… und über uns kein Himmel

dscn6401Geschichte und Psychiatrie im Comic. Krasses Thema, krasses Buch. Ein Baby, das beim erweiterten Suizidversuch der Mutter  im Jahr 1935 überlebt und fortan in Heimen, Pflegeanstalten und Kliniken untergebracht wird. Ein Junge, sein Name Fritz Blume.

Der Zeichenstil hat mir erst gar nicht gefallen, aber die Geschichte ist so heftig, dass die kantigen Zeichnungen irgendwie doch sehr gut dazu passen. Es hat mich sehr ergriffen. Ich habe schon einiges gelesen und gesehen über Heime in der Zeit des Nationalsozialismus. Das Thema ist ja heute nicht mehr ganz unbekannt, das Menschen sehr schnell als sogenanntes „unwertes“ Leben klassifiziert wurden, oder sagen wir lieber, diesen Stempel aufgedrückt bekamen, um dann in Erziehungsheime und Anstalten geschickt zu werden. Viele wurden getötet, gequält oder zwangssterilisiert.
Zucht und Ordnung im allerschlimmsten Sinne, macht Fritz von Anfang an durch. Mit schlimmster Brutalität, und das oft auch noch von Christen/Nonnen, die regimetreu in den Erziehungsanstalten ihre uneingeschränkte Macht und Gewalt auslebten, selbst den Kindern und auch den Kleinsten gegenüber.
Weil die Mutter sich und Ihre Kinder töten wollte, wird sie als kranke Person eingestuft und somit auch ihre Kinder als krank definiert – der Hintergrund spielte damals keine Rolle. Es gibt kein Entkommen für Fritz.

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Was mir nicht bewusst war ist, dass auch in sogenannten Waisenhäusern so schlimm mit den Kindern umgegangen wurde – aber es vermischt sich später, weil Fritz als „gestört“ angesehen wird.  Getötet wird er nicht, wie viele seiner Kameraden, und er überlebt alle Misshandlungen und Quälereien. „Ausmerzen durch Hunger und Arbeit hieß das Programm der Nazis“ – wenn das mal alles gewesen wäre. Aber es war viel schlimmer. Seine Arbeitskraft wird schamlos ausgenutzt und hier finden sich Methoden der weißen Folter – Folter die man den Menschen nicht ansieht. Als er etwas größer ist, kommt er zu einem Bauern, und dort vom Regen in die Traufe. Aber er begegnet hier einer Kuh, der es genauso geht wie Fritz und hier erlebt er das erstemal Zuneigung. Sehr berührend….

Als der Krieg vorbei ist – er spielt im Buch keine Rolle –  geht es genauso weiter wie zuvor.

Was diese Grafik Novel sehr besonders macht, ist dass hier tatsächliche Personen vorkommen und es ein echter Lebenslauf ist. Wirklich beklemmend. Und für mich immer noch und immer wieder schockierend, wie die alten Nazis nach dem Krieg einfach weitermachen konnten. Meistens an den vorherigen Arbeitsstellen, oft gar mit Beförderung nach dem Entnazifizierungsprogramm – unfassbar. Echte Beispiele werden hier aufgeführt. Die Geschichte basiert auf autobiografischen Schriften von Fritz, der nicht schwieg.

Ärzte und Pfarrer, bis in die 1950iger, 1960iger Jahre hinein, bis zur Rente, durften Sie unbehelligt weitermachen, auch wenn sie an Menschenversuchen beteiligt waren – auch das nicht neu. Irgendwas ist da so verdammt schief gelaufen. Und wenn man sich dann vorstellt, welche Nachfolger von ihnen ausgebildet wurden, dann weiß man, wie weit der Nationalsozialismus mit seinen kruden Ansichten in das Leben heute hineinreicht. So war es nicht nur in der Medizin und Pflege/Erziehung der Fall sondern durchaus auch gern in Behörden oder den Schulen. Das hat starke Auswirkungen, vor allem wenn wir auf das Menschenbild schauen, welches die Nationalsozialisten verbreitet haben und welches heute in unseren Systemen immer noch stark zu erkennen ist. Es geht immer um gesellschaftliche Normen, damals und heute. Auch nach dem Krieg verschwanden immer wieder nicht passende junge Menschen in Heimen – die DDR hat da auch noch eine ganz eigene Geschichte zu erzählen. Die Opfer kämpfen heute noch um Wiedergutmachung..

Die Geschichte von Fritz geht weiter, leider endet sie abrupt und man erfährt nicht so richtig, was aus ihm geworden ist, aber es gelang ihm wohl, sich ein Leben aufzubauen.

Die Konzentrationslager wurden befreit. Viele Kliniken und Heime, blieben noch Jahre nach Kriegsende, so wie sie waren. Keiner kam und befreite die gequälten Seelen. Unfassbar traurig.

Der Geschichte geht eine kurze Einleitung zum Thema voraus und folgt ein langes und interessantes Nachwort, welches den Bogen bis heute schlägt; allerdings hätte ich mir hier weniger Fachtermini und eine einfachere Sprache gewünscht, um für jeden Leser verständlich zu sein.

