchaus feministisches Buch, welches von einer Wahrheit erzählt, die im lezten Jahrhundert noch krasser war, als heute. Und was heute erschreckend aktuell ist. Das Buch ist schon über 10 Jahre alt, wurde jetzt erst übersetzt, was man dem Werk aber nicht anmerkt.
Die Autorin schreibt über das männliche und weibliche schreiben und wir kennen Sie doch alle die Long- und Shortlists der Bücherpreise – die weiblichen Autoren können wir an einer Hand abzählen. Und das liegt sicher nicht an der Qualität ihrer Arbeiten. Die den Frauen aber durch nicht-Nominierung und Nichtbeachtung abgesprochen wird.

Joan die Protagonistin und Erzählerin in „Die Ehefrau“ berichtet über das Leben Ihres „schreibenden“ Mannes und so nebenbei auch ein wenig von sich, ihrer Ehe und am Rande aus Ihrem Familienleben. In der Geschichte dreht sich aber Schlußendlich alles um Joe bis zum Knall am Ende des Buches. So wie es sich anschließend ergeben hat, daran haben beide Ihren Anteil, basierend auf den Entscheidungen die beide getroffen haben oder unterlassen haben zu treffen. Vielleicht spielt hier auch die Gewohntheit eine Rolle oder die fehlende Vorstellungskraft das es hätte auch anders gehen können.

Der mittlere Teil ist für meinen Geschmack zu lang und ich fand den Teil einwenig langweilig. Ddie Spannung hielt sich doch ziemlich in Grenzen. Und ich denke ohne etwas über die Autorin zu wissen, fragt man sich doch etwas, worauf Sie denn nun hinaus will. Das Ende überzeugt, aber hat mich gleichzeitig auch enttäuscht, immerhin läßt es einen Ausblick offen.

„Das Mädchen schämte sich, dachte ich, eine Geschichte öffnete sich vor mir, und ich verspürte Erleichterung darüber, eine literarische Distanz mir selbst und diesem Mann gegenüber einnehmen zu können“

***

Meg Wolitzer

Die Ehefrau

Übersetzung: Stephan Kleiner

DuMont Buchverlag, 23,00 €

***

passende Bücher:

„Die Liebeshandlung“ von Jeffrey Eugenides – wg. der Protagonistin

„Sommer ohne Männer“ von Siri Husvedt – weibliches schreiben

 

Sich ins Leben schreiben

Heute zum Abschluß der Blogparade möchte ich Euch noch ein wundervolles Buch voller Impulse vorstellen. Ein echtes Entfaltungsbuch (Danke Daniela) – wie es auch schon der Untertitel verspricht. Und das Coverbild gefällt mir unglaublich gut. Ich hab meines noch lange nicht fertig, so viele Anregungen finden sich. Lebensphilosophische Fragen, Freude und viel Tatendrang kommen einem entgegen. Spannende Aufgaben, vieles zum Nachdenken und eben so richtig ACTION 😉

Ein wirklich tolles Schreibbuch.

Zur Feier der Blogparade verlose ich ein Exemplar. Jeder der hier unter dem Beitrag ein Kommentar hinterläßt nimmt an der Verlosung teil.

Schön war die Blogparade und wie ich finde auch sehr inspirierend. Ich mag solche Vernetzungsaktionen sehr. Man lernt neue Blogs kennen, vielleicht gewinnt man auch den einen oder anderen neuen Leser. Ich habe mich sehr gefreut das Ihr Alle mitgemacht habt bei der Blogparade zum Thema schreiben.

Danke an  Christel, Daniela, dem Letternwald, MelittaMichael, Ralf, Roswitha, Sabine, Sophie, Stella, Ulrike , UND vor allem Danke ich den Lesern die uns begleitet und gelesen haben.

Einen Herzensgruß an Euch Alle und auf bald.

Madame Flamusse

***

Liane Dirks

Sich ins Leben schreiben Der Weg zur Selbstentfaltung

240 Seiten, € 19,99

Verlag: Kösel

***

Die Auslosung endet Montag den 30.5. um 24 Uhr

Tag 12 – Blogparade – Ein Lied

Heute zur vorletzten Ausgabe der Blogparade gibt es einen ganz speziellen Beitrag von der Scherbensammlerin die ein Klagelied gedichtet hat, ganz wunderbar finde ich das. Eine, wie ich meine, vernachlässigte Gattung.

Melittas Klagegesang

Ich schreibe. Ich schreibe es. Ich schreibe es mir von der Seele.
Das Lied der hunderttausend Dinge.
Der Alltag diktiert mir seine Noten in meine Füllfeder. Laut. Bohrend.
Wie die Baustelle vor meinem Fenster.
Note für Note.
Lässt es mich nicht in Ruhe….. ->hier geht es weiter

***

vorherige Beiträge

Sophie Klee

https://www.sophieklee.de/die-leichtigkeit-des-seins-zwischen-den-zeilen-des-alltags/

Frau Kassel will Wunder / Buchrezension

https://reingelesen.wordpress.com/2016/05/25/frau-kassel-will-wunder-noch-ein-blogparaden-special/

Coach Ralf Hauser

https://ralfhauser.wordpress.com/2015/02/22/lebenserfahrung-und-schreibkompetenz-teil-ii/

