Die Löffelliste

Ein Beitrag zur jährlichen Novemberblogparade des Totenhemdblogs

Zuerst denke ich dabei an „den Löffel abgeben“ und daran „etwas auszulöffeln“ – früher hieß es: „was man sich eingebrockt hat“.. also alles jetzt nicht so positiv besetzt.

Wikipedia schreibt dazu: Die unverzichtbare Tätigkeit des Essens steht bei dieser Redewendung Pate, mitsamt der Tatsache, dass im Mittelalter und früher Neuzeit das Armeleuteessen üblicherweise ein Brei in einer Schüssel für alle inmitten des Tischs war, wofür ein jeder seinen eigenen Löffel parat hatte. Diesen höchsteigenen, nicht selten selbstgeschnitzten, Löffel wegzulegen, ist dabei gleichbedeutend mit dem Ende des Lebens.[1] 

Da haben wir es also! Die Löffelliste steht für all die Dinge die wir noch machen möchten bevor wir Jenen eben abgeben – allerdings gibt es noch eine abgewandelte Löffelliste, dazu mehr am Ende. Die Standardlöffelliste ist sowas wie eine freiwillige To-do Liste für mein Leben. Sowas wie eine dicke fette Wunschliste. Meine Güte was für ein Thema. Meine Liste war mal… ich habs in den letzten Jahren vermieden über meine Liste nachzudenken.  Es gibt ein Problem.

Das Problem ist der Glauben an diese Liste. Die Löffelliste macht mich traurig und ich spüre meine Hoffnungslosigkeit zu manchen Dingen. Ich hab mir vieles gewünscht was nicht in Erfüllung gegangen ist und was ehrlich gesagt auch so Richtung Zukunft ganz schön schwarz aussieht, also nicht mehr passieren wird oder sehr unwahrscheinlich scheint.

Ich wollte immer eine eigene Familie und Kinder. Ich wollte mit Ihnen an einem großen Holztisch Spiele spielen. Mein Lebenstraum ist ein eigener Garten. Und ich, die dann morgens im Bademantel mit ihrem heißen Tee nach draußen treten kann. Den Himmel und die Erde begrüßen, und allen Pflanzen und Tieren guten Morgen sagen. In Miniminiform hatte ich das schon mal auf einem Balkon, mit vielen vielen Pflanzen. Die Morgenrunde war natürlich obligatorisch.

Naja, ich merk bei vielen Themen das es einfach nichts mehr werden kann, oder auch das Geld fehlt, und ich merke eben wie der Glauben nachlässt, der früher noch so stark war, damals als noch mehr Zeit war. Inzwischen bin ich älter geworden habe viel erlebt. Und gewisse Situationen haben sich nicht verbessert.

Egal, ich wage mich an eine neue Liste, dann schreib ich die Dinge die ich mir wünsche, aber von denen ich mir nicht vorstellen kann das sie noch wahr werden, einfach mit unsichtbarer Tinte. Und manches kommt vielleicht in einer anderen Form oder in einer kleineren Variante.

Die Reihenfolge sagt nichts über die Wichtigkeit der Punkte aus und die Liste die hier steht ist nur ein Ausschnitt, man muß ja noch Geheimnisse haben:

Ich möchte gern nochmal mit Alpakas zusammen sein, und mit Pferden, gern ein paar Stunden Reitunterricht nehmen, Ziegen streicheln und füttern und Gespräche mit Schafen führen und unbedingt mal Hühner streicheln und Kühe.
Ich möchte erleben wie mein Kater die Natur entdecken kann und raus kommt… so wie ich auch.
Ich möchte gern Gesangsunterricht nehmen und ein klassisches Lied singen und auch ein bisschen Brecht oder so.
Ich möchte eine wichtige Rede halten. (vielleicht ja wirklich mal bei einem TEDtalk)
Schreiben ( gibt da verschiedenes was angedacht ist)
und Vorlesen ( Im Frühjahr mache ich bei einer Art Poetryslam/Spokenwords Veranstaltung mit, tja auch da gibt`s Spätstarter)
Ich möchte eine Nacht draußen verbringen, vielleicht im Wald
Ganz oft noch in einem See baden
Über eine taunasse Wiese rennen und tanzen
Ich möchte Zeit mit Kindern verbringen
Etwas Gutes weitergeben
Ich möchte unbedingt wieder Bogenschießen
Ich mag Kanu fahren und Bergwandern
Nochmal nach ganz oben auf eine Berghütte und nach Lanzarote, (gern mal die Wüste kurz sehen)
Mal richtig lange hier bei uns im Bellevue frühstücken gehen mit netter Gesellschaft
Und ich würde eben auch gern einen Baum pflanzen und ein (Baum)Haus bauen
Ich möchte gern mal ein richtiges festliches Kleid anhaben und das auf einer schönen Feier oder so tragen
Überhaupt möchte ich gern mal ein Fest feiern.. statt den Taufen, Kindergeburtstagen, runden Geburtstagen, Schuleinführungen, Hochzeiten, ein Fest einfach für mich, so wie ich es mir wünsche
Ich möchte mal richtig Klettern gehen
Mindestens einen Quilt nähen und einmal komplett in selbstgenähter Kleidung sein
Ich wünsche mir mal eine lange Massage, so lange bis ich genug hab und nicht die Zeit rum ist.
Ich möchte nochmal an Orte meiner Kindheit und Jugend fahren
Ich möchte ans Meer und tagelang die Zeit am Strand verbringen
Ich möchte eine Rundreise machen zu Menschen die ich im Internet kennengelernt habe
Und ich würde zu gern den Führerschein machen
Mit meinem Hund (den ich nicht mehr habe oder noch nicht) durch die Wälder stromern
Einen Schneemann bauen (hoffentlich gibt`s diesen Winter Schnee bei uns)
Platz für Gäste haben und diese bekochen
Erdbeeren selber pflücken, am liebsten mit meiner Schwester
Rakubrand machen (nach Japan reisen)
Holz- und Siebdrucken
Shibori probieren
An einem Bergbach sitzen
Am liebsten überhaupt tagelang in einer Werkstatt werkeln
In einer schönen Hängematte liegen und unter einem Baum um durch die Blätter in den Himmel zu schauen… das am liebsten in meinem eigenem Garten
Am Feuer stehen und singen und meine eigene Trommel schlagen

usw.

 

Wieviel Löffel.. heißt wieviel Kraft.. hast du noch? Das ist die andere Löffelgeschichte, die ich bei Ash gefunden habe.

Vielleicht wird das ja was mit dem Quilt, ich geh jetzt zumindest mal an die Nähmaschine. Dort nähe ich kleine Blocks und Miniquilts alias Mugrugs (große Teetassenuntersetzer). Mehr dazu demnächst auf meinem Handarbeitsblog, bei Madame Flamusse.

Dort und auch sonst hab ich aufjedenfall das Motto: „Einfach mal was machen“. Das bedeutet für mich das ich mein Leben jeden Tag versuche so zu gestalten wie ich es mir wünsche, so das es vielleicht gar keine Löffelliste mehr braucht. ❤
Mir ist aufgefallen, das es schon was hat auch noch Wünsche zu haben. Menschen denen das Leben immer wieder so in die Quere kommt das Sie nach und nach keine Wünsche mehr haben sind oft sehr traurig. Außer sie sind einen langen Weg gegangen und haben Frieden gefunden der auf einer inneren Zufriedenheit beruht. Es kann durchaus pragmatische Wege dahin geben. Manch Einem bleibt auch nichts anderes übrig. Die Grenze ist sehr fein zwischen dem „Zufrieden sein“ und dem „Aufgegeben haben“ oder „sich mit dem abfinden der Realitäten“.
Wünsche können verloren gehen wenn man ihnen zuwenig zuhört! Auch wenn mich manche Wünsche traurig machen werde ich sie in Ehren halten, man weiß schließlich nie was passiert. Auch wenn ich kein Kind geboren habe, vielleicht treffe ich woanders etwas was dem nahe kommt. Auch Ideen z.b. wollen auf die Welt gebracht werden. Und nicht nur Kinder brauchen mütterliche Liebe.

Eure

Madame Flamusse

 

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Das mini Japanspecial – Stoff

Tipp für die Geschenke: Umweltfreundlich und Kreativ. Japanisch einpacken mit Stoff

reingelesen

Ich würde mich als ausgesprochenen Japanfan bezeichnen. Vieles fasziniert mich sehr an der japanischen Kultur. Sehr besonders und schön finde ich die ganzen neuen Japannähbücher.

DSCN4971Momentan hier Cut-up-Couture von Koko Yamase von einer Freundin ausgeliehen, die ähnliche Faible hat

Ein Upcycling Buch für große Hemden und Sweatshirts, aber auch so eine wunderbare Inspirationsquelle. Einfach erklärt mit teilweise sehr schönen Fotos. Ich muß mal schauen woher ich nun große und schöne Hemden bekomme.

Vermutlich werde ich wohl erst mal die zu kleinen Sachen upcyclen zu einem Patchworkkleidungsstück – momentan fehlen mir noch mehr Stoffreste in den passenden Farben und eben Hemden in Übergröße.

Koko Yamase

Cut-up-Couture

Stiebner Verlag

16,90 €

***

DSCN4968Ein weiteres und noch besser zu nutzendes Buch ist eines über Stofftaschen und Geschenke verpacken mit Stoff – das scheint eine schöne Tradition zu sein in Japan, spart bestimmt ne Menge Papier. Die Technicken sind sehr einfach aber haben einen…

Ursprünglichen Post anzeigen 169 weitere Wörter

Galerie

Weihnachten im Stall – Adventskalendergeschichte in 24 Teilen

Schaut mal, hier gibts eine niedliche Adventskalendergeschichte.
Mit Tieren!

Klatschmohnrot - von Tag zu Tag

Tieradventskalender 2017 - pdf-01

Ursprünglichen Post anzeigen

Ein Blick auf die andere Seite

Die Edition Büchergilde ist bekannt für die besondere Aufmachung der herausgegebenen Bücher. Da ich mich selbst viel mit Illustration befasse und der Illustratorin Theresa Schwietzer bei Facebook folge, lief mir eines dieser besonderen Bücher über den Weg. Es geht um Jenseitsvorstellen und Totenkulte: Wer diesen Blog gut kennt weiß das ich mich viel mit diesen Themen befasse.
Das Buch passt thematisch natürlich auch hervorragend in den November, der Monat des Totengedenkens und der Ahnen.

Theresa Schwietzer schreibt am Anfang des Buches das Sie durch eigene Erlebnisse bei einer Beerdigung auf das Thema kam. Sie möchte anders begraben werden und das Bedürfnis nach einer schöneren Beerdigung führt Sie zu diesem Projekt. Sie stellt uns in ihrem Buch, ja Sie hat es auch selbst geschrieben, die Riten verschiedener Länder vor. Haiti, Ecuador, Zentral- und Südafrika, sowie Indien. Länder die noch eine echte Trauerkultur haben, ganz im Gegensatz zu uns hier.

Sie erzählt uns Geschichten über den Glauben, die Götter und begleitenden Ritualen all dieser fremden Kulturen bis in die Details hinein. Und mir fiel manchmal auf das sich einiges mit meinen eigenen Gedanken und Gefühlen deckt. Ich weiß allerdings nicht woher ich das habe.

Ich bin selbst erstmal ohne jegliche Religion aufgewachsen. Als meine Oma väterlicherseits starb – ich war 4 – wurden wir Kinder ferngehalten. Später mit 8,9 Jahren lernte ich die evangelische Kirche kennen, aber lernte noch lang nichts über Trauer oder über eine Trauerkultur. Auf Beerdigungen hab ich immer noch keinen Plan wie das jetzt abläuft und schwimme so mit, was sich nicht gut anfühlt; in vielerlei Hinsicht.
Was mich mein Leben lang begleitete waren Märchen. Ich vermute das hier doch so manches zu mir gelangte, was in anderen Kulturen zur Tradition gehört. Später bekam ich noch durch die Archäologie einiges mit.

Wenn z.b. im Buch von Grabbeigaben gesprochen wird, erinnere ich mich an unsere Geschichte und die Zeichnungen und Fotos gefundener Gräber von Vorzeiten, alle mit oft reichhaltigen Grabbeigaben. Oder Thema Wiedergeburt, ein bisschen glaube ich auch daran.
Sehr gruslig empfinde ich den Vodoo (Haitit), der im Buch auch ausführlich beschrieben wird. Vodoo ist ein Importgut aus Westafrika und kam mit den Sklaven nach Haiti und (Süd)amerika.

„Ein Blick auf die andere Seite“ ist ein Sachbuch, würde ich sagen. Doch es entführt uns trotzdem in das Reich des Magischen und Mystischen, dunkel, geheimnisvoll, fremd und rätselhaft und sehr interessant.
Neben dem Thema sind vor allem die Illustrationen sehr besonders. Eine Mischung aus Drucken und Buntstiftzeichnungen, in sehr zurückhaltender Farbpallette. Hin- und wieder viel flächiges Schwarz und dann zartere Linien die auch mal einen flächigen Druck überlagern, so wie auch beim Titelbild.
Wirklich ein Kleinod, auch wenn ich mir die Texte abschnittsweise etwas weniger sachlich und mehr erzählender, märchenhafter, gewünscht hätte, das erfüllen dann die Bilder im Buch.
An die 115 Seiten ist das Werk dick, fest gebunden, mit Lesebändchen. Im Anhang eine weiterführende Literaturliste, was ich sehr schön finde.
Die Illustratorin hat auch eine schöne Seite mit vielen weiteren Arbeiten, schaut doch mal hier:

Theresa Schwietzer Portfolio.

 

***
Theresa Schwietzer

Ein Blick auf die andere Seite

Edition Büchergilde

20,00 €
***

Von der Verlagsseite zur Autorin:

Theresa Schwietzer lebt als freiberufliche Illustratorin und Grafikerin in Hamburg. Sie studierte Illustrations- und Kommunikationsdesign an der Münster School of Design. Neben der Fotografie begeistert sie sich v. a. für Siebdruck. Theresa Schwietzer hat u. a. für Gruner + Jahr, das Rotary Magazin, das Magazin Walden und den Wildtierpark Alexanderschanze in Freudenstadt gearbeitet.

***
Neue Friedhofskultur?: http://www.deutschlandfunkkultur.de/veraenderte-friedhofskultur-picknick-am-grab.976.de.html?dram%3Aarticle_id=401295

Die Schreibchallenge – Ins Schreiben kommen

Ja, sie startet wieder! 5 Tage 5 E-Mails und eine Facebookgruppe zum austauschen (wer möchte).
Einen Anfang finden beim Schreiben, mit Methoden die Freude machen, bei denen die Regeln nicht so wichtig sind, sondern ES einfach zu tun. Die Aktion ist kostenfrei und für jeden offen der Lust hat mitzumachen:
Anmeldung unter: http://www.karolinkaden.de

Danach wird es im Dezember einen kleinen Kurs über den Jahreswechsel geben vom 21.12.2017 bis 6.1.2018 – da geb ich dann nochmal bescheid.

Das darf gern geteilt werden. Freu mich wenn jemand von Euch mitmacht!

Ebbe und Blut – alles über die Gezeiten des weiblichen Zyklus

Ein erstaunlich dicker Brocken dieses Buch. Festgebunden und wirklich wunderschön aufgemacht mit toller Gestaltung durch viele Fotocollagen, schönes Papier und klasse Layout. Manchmal steht das Design der Lesbarkeit etwas im Wege, wenn Überschriften in einem zartrosa gehalten sind und sich schlecht lesen lassen, sonst aber ist es wirklich etwas richtig besonderes und ich denke ein tolles Geschenk für jede Frau und jedes Mädchen.
Gesammelt, geschrieben und gestaltet wurde das Buch von 2 Freundinnen und Studienkolleginnen, Luisa Stömer und Eva Wünsch. Ich finde man spürt die Liebe zu Ihrem Werk über „die Wiege des Lebens“. Das monatliche Wunder der Menstruation.

Die Collagen sind Einfallsreich, modern mit Vintagelook und machen aus dem Buch ein kleines Kunstwerk. Inhaltlich hätte ich mir es ein bisschen frecher gewünscht. Es bleibt doch meistens im Raum wo auch die Medizin so waltet – die eben sehr männlich geprägt ist (was wir spätestens seit „Der Ursprung der Welt“ wissen, wenn wir es noch nicht selbst erfahren haben). So verwundert es auch nicht das die Mystik und Spiritualität keinen Raum bekommen im Buch, das hätte es aber meiner Meinung nach erst richtig rund gemacht. Es gibt ein kleines Kapitel über Kurioses am Ende des Buches. Dort fällt z.b. leider auch das Thema Mond und Zyklus und das Thema Synchronisation rein.
Sonst wirklich ein gutes Grundlagenbuch. Von Anatomie,  über den Weg der Eizelle bis zur Monatshygiene. Zu Zyklus, Zyklusstörungen und Periode im Zusammenhang mit der Psyche, bis hin zur Unterstützung durch Naturheilkunde und Ernährung (super Kapitel).
Alles über Schwangerschaft und Schwangerschaftsabbruch und zum Abschluß einer wunderbaren Enzyklopädie der Periode –  wird alles recht ausführlich angesprochen und aufgezeigt. Und das in erheblich besserer Form wie das gewisse Aufklärungszeitschriften so bringen. Wer niemanden hat, den Sie fragen kann, hier finden sich viele Antworten und ein zugewandter Schreibstil. Es ist so wichtig seinen eigenen Körper gut zu kennen und zu wissen was da vor sich geht, hier wird das ausführlich erklärt!

Das Buch hat auch eine eigene Seite: http://www.gu.de/ebbe-und-blut/

Danke an den GU Verlag!

***

Ebbe & Blut

Luisa Stömer und Eva Wünsch

Gräfe und Unzer Verlag

24,00 €
***

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Histaminpirat – Blogparade „Mein Körper (und ich)“

Eva von Histaminpirat schreibt über Histaminintoleranz und stellt ein Gesundheitsbuch für Frauen vor
Hier gehts zum Artikel ->

Ich werde demnächst auch noch mal eine kleine Liste von guten Büchern zum Thema Gesundheit und Körper machen, speziell für Frauen.

Hier findet Ihr die vorherigen beiträge zur Blogparade:

Martina
Eine Körpergeschichte

Karolin
Bauchweh 2

Christiane
Ich bin der Typ der alles in sich reinfrisst

Karolin
Bauchweh

Sandy
Das Essen und Ich

Marie
Körperfreundliche Kindererziehung

Maren
Der Pharma-Zoo

Solina
Thema Wohlfühlkörper und Fitness

Hiltrud

Schmerz und Leben und Humor

Wortbunt mit 3 Texten und Collagen

Augenwischerei

Schamhaare

Traumkörper

Chutriel
und die Geschichte ihrer Panik

Monika
HPU und Hochsensibilität

Nadine
„Mein Körper und ich“ und keine Waage

Eine Körpergeschichte – Blogparade „Mein Körper (und ich)“

Martina von Camp Hammok erzählt etwas zum Thema Alter
Hier könnt ihr ihren Text lesen ->

vorherige Beiträge:

Karolin
Bauchweh 2

Christiane
Ich bin der Typ der alles in sich reinfrisst

Karolin
Bauchweh

Sandy
Das Essen und Ich

Marie
Körperfreundliche Kindererziehung

Maren
Der Pharma-Zoo

Solina
Thema Wohlfühlkörper und Fitness

Hiltrud

Schmerz und Leben und Humor

Wortbunt mit 3 Texten und Collagen

Augenwischerei

Schamhaare

Traumkörper

Chutriel
und die Geschichte ihrer Panik

Monika
HPU und Hochsensibilität

Nadine
„Mein Körper und ich“ und keine Waage

Bauchweh Teil 2 – Blogparade „Mein Körper (und ich)“

Der Körper. Der einen von Anfang an begleitet. Ist man dieser Körper? Oder ist man nur in Ihm? Aufjedenfall ist klar er ist da und so richtig bestimmen über ihn kann ich nicht. Er macht ganz schön viel ohne mich. Er funktioniert tagtäglich in einem faszinierendem Zusammenspiel all der inneren Organe und der Muskeln, Nerven, Haut und Fasern. Und manchmal funktioniert er eben gar nicht so wie er soll. Da schmerzt er. Da wuchert er. Da wachsen Sachen wo sie nicht hingehören. Oder verschwinden Teile wie Zähne und Haare in langen Prozessen oder anfallsweise. Manchmal spielt alles verrückt und man dreht fast durch, auch aus Angst das es nicht mehr aufhört. Oder weil man grade nicht mehr klar denken kann.
Wenn man da mitten drin steckt und gefühlt so gar keinen Einfluß nehmen kann, da ist da nicht viel morgen. Und mitten im Schmerz oder der Krankheit ist es kaum vorstellbar wie es ohne war; und wenn es einem gut geht ist auch die Erinnerung an die schlimmen Momente eben nur mehr Erinnerung.

Endometriose. Sie wird oft lang nicht erkannt. Regelschmerzen werden nicht als ungewöhnlich betrachtet und auch Bauchweh oft viel zu schnell der Psychosomatik zugeordnet, was dann in der medizinischen Realität heißt: da machmer nichts, entspannen sie sich einfach mal, oder so ähnlich.
Überhaupt wird über die monatliche Regel viel zuwenig gesprochen. Auch unter Frauen. Echt jetzt? Ja, is so. Wenn man mal was erfährt dann von Frauen die ja gar kein Problem haben oder die jeden Monat Tabletten schlucken um klar zu kommen im Alltag.
(Text Teil 1 -> hier entlang)

Als meine Frauenärztin meinte das ich Endometriose hätte drängte Sie recht schnell auf eine Op und die Einnahme der Pille. Von alternativen Behandlungsmethoden war keine Rede, geschweige denn von einer Wahl. Und auch wenn ich seit vielen Jahren diese monatlichen Tage voller Schmerz und Elend gewohnt war, war es jedesmal wieder eine ungute Zeit, ein sprichwörtlicher Krampf und Kampf, vielleicht auch weil da eben niemand war um drüber zu reden. Man nicht funktionierte in einer Welt wo man parat zu stehen hat.
Ich hatte das Glück das mein Zyklus sehr regelmäßig war und ich ungefähr planen konnte. So schaute ich wo es ging, das ich in dieser einen Woche im Monat keine Termine hatte, das ich genug zu Essen zu Hause hatte um nicht rausgehen zu müssen usw. Schlimm war es wenn ich mich an den 2,3 schlimmsten Tagen auf Arbeit schleppen mußte und alles an mir sich unwohl anfühlte.

Manchmal gab es Lichtblicke, Monate wo es nicht ganz so schlimm war.
Ich habe ja letztens schon geschrieben das ich dann operiert wurde. Und ich sage euch es hat nichts verändert. Man hat wohl jede Menge Streuungen gefunden und ich hatte Glück das alles glatt gelaufen ist. Inzwischen habe ich im Internet von genug Frauen gelesen die nicht soviel Glück hatten, wo z.b. die Blase oder der Darm in Mitleidenschaft gezogen wurden oder verletzt wurden durch die Op. Manche Frauen haben sich x mal unter das Messer gelegt. Das Ding ist aber das die Endometriose dort dann oft Narbengewebe erzeugt und andere Beschwerden hinzukommen.
Die Pille kann das sozusagen stilllegen, viele Sorten gibt es da nicht, die die es gibt haben, wie die meisten Pillen, oft starke Nebenwirkungen, die leider von den Frauenärzten verschwiegen werden.
Bei mir und auch bei anderen Frauen bleibt die Menstruation dann vollends weg. Und nein das fühlt sich nicht gut an. Die Frauenärztin damals meinte ich solle doch froh sein, andere Frauen würden sich drüber freuen. Dabei ist so eine monatliche Blutung, ja viel mehr als nur eine Blutung. Sie ist ein Teil eines zutiefst weiblichen Rhythmus, eine innere Reinigungsprozedur und gehört zum Frau sein dazu.

Ich fühlte mich wie ein Luftballon gefüllt mit Kieselsteinen. Durch die Pille veränderten sich auch meine Gefühle und mein Körper zeigte komische Symptome – auch Schmerzen nur anders. Viele Pillen verursachen oder verstärken depressive Tendenzen, lösen Kopfschmerzen aus oder Übelkeit usw. Die Pille ist das Gegenteil von einem gutem Körpergefühl, bzw. verwehrt sie dieses. Sie steht im Weg und hilft nicht, außer das sie die Endometriose wohl stoppen kann. Ich finde es unfassbar das die moderne Medizin nicht ein Stück weiter denkt, aber überraschen tut mich das nach meinen allgemeinen Erfahrungen nicht.

Zwei Jahre nach der Op startete meine Revolution. Ich hatte entgültig die Nase voll davon mich nur noch mies zu fühlen. Ich setzte die Pille ab, meine Ärztin hatte keine Alternative und rief mir eine Art Fluch hinterher das die Endometriose ja jetzt wieder froh wachsen könne. Super. Das ich dort nicht mehr hin bin – auch klar. die nächste Frauenärztin wollte dann übrigens gleich meine Gebärmutter ganz entfernen, als wäre diese nur ein Stein im Schuh.
Und ja nach ein paar Jahren ist Sie auch wieder gewachsen, die Endometriose, aber ich lebe damit. Momentan weiß ich nicht wie es aussieht. Nachdem ich unterschiedliche Ärzte und Ärztinnen ausprobiert habe hatte ich erstmal keinen Nerv mehr.

Jetzt will ich euch aber nicht weiter zutexten sondern darüber schreiben was mir geholfen hat und hilft:

* Ich lese jede Menge (alternative) Literatur über Frauenkörper, Frauenweisheiten, Frauentraditionen, Frauengesundheit usw.
z.b. Die weise Wunde Menstruation, Der Ursprung der Welt, Frauenkörper Frauenweisheit, Das Tao der Frau, Die Weisheit der Menstruation etc. gibt wirklich tolle und hilfreiche Bücher

*Ich nutze Kräuter wie z.b. für Tees oder als Duftöl – mir hilft Melisse, Hopfen, Lavendel, Kamille zum entspannen und entkrampfen

*ich teste mich durch verschiedene homöopathische Mittel, auch als Mittel zum Spritzen (Endometrium), geholfen haben mir Sepia, Lachesis, Pulsatilla, Nox Vomica, Colocynthis, Chamomilla, Belladonna, Ignatia – wichtig ist hier immer zu schauen wie und welche Beschwerden im Moment da sind (die Ratgeber von GU kann ich empfehlen) – was ich immer zu Hause habe und was sehr gut bei Krämpfen hilft ist das Schüsslersalz Nr. 7 (Magnesium)

*In der Zeit wenig essen und vorallem leicht verdauliches, Wasser trinken ist immer gut. Wurzelgemüse stärkt und eine gute Suppe ist sehr wohltuend – da heißt es nach dem Typ zu schauen (mir war oft kalt und ich hab Wärme gebraucht) -> hilfreich kann hier die TCM sein
Eher nicht so gut sind Milchprodukte, Kaffee, Fleisch, sehr gut ist alles Grüne, das man besten zumindest gedämpft

*Zitrone: mit dem Saft einreiben (hilft bei allen Krämpfen) Zitronensaft trinken hilft gegen Kopfschmerz, Blutarmut und depressiven Verstimmungen

