Untiefen – Selja Ahava – Der Tag an dem ein Wal durch London schwamm

Der-Tag--an-dem-ein-Wal-durch-London-schwamm-9783866481824_xxlDieses Buch zog mich recht schnell in seinen Bann und trotzdem mußte ich es schon nach einer kleinen Weile erstmal wieder beiseite legen. Es ist ein zutiefst melancholisches Werk. Und es zieht an und Einen hinein, sowie das Türkis des Covers meine Augen festhält.

Der Leser landet in Anna und in Ihrem Leben. Kann förmlich durch Ihre Augen schauen und folgt Ihren Gedanken. Die manchmal nicht der gleichen Zeit zu folgen scheinen wie der Rest der Welt. Man springt mit ihnen von hier nach dort und manchmal auch in die reine Phantasie. Am Ende hatte ich zuerst den Eindruck ganz schön viel von einem Leben erfahren zu haben, doch eigentlich entrollt es sich nicht so ganz. Was gut an den Springereien liegen könnte und was wahrscheinlich auch nicht so wichtig ist für die Geschichte.

Es wiegt, dieses Buch, mit seinen 224 Seiten, doch ganz schön schwer. Keine leichte Lektüre. Es bleibt definitiv was hängen..ich hoffe Schlußendlich darauf das es mehr ist als die Melancholie.

Ich glaube die besten Zeiten mit dem Vergessen im Alter und der Orientierungslosigkeit sind die, in welchen man nicht merkt das man vergisst bzw. sich verlaufen hat, denn solange ist zumindest für einen Selbst noch alles irgendwie in Ordnung. Hoffe ich. Auf der Rückseite steht über das Buch „tragikomisch“ – ein merkwürdiges Wort. Tragisch..Komisch…wird das zusammen wirklich so geschrieben? Also komisch im Sinne von Lustig trifft nicht zu, überhaupt nicht. Komisch im Sinne von Anders schon.  Ich würde es empfehlen, aber für nur für Menschen denen es nicht schlecht geht…grade Seelisch braucht es doch Kraft dieses Buch zu verkraften. Vielleicht auch nur für Hochsensible. Mal schauen was die anderen drüber geschrieben haben.

Ps.: Die Kommentare haben mich nun noch bewegt etwas dazu zu schreiben: Also ich denke es geht nicht „nur“ um Demenz, sondern auch um das Leben nach einem Schock. Zustände wie Dissoziationen/Belastungsstörung/unverarbeitete Trauer etc. … wg. dem Unfall der nur „kurz“ erwähnt wird.

Und

Die Schriftstellerin hat aufjedenfall etwas für mich „magisches“ geschafft, damit das Ihr Buch mich so fesselt. Für mich gute Literatur. 🙂

Scheint doch was dran zu sein am Thema das man das Anzieht was man grade selber so innendrin fühlt, bwußt oder unbewußt.

hier noch ein Nachtrag: Link zum Verlagsartikel

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