Das Moleskine – Collagen

https://roswithageisler.wordpress.com/2011/01/11/spater-vielleicht/

Von der Kunst des schreibens

https://reingelesen.wordpress.com/2016/05/22/blogparade-special/

Letternwald

https://letternwald.wordpress.com/2016/05/20/warum-schreiben/

Der letzte grosse Trost / Buchrezension

https://reingelesen.wordpress.com/2016/05/20/der-letzte-grosse-trost/

Starlit Sky Thoughts

https://starlitskythoughts.wordpress.com/2016/05/18/schreib-an-dich-blogparade/

Christel T. Aktivistin

https://sonstigesblog.wordpress.com/2016/05/18/warum-schreibe-ich-ueberhaupt/comment-page-1/#comment-56

wortgeflumselkritzelkram

https://wortgeflumselkritzelkram.wordpress.com/2016/05/18/blogparade-schreiben/

Unsagbares muss man eben schreiben

https://konsonaut.wordpress.com/2016/05/16/eine-autobiografische-geschichte-beitrag-fuer-die-reingelesen-blogparade/

Von Orten die verschwinden

https://reingelesen.wordpress.com/2016/05/16/die-blogparade-geschichte-von-orten-die-verschwinden/

Blogparade Tag 11

Sophie Klee, was für ein schöner Namen. Sophie hat ganz frisch angefangen mit bloggen. Sie schreibt: „Nachdem ich das kreative Schreiben – eine Leidenschaft, die seit meiner Kindheit besteht – in den vergangenen Jahren etwas stiefmütterlich behandelt habe, bin ich nun umso emsiger beim Verfassen meiner Geschichten und veröffentliche diese seit April auf meinem Blog: http://www.sophieklee.de/“

Ihr Text zum schreiben „Die Leichtigkeits des Seins zwischen den Zeilen des Alltags“ (einfach anklicken und Ihr kommt zu Ihrem Beitrag)

***

vorherige Beiträge

Frau Kassel will Wunder / Buchrezension

https://reingelesen.wordpress.com/2016/05/25/frau-kassel-will-wunder-noch-ein-blogparaden-special/

Coach Ralf Hauser

https://ralfhauser.wordpress.com/2015/02/22/lebenserfahrung-und-schreibkompetenz-teil-ii/

Das Moleskine – Collagen

https://roswithageisler.wordpress.com/2011/01/11/spater-vielleicht/

Von der Kunst des schreibens

https://reingelesen.wordpress.com/2016/05/22/blogparade-special/

Letternwald

https://letternwald.wordpress.com/2016/05/20/warum-schreiben/

Der letzte grosse Trost / Buchrezension

https://reingelesen.wordpress.com/2016/05/20/der-letzte-grosse-trost/

Starlit Sky Thoughts

https://starlitskythoughts.wordpress.com/2016/05/18/schreib-an-dich-blogparade/

Christel T. Aktivistin

https://sonstigesblog.wordpress.com/2016/05/18/warum-schreibe-ich-ueberhaupt/comment-page-1/#comment-56

wortgeflumselkritzelkram

https://wortgeflumselkritzelkram.wordpress.com/2016/05/18/blogparade-schreiben/

Unsagbares muss man eben schreiben

https://konsonaut.wordpress.com/2016/05/16/eine-autobiografische-geschichte-beitrag-fuer-die-reingelesen-blogparade/

Von Orten die verschwinden

https://reingelesen.wordpress.com/2016/05/16/die-blogparade-geschichte-von-orten-die-verschwinden/

Vorherige ältere Einträge

Follow reingelesen on WordPress.com
Und nun noch das obligatorische Treppenbild #houseofsmallwonderberlin #wendeltreppe #style #innenarchitektur Unser Essen #houseofsmallwonderberlin sehr interessant, bei beiden gab es Reis dazu. Das erste ist das #Soboro_Don und das zweite das #Okinawan_Taco_Rice zu 10 und 11 € - was wir nicht so rausbekommen war, wo das Taco war. Das Soboro war ein echtes #Geschmackserlebnis #fusioncooking #fusionKüche das Ei war süßlich und der rote Ingwer klasse - bisschen mehr Spinat statt Ei wäre schön gewesen, denn am Ende wär's doch arg süßlich. Ich würde es aber sofort wieder nehmen, einfach toll komponiert. Allerdings möchte ich nächstes mal auch sehr gern die Onigirikombi probieren Jetzt hab ich es auch ins #houseofsmallwonderberlin geschafft, das hab ich mir schon lange gewünscht, und es war aufjedenfall ein #Erlebnis. Wir hatten bisschen Schwierigkeiten mit der Bahn und sind grade noch 10 min vor Bestellschluss angekommen. Puuuh. Die Straße ist beim FriedrichStadtPalast. Ich war eingeladen und habe es sehr genossen. Es ist so schön dort das ich am liebsten gleich eingezogen wäre. Phänomenals ausgestattet mit DRM Blick für Details. Selten so schöne. Räume gesehen. #inneneinrichtung #innenausstattung #restaurant die Bilder sind leider alle verschwommen, es war ein grauer Regentag #berlin #gutessen #fusioncooking #ontheway #back #Home #berlinbesuch #abendlicht #abendlicht in #berlin #light #evening #aftertherain #aufdemweg #nachhause, zum #flixbus OMG heute war ein Fink IN der Whg als ich wiederkam, da zwischen den Blumentoepfen, man sieht noch ein kleines Scheisshäufchen. Beim zweiten Versuch könnte ich ein einfangen. Hätte ganz schön zu tun ihn festzuhalten. Wirklich kräftig die kleinen gefiederten Freunde. Was für ne Aufregung. Hab's dann geschafft ihn rauszulassen und bin so froh das der Kater ihm nix getan hat. Wüste ja zugern wie er reingekommen ist und wie lang er da war.
© 2014 - 2016

Blogstatistik

  • 21,506 Treffer
%d Bloggern gefällt das: