Die 5 Tage Schreibchallenge

Meine kleine Schreibchalleng startet wieder!
Mit viel Spaß einfach mal ein bisschen mit Worten spielen und sich inspirieren lassen.
Teilnehmen kann jede*r der/die Schreiben kann. Vollkommen kostenlos.
Anmeldung unter http://www.karolinkaden.de
Das ganze läuft über eine Fb Gruppe. Wenn du nicht bei Fb bist und trotzdem dabei sein magst schreib mir gern eine Nachricht.
Ab 27.7. folgt dann der Sommerschreibkurs, für alle die die frische Inspiration gleich nutzen wollen.

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T. C. Boyle, América

Heute möchte ich mal eine Rezension von einem anderem Blog teilen, da ich über dieses Buch nie selbst geschrieben habe. War noch vor meinen Blogzeiten als ich es laß. Aber es ist mir bis heute Eindrucksvoll in Erinnerung geblieben und steht auch auf meiner „muß ich unbedingt mal kaufen“ Liste.

BuchUhu

„Build that wall!“ Das war nicht nur der Schlachtruf Donald Trumps und seiner Anhänger im Präsidentschaftswahlkampf 2015/16. Es ist auch das Motto einer Gruppe von Nachbarn in T. C. Boyles 1995 erstveröffentlichtem Roman América. Die Besitzer von Häusern im einheitlichen Kolonialstil am Rand der Wildnis etwas außerhalb von Los Angeles wollen eine Mauer um ihre Siedlung bauen, um sich vor den vermeintlichen Gefahren von außen zu schützen. In erster Linie ist wie bei Trump die Abgrenzung vor mexikanischen Einwanderern gemeint, der gefühlten Bedrohung für Sicherheit und Wohlstand des weißen Amerikaners. Dass man sich mit der Mauer gleichzeitig selbst einsperrt, der Freiheit und des offenen Blicks beraubt, daran scheint sich in beiden Fällen kaum jemand zu stören – beziehungsweise ist die Stimme der Vernunft einfach nicht laut genug, um sich gegen Panikmache und Simplifizierung zu behaupten. Den Rest erledigt der Opportunimsus.

Der Bau von Zäunen und Mauern ist nur eines…

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Voll der Osten

Jaron Verlag / Harald Hauswald

Momentan tourt eine Ausstellung durch Deutschland. „Voll der Osten“ Fotografien von Harald Hauswald, der 1954 in Radebeul bei Dresden geboren wurde und mit Anfang 20 nach Ostberlin ging.
Dazu gibt es ein wunderbares Bildband, welches der Berliner Jaron Verlag herausgebracht hat.
Leider habe ich selber die Ausstellung bis jetzt nicht gesehen, aber ich habe nun das Buch, welches ich liebenswürdigerweise vom Jaron Verlag zur Verfügung gestellt bekam. Vielleicht fast noch besser, so kann ich mich hier ganz in Ruhe in die einzelnen Bilder vertiefen.

„Wer Fotos der DDR der achtziger Jahre für eine Publikation sucht, legt Bilder oft mit der Bemerkung beiseite, dass diese offenbar aus der Nachkriegszeit stammen. Der Verfallszustand der Städte war grausig.“

Zitat aus „Verfall“

Ich habe ein großes Faible für Fotografie und besonders für Alltagsfotografie. Der Fotograf Harald Hauswald ist bekannt für seine dokumentarische Arbeit. Er fotografierte was andere (mit Absicht) übersahen. Er zeigte die Welt hinter der Propaganda.
Zu jedem Bild gibt es einen kleinen Text, verfasst vom Historiker Stefan Wolle. Zwischendurch werden Schlüsselbegriffe von Hauswald aufgegriffen wie „Widerspruch“ oder „Sehnsucht“ zu denen es dann jeweils eine Deutsch/Englische Doppelseite zu lesen gibt.

…Über allem schwebt die sozialistische Gesellschaftsordnung, die durch die Staatsordnung garantiert wird […] Bei so vielen Verordnungen fragen sich viele Zeitgenossen oft, warum überall Unordung herrscht.“

Zitat aus „Ordnung“

Die Atmosphäre ist so nochmal ergänzend eingefangen. Wenn man sich darauf einlässt, betritt man hier eine ferne Welt, und kann kaum glauben, dass dies alles noch gar nicht so lange her ist. Bei mir kommen auch Erinnerungen hoch und mich fasziniert der Band sehr. Viele Themen werden aufgegriffen. Der Kosmos des Alltags der DDR. Jugend und Alter, Wildheit und Ordnung. Die kleinen Nischen des privaten Glücks. Protestbewegung. Aber auch den ganz normalen „staatlichen“ Alltag mit seinen Symbolen und Normen bekommt man zu sehen, inklusive Verfall und Großbauten. Kinder, Soldaten, Arbeiter, Jugendliche.
Die Tristesse, die für mich eng in Verbindung steht mit der ehemaligen DDR, ist hier wunderbar eingefangen. Genauso wie das Leben, was sich eben nicht einsperren lässt. Ganz bezaubernd immer wieder die Bilder von neugierigen Kindern, oder von Ausbrüchen und vom Widerstand junger Menschen, die sich z.b. auch in der DDR durch ihr Aussehen abhoben. Dazwischen ein Sportfest, in Reih und Glied und Männer in Uniformen – Polizisten, Soldaten, Arbeiter. Am Ende des Buches wird von einem liebevollem Blick des Fotografen gesprochen, dem kann ich nur zustimmen. Damals gab es Ärger wegen der Bilder, heute sind Sie ein wunderbares Zeitdokument, und ich möchte eine große Empfehlung aussprechen.

„Ich wollte den Osten, ohne Schminke zeigen, so wie ich ihn gesehen habe“, sagt Hauswald

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auf Youtube gibt es einige Videos mit Hauswald, in denen er über seine Bilder spricht

 

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Hier kann man sich einen Eindruck über die Fotografien verschaffen, es kann gut sein das man schon eins kennt: https://www.tagesschau.de/multimedia/bilder/voll-der-osten-ausstellung-101.html

Infos zur Ausstellung, die bestellt werden kann: https://www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/voll-der-osten-6611.html

Ein schöner Artikel zur Ausstellung: https://www.sz-online.de/nachrichten/kultur/voll-der-osten-3878943.html

Die Seite des Fotografen: http://www.harald-hauswald.de/

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Harald Hauswald (Fotos) / Stefan Wolle (Text)
VOLL DER OSTEN
Leben in der DDR
Ein Begleitbuch zur gleichnamigen Ausstellung
herausgegeben von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und OSTKREUZ Agentur der Fotografen
€ 12,–
durchgehend Deutsch und English
Broschur, 128 Seiten, 108 Fotos, 18 QR-Codes
ISBN 978-3-89773-856-0
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Die andere Seite – 17. Juni ´53

Zum heutigen 17. Juni möchte ich euch nochmal dieses wunderbare Comic empfehlen. Außerdem kann man heute diesen Live erleben auf Twitter. Ein ganz tolles neues Geschichtsprojekt, welches Geschichte direkt erfahrbar macht. Erdacht und erstellt von Dr. Richard Millington, der Deutschlehrer in England ist. Viele Informationen und eine große Bücherliste dazu auf: https://17juni1953live.wordpress.com/
Direkt zum Twitterprojekt geht es hier: https://twitter.com/17Juni1953live
Damals als das letzte Quentchen Freiheit in der DDR erstarb bis 89.

https://www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/17juni1953-1119.html
Inklusive Aufruf für einen Wettbewerb

reingelesen

DSCN2987Vor kurzem hatte ich „Deutschland als Bilderbuch“ vorgestellt, es war im Grunde genommen nur Westdeutschland gemeint (obwohl das Buch von Deutschland spricht), bis auf wenige Ausnahmen. Auch in vielen Filmen wie z.B. dem kürzlich gesendetem 3 Teiler Ku`damm 56 wird Westdeutschland dargestellt, alles arg nett. Hübsch, bunt, bisschen Revolution der Jugend, aber sonst? Alle sind versorgt und in den besten Kleidern gekleidet und Mangel an Nahrung oder Wohnraum wird schlichtweg nicht thematisiert.
Gut am Rande bekommt man etwas von der anderen Zone, dem Osten mit – da gehts dann um die neue sozialistische Bewegung, Versammlungen, aber eben nur ganz am Rand. Und leider auch nur positiv dargestellt. So als wäre der Krieg zuende und einfach alles wieder ok. (die Fortsetzung von Kudamm ist ein bisschen besser aber auch glattgelutscht)

In „17. Juni – die Geschichte von Armin und Eva“ dagegen dreht es sich um den Osten, also der…

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Leinensee – Anne Reinecke

„Leinsee“ ist der erste Roman von Anne Reinecke. Er wurde schon hochgelobt und ist nominiert für den Debütpreis der LitCologne 2018, außerdem gab es ein Stipendium der Autorenwerkstatt Prosa des Literarischen Colloquiums Berlin für das Manuskript Leinsee im Jahr 2012. Hier sieht man, dass es doch eine Weile dauert bis man so ein feines Werk zustande bekommt.
Ich hatte das Ganze als Hörbuch, und das war eine sehr gute Entscheidung, wie ich dann feststellen durfte. Der Lesende, der Schauspieler Franz Dinda, war ganz wunderbar. Seine Stimme, ja seine ganze Person scheint komplett mit Karl verbunden. Ich war gar nicht mehr so am zuhören, sondern regelrecht mittendrin.
Am Anfang habe ich mich gefragt warum ein Mann die Geschichte liest, obwohl es eine Frau geschrieben hat. Und klar frage ich mich auch wieder warum eine Frau einen männlichen Protagonisten wählt – davon gibt es ja nun mal schon sehr viele.
Wie wäre die Geschichte gewesen wenn es eine junge Künstlerin gewesen wäre? Nun ich denke der Rahmen des ganzen hätte erhebliche Probleme gemacht. Denn der junge Karl ist schon recht bekannt in der Szene, und es ist nun mal so, dass auch hier die Männer erheblich mehr Chancen haben, wenn wir die Realität betrachten. Aber die Literatur ist ja durchaus auch da um anderes auszuloten.

*Achtung in diesem Artikel wird gespoilert*

Auch ein anderer Handlungsstrang wäre sehr viel „schwieriger“ gewesen, wenn es eine Künstlerin gewesen wäre. Dazu gleich mehr. Ich denke es ist schon ausschlaggebend, das die ganze Geschichte eingebettet ist in einen großen Reichtum. Das dieser Reichtum durch das „Kunst machen“ entstand, gibt dem ganzen natürlich eine gewisse Coolheit. Die Kunst wird sehr ausgiebig thematisiert, was mir, als ehemalige Kunststudentin, sehr gut gefallen hat. Es ist nicht irgendeine Kunst, sondern schon was spezielles, es geht um Objektkunst. Um das sammeln und bewahren und um Erinnerungen. Auf einer anderen Ebene um weiches und lebendiges was sich später in er ausgehärteten Masse wiederfindet. Eine schöne Symbolik.
Auch dem jungen Karl geht es erstmal viel um Erinnerungen. Ich würde sagen das erste Drittel der Geschichte ist damit gefüllt.
Der junge und erfolgreiche Künstler Karl bekommt die Nachricht über den Tod des Vaters, den er seit Jahren nicht gesehen hat. Der Vater hat sich suizidiert, weil er ohne die Frau an seiner Seite nicht mehr leben wollte. Die Mutter des Künstlers ist nämlich schwer erkrankt.
Der Vater hat sich auch hier am Schluß davon gestohlen.
Auch die Eltern waren Künstler, und zwar sehr bekannte. Der Sohn hat unter einem anderen Namen gearbeitet – er wollte seinen eigenen Weg gehen. Und das hat sehr erfolgreich funktioniert.
Nun wird er mit seiner Vergangenheit und dem Leben seiner Eltern konfrontiert. Übernimmt sozusagen ihr Haus, Atelier und Grundstück. Besucht die Mutter, die ihn nicht erkennt.
Karl bleibt und eignet sich die Vergangenheit inklusive Haus, Grundstück und Kunstwerken an. Das verändert viel für ihn und sein bisheriges Leben. Einfach ist es nicht aber durchaus aufregend und neu.
Und dann treffen wir Tanja, neben Karl und der Kunst im Roman, die dritte Hauptfigur. Ein Kind aus der Nachbarschaft, mit dem Karl sich anfreundet. Ein Kind, was auch ihn seine kindliche Seite ausleben läßt. Welches aber ganz ohne weitere Verbindung zu sein scheint. Die Figur schwebt förmlich in Karls Kosmos, und scheinbar nur dort. Es beginnt eine Art großes Spiel, welches ihn wiederum sehr mit der Arbeit seiner Eltern verbindet. Auch mit der Mutter kann nochmal eine neue Art von Beziehung beginnen, auf den letzten Metern.

Mir hat die Geschichte sehr gefallen, nur gegen Ende hin empfand ich eine Schwäche in der Beschreibung der Beziehung von Karl und Tanja, die vielleicht so etwas wie seelenverwandt sind. Es war CD 5 von 6. Da rutscht Anne Reinecke zu schnell über die Veränderung hinweg, meiner Meinung nach, das hat mir richtig einen Stich versetzt beim hören. Eine andere Leserin schrieb sowas in der Art, wie dass sie es toll fände das es zwischen Karl und Tanja, die beiden Hauptfiguren, so gar nicht komisch war in der Geschichte. Mir dagegen hat dieses „komisch“ gefehlt. Es bleibt für mich ein wenig flach – wo wir doch vorher auch viel an Karls Gedanken beteiligt werden, hier fehlen sie an der Stelle wo der große Altersunterschied zwischen Karl und Tanja immer wieder doch irgendwie Thema ist, und über den sehr schnellen Lauf der Jahre, als Tanja vom Mädchen zur jungen Frau heranwächst. Es wird schon versucht das in einigen Bildern darzustellen, aber mir geht das alles zu rund und zu einfach. Ich würde sagen „gerade in unseren Zeiten“, da würde doch sofort Verdacht aufkommen, wenn ein erwachsener Mann und ein kleines Mädchen befreundet sind. Vielleicht ist das alles auch viel zu heimlich, aber über eine so lange Zeit? Da ist niemand groß, der diesen kleinen Kosmos wirklich stört, bis auf einmal, dem auch eine lange Pause folgt und ein ganz selbstverständliches Wiedertreffen.

Ich freue mich auf mehr von dieser Autorin und bin gespannt auf die Themen.

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Hörbuch
6 CD , 7 Std. 39 Min.
€ (D) 24.00 / sFr 32.00* / € (A) 27.00

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Rattatatam, Mein Herz

Es ist wohl eher so, dass du die Voraussetzung für Mut bist“ sagt die Autorin im Buch zu ihrer Angst. Sagt die Autorin zu ihrer Angst? Genau, denn diese begleitet sie nämlich in allen möglichen Lebenslagen als unsichtbares Anhängsel. Wir werden immer mal wieder Zeuge diverser Gespräche zwischen Angst und Franziska Seyboldt.
Als Methode sich bestimmten Dingen zu nähern finde ich das prima, beim Lesen hat es mich dann doch etwas gestört, so auf Dauer. Aber dem Thema Angst wird sich hier in einer gut lesbaren Art und Weise genähert. Ohne komplizierte Sprache oder Fachausdrücke, durchaus Unterhaltsam.
Trotzdem, so ganz hat es mich ehrlich gesagt erzähltechnisch nicht  bei der Stange gehalten. Es werden viele Themen und Facetten ausgepackt. Bei manchen Stellen hätte ich mir da etwas mehr Tiefgang gewünscht, so z.b. beim Thema Outing, anstatt schon wieder den nächsten Hüpfer.

Insgesamt hat das ganze Buch auch mit dieser schwierigeren Thematik etwas leichtfüssiges. Am interessantesten fand ich die Stellen, wo es darum ging wie das Umfeld reagiert, wie sich der Umgang auch mit der Offenheit der Autorin änderte. Nett auch die Therapietermine, durchaus auch zum schmunzeln.

Das ganze ist natürlich eine persönliche Geschichte und ich finde sie verläuft recht geradlinig, schnell wird Hilfe gefunden – das ist so sicher den wenigsten vergönnt. Und gleichzeitig gibt es so einige Eckpunkte, die für viele Menschen gelten werden und die finde ich in diesem Buch am wichtigsten. Was heißt es Ängste zu haben und was ist Angst eigentlich? Wann fühle ich mich unwohl? Und woher kommt das ganze? wie gehe ich damit auf eine gute Art um? Das Thema funktionieren und zusammenreißen, was ich leider auch nur allzu gut kenne und sicher viele viele andere Menschen auch, spielt dabei eine wesentliche Rolle.

Am Anfang des Buches ahnte ich es gleich, es geht auch um Hochsensibilität, das kommt zwar erst ziemlich am Ende zur Sprache, aber es kommt. Da ich selber Hochsensibel bin, die Autorin bringt es auch schön auf den Punkt: hoch vegetatives Nervensystem und eine Schnellschuss Amygdala, erkenne ich sowas recht schnell.
Ebenso wird das Thema Trauma am Ende kurz aufgegriffen und die Geschichte psychischer Krankheiten und der Umgang damit, was ich einen sehr guten Abschluß finde.

