Welttag der Suizidprävention 2018

Heute ist er wieder, der Tag der Suizidprävention. Jonas Monar hat ein tolles Video für [U25] gemacht. ❤
Viele von euch wissen schon das mir das Thema sehr am Herzen liegt, u.a. auch weil ich selber sehr dunkle Zeiten erlebt habe und weil ich eine Zeitlang im Projekt [U25] tätig war. Ein Projekt das Peergroupberatung per Mail anbietet für junge Menschen unter 25 Jahren. Denn gerade bei Jungen Menschen ist die Suizidrate sehr hoch.
Ich möchte heute wieder auf das Thema aufmerksam machen. Grade in letzter Zeit ist mir wieder aufgefallen wie unsensibel wir Menschen oft sind. Wenn es jemandem schlecht geht, brüllt dieser Mensch das selten in der Gegend rum. Nein, die Zeichen sind oft klein. Bemerkungen am Rande. Oft fehlt auch die Kraft das mehr zu thematisieren, da so vieles vielleicht schon abgewunken wurde, wenn jemand sagt das es ihm/ihr schlecht geht, das vielleicht auch öfter sagt. Zu viele Menschen nicht zugehört haben, und es nicht ernst genommen haben. Bitte achtet auf eure Mitmenschen und fragt lieber einmal zuviel als einmal zu wenig. Nehmt die Menschen ernst wenn sie sich öffnen und sagen das es ihnen nicht gut geht oder sie Dinge nicht mehr schaffen.

Bei Problemen geht oft ein Rückzug mit einher und das Sozialleben ist eingeschränkt, sprich es gibt wenig Kontakte. Deswegen ist dann vielleicht dieses eine kleine Gespräch grade besonders wichtig. Wenn es euch selbst zu viel ist dann verweist die Person doch bitte an Beratungsstellen oder die Telefonseelsorge, sucht vielleicht eine Adresse einer Beratungsstelle raus oder oder oder. Jede Kleinigkeit kann hilfreich sein.
Wir reden über soviele Sachen, Reaktionen kommen meißt nur zu lustigem, ganz besonders im Netz. Bitte überhört und überseht nicht die ernsteren Seiten Ihr könntet Menschenleben retten.
Projekte wie [U25] sind übrigens immer auf Spenden angewiesen, die meiste Arbeit dort ist Ehrenamtlich, genauso wie bei der Telefonseelsorge, dabei ist es so so wichtig was dort getan wird.

Wie kannst du nun konkret helfen außer z.b. Hilfe zu suchen? Du kannst einfach da sein, mal nachfragen wie es geht, einfach zuhören – ohne Ratschläge. Den Menschen einfach so annehmen wie er*sie grade ist. Gefühlen einen Raum lassen. Die Person in den Arm nehmen, zum Kaffee einladen, oder anders zeigen das da jemand ist der  Interesse hat.

http://dubistmirwichtig.de/

https://www.lokalo24.de/lokales/kassel/suizid-praevention-geschaeftsfuehrerin-dertelefonseelsorge-einsamkeit-zugenommen-10221432.html

Warum werden wir immer einsamer? Warum ist es immer schwieriger Verständnis zu finden?

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Nachbarschaftsverständigung mit Kuchen

DSCN4834Ich habe mir für zwischendurch und vorm einschlafen Abends ein leichtes Buch gewünscht als mir „Hausbesuche“ ins Auge fiel. Ich kannte das Projekt aus einer Frauenzeitschrift, und dachte gleich, wie cool das es jetzt ein Buch gibt!

Ihr wißt ja ich liebe biografisches und ich erwartete mir so einige Geschichte, den im Buch geht es um ein Projekt welches darin besteht sich mit Kuchen bei den Nachbarn der Staße zum Kaffeetrinken einzuladen. Fand ich genial die Idee.

Auf der ersten Seite hatte ich dann aber so meine Zweifel ob das Buch das halten kann was ich mir versprochen habe, denn hier spielte der motzende Ehemann eine größere Rolle, was ich ziemlich nervig fand. Doch danach wurde es immer besser und übertraf meine Erwartungen bei weitem.

Erstmal geht es um Kuchen, und als alter Kuchenfan hat man mich damit schon ziemlich eingenommen 😀 das tollste viele tolle Rezepte, damit hatte ich gar nicht gerechnet.

Und dann geht es natürlich um de Nachbarschaft die Steph, auch Rotkäppchen genannt, so nach und nach erkundet. Wunderbare Geschichte, von hexen, Typen, anderen Muttis, Neinsagern, Zweitfamilien und wilden Studenten. Die ganze Bandbreite eben. Einfach herrlich. Es liest sich wunderbar und ist sehr unterhaltsam. Nicht nur lustig, aber das aufjedenfall auch, sondern auch tiefsinnig und bewegend.

Und dann ist da eben noch Stephanie, die sich das Projekt ausgedacht hat. Als Zugezogene in einem fremden Viertel, und frisch gebackene Mama die sich ganz schön überwinden muß Ihre idee Wirklichkeit werden zu lassen. Es fällt Ihr eigentlich nämlich ziemlich schwer bei fremden Leuten zu klingeln und Sie anzusprechen. Ganz bezaubernd erzählt Sie immer wieder zwischendurch wie das Projekt Sie verändert, Ihr Umfeld verändert und überhaupt das ganze Leben ein anderes wird. So schön. Echt ein tolles Buch – alles dabei.

Und wenn ich so auf die Welt schaue und was alles zur Zeit wieder passiert bekomme ich richtig Lust auch mal die Leute in meiner Straße besser kennen zu lernen. Ich glaube das braucht die Welt, das Wir uns alle wieder ein bisschen näher kommen, die Menschen hinter den Fassaden kennenlernen, mehr Gemeinsamkeiten entdecken und Freundschaft geschlossen wird. Einfach mal die Schubladen durcheinander bringen so wie Rotkapi.

der dazugehörige Blog

stephaquitterer.com

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Stephanie Quitterer

Hausbesuche

Wie ich mit 200 Kuchen meine Nachbarschaft eroberte

Knaus Verlag, 16,99 €

25.7. Kuchtest 1, der Blitzkuchen – ein kleiner Schokorührkuchen im Grunde genommen – fluffig, lecker, schokoladig und ne gute Größe  mmmmh lecker

„Elsa ungeheuer“ – Astrid Rosenfeld und meine Sicht der Dinge

Wie Ihr seht ist „ungeheuer“ Kleingeschrieben. Nicht nur bei mir sondern auch als Titel des Buches.  Ich las das als „ungeheuerlich“… zumindest im Blickwinkel des Erzählers Karl, des Kindes Karl.

Es ist immer wieder erstaunlich wie unterschiedlich LeserInnen ein Buch wahrnehmen können. Unsere eigene Welt im Kopf stoßen wir auf andere Welten aus anderen Köpfen.

Siehe auch: reblogg, weiter unten

Mir hat dieses zweite Buch von Frau Rosenfeld ungeheuer gut gefallen und es hat mich regelrecht gefesselt. Es war mir eine Freude. Schade finde ich nur, das es viele Stellen gibt die mir so angedeutet erscheinen. Wo mir ein Mehr fehlt. Und insgesamt war ich ehrlich gesagt am Ende sauer, das dies nun das Ende sein sollte. Es kommt nämlich ziemlich plötzlich und einfach so. Ich habe das Gefühl das einige Seiten fehlen und fragte mich ob der Verlag die Seitenzahl vorgegeben hat? Oder vielleicht wurde er sogar gekürzt? Was mich auch irritiert war das Cover. Welches ich so gar nicht mit der Geschichte in Verbindung bringen kann, außer ich gehe vom Begriff Vogel zum Begriff vögeln über, was in verschiedensten Formen eine nicht unerhebliche Rolle im Roman spielt. Wahrscheinlich nicht so, wie Du jetzt denkst, der Du das Buch noch nicht gelesen hast.

Im Vergleich zum ersten Buch von Frau Rosenfeld – Adams Erbe – welches ernste Themen aufgreift… bzw. sind es wirklich ernstere Themen als in „Elsa ungeheuer“? Nunja es geht um Leben und Tod und brutale Zwischenereignisse. Bei Adams Erbe ist da mehr Tod und auch sehr viel schmerzvoller. Aber was die Kinder in „Elsa ungeheuer“ erleben, bzw. Elas erleben muß, ist auch ganz schön heftig, auch wenn es so lapidar erzählt ist. (Mich erinnert die Erzählweise an Menschen die von schrecklichen Ereignissen berichten, diese innerlich aber abgespalten haben).

Ich denke „Adams Erbe“ und „Elsa ungeheuer“ lassen sich nicht wirklich vergleichen. Und Bücher wie das von Adam sind einfach nur einmalig und besonders in Ihrer ganzen Tiefe und gefühlten Echtheit. (Habt Ihr, die Ihr es gelesen habt eigentlich inzwischen mal unsere Politiker auf Ihre Physiognomie hin betrachtet?)

Zurück zu Elsa. Sie gibt dem Roman ihren Namen, aber leider verschwindet Sie als Person fast ganzlich von der Bildfläche in der zweiten Hälfte des Romans. Aber Karl kann Sie nicht vergessen, zu verliebt war er in Sie, zuviel hat Sie Ihm bedeutet. Leider war dies nur einseitig, bzw. anders der Fall.

Eine Person die mir ganz besonders gut gefiel, das war das Murmeltier. Auf der Straße gefunden und im Hause aufgenommen, erzählte er allabendlich den Kindern Geschichten die eigentlich nicht für so junge Ohren bestimmt sind – das blieb mir etwas suspekt wenn auch irgendwie skurril/witzig. Was ich mochte ist dieses Familienvergrößern. Findlinge in Menschengestalt, die einfach mit nach Zuhause gebracht werden und bleiben. Für immer. Manchmal möchte ich auch so ein Findling sein – wer mich wohl finden würde? Bei Karl würde ich wahrscheinlich gerne bleiben. Und dem Esel, den Ponys und Katzen noch Alpakas hinzufügen.

Ich freue mich auf das nächste Werk von Frau Rosenfeld und bin schon jetzt sehr gespannt und neugierig, wen Sie diesmal zu uns nach Hause schickt.

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