Wenn wir denken das ist heute vorbei, so liegen wir falsch. Vieles erlebt ein Comeback. Es kommen wieder mehr bestimmte starke Medikamente zum Einsatz und für unpassende Kinder gibt es heute die Diagnosen wie ADHS. Viele Kinder werden mit dem gefährlichen Ritalin behandelt, welches oft heftige Nebenwirkungen hat.
Das ganze geht aber noch viel weiter mit der modernen Forschung – welches Menschenbild haben wir, und was liegt dem Zugrunde, sehr schön zusammengefasst und sehr lehrreich im Nachwort zur Sprache gebracht.

Ein wichtiges Buch!

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Robert Krieg/Daniel Daemgen
…und über uns kein Himmel
Graphic Novel

95 Seiten, 14,90 Euro

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von Gerda wurde ich auf einen weiteren Fall aufmerksam gemacht: http://www.zeit.de/1964/08/der-merkwuerdige-fall-heyde

Der letzte grosse Trost

DSCN4042Ein etwas sperriges kleines Buch, das erst spät Fahrt aufnimmt. Ein Buch, bei dem das Cover so richtig gut passt und auch der Klappentext die Wahrheit spricht. Und ein Buch, über das sich schwer berichten lässt ohne zu spoilern.

Der Autor schreibt sonst eigentlich eher Kinderbücher, das fand ich doch überraschend im Hinblick auf den ernsten Ton des Buches. Aber vielleicht hat die Leichtigkeit der Kinderliteratur ihm geholfen, sich diesem Familienroman zu widmen.

Am Rand geht es um ein Haus, das verkauft werden soll, vom Zweig der Familie, die ausgewandert ist und von der niemand mehr übrig ist, um vorbei zu kommen. Die letzte Dame ist zu alt. Also nimmt unser Protagonist das selbst in die Hand und findet nicht nur Leere, sondern viele Erinnerungen und vor allem ein kleines Heft mit wenigen, aber sehr aufregenden Notizen des Vaters. Eine Geschichte, die sich durch die Generationen zieht.

Es geht um die Frage, wie es ist mit dem Weiterleben, wenn im Krieg so viele zurück geblieben sind – auf beiden Seiten. Wie das ist, wenn wieder so was wie Normalität eingekehrt. Zumindest auf der einen Seite. Der andere Teil der Familie hat weniger Glück. Aber ist es überhaupt Glück oder auch eine Leere, die nach schrecklichen Ereignissen unmissverständlich spürbar ist?

Daniel, den wir durch das Buch begleiten, hat trotz Glück mit der Normalität zu kämpfen, dem frühen Tod des Vaters. Der Tag, als er das alte Haus besucht, ändert alles zutiefst. Ein bisschen ist es so, als hätten die Dinge nur darauf gewartet. Wie leben wir unser eigenes Leben? Woran erkennen wir, dass es unser Leben ist? Und worum geht es eigentlich?

Am Ende lebt er für eine einzige Sache und ist in dieser für sich ganz allein. Jahrelang bereitet er sich vor, ohne mit jemandem darüber zu sprechen. Lebt er in diesen Jahren eine Lüge den anderen Menschen in seinem Leben gegenüber?

Es geht um Beziehungen und die verschiedenen Formen von Beziehungen, ganz besonders um die Beziehung zur eigenen Spiegelperson, die einen kennt. Der ohne Worte klar ist, was los ist. Die dich anschaut und deinen Aufruhr im Inneren mit einem Satz zu hinterfragen weiß.

Und es gibt Rettung – eine Rettung, die aber nicht in dir liegt, sondern dort, wo der Anker deines Lebens sich verhakt hat. Das hat mich am Ende des Buches sehr froh gemacht. Denn auch hier: Erst das Ende der Geschichte sagt dir, was für eine Geschichte es war.

Ein Resümee: Liebe ist.

Hier gibt es ein ausführliches Interview mit dem Autor auf der rowohltschen Verlagsseite

 

 

Weihnachtsliteratur Geschenktip – Das Weihnachtsmarktwunder

guenther_rz_2.inddKurz vorm Fest möchte ich Euch ein ganz bezauberndes Buch vorstellen welches in meiner wunderschönen Heimatstadt Dresden spielt. Für mich schon jetzt eines der schönsten Weihnachtsbücher ever.

Ralf Günther hat lange in Dresden gelebt, ist bekannt für seine historischen Romane und beides merkt man meiner Meinung nach dem Buch auch an. Ich kenne natürlich die Straßen und Plätze deswegen weiß ich nicht ob nur ich die Bilder vor dem inneren Auge habe aber ich glaube nicht. Die Stimmung springt von der ersten Seite an sofort über. Ein wunderbarer Schmöker, auch zum vorlesen, vielleicht sogar direkt am Weihnachtsabend unter dem Baum.