45 Kapitel – 251 Seiten – viele persönliche Erlebnisse – gute Rückschlüsse und wie ich finde ein gutes Buch um zu einer Entstigmatisierung von psychischen Krankheiten bzw. einer Andersartigkeit beizutragen.

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Franziska Seyboldt
Rattatatam, Mein Herz
Vom Leben mit der Angst
Kiwi Verlag, 16,99 €
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Franziska Seyboldt, geboren 1984 in Baden-Württemberg, studierte Modejournalismus und Medienkommunikation in Hamburg. Seit 2008 lebt und arbeitet sie in Berlin. Sie ist Redakteurin, Autorin und Kolumnistin bei der taz, schreibt Werbetexte und Bücher für Erwachsene und Kinder. »Rattatatam, mein Herz« ist ihr drittes Buch.

 

Heeme – ein Heimkehrerinnenbuch

„Heeme“, eine Mischung zwischen Erfahrungsbericht und Kurzroman. Ich habs direkt von der Autorin bekommen, mit Widmung. Sowas freut natürlich immer ganz besonders. Stephanie Auras-Lehmann kommt aus dem Spreewald und war selbst lange fern der Heimat. Sie ist eine aus der Generation, die in der Kindheit/Jugend die Wiedervereinigung Deutschlands erlebt hat. 1982 wurde sie geboren. In der Geschichte von „Heeme“ verarbeitet sie eigene Erlebnisse und Erinnerungen aus der Zeit nach der „Wende“ bis zu ihrer eigenen Heimkehr 2009 nach Finsterwalde. Dort hat Sie inzwischen eine Rückkehrerinitiative für den Landstrich Elbe-Elster aufgebaut.

Die Protagonisten haben alle sehr lustige Namen, und es ist durchaus ein leichtes Buch was sich sehr gut lesen läßt – mit einer Überarbeitung wäre es bestimmt auch was für einen Verlag der Bücher in einfacher Sprache rausbringt. Da fehlt nämlich noch jede Menge Literatur.

Die Heldin der Geschichte hat einen typisch Ostdeutschen Namen: Peggy 😉 und bleibt irgendwie übrig nach dem Schulabschluss im Osten. Alle anderen haben die Heimatstadt schnell verlassen, denn dort gibt es so gut wie keine Zukunft, sprich Ausbildungsstellen. Irgendwann packt es dann auch Peggy, und sie macht sich auf in die neue weite Welt. Die Möglichkeiten beim Schopfe packen. Da heißt es erstmal „sich zurecht zu finden“, die westlichen Gepflogenheiten kennenlernen und sich ganz neu eingewöhnen. So richtig Freunde findet Peggy aber nicht, und man merkt sie hängt an der Heimat. Doch das leben meint es auf eine andere Weise sehr gut mit ihr und Sie macht Karriere – allerdings mit so einigen Hürden und nicht immer erfreulichen Ereignissen. Aber sie schlägt sich tapfer durch und bleibt am Ball und kommt weit. Und zwar bis hinüber über den großen Teich: New York.
Doch daheim im ruhigen Städtchen wartet der Freund und irgendwann muß Peggy sich entscheiden.

Wofür sie sich entscheidet ist klar, wenn man den Untertitel liest. Manch einer wird sie für verrückt erklärt haben und nunja, im Osten stehen die Chancen bis heute ja nicht gerade zum besten wenn es um das Thema Arbeit geht. Und will man denn nicht gerade als junger Mensch die Welt erkunden?

Stephanie hat mir vorne ins Büchlein geschrieben „Rückkehren verbindet“, dem kann ich nur von Herzen beipflichten. Ich hab beim Lesen auch gleich die Verbindung gespürt, auch wenn ich älter bin und früher weg bin und schon nach dem Studium zurückkam.
Das hat auf jedenfall etwas mit dem Thema Heimat zu tun – auch wenn auf mich jetzt weder Liebe noch Eltern gewartet haben – dafür die Großeltern. Im Laufe der Jahre hat es mich schon immer wieder auch verwundert wo es überall sächsische Enklaven gibt und wieviele jüngere Menschen Woche für Woche zwischen Ost- und Westdeutschland pendelten. Jemand der bis New York gekommen ist, kenne ich allerdings nicht.

Wir leben heute in einer Welt, in der Familien oft verstreut sind und auch Freunde selten am gleichen Ort wohnen. Die Welt ist verdammt groß geworden. Es gibt durchaus viele Möglichkeiten, wenn man sie denn findet, oder das Geld dazu hat. Denn es hat immer auch mit Glück zu tun wie weit man kommt und was man damit anfangen kann. Viele können auch nur in die Ferne schauen, und sehnen sich vielleicht gerade deshalb besonders danach. Doch wenn man die Welt auch weiter weg kennengelernt hat sieht man die Heimat oft nochmal mit anderen Augen. Spätestens wenn es ans Famlie gründen geht überlegt man sich doch wohin, grade wenn man Familie hat mit der man sich auch versteht. Großeltern sind doch sehr hilfreich für die Kinder und auch alte Freunde sind schon was besonderes.
So kehrt manche*r wieder Heim und ist Glücklich damit und bestenfalls bringt die Person auch noch was mit, wie Stephanie Auras-Lehmann ihre Geschichte und ihr Projekt für Heimkehrer*innen.

Stephanie Auras-Lehmann

Heeme
14,99 €

https://www.heeme-buch.de/

 

Pirasol

Pirasol – das ist im Roman eine alte Villa. Das Zuhause der alten Gwendolin. Sie lebt schon eine ganze Weile hier. Früher mit dem viel älterem Ehemann und dem Sohn, der eine inzwischen tot, der andere lange fort. Die alte Dame ist aber nicht allein. Sie hat sich, wie schnell klar wird leider, auf eine Mitbewohnerin eingelassen. die Mitbewohnerin ist um einiges Jünger und schaltet und waltet sehr bestimmend. Gwendolin fühlt sich überhaupt nicht wohl damit.
Dieser Geschichtenstrang zieht sich vom Anfang bis zum Ende durch das Buch und ist ein ziemlich angespannter Strang, mir wird am Schluß schon ganz hibbelig, so gespannt bin ich auf die Auflösung.
In den Zeiten dazwischen erinnert sich Gwendolin an ihre Zeit die Sie in Pirasol verbracht hat, aber auch an ihre Kindheit und Jugend im Krieg und vor allen den Nachkriegsjahren.

„…und sich gewundert hatte, warum er nur Papier ohne Zeilen benutzte und sich weigerte, seine Schrift auf gezogenen Linien abzulegen.“

Die ganze Geschichte hat etwas schleifendes, so wie das Leben Gwendolin geschliffen hat, wird auch der Leser geschliffen. Es fiel mir schwer das mitzumachen und durchzuhalten. Denn zwischendurch stopp es kurz und dann wird neu angesetzt. alles wird mehrfach aufgegriffen, jedesmal geht es ein Stück tiefer und Häppchenweise erfahren wir was in der Vergangenheit passiert ist.
Erfahren wie Gwendolin ihre Eltern verlor und in welcher bangen Hoffnung sie nach dem Krieg grade so überlebt.
Es scheint Sie ist erstarrt durch das was Sie schon früh erlebt hat. In ihrer Ehe wird das Ihr und dem gemeinsamen Sohn zum Verhängnis.
Was macht man nun mit diesen Erfahrungen, die einen still werden ließen. Was macht man jetzt im hohen Alter mit diesem Leben?

„… und Gwendolin spürte, wie sie sich in ihrem ganzen Körper ausbreitete: die Einsamkeit, wenn man andere Menschen zueinander geführt hatte.“

Susan Kreller hat eine feine angenehme Sprachmelodie in den Roman gewirkt, immer wieder webt sie kleine Poesien sein, die viel Atmosphäre erzeugen. Eine echte Stärke des Romans. Er hat mich sehr berührt und so manches mal sind mir die Tränen gekommen, was mir eher selten beim lesen passiert.
Beim schleifenden der Geschichte bin ich mir nicht scher ob es ein ausgefuchstes Stilmittel ist, welches uns immer mehr hineinziehen soll oder ob es nicht eine Schwäche in der Erzählung ist? Zwischendurch empfand ich es schon durchaus auch als lästig und hätte mir gewünscht das die Dinge mit einem mal „erledigt“ werden und nicht zwei-, dreimal wieder angefasst werden um dann doch noch wieder neues zu offenbaren. Ja ich denke man hätte die Geschichte auf weniger Seiten erzählen können und es hätte ihr vielleicht auch gut getan. Aber ich glaube dann wäre nicht diese besondere Stimmung zu Tage getreten. Welches Leben läuft schon gerade? Was gelingt schon im ersten Anlauf? Und ja, wie vieles gelingt nie?