*Mineralstoffhaushalt: mit Endometriose geht oft ein Mangel an Nährstoffen einher, wie z.b. Eisenmangel (Ferritinwert checken), Zinkmangel, Vitamin B Mangel usw. -> großes Blutbild machen lassen -> dadurch das man Beschwerden hat (unbedingt eine Liste machen) gibt es eine Indikation dafür, sonst müßte man das meiste selber zahlen. Wenn der Arzt sich querstellt zum nächsten gehen. Hilfreich sind hier oft Ärzte für Hämatologie, ich war in einer Krebspraxis! Nehme seitdem zusätzlich Nährstoffe zu mir, das sollte regelmäßig geprüft werden. Der Körper ist ein fein abgestimmtes System und man kann nicht einfach was zuführen und fertig. Hier heißt es sensibel vorzugehen und gut zu beobachten. Außerdem verschiedene Mittel testen. Das Eisen aus der Apotheke ist meistens nicht verträglich, ich habe, nachdem ich schon total verzweifelt war und eine starke Anämie hatte, endlich bei Vitaminexpress ein verträgliches Eisen gefunden. Manchmal sind auch gefühlte Depressionen einfach Nährstoffmängel, und ich finde es ein ganz großes Versäumnis, das sowas nicht als allererstes überprüft wird beim Hausarzt. Davon sind sehr sehr viele Frauen betroffen udn wissen es nicht. Unser alltäglicher stress verbraucht unmengen an Eisen, bzw schädigt die Aufnahmefähigkeit des Darmes, so das nicht alle Nährstoffe verwertet werden können – natürlich sollten auch gute Nährstoffe zugeführt werdn also frische Nahrungsmittel, kein Fertigessen

*Kuscheln mit der Wärmflasche, hinlegen

*überhaupt 3 Gänge runterschalten, egal was man müßte oder sollte, du gehst vor, also ist verwöhnen und ausruhen angesagt

*ruhige Spaziergänge wenn möglich/Tageslicht

*Schlaf bzw ausruhen

*leichte Yogaübungen/Gymnastik – hinlegen 🙂

*Akupressur, hier lohnt es sich nach Büchern zu schauen, es gibt mehrere Punkte die man selbst behandeln kann und ich habe damit hervorragende Erfahrungen gemacht. Man muß aber drauf gefasst sein das es nicht immer gleich hilft. Es braucht Ruhe dafür und etwas Geduld – die Punkte müssen schon so 15 bis 20 Minuten behandelt werden.
Z.b. gibt es 2 Leistenpunkte die sehr hilfreich sind

*Eft Klopftechnik, hierzu gibt es einige Anbieter bei Youtube die das erklären, da mußt du mal schauen welcher Dir zusagt. Ich finde die Erklärungen von Magic Button Maxim (Ja es ist mit der Akupressur verwandt) oder Michaela Thiede sehr gut

*Atemübungen – da hab ich viel aus meiner Singgruppe mitgenommen. Singen und Tönen ist ganz famos, dadurch wird das Zwerchfell bewegt und unsere inneren Organe angeschubst. Wenn wir dann richtig tief atmen, so wirklich in den Bauch rein, hilft das sich zu lockern und damit den Krämpfen entgegen zu wirken, sehr gut sind – also wenn man Töne machen mag, tiefe Töne und erdiges wie das U… ruhig raustöhnen, es hilft!
Im Alltag atmen wir oft viel zu flach und dadurch entstehen auch permanente Verkrampfungen – man kann da wirklich jeden Tag was machen.

*Keine Tampons – das gehört zur Thematik Körperverhältnis. Das ist ja oft ein verkrampftes Thema an sich. Und die Tage gibts ja irgendwie oft nur so im Geheimen obwohl 50% der Weltbevölkerung monatlich davon betroffen sind. Oft wird das Menstruatiosnblut mit etwas unreinem und ekligem in Verbindung gebracht und die Tampons verbergen das dann schön… Stichwort Werbung, Unsichtbar, Geruchslos, Sauber  – alles klar. Aber wie geht man eigentlich mit sich und seinem Körper um wenn man denkt das jeden Monat etwas widerliches und schlechtes mit diesem passiert und dieser Körper etwas ekliges absondert? Deine Einstellung zu Dir und deinem Körper macht etwas aus. Ich denke das Blut will fließen, übrigens tut es das auch in der Schwerelosigkeit raus aus der Vagina! Also würde ich sagen stehen wir dem nicht im Wege und verstopfen den Ausgang mit Zellstoff und seinen Zusatzstoffen. Modern sind ja inzwischen die Menstruationstassen. Ich finde aber auch das ist zuviel Plastik und eine Art Verschluß, aber da muß jede selber schauen. Eigentlich ist die Menstruation ja ein Wunder, jeden Monat bereitet Sie unseren Körper darauf vor ein Kind zu empfangen und zu beherbergen.