Der Protagonist ist ein Junge aus dem Erzgebirge der die Arbeit seiner Familie und eines ganzen Jahres nach Dresden bringt um die Holzfiguren am einzigen Markttag dort zu verkaufen. Am Anfang sieht alles nicht sehr rosig aus, aber wie das so ist in Weihnachtsgeschichten, gibt es einige Helferlein und Fügungen. Eine kleine Heldenreise für Martin aus dem Erzgebirge. So liebevoll geschrieben. Ich möchte nicht mehr über den Inhalt verraten damit Ihr das Selbst entdecken könnt. Es sei gesagt es lohnt sich.

Im Buch gibt es auch noch einige wenige Zeichnungen der Illustratorin Andrea Offermann die das Buch noch schöner machen. Da kommt so viel Herz durch. Wegen mir hätten es gern noch etwas mehr Bilder sein können. Der Stil passt perfekt zur Geschichte.

Also von mir eine dicke Empfehlung – ich hab auch schon mal 2 davon heute mit der Weihnachtspost verschickt. Und für mich wird das lesen dieser Geschichte, wo ich doch die erzgebirgischen Figuren so mag, meine neue Weihnachtstradition zur Einstimmung auf das Fest. Ich mag es Traditionen zu begründen.

Erschienen bei Rowohlt

ganz frisch am 10.12.

140 Seiten, Hardcover

15,00 €

Irmina – Grafik Novel

DSC05666Irmina von Barbara Yelin ist ein wirklich tolles Comic. Mich sprach die Geschichte an und so bestellte ich mir das Buch in der Bücherei und war total baff als ich diesen dicken Brocken vor mir sah – habs grad noch so in meinen Rucksack bekommen, aber damit ist auch der Preis geklärt.

Die Zeichnungen haben mich durchweg sehr angesprochen. Mit einem kräftigen, manchmal suchend erscheinendem, Strich sind die wunderbaren Bilder gezeichnet. In der Nähe ganz grob, erschafft Barbara Yelin doch wunderbare Details die vorallem durch Farbe/Kontraste dargestellt werden.

Die Geschichte spielt ja hauptsächlich in einer düsteren Zeit und das wird durch den dunklen Strich natürlich sehr gut dargestellt – ich bin wirklich sehr begeistert von den Zeichnungen.

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Einige Details – Bitte anklicken zum vergrößeren

Und natürlich hat mich auch die Geschichte gepackt. Nicht nur weil es auch eines meiner Themen ist, sondern weil Sie sehr gut erzählt wird. Es hat mir schon die Tränen in die Augen getrieben. Alle die wir damals nicht lebten, können uns glücklich schätzen.

Achtung Spoiler:

Irmina ist am Anfang des Buches eine junge Frau die eine Ausbildung in England macht – dort aber in Ihrem Umfeld schon ein wenig eine Außenseiterin ist. Mir kommt Sie manchmal ein bisschen schüchtern vor und unsicher. Das lese ich auch sehr aus der Körperhaltung in den Zeichnungen heraus. Sie lernt dann einen jungen Mann kennen, der ebenfalls ein Außenseiter ist, durch seine Hautfarbe. Die beiden freunden sich an und genießen Ihre Zeit zusammen. Durch die politischen Umstände geht Irmina irgendwann das Geld aus und auch Ihre Unterkunft wird gekündigt, so das Sie erstmal zurück nach Deutschland fährt, wo der Irrsinn leider schon voll im Gange ist.

Man versteht es vielleicht nicht ganz warum Sie zurück geht. Aber ich denke es ist sehr schwer für Sie, so allein in England, wo Sie auch nie richtig Anschluß gefunden zu haben scheint und als Deutsche sich immer wieder erklären muß.

Howard Ihr Freund ist sehr mit seinem Studium beschäftigt, und da wo sich Irmina wagt aufzulehnen ist er lieber vorsichtig. Sie bleiben in Kontakt, aber irgendwann kommt ein Brief an Ihn zurück. Und der Kontakt ist nicht mehr da.

Spoiler aus

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Die Geschichte gefällt mir und gleichzeitig macht Sie mich sehr traurig. Eine junge Frau, auch mutig – ein bisschen naiv vielleicht, aber mit Ideen; geht unter im Lauf der Geschichte. Wird auch zu einer Mitläuferin. Aber eigentlich steckt Sie nur in einem normalen Alltag fest, wie soviele Frauen heute auch. Sie heiratet, bekommt ein Kind. Ihr Mann fällt im Krieg, danach bleibt Sie für immer allein, obwohl dieser Mann bestimmt nicht Ihre große Liebe war. Sie scheint mehr auszuhalten als zu leben, und das kommt mir manchmal ziemlich bekannt vor. Es es tut einem im Herzen weh..

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AchtuDSC05670ng Spoiler:

Sehr sehr viel später macht Howard, der Freund von damals aus England aus England Sie ausfindig. Und Irmina fährt nach Barbados. Dort ist Howard ein angesehener Mann und hat im Gegensatz zu Irmina Wohlstand und Familie. Ein wirkliches Gespräch ist nicht möglich…. und trotzdem hinterläßt es ein versöhnliches Gefühl das Irmina nun doch nochmal in Barbados war und beide von sich wissen.

Spoiler aus.

Mein Lieblingsbild ist eines auf dem sehr wenig drauf ist und was auch dadurch sehr viel Stimmung erzeugt.

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Das ganze hat ein, für mich unerwartetes Nachwort, von einem Dr. Alexander Korb. Diesem kann ich mich aber nicht anschließen. Ich lese anderes aus den Bildern.

B. Yelins Stil gefällt mir sehr gut, und zwar so, das ich jetzt nochmal ganz konkret nach Ihren anderen Arbeiten schauen werde. Sie hat auch eine interessante Webseite – Irmina wurde mehrfach ausgezeichnet.

Es gab sogar eine Veranstaltung zum Thema „Comics als Metageschichte – Lesung mit Christina Plaka und Barbara Yelin“.

Wirklich schön diese Mischung von Comic und ernsten Themen – ähnlich wie Michel Kichka – Zweite Generation nur anders eben.

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Irmina

Barbara Yelin

288 Seiten, farbig, 19,5 x 23,5 cm, Hardcover

EUR 39,00

Reproduktverlag

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weitere Rezensionen:

http://www.fr-online.de/literatur/barbara-yelin–irmina–die-ganze-welt-stand-ihr-offen,1472266,28766614.html

http://www.spiegel.de/kultur/literatur/graphic-novel-irmina-ueber-nazizeit-alternative-zu-deutschland-a-1008601.html

Feminismus auf den Punkt gebracht

DSC05617Ganz zufällig ist mir dieses wunderbare Comic in der Bücherei über den Weg gelaufen. Bin sehr begeistert. Ich mag Comics, vorallendingen solche mit einfacher klarer Sprache und Zeichnung und ganz besonders welche mit Message. Der Feminismus wird ja leider leider immer noch oft total falsch verstanden. Und nach der organisation eines Frauentagsevents war mir klar, das viele jüngere Frauen denken das sowas wie Gleichberechtigung schon real existieren würde. Und viele Männer und Frauen den Feminismus viel zu sehr an den 68igern messen und nur Frau Schwarzer – was eine wirklich mehr als begrenzte Sichtweise ist.

In diesem kleinen Büchlein findet man für wenige 10 € eine super Aufklärung. Erstmal zur Geschichte, Enstehung, Entwicklung und den sogenannten Wellen der Debatte, sowie über verschiedene Strömungen bis hin zu modernen Debatten des Gender-Mainstreamings und des Queerfeminismus.

Man lernt viele Akteurinnen kennen und bekommt einen fantastischen Überblick und wem es vorher nocht nicht klar ist dem wird es danach sein: Wir brauchen Feminismus. Eine soziale Debatte die nicht nur für Frauen wichtig ist. Hier gibts übrigens auch ein schönes Projekt: http://werbrauchtfeminismus.de/. Also ich kann das Buch sehr empfehlen und werd mich sicher auch nochmal anderweitig beim Unrastverlag umschauen, den ich bis dato noch nicht kannte. Es sei noch angemerkt es ist KEIN Buch was sich im gendervokabular verliert sondern läßt sich gut lesen, und hat wirklich ne Menge Infos parat – eingentlich unglaublich viel Info für die wenigen Seiten. Alles super auf den Punkt gebracht, in all seiner Vielfalt.

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Kleine Geschichte des Feminismus

im euro-amerikanischem Kontext

Patu/Antje Schrupp

Unrastverlag

10,00 € / 83 Seiten

Ergänzung: Radiobeitrag

http://www.br.de/puls/programm/puls-radio/puls-spezial/die-neuen-frauenhasser-100.html

Tag 2 – Update – Minathon

Eigentlich wollte ich nur mal kurz anlesen bevor ich mich dem dicken Buch mit Unterhaltungsliteratur und einer leichten Geschichte widmete. Doch ich fands dann so gut das ich dabei blieb: Andreas Altmann mit „Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend“ aus dem Jahre 2011 – ich weiß nicht wieviel da sp pro Auflage verlegt wird, aber ich habe ein Exemplar aus der 5. Auflage. Scheint also auf Interesse gestoßen zu sein.

Deutschlandradio sagte dazu: „Derb, abrechnend, fesselnd. Ein mahnmal auch gegen Lieblosigkeit….“ Passende Worte. In kurzen durchnummerierten Absätzen schickt uns der Autor durch sein Leben, während er von seinem Elend und seiner pein erzählt, klar, deutlich, unverblümt spürt man trotzdem überall auch Mitgefühl und Wahrheitsliebe. Es sind keine Hasstiraden sondern wie mir scheint bloßes aufzeichnen der Fakten dieser Scheißleben. Ich mag die Art wie er erzählt sehr und spüre Respekt seiner Klarheit gegenüber, die nichts auszulassen scheint und allem einen gelichwertigem Platz einräumt. Leider verlief diese Jungend der „bescheiden“ bzw in deutschlichen „beschissen“ so das nicht viel schönes auf den Seiten zu finden ist. Andererseits was kann es schöneres geben als ehrliches Erzählen ohne falsche Scham oder das vorsichtig sein in der Wortwahl um niemand zu beschämen. Ja es ist rauh und krass wie er schreibt aber anders war diese Geschichte ja auch nicht, die er erzählt und die sein Leben war.

