Die Grasbeißerbande

Kinder und Hospiz, zwei Wörter die man nicht gern in einem Satz zusammen liest. Aber auch Kinder sterben, und ich bin froh das es Hospize gibt. Jedem Mensch sollte es möglich sein an seinem Lebensende einen Platz in einem Hospiz zu bekommen. Hospize sind Häuser, die am Ende der Lebenszeit die Menschen umsorgen und auf ihrem letzten Weg begleiten. Auch Zugehörige finden hier Fürsorge.

„Kinderhospizarbeit ist ein Versprechen, betroffene Kinder und Jugendliche und deren Familien auf ihrem Weg bis zum Ende zu begleiten. Das erfordert den Einsatz von Zeit und Geld. Ohne den unermüdlichen Einsatz von mehr als 80.000 ehrenamtlich Tätigen, wäre dieses Versprechen nichts wert. Darüberhinaus müssen bis zu 70% der anfallenden Kosten für diese bedeutsame Aufgabe durch Spenden finanziert werden.“

Ein Grund warum es nun das Buch „die Grasbeißerbande gibt. Die Autorin und der Autor, das Ehepaar Stanberger sind über einen Freund auf das Thema aufmerksam geworden und stellen ihr Projekt gleich am Anfang des Buches vor.

In jedem Jahr sterben ca. 5000 Kinder noch vor ihrem 15. Lebensjahr an einer lebensverkürzenden Erkrankung.

Das Sterben ist vielen Menschen fremd geworden, es gehört nicht mehr zu unserem Alltag. Und das Sterben von Kindern wird noch weniger thematisiert. Der Tod und die damit verbundenen Themen sind meist raus aus den unmittelbaren Lebensumfeldern, hinein in Kliniken und Heime. Das Hospiz ist hier eine positive Ausnahme, denn Hospize widmen sich dem Sterben in seiner Ganzheit, geben den Menschen noch Lebensqualität bis zum Schluß, soweit wie es möglich ist. Als ich vor vielen Jahren die wunderbare Wanderausstellung „Erzähl mir vom Tod“ hier in Dresden begleiten durfte, habe ich das erste mal ein Hospiz besucht und war sehr angetan von dieser Arbeit und empfinde diese Räume als ungemein wichtig.
Ebenso wichtig wie den Tod wieder mehr Raum zuzugestehen im alltäglichen Leben. Ich habe z.b. in meiner Kindheit und Jugend niemanden wirklich trauern erlebt und auch meinen ersten toten Menschen erst sehr spät im Erwachsenenalter gesehen, obwohl meine Mutter beruflich mit dem Thema zu tun hat.

Das der Tod uns so fern geworden ist, macht es oft schwer darüber zu sprechen oder sich damit auseinander zu setzen. Ich muß sagen auch ich persönlich habe Angst vorm sterben.
Dabei ist es – so schlimm es auch immer wieder scheinen mag – etwas, was zum Leben unabdingbar dazugehört.
Mit dem Buch „Die Grasbeißerbande“ haben die Autoren sich ein doppeltes Tabuthema vorgenommen – den Tod und den Tod von Kindern. Denn in der „Graßbeißerbande“ geht es um Kinder die sterben. Es ist ein herzzerreißendes Buch was einen mittenrein trifft. Auf jeder Doppelseite gibt es ein Kinderbild und die Frage eines Kindes.

Ich war wirklich in dem Irrglauben das Kinder das mit dem Sterben irgendwie besser greifen können, …vielleicht weil sie noch nicht so lange am Leben sind? Vielleicht noch eine Verbindung zu den Welten haben die vor der Geburt oder nach dem Tod kommen. Aber wenn ich mir die Fragen durchlese wird mir so schwer ums Herz – und grade jungen Menschen fällt es wahrscheinlich sehr schwer sich vom Leben zu verabschieden : „Weint Batman auch?“ fragt Timo 5 Jahre alt oder Jennifer, 13 Jahre fragt: „Wird mit mir auch meine Liebe zu dir begraben?“

 Ich kannte noch kein Kind persönlich was gestorben ist, aber über die Ferne. Und vielleicht haben auch manche von den kleinen Erdenbürgern ihren Frieden machen können. Bei alten Menschen kann man sagen „sie haben ihr Leben gelebt, hatten ihre Zeit“, aber bei Kindern… Sterben ist wohl nie einfach. „Die Gradbeißerband“ ist aufjedenfall ein Augenöffner. Und es ist gut das dieses Projekt das Thema Kinder und sterben aufnimmt und sich für Kinderhospizarbeit engagiert.
Am Ende des Buches gibt es viel Platz und einige Seiten ganz für dich und deine Beschäftigung mit dem Thema Tod und Sterben. Vielleicht der richtige Platz für eine Reflektion.

Hier könnt ihr durch den Buchkauf unterstützen:

Zur Buchbestellung – und damit gleichzeitigen Unterstützung der Hospizarbeit: https://www.grasbeisserbande.de/produkt/die-grasbeisserbande/

Hier gibt es noch einen Film zur gleichnamigen Ausstellung zu sehen – er ist eingebettet in die Körperweltenaustellung, von der ich kein Fan bin und deswegen nur den Link hier poste und nicht den Film. Du kannst ja weiterklicken wenn du magst: https://www.rnf.de/mediathek/video/wenn-kinder-ueber-den-tod-sprechen-die-grasbeisserbande/

Und hier könnt ihr direkt für die Hospizarbeit spenden bei der Grasbeißerbande

SPENDENKONTO

IBAN
DE24 4265 0150 0090 2508 46

BIC/Swift-Code
WELADED1REK

Sparkasse Vest Recklinghausen

BLZ 426 501 500
Kontonr. 902 508 46

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Die Grasbeißerbande
Das Sterben wieder ins Leben holen
22,95 €
https://www.grasbeisserbande.de/

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https://www.evangelische-zeitung.de/nachrichten/top-thema/news-detail-top-thema/nachricht/was-die-grasbeisserbande-noch-wissen-moechte.html

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https://www.zeit.de/2017/47/tod-kinderliteratur-thema-konfrontation

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Japanbücher – Teil 3 von 5

Erinnerungen aus der Sackgasse von Banana Yoshimoto – von Naiv bis Abgeklärt

Bei diesem Buch von Frau Yoshimoto stehe ich vor einem Rätsel. Zwei Bücher von ihr habe ich bisher gelesen – Sly und Kitchen. Beide habe ich für gut befunden und es gibt auch noch einige die mich interessieren würden.
In „Erinnerungen aus der Sackgasse“ scheint mir alles etwas rund gelutscht, und dadurch irgendwie sperrig und befremdlich, ich weiß nicht ob ihr das verstehen könnt.
In jeder Geschichte steckt Traurigkeit, es geht immer um nahe Beziehungen, Liebe und Freundschaft, etwas geht verloren. Aber irgendwie scheint es nie so richtig schlimm, weil da immer eine Art weiche Wattewolke auftaucht um die Figur aufzufangen. Da läßt sich Schmerz natürlich besser verarbeiten, wenn da immer noch etwas ist, sei es das Hinterzimmer in der Kneipe des Onkels inklusive nettem Barkeeper, oder sei es die Familie und ihr Restaurant. Vieles kommt mir doch sehr gestrigelt und gekämmt vor. Zu glatt und irgendwie auch kindlich erzählt. Zwischendurch dann aber immer wieder eine abgeklärte auch manchmal deftige Sprache, die so gar nicht dazuzupassen scheint. Große Gefühle kamen bei mir nicht auf.

Ein wirklich merkwürdiges Buch. Und als ich das Nachwort lass war meine Verwirrung vollständig. Banana Yoshimoto erzählt wie anrührend für sie selbst die Geschichten waren. Sie erzählt davon qualvolle Erinnerungen abzulegen, und das ihr vor allem die letzte Geschichte, die wie das Buch heißt, sehr sehr wichtig war zu erzählen. Allerdings kenne ich es auch das es gerade dann am schwierigsten wird, weil man nicht genug Abstand hat zur Geschichte, die es zu erzählen gilt. Das erreicht dann die Leser*innen nicht besonders gut.
Auch wenn Frau Yoshimoto meine kleine Rezension sicher nicht lesen wird, möchte man ja keinem Menschen zu nahe treten der es schafft so ein ganzes Werk zu vollbringen und hier vielleicht seine wichtigsten Geschichten versammelt hat. Also lies ich mir Zeit und suchte nochmal nach einem neuem Gefühl für das Buch, aber das will nicht kommen. Manchmal ist es ja durchaus so, das Geschichten ihren wahren Gehalt erst im Nachgang ausbreiten.

In der ersten Geschichte – Das Geisterhaus – trifft sich ein Paar, und dann geht es wieder auseinander um Erfahrungen zu sammeln und sich fortzubilden – das ist so ein bisschen traurig, aber auch nicht richtig. Dann finden sie wieder zusammen, und das ganz selbstverständlich. Es geht auch um Geister, aber eher viel um kulinarisches und die jeweiligen Familienbetriebe. Und ich habe keine Ahnung was mir diese Geschichte sagen soll, ich empfinde sie als sehr seicht und auch zu lang. Eine kleine Moral gibt es am Ende, aber für mich jetzt nichts erhellendes.
Die zweite Geschichte, die hat mir noch ganz gut gefallen, heißt „Maamaaa!“ Eine Frau bekommt ausversehen vergiftetes Essen in der Kantine. Sie überlebt und nichts ist mehr wie vorher. Sie beginnt dem Gift in ihrem bisherigen Leben nachzuspüren.
Hier können wir einerseits einer interessanten Auseinandersetzung der Protagonistin folgen, gleichzeitig kommt einem aber eben auch immer dieses weiche „Aufgefangensein“ in Form von Großeltern, Freund, Heirat usw. entgegen.
Ich hatte mir das Buch ausgesucht, weil es auf dem Buchrücken heißt, daß auch in den tiefsten Sackgassen Glück zu finden ist – hier erscheint mir das aber immer etwas arg herbeigeholt oder danebengestellt. Das ist mir zu kitschig und zu weit weg vom Leben wie ich es kenne. ein wenig so wie in diesen Hollywoodschinken.
In der dritten Geschichte geht es um eine besondere Freundschaft, und einen tragischen Todesfall. Diese Geschichte ist wirklich sehr traurig, und ich würde sagen die Beste im Buch. „Überhaupt nicht warm“ ist der Titel.
Tomos Glück heißt die vierte Geschichte. Eine junge Frau die Einiges durch hat und sich verliebt, aber darum geht es gar nicht so, ich finde die Story läuft so vor sich hin, nur um am Ende eine Feststellung zu treffen, schade.
Und die letzte Geschichte ist eben die, des Buchtitels: „Erinnerungen aus der Sackgasse“. Eine echt miese Trennung treibt eine junge Frau zur Veränderung. Sie kriecht über der Kneipe des Onkels unter und trifft dort einen Barkeeper mit dem sie sich anfreundet und der ihr hilft die Trennung zu verarbeiten. Viel Lebensphilosophie, Gespräche und naja so diese üblichen Wege in solchen Geschichten. Hätte ich auch nichts dagegen diese Protagonistin zu sein. Vielleicht kennt ihr das Lied: „Ein Freund ein guter Freund, ist das beste was es gibt auf der Welt….“

Insgesamt finde ich zog das Buch sich doch sehr, und teilweise war ich echt irritiert von der Audrucksweise. Das manchmal etwas kindliche im Erzählstil fand ich auch anstrengend, aber das konnte ganz schnell umschlagen ins Analysierende hinein. Nicht mein Buch, werde mir aber die anderen auf meiner Liste schon noch anschauen. Es ist ja auch selten so, daß einem von eine*r Autor*in alles gefällt.

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Erinnerungen aus der Sackgasse
Fünf Erzählungen

Aus dem Japanischen von Annelie Ortmanns

Diogenes Verlag, 18,- €

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Banana Yoshimoto, geboren 1964, hieß ursprünglich Mahoko Yoshimoto. Ihr erstes Buch ›Kitchen‹ schrieb sie, während sie als Kellnerin in einem Café jobbte und sich dort in die Blüten der ›red banana flower‹ verliebte, daher ihr Pseudonym. Es verkaufte sich auf Anhieb millionenfach. Ihre Bücher erreichen auch außerhalb Japans ungewöhnlich hohe Auflagen.

Einer weniger

von den Guten…

was mich die letzte Woche wirklich sehr getroffen hat war der Tod, und ja ich finde der plötzliche Tod von Roger Willemsen. Unfassbar wie schnell das ging von der Diagnose bis zum Ende, dabei war ich der festen Überzeugung das er wieder gesund wird.

Da er mich in vielem an mich Selbst erinnert und er aus diesen entsprechenden Dingen echt viel gemacht hat, war ich immer fasziniert.

Hier ein Link zu Katrin Bauerfeinds Sendung, in welcher Sie Roger Willemsen assistiert, echt schön die Sendung, super sympathisch die beiden und nah dran:

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/kanaluebersicht/aktuellste/1323446#/beitrag/video/2666718/Bauerfeind-assistiert-Roger-Willemsen

 

Zeichen lesen – Hilfe gesucht

Vor einigen Jahren lieh ich mir dieses Hörspiel in der Bücherei. Leider habe ich es nie zuende gehört, wollte mir immer mal das Buch besorgen. Hab immer noch die Stimmen im Ohr. Und achte seitdem nochmehr auf die Farben der Autos die so in meinem Leben vorkommen. Weiß oder Rot Kombinationen von parkenden Wagen kommen häufig vor. Grün ganz ganz selten. Mehrere blaue Autos am Stück mittelselten.

Außerdem zähle ich gern Treppenstufen. Schon immer eigentlich. Aber genauso wie die Farbschattierungen der Autos hat die Zahl der Stufen keine Bedeutung für mich. Es hat einfach was mit meiner intensiven Wahrnehmung zu tun, der ich mich auch ganz gerne hingebe.

Manchmal wünschte ich, ich könnte Zeichen lesen – oder vielleicht geht es nur darum sich selbst und seinem eigenen Gefühl zu vertrauen. Manchmal werde ich verführt etwas zu deuten, weil ich es so oder so ähnlich schon mal erlebt habe – in Erwartung das dies und das, wie eben schon mal erfahren, jenes nach sich zieht.

Ich wünschte ich würde die Kunst meiner Intuition wirklich zu glauben beherrschen. Sie wahrnehmen und für voll nehmen. Ich glaube ich stelle zuviele Fragen. Denke zu schnell und zu viel anstatt reinzufühlen. Ich glaube manchmal macht das fühlen mir Angst, weil es so oft mit soviel Schmerz verbunden ist.

Wann ist der richtige Zeitpunkt gekommen? z.B. für den Tod. Mein erstes Haustier, ein Hase namens Kleo mußte eingeschläfert werden. Er hatte Tumore… Genauso mein kleiner Hund, Cookie genannt, er hatte eine Nierenkrankheit und innerlich vergiftete es Ihn. Irgendwann lebten wir nur noch auf engstem Raum in der Wohnung weil er nicht mehr wirklich laufen konnte. Nur auf dem Teppich ging das noch ein bisschen.

Wann ist der richtige cookie KopieZeitpunkt und was ist das richtige zu tun. Bei meinem Hasen passierte alles ganz schnell beim Tierarzt, ohne das eine Lücke zum denken und entscheiden dagewesen wäre. Der Tierarzt hat das entschieden. Bei meinem Hund war das anders. Ich holte Ihn damals am Tag des WorldTradeCenterAnschlags von der Tierhilfe – ein schlechtes Omen? Hinterher so deutbar? Lesbar gewesen? Wir gingen öfter zum Tierarzt, waren über Land bei einem Heiler – erst meinten alle Sie könnten Ihm helfen, und dann doch nicht. Es stand die Frage einer Operation im Raum – in einer Spezialklinik, Meilenweit weg und viel viel Geld was nötig gewesen wäre. Cookie ging es schon ziemlich schlecht. Irgendwann hieß es nichts geht mehr. Die Reise und die tausende Euro (oder DMark) waren nicht vorhanden.

Cookies Leben war verdammt eingeschränkt. Ich kochte jeden Tag Spezialnahrung für Ihn. Und irgendwann dann war es soweit. Merkwürdige Stunden vor diesem Termin. Warten auf den Tod, den Terminierten. Widerlichste Stunden. Vielleicht denkt Ihr man kann die ganze Zeit mit seinem Lieben kuscheln – aber das ging nicht. Die Tierärztin kam zu uns nach Hause für die Spritze. Cookie legte seine süße Nase auf mein Bein und sein letzter Atemzug war einfach da.

Einschläfern ist doch irgendwie auch Mord. Im Grunde bin ich bis heute nicht im Reinen damit. Hab ich Ihn zu lange leiden lassen? Oder habe ich das Recht gehabt ihn mit so einer Spritze in den Tod zu schicken? Warum konnte ich Ihn nicht einfach so sterben lassen wie es gewesen wäre ohne Tierarzt.

Sie nahm ihn mit in einer Schuhschachtel – Sie meinte er würde sich zu sehr verändern über Nacht und das könnte zu schrecklich für mich werden. Mein süßer kleiner Cookie. Er war ein treuer Freund über die kurze Zeit die Wir zusammen verbrachten. Und es tut mir heute noch leid das Ich ihn die erste Nacht als er so fiebte nicht in mein Bett gelassen habe – wg. der Erziehung und so.

 

KIF_1789Meine zwei nächsten Tiere waren Katzen, Rosine – Morgens wartete Sie immer schon auf dem Telefontisch das ich Sie rausließ und Abends pfiff ich auf dem Hof und da kam Sie, bis zu diesem einem Abend, immer angerannt.

Sie kam auf einem Parkplatz ums Leben – vielleicht ist Sie an Ihrem Halsband hängengeblieben. Das ist nicht so ganz klar. Ich suchte Tagelang auf den Straßen und Hinterhöfen, per Zettel in der Nachbarschaft, und per Telefon im Tierheim und der Katzenhilfe. Ich fand Sie dann auch, in der Tiefkühltruhe im hiesigen Tierheim. Die Katzenrettung hatte Sie, schon tod, eingesammelt. Meine Telefonnummer stand auf Ihrem Halsband. Aber Sie rufen nicht an – grundsätzlich nicht.

Es kostete mich viel Überredungskunst das der Tierarzt des Hauses mir die Rosine aus der Truhe holte, wo Sie zwischen all den anderen gefrorenen Tierleichen auf den Abtransport zur Verbrennung wartete. Es war verdammt wichtig für mich Sie nochmal zu sehen. Eine liebe Nachbarin hatte mich spontan gefahren. Mitnehmen konnte ich Sie nicht. Ich lies Sie in Ihre Decke wickeln.

Kurz bevor Sie verunglückte hatten Wir noch einen ganz besonders intensiven Moment. Sie kringelte Sich auf meinem Schoß ein und schlief. Allzu viel Zeit hatten auch wir zusammen nicht. Knapp 2 Jahre.

DSC01041Rakete war mein ganz besonderer Freund. Ich fand Ihn im Hof, er war als Katzenkind aus dem Fenster bei Nachbars im ersten Stock gepurzelt. Ich rannte im Schlafanzug hinunter und sammelte den laut maunzenden Kerl zwischen den Mülltonnen auf. Tja, und dann bleib er bei mir – eigentlich als Ersatzbaby, denn meine – auch gerettet Katze Filine, hatte alle Ihre Babys verloren.

Nur soviel er war mein bester Freunde. Und so wie ich Ihn fand, so starb er auch – er fiel aus dem Fenster, versuchte sich noch festzuhalten – die Krallenspuren waren noch eine Weile sichtbar auf den Dachschindeln. Ich bekam es nicht gleich mit. Und als ich unten auf der Straße dazu kam, lebte er noch, aber ich konnte Ihn nicht mehr streicheln, denn dann fauchte er, das einzige was er noch konnte. Ich setze mich zu Ihm und sprach leise mit Ihm wie ich es sonst auch immer getan hatte. …das ist nicht die ganze Geschichte…

Er starb dort unten, ich vermute er hatte noch auf mich gewartet, und ich nahm Ihn mit nach Oben. Filine schlich ganz vorsichtig um ihn rum. Ich weiß nicht ob dies das Abschiednehmen war. Er wurde dann 3 Stunden weit zu einem Garten gefahren, ich konnte noch die ganze Nacht Abschied von Ihm nehmen. Und wie das so ist mit toten Körpern, Sie sind so unglaublich kalt. Es war schwer Ihn in das selbstgebuddelte Grab zu legen.

Wenn ich zurückdenke gab es mit jedem Tier noch ganz besonders intensive Momente bevor Sie starben. Bilder und Gefühle die sich eingeprägt haben. Aber ich habe Sie bis Dato nie als Zeichen begriffen.

Aber seit mein Rakete aus dem Fenster gestürzt ist habe ich ein besonderes Auge auf meine älteste Katze, die schon 8 Jahre mein Leben teilt. Manchmal wenn Sie zu lange still liegt muß ich nachschauen ob Sie noch atmet. Ihr ging es im November gar nicht gut und ich bekam eine richtige Panikattacke – und diese Attacke brachte mich dazu Sie zum Tierarzt zu bringen. Es war kein erfreulicher Besuch. Filine kann den Tierarzt gar nicht leiden und versuchte ständig in meine Jacke zu kriechen. Danach begann der Kampf mit dem Antibiotika und dem Futter. Und ich fragte mich danach ob das wirklich nötig war. Es war nicht klar was Sie hatte.