*Wohlfühlkleidung

*Sich mit der eigenen Weiblichkeit und dem eigenem Körper auseinander setzen.
dazu gehört für mich auch sich mit natürlichen Rhythmen zu beschäftigen, in der Natur (also auch in uns) z.b. Jahreszeiten, Mondrhythmus, Tagesrhythmus, eigener Rhythmus

*Sich Zeit nehmen, am Besten schon 2,3 Tage vorher damit anfangen

Empfehlung: Broschüre des feministischen Frauengesundheitszentrums Berlin – gibt es für schlappe 7 € – viele Infos zu Nährstoffen u.a.
https://www.ffgz.de/bestellen/broschueren/endometriose-verstehen-meinen-weg-gehen.html

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http://www.endometriose-vereinigung.de/was-ist-endometriose.html

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http://generation-pille.com/endometriose-einziger-ausweg-pille-natuerliche-behandlung-bei-endometriose/?

.
http://www.netzwerk-endometriose.de/qs-endo-was-ist-das/

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http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/hysterektomie-jeder-sechsten-frau-wird-gebaermutter-entfernt-a-953374.html

 

 

 

Mutterkörper – Muttergehäuse

„Muttergehäuse“, mein erstes Buch aus dem Kremayr und Scheriau Verlag aus Österreich, die eine sehr interessante Auswahl bei den Romanen haben.
Mich hat das Thema besonders interessiert; und die wunderbare Aufmachung des Buches hat mich sehr angezogen. Ist ja doch nicht so üblich, das Bücher so ein schönes Rundumpaket bilden. Übersichtliche Kapitel gliedern die Geschichte der Autorin.
Gertraud Klemm schreibt von ihrem großen Kinderwunsch. Sie hat einen Partner und ist im richtigen Alter und gut eingebettet in das soziale Leben. Überall um sie herum bekommen die Freunde Kinder. Wachsen zu Familien, werden aus Pärchen, Trios. Wunschkind. So sehr gewünscht. Aber es klappt nicht.
Mich hat das Thema gleich gepackt und auch die wunderbare „Schreibe“. Hab mich sofort festgelesen. Einiges kommt mir sehr bekannt vor, auch wenn meine eigene Situation doch anders ist. Manchmal fast lakonisch, aber ausführlich und die Ecken und Zwischenräume auslotend, wird erzählt wie das ist wenn es nicht klappt. Wieviel Fragen da entstehen. Wieviel Trauer, Schmerz und Abgrenzung da passiert. Wie tief das geht und was es alles so umfasst, wenn es einem nicht gelingt schwanger zu werden. Und wie dafür eine Erklärung gesucht wird. Immer mit einem Auge auch bei den Anderen, denen mit Schwangerenbauch, Krankenhauserfahrung und Kindern.
Das Muttergehäuse will wohl keine Mutter sein. Müßte es nicht Kindergehäuse heißen? Ja, bloß ohne Kind? Ist es ein Körper der nicht mitmacht, bei dem was eigentlich so verdammt natürlich erscheint. Also doch Muttergehäuse. Das Mütterliche ist schon da, und der Wunsch eben Mutter zu sein. Was fehlt ist das Kind.

Gertraud Klemm fand keinen Trost in Büchern, deswegen hat Sie das „Muttergehäuse“ geschrieben. Für die denen es auch so gut. Sich Verstanden fühlen hilft, da hat Sie absolut recht.
Hier ist die Geschichte aber noch nicht zu Ende. Die Autorin und Ihr Mann beschließen zu adoptieren. Und das auch noch in Afrika. Der nächste Stolperstein fürs Umfeld.
Insgesamt bleibt die Geschichte aber ganz stark beim eigenen Körper und den eigenen Gefühlen und Gedanken. Das erscheint manchmal befremdlich, vor allem dort wo später das Adoptivkind vorkommt. Ist aber auch konsequent in der Form und ergibt eine runde Sache.
Zwischendurch immer wieder Seiten mit Traumnuancen. Hier bleibt man nicht an der Oberfläche, sondern dringt ins Innerste vor. Wir kommen der Autorin und der Thematik des Kinderwunsches sehr nah.
Ein gelungenes Buch, was sich trotz der Thematik gut lesen lässt.

***
Gertraud Klemm
Muttergehäuse
Kremayr und Scheriau
19,90 €
***

Gertraud Klemm (Autorin)

1971 in Wien geboren. Biologiestudium, Gutachterin bei der Stadt Wien, seit 2006 freie Autorin. Ihr zuletzt erschienener Roman „Aberland“ wurde für die Longlist des Deutschen Buchpreises 2015 nominiert. Etliche Preise und Stipendien, u.a.: Wiener Literatur Stipendium, Publikumspreis beim Bachmannpreis 2014

 

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