Für mich passt das Buch grade sehr ins Thema der Folgen im Menschlichen des Zweiten Weltkriegs mit dem ich mich schon lange beschäftge. Auch das Buch von Sabine Bode über die 50iger Jahrgänge liegt hier im Stapel. Denn gerne würde ich diese generation besser verstehen. Die die unser Land steuern und meine Erziehungsberechtigten waren.

Zum Minathon gibts heute eine Literarische Fragerunde

 1. Welches der Bücher, die Ihr Euch für den Lesemarathon herausgesucht habt, mögt Ihr bisher am meisten, welches am wenigsten? Warum?

Da ich die meisten noch nicht angelesen habe kann ich dazu leider nix sagen. Nur das Sunset Park für mich ein Flop war.

2. Welche der Figuren, über die Ihr bisher so gelesen habt, hättet Ihr am liebsten selbst erfunden?

Puhhh… so kurz bekommen ich die Figuren über die ich so gelesen habe gar nicht alle in meinen Kopf. Ich mag aufjedenfall viele der Harry Potter Figuren sehr gern. Und eine Bertrada aus einem Kempff Roman, oder auch die Drachenlady aus „Das Lied von Eis und Feuer“ (Game of Thrones) was ich aber nach dem 4. Band aufgegeben habe. Viele Figuren von Schlink gefallen mir gut. Und Peterson und Findus sowie Ronja Räubertochter sind tolle Erfindungen.

3. Welche Romanfigur mögt Ihr derzeit am liebsten? Egal ob aus der akutellen Lesemarathon-Runde oder aus einem anderen Roman.

Das muß ich auch Bertrada anführen, die mir seid Ich Ihr begegnet bin nicht mehr aus dem Gedächtnis gewichen ist. Außerdem mag ich den Tod in „Die Bücherdiebin“ sehr. Die jungen Leute aus „Die Frühreifen“ von Dijan und den Protagonisten aus „Cherryman jagt Mr. White / Jakob Arjouni, den Großvater von „Extrem laut & unglaublich nah“ (finde grade den Artikel auf meinem eigenem Blog nicht), Sascha aus „Petropolis, die Mailorderbraut“,.. usw. das wäre noch eine längere Auflistung….

4. Welche Romanbösewicht ist Eurer Meinung nach am Besten gelungen?

Unglaublich gut fand ich den „AntiHelden“ aus Solar, eben weil er so ausgearbeitet ist, so real und so das ich trotzdem Verständnis hatte und sein handeln durchaus nachvollziehen konnte…

5. Schaut Ihr Euch Videos von Booktubern an? Wenn ja, welche? Wenn nein, warum nicht?

ähm, nie gehört aber schätze es sind leute die auf Youtube berichten – also Nein, obwohl ich Youtube sehr liebe. Aber nö. die zeit nutz ich lieber zum selber lesen und erfahren.. die einzigen Büchersendungen die ich mag:  eine die es leider nicht mehr gibt, die von der guten Elke Heidenreich und Druckfrisch (an die ich mich aber erst gewöhnen mußte).

Bis morgen 😉

Und Danke an die liebe Mina fürs ausarbeiten unseres tollen Lesemarathons – endlich mal wieder Bücher in der Hand zu anderen Tageszeiten als Nachts vorm Schlafen…

Wir sind doch Schwestern

DSC05063Den Schmöker hat mir die liebe Mina von Aig an taigh ausgeliehen – Sie macht übrigens über das Pfingswochenende einen Lesemarathon und man kann mitmachen.

400 volle Seiten, das is ja so mein Ding. 🙂

Es geht um das Leben 3er Schwestern und um den 100. Geburtstag der Einen herum entspinnen sich die Lebensgeschichten der 3 Frauen. Es gibt immer wieder Zeitsprünge von heute zu gestern, beginnend mit dem Jahr 1945. Erst war ich deshlab ein bisschen enttäuscht weil ich grade zuviel mit den Themen des 2. Wk´s beschäftigt bin und dachte och nö nich noch son Thema, aber dann wars ok. Denn das Buch ist gute Unterhaltungsliteratur. Aber auf 400 Seiten für 3 Leute ist der Platz natürlich begrenzt und so wird manches eben weniger ausgiebig erzählt um den Höhepunkten dann etwas mehr Raum geben zu können. Auch wenn sich alles um den 100. Geburtstags Gertruds lang hangelt ist die Hauptperson doch eher Katty. Ihren Namen konnte ich am Schluß schon nicht mehr „hören“. Katty hier Katty dort. Ansonsten sind die 3 Schwestern doch auch ein Buch über die Emanzipation die im Leben so und so passieren kann. Und auch ein Zeugnis dafür wie unterschiedlich sich Wege entwickeln können. Am schönsten sicherlich das alle 3 Schwestern eben diesen besonderen Geburtstag feiern können und nebenbei auch noch Ihre Beziehung aufarbeiten und Frieden schließen mit sich und Ihrer Geschichte.

Der Trafikant – R.Seethaler – Verlosung

DSC04360Charmant ist das Wort was für mich dieses Büchlein am besten beschreibt. Bis ca. 3/5 des Buches ist es recht leichte und nette Lektüre, trotz der Zeit in welcher die Geschichte spielt. Umso härter kommt es dann.

Das Buch hat mir das ein und andere Lächeln ins Gesicht gezaubert. Doch dann wendet sich das Leben hier schlag auf schlag – von der Ahnung war schon vorher die Sprache. Als Einschlaflektüre gedacht fesselte es mich so sehr das da nix mehr mit schlafen war und ich nur schwer aufhören konnte. Vorallem wird es leider nicht leichter.

Ich hatte irgendwie ein bisschen was anderes erwartet anhand des Umschlagtextes. Aber so ist es ja oft. Aufjedenfall kann ich es sehr empfehlen auch wenn es kein fröhliches Buch ist. Herr Seethaler hat eine sehr schöne Erzählsprache und schafft es ganz wunderbar atmosphärisch den Leser/die Leserin hineinzuziehen so das fast eine eigene Sinneswahrnehmung stattfindet. Wirklich schön und so lesenswert. Also der Autor interessiert mich jetzt sehr. Ich frage mich ob er auch Hochsensibel ist oder einfach die richtigen Wörter an die richtigen Stellen gesetzt hat. Aber ich denke so eine Sprache muß man im Gefühl haben die läßt sich nicht wirklich bauen und lernen, sondern das hat man und kann man, oder nicht.

Ich möchte das Buch gerne weitergeben und verlose es zum Nikolaus. Wenn Du es gern haben möchtest schreibe bitte einen Kommentar. Die Auslosung findet am 6.12. statt. 🙂

Beste Grüße für einen schönen 1. Advent morgen.

Ps.: lustigerweise kam justamente gestern im Radio ein Bericht über den Pilgerort in London – wo Freud damals hingeflüchtet war, über sein Haus im Stadtteil Hampstead, wo heute seine Couch zu bewundern ist. Viele Fans kommen von weither gereist und manch einer hat wohl heftige Gefühlsausbrüche wenn er davor steht. Hat sich wahrscheinlich die Energie abgespreichert in diesem Möbelstück.

Freud wählt nicht lange nach seiner Flucht den Freitod – er litt viele viele Jahre an Gaumenkrebs und konnte am Ende kaum noch sprechen. Wie natürlich das früher möglich war. Das wünsche ich mir auch für heute.

Die HerbstWinterLeseliste

DSC04273Dies ist meine persönliche HauptLeseliste für den restlichen Herbst und den Winter. Von oben links nach unten rechts:

„Pfaueninsel“, das ist das Buch was von Mina bei Mara von Buzzaldrin gewonnen wurde 🙂 ich habe es ausgeliehen bekommen und freue mich schon sehr darauf. Es hat einen wunderschönen Einband, und die Geschichte klang sehr spannend und Melancholisch – also sehr passend für die dunklen Tage um es sich zu Hause gemütlich zu machen und all den miesen Gefühlen mal so richtig Raum zu geben:

http://www.zeit.de/2014/36/pfaueninsel-thomas-hettche-roman

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/belletristik/liebesexplosionen-auf-hettches-pfaueninsel-13106455.html

Das 19. Jahrhundert, oder allgemein alles was mit Zeitgeschichte zu tun hat interessiert mich, und auch Protagonisten die Anders sind, da fühl ich mich gleich aufgehobener. Zu Berlin habe ich ne ganz spezifische Verbindung, ich hoffe dies wird das ganze nicht allzusehr beeinflusse. Hach dieses Cover, einfach so so schön.

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Das Zweite Buch „Unser einziger Gott ist die Erde“ habe ich von einer Freundin und auch schon ein bisschen quergelesen. Soziologie, fremde Kulturen und Völker, Religion – phantastische Themen und ich hatte mich auch schon mittendrin festgelesen. Und der Titel sagt schon so viel: zumindest denen die ähnlich denken. Auch für mich ist die Erde oder generell die Natur die größte Göttin und DIE Göttin schlechthin, das wurde leider in unseren Kulturkreisen vergessen, entsprechend zerstörerisch wird Raubbau betrieben. Ihr wißt bescheid.

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„Der Trafikant“, lief mir in Form einiger Rezensionen über ein das andere neue Buch von Seethaler über den Weg und kurze Zeit später bot es jemand zum Geschenketag an. Auf dieses Buch freue ich mich sehr weil ich auf so gewisse Ladenatmosphäre hoffe, die mich vielleicht an den kleinen Tabakladen um die Ecke erinnern wird oder die kleinen TanteEmmaSpätshops – seit ich nicht mehr Rauche komme ich da leider nur sehr selten vorbei. Seufz. Und dann natürlich Freud, als der Vater der Psychoanalyse – lange abgelehnt von mir, inzwischen doch in gewissen Grundlagen anerkannt, zumindest wäre ohne Ihn vieles wahrscheinlich nicht ins Rollen gekommen. Und Männer die über Frauen Rätseln, hach, ich glaube das wir dmir gefallen wo ich es doch nur andersrum kenne. Auch hier Zeitgeschichte (2. Weltkrieg)

Und da der Herr Seethaler eine so schöne Stimme hat mit diesem österreichischem Einschlag hier der Link zu einem Vorlesevideo ->

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Buch 4: „Das Sandkorn“ habe ich bei Buzaldrin (Mara) gewonnen – Chaka ❤ – hatte auch schon mal angefangen. Hier rücken Wir ein Stück nach hinten zurück: 1. Weltkrieg  – eines der Themen dieses Jahr wenn man sich mal so umschaut. Und wieder Berlin. Ob das als Zeichen zu deuten ist? Gab es eigentlich genauso viel Bücher die in Bonn gespeilt haben? Eher nicht. Wieder eine 3Ecksgeschichte – wie auch schon beim Trafikanten und der Pfaueninsel. Und mit einem sehr schönen Foto des sehr ansehnlichen Herrn Poschenrieder auf der Rückseite des Einbandes. Es gibt unglaublich viele gut aussehende Schriftsteller, viele sind so richtige Typen. Und meistens schon vergeben – klar wie sollten Sie auch überleben wenn Sie so mit schreiben beschäftigt sind. Hinter jedem tollen Mann steht mindestens 1 starke Frau – zumindest ist das so in meiner Erfahrungswelt.

Hier seine Seite: http://poschenrieder.de/das-sandkorn/ mit extra Infos 🙂

Hat auch ne tolle Lesestimme: http://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr3/mt-audios-mosaik100_tag-07072014.html – wenn er das ist? Und hier noch ein Podcast Interview: http://www.ardmediathek.de/tv/hr2-Doppelkopf/Am-Tisch-mit-Christoph-Poschenrieder-W/hr2/Audio-Podcast?documentId=22227756&bcastId=2868

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„Apokalypse Jetzt!“ scheint vorallem Unterhaltsam zu werden und sicher finden sich hilfreiche Tips für Leute wie mich, also die mit wenig Geld und nem Knacks. Hab ich zum Geburtstag bekommen. Da wurden meine „ich würde gern mehr im Grünen wohnen“ – Ideen wohl mit Aussteigerphantasien verwechselt 😀 ich bin aufjedenfall neugierig, denn von Selbst wäre ich nie auf das Buch gekommen. Passend dazu habe ich auch grade im Bioladen einen Aushang gesehen wo Rezepte aus Kriegskochbüchern nachgekocht werden – alles nutzen und dabei die Umwelt schonen. Schaden kann das sicher nicht. Aber so ein bisschen macht mir das schon Angst – die Angst vor Krieg begleitet mich schon seit frühester Kindheit. Für manche sicher ein Anspron sich zu rüsten, es gibt ja Leute mit Zweitwohnungen voller Vorräte, aber ich weiß auch nicht. Schürt das die Panik nicht noch mehr?

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„Alphabet“, ist voll mein Thema, hat mir ne Freundin geliehen, gibts auch als Film: Die Zukunft der Bildung bzw. Back to the Roots irgendwie finde ich. Aufjedenfall super Thema die Bildung, der Druck der auf den Kindern lastet und wie das zu ändern ist.

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„Handkantenschlag“ habe ich auch gewonnen dieses Jahr bei Literaturen (der Link führt zum passenden Artikel) ❤ – unglaubliches Glück beim Büchergewinnen, wenn sich das nur mal auf mein restliches Leben bisschen mehr ausweiten würde wäre das echt genial. 🙂 Bisdahin halte ichmich an die Bücher, die schon immer eine Art meiner persönlichen rettung waren. Vor diesem Buch allerdings hab ich ein bisschen Angst – es kann wehtun steht hintendrauf. ABER es hat unglaublich gute Kritiken bekommen – Frau Nors gehört zu den neuen Shootingstars des Nordens. Ich denke das wird ein Buch sein was ich dann unbedingt an meine Schwester weitergeben muß weil die nämlich genau auf so was steht – liest und sammelt Stephen King, was mir ein Rätsel ist. Da könnt ich nicht mehr schlafen.

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Und zu guter Letzt die Gewaltfreie Kommunikation, die ich hoffentlich nach diesem Buch noch besser beherrsche. Klein aber Fein mit Fallbeispielen – ich hatte es ja schon mal kurz vorgestellt. 🙂 dazu kann ich mir dann ja noch jede Menge YouTubeVideos reinziehen (ich liebe Youtube – einfach genial was man da alles findet, z.B. geniale GFK Videos)

***

Nochmal zu Diogenes: Ich mag die Bücher von Diogenes sehr, gute Auswahl schöner Einband etc. und habe nun auch entdeckt das es ein Diogenes Magazin gibt ABER das gibts in Zukunft nicht mehr SONDERN Diogenes ist jetzt bei Tumblr :shock:

Also ich weiß nicht wer von Euch das mitbekommen hat. Aber Tumblr wurde letztes Jahr von Yahoo aufgekauft, seitdem ist das nicht mehr so locker dort, wird schnell mal was gelöscht wegen irgendwelcher undurchschaubaren Regeln. Und wenn man dort dann folgen will kann man das nur mit seinem eigenem Tumblr. Irgendwie ne komische Entscheidung wie ich finde. Soll dadurch den Kommentaren aus dem Weg gegangen werden? – was dort auch eher nämlich so ziemlich gar nicht geht. Schräg. Das Theme was ausgesucht wurde ist auch irgendwie nervig, viel zu große Schrift, viel Scrollerei, und ich hab schon nen recht großen Bildschirm. Naja, nicht mein Ding. Allerdings habe ich grade beim anschauen doch wirklich noch interessante „mußichhaben“ Literatur zum Mauerfall gefunden und das auch noch von 2 meiner Lieblingsautoren – ganz überrascht das ich das von Arjouni (ich weiß nie wie das ausgesprochen wird) noch nicht kannte ( er ist ja leider schon tot – und es ist nichts neues zu erwarten 😦 )

Schaut selbst: http://diogenesverlag.tumblr.com/post/102008640395/25-jahre-mauerfall-und-die-passenden-buecher-dazu

Ach und hier das nun EXMagazin beim Diogenes Verlag zum Download: http://diogenes.ch/leser/diogenesmagazin/index

Neu zur Wunschliste: Selam Berlin, Magic Hoffmann und Unschuldige!

 

In Zeiten des abnehmendes Lichts – Eugen Ruge

Den Roman „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ hatte ich lange auf meiner Liste. Ich überlegte noch zwischen ihm und „Der Turm“. Den Turm habe ich dann aber im Ersten angeschaut, das war ok auch wenn ich mehr von der Geschichte erwartet hatte, nachdem was so drüber besprochen und wie Sie gehypt wurde – und da hat mich das Buch überhaupt nicht mehr angemacht, obwohl oder gerade weil ich auch in Dresden geboren wurde und hier meine ersten 8 Jahre meines Lebens verbrachte.

Nun gut, also die 2. Wahl. Und ehrlich auch nicht so ganz mein Geschmack. Das Buch bekam 2011 den  Deutschen Buchpreis, was ich so  nicht nachvollziehen kann. Aber sowas ist eher immer auch etwas Subjektiv.

Natürlich hat mich besonders das Thema DDR interessiert, und doch dachte ich das auch mehr über das Exil erzählt wird. Genauso wie ich es schön gefunden hätte mehr von der 3. Generation – in Person des Alexander, zu lesen. Das Buch wurde inzwischen sogar als Theaterstück umgesetzt. -> Deutsches Theater

Ich finde die grauen Eminenzen des Staates, in Form von merkwürdigen aber damals wahrscheinlich typischen Kollegen, der Arbeit der Protagonisten und dem entsprechendem Zusammen(k)leben – obwohl recht priviligiert,  haben zuviel Raum in diesem Buch und vieles war mir ungemein unsympatisch. Das graue Wabern von einem sich krampfhaft am Leben haltendem Staatssystem voller irgendwie sinnlos Beschäftigten ist richtiggehend körperlich spürbar. Ein ekliges Gefühl. In diesem Sinne hat E. Ruge es aufjedenfall geschafft das ganze sehr „lebendig“ darzustellen aber Freude das zu lesen macht es nicht, es wird einem nur übel davon. Vielleicht ist es das was manche so gut daran finden.

Und natürlich ist es wie mit allem was einem begegnet – zuerst erkennt man das was mit einem Selbst zu tun hat. Diese Themen springen einen regelrecht an (für mich hier das Thema der Generationen) und werden von einem anderem Leser wahrscheinlich ganz anders beurteilt ud gedeutet.

Wieder bekommen die Alten viel Raum – und auch wenn Sie die Geschichte begründet haben fehlt mir der Blick auf die Jungen und von den Jungen… sie ist mir zu spärlich gesät. Und nunja jetzt weiß ich wenigstens was hinter dem interessanten Titel verborgen ist, aber im Grunde würde ich den Inhalt den ich gelesen habe gerne abstreifen. Und doch hat es mich so lange bei der Stange gehalten das ich es Zuende gelesen habe. Nochmal lesen werde ich es auf keinen Fall.

Hier gibt es noch eine ausführlichere ganz andere Rezension: ->

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#light #visitor - ein Lichtkolibri? #abendlicht #pflanzenliebe #pflanzenfotografie #baum #nature #beautyofnature #friedhof Wenn der Kater kuscheln will, ist erst mal Pause mit stricken Portrait of Daisy, #pflanzenliebe #pflanzenfotografie #gänseblümchen #blumenwiese #heilpflanzen "eine Poesie des Fuck you" #feiertagslektüre #untenrumfrei #margaretestokowski #rowohlt #instaread #bücherliebe #takeyourpower#fightforyourright Mit den kurzen Reihen der Ärmel geht es irgendwie viel langsamer vorwärts, dafür ist der Farbverlauf sehr schön #stricken #strickjacke #farbverlaufsgarn #farbfetischistin #colourwork
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