Und wer bis hierher durchgehalten hat – jetzt kommt der eigentliche Punkt auf den ich hinaus wollte. Filinchen ist jetzt grade beim Tierarzt. Sie haben Sie da behalten – kurz vorm Leberversagen u.a.. Von einen Tag auf den anderen war Sie so still – nun hatte Sie 2 Tage nichts gefressen und sich kaum bewegt. Gestern riet ich mir noch selber „keine Panik“ – akzeptiere was ist. Heute Nachmittag hats nicht mehr genützt, ich telefonierte 2 Stunden bis ich einen Notdienst errreichte, mußte mich zwischendurch noch von einer Tierärztin zulabern lassen und konnte dann gleich hier zu unserer Tierklinik gehen. Filine lag derweil auf dem Sofa und ich merkte wie es Ihr immer schlechter ging, Sie kaum mehr schnurren konnte und anfing zu schnaufen. Carlito schlich noch kurz zu Ihr, ganz langsam tastend, so als wüßte er nicht mehr das dies Filine ist. Spürte er etwas wa sich nicht spüren kann oder will?

Tja, die Dame meinte, 500 bis 800 € wird es wohl kosten, das nur am Rande. Meine Kleene war ganz gelb, mußte an den Tropf und bekommt auch noch künstliche Ernährung – wg. der Verstoffwechselung.

Wenn ich keine Panik bekommen hätte würde Sie vielleicht einfach heute Nacht hier in Ruhe sterben. Weiß jemand wie Tiere sterben die Leberversagen haben? Tun sich Tier wirklich schwer beim sterben? Oder sind das nicht nur Wir Menschen. Jetzt liegt Sie dort in fremder Umgebung. Abgesehen davon das ich das Geld nicht habe, ich fühl mich schlecht das ich Sie dorthin schleppte, weil ich Sie nicht verlieren will. Und ich weiß nicht ob der Tierarzt eine Heilbehandlung macht oder nur alles tut um Sie am Leben zu erhalten.

Ich möchte das bei mir nicht, irgendwelche Intensivmedizin. Ruf ich jetzt dort an und hol Sie einfach wieder raus? Ich kenne die Praxis, Sie würden mir Filine nicht einfach geben, wenn ich überhaupt jemand erreiche…aber am Ende müßten Sie mir die Katze geben, weil Sie mir gehört. Wenn ich Sie hole wird Sie sehr wahrscheinlich aufjedenfall sterben. Ich würde jetzt so gern mit Ihr im Bett liegen, Sie streicheln und mit Ihr reden so wie Sie es kennt. Das mag Sie besonders gern.

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Da ist er wieder der Tod

Schon wieder einer von den Schönen und Begabten gestorben. Viel viel zu Jung.

Wolfgang Herrndorf als Autor von Tschick bekannt, was ich schon x mal in der Hand hatte, aber leider nie die 10 € dafür.

Mann. Sein Blog ist echt krass. Und es ist so merkwürdig das Ende dort lesen zu können, obwohl er es nicht mehr reinschreiben konnte…oder hat er es gebloggt bevor er es getan hat? Ich versteh das mit dem Selbstmord total.

Guter Artikel hier: Neues Deutschland/von Sarah Liebigt

Sein Blog: Hier Start 2010

Ob er jetzt den Jakob Ajourni trifft? Bestimmt. Ich glaub die würden sich gut verstehn, bestimmt auch mit Herrn Schlingensief. Is schon komisch das all diese talentierten Menschen so früh gehen müssen und vorallem vorher so krank waren. Woran liegt denn das? Sie haben doch alle Ihr Mittel des Ausdrucks gefunden?

Ps.: Nachtrag – Heute (3.9.)Tschik im Hausflur gefunden. Das Leben is manchmal echt schräg.

Markus Zusak – Die Bücherdiebin

Eines der wenigen Bücher die mich zum weinen gebracht haben. Ein unglaubliches Werk. So tief, so offen, und trotz des schrecklichen Themas so heilsam.

Und der Tod wie ich Ihn mag in diesem Buch, wie er liebevoll die Menschen in seine Arme nimmt und davon trägt.

Ein Mädchen was ein neues Zu Hause findet, bei „Ihrem“ Papa. Der Papa ein liebevoller Vater meiner Träume.

Und sie liest, sie liebt die Bücher, genau wie ich!

Freundschaften, Krieg, Elend, Verfolgung, Rettung…

Lieber Herr Zusak tausend Dank für dieses Buch!

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