„..und der das, was war, in aller Lautstärke vergaß.“

Worüber ich froh war, das war das versöhnliche Ende, welches ich Gwendolin auch aus tiefstem Herzen gegönnt habe.
Pirasol ist ein besonderes Buch und birgt eine Geschichte in die man eben durch die Erzählweise tief einsteigt, eine Geschichte die in Erinnerung bleiben wird. Ein kleiner Wermutstropfen, auch wenn es die Geschichte von Gwendolin ist, dreht sich doch sehr viel mal wieder um die Männer, erst den Vater, dann den Ehemann und später den Sohn. Die Frauen bleiben zu oft Randfiguren, sehr schade.

„Er lachte, weil es seine Art zu weinen war … und wie sie selbst weinte, indem sie nicht mehr weinte“

Näheres zum Inhalt:

Das Mädchen was von einer Nachbarin gerettet wird, unter Umständen die ihr das fühlen abgewöhnen. Umstände die viel Kraft kosten um sie zu überleben. Der Vater der aus dem Krieg heimkehrt, mit dem das Mädchen in seiner Abwesenheit all die Bücher geteilt hat, die eigentlich längst verbrannt sein sollten. Bücher die das Mädchen nie vergessen wird, und die auch ihr Sohn ganz heimlich entdeckt, viel viel später. Bücher spielen eine große Rolle und haben sehr viel zur Rettung beigetragen – ich kenne das. Bücher die einen sich selbst wiederfinden lassen. Bücher die trösten oder neue Welten zeigen. Bücher die ein Heimatgefühl oder Geborgenheit schenken. Bücher auch in Form von Buchläden als Zufluchtsorten und Buchhändlern als Vertraute.
In der Erstarrung und Einsamkeit findet Gwendolin ein aufgewecktes paar graue Augen und lässt sich davon einnehmen. Lernt das Haus Pirasol kennen und verliebt sich sofort. Die Ehe wird ein Alptraum, die grauen Augen werden hart und bitter und lassen besonders am gemeinsamen Sohn alle Bösartigkeiten und Demütigungen aus. Strafen Gwendolin mit einer Kälte die Sie weiter in einer stummen Erstarrung verharren lässt. Der Widerstand so zart und leise das er nur für sehr kleine Glücksmomente reicht. Für ihren Sohn reicht es nicht.

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Pirasol
Susan Kreller

Piper/Berlin Verlag
Hardcover 20,- €  / Taschenbuch 11,- €

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Ein Auszug aus dem Roman erhielt den GWK- Förderpreis 2014
Susan Kreller: Geboren 1977 in Plauen, studierte Germanistik und Anglistik und promovierte über englischsprachige Kinderlyrik. Einer breiteren Öffentlichkeit wurde sie 2012 mit dem Jugendbuch »Elefanten sieht man nicht« bekannt. Sie erhielt unter anderem das Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendium, den Hansjörg-Martin-Preis (2013) und 2015 den Deutschen Jugendliteraturpreis für »Schneeriese«. Sie arbeitet als Schriftstellerin, Journalistin und Literaturwissenschaftlerin

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zum reinhören
https://www1.wdr.de/kultur/buecher/susan-kreller-pirasol-104.html

Meinerseits -weitere Texte

Mein Blog hat mehrere Seiten, das sieht man im Reader nicht. Man muß direkt auf den Blog kommen. Es gibt eine Seite wo ich Links zu anderen Texten von mir sammle – einige befinden sich auch auf dem Blog hier. Bei dieser Sammlung geht es um verschiedene Themen, aber nicht um Bücher. Vielleicht interessiert es Dich:
https://reingelesen.wordpress.com/texte/

Hochsensibel auf der eigenen Lesung

Eine Einladung

Vor einiger Zeit hatte ich die Anfrage ob ich auf einem alternativen feministischen Festival lesen möchte. Es wurden Beiträge zum Thema Generation gesucht – ich befasse mich ja viel mit Biografiearbeit und gebe auch Kurse, sowie mit der Kriegsenkelthematik (hier habe ich ein kleines Projekt mit dem Schwerpunkt Ost: https://dienachfahren.wordpress.com/).

Alles was mit Frauenrechten zu tun hat ist ein weiteres meiner Themengebiete. Früher war ich auch selber etwas in der Frauenarbeit unterwegs, hätte auch nichts dagegen das immer noch zu sein, nicht nur ehrenamtlich. Für mich hat sich dieser Themenkomplex schon sehr verstärkt, wie man ja auch hier am Blog merkt, wo ich vor allem Literatur von Frauen vorstelle.

Das passte alles also schon mal sehr gut, und ich freute mich sehr über die Einladung. Lang ging ich mit meinem Text schwanger, geboren wurde dann etwas anderes als erst angedacht. Und ich habe doch einige Zeit intensiv dran gearbeitet. Für mich braucht es dazu aber auch immer den Raum, in welchem ich Zeit und die Stimmung habe, um mich mit einem bestimmten Thema zu befassen.

Das Schreiben

Für mich als hochsensible bedeutet das noch mehr Rückzug als sonst. Ich muß mich konzentrieren, das kennt sicher jeder der schreibt. Da ist Ablenkung in bestimmten Phasen ein böser Zeitdieb und unangenehme Ablenkung. Es geht auch immer darum, die feinen Impulse gut genug zu hören und ebenso etwas zum notieren in Reichweite zu haben und alles schnell zu aufzuschreiben. Gedanken können furchtbar flüchtig sein. Ich befinde mich dann in meiner inneren Welt und in der Welt des Themas, welches ich durchstapfe wie einen Urwald, oder ein wildes Gewirr. Um daraus dann das für mich wichtige zu ziehen und daraus wiederrum die Essenz. Meitens ufert das auch aus und kürzen ist angesagt. Auch braucht es Pausen zwischendurch, wo sich die Dinge setzen können.

Was ist Hochsensibel?

Ich weiß nicht inwieweit ihr mit dem „Hochsensiblen“ vertraut sein? Wir Hsp´s brauchen oft viel Zeit um den Alltag zu verdauen, und Dinge zu reflektieren. Auch wenn ich gern mal mit Menschen zusammen bin, muß ich da aufpassen mich selbst nicht zu vergessen oder zu verlieren. Wir Sensiblen sind oft besonders intensiv bei unserem Gegenüber, saugen Stimmungen und Atmosphäre auf. Viele Reize sind für uns unangenehm oder anstrengend. Wir nehmen mehr Informationen und Details auf als nicht-Hochsensible.
Auch bei Menschen die ich sehr mag bin ich nach einer Verabredung geschafft und brauche Ruhe. An so einem Tag passiert dann meist nicht mehr viel – das muß ich mit einplanen. Auch reichen mir kurze Treffen, außer es passt so gut das man auch zusammen schweigen kann und die Wellenlänge ähnlich ist. Aber das ist mega selten.

Auf dem Festival

Bei so einem Festival ist es für mich sehr heftig stundenlang von vielen Menschen umgeben zu sein – abgesehen davon das ich auch schon durch die Vorbereitung etwas mitgenommen bin. Die Vorbereitung an diesem Tag und auch die Tage davor für den letzten feinschliff, lesen üben, auch mal noch rumändern am Text. Und dann noch die entsprechende Geräuschkulisse. Meist wird ja gern laut und viel Musik gemacht. Wenn ich die Räume und Menschen nicht kenne strengt es mich auch mehr an.
Hier hatte ich Glück: wir waren die erste Veranstaltung des Festivals. Alle waren am fröhlichen einrichten, alternative Umgebung UND ich habe inzwischen gelernt auch einfach mal blöd rumzustehen und mich trotzdem ganz wohl zu fühlen. Früher hätte ich in solchen Momenten viel geraucht. Hier kannte ich die Veranstalter, das half und der Haufen war bunt gemischt, sehr angenehm.

Die Aufregung

Trotzdem war ich mega aufgeregt. Niemand hatte den Text vorher gegen gelesen oder sich angehört – das ist auch in bestimmten Phasen eher nicht so passend, das muß man gut abschätzen. Das letzte mal das ich vor Publikum gelesen hatte war Jahre her. Und was mich sehr nervös machte: es gab keine Probe… also ich mußte schauen wie das mit dem Mikro ging und ob stehen oder sitzen usw. So eine Probe hätte mir doch einiges an Aufregung gespart.
Zum Glück war ich gleich als zweite dran und die Vortragende vor mir brachte mich zum lachen, was mich auch ein Stück entspannte. Zwerchfell und so. Trotzdem saß ich recht verkrampft auf meinem Stuhl in der ersten Reihe. Gern hätte ich ein Glas Wasser gehabt, es gab aber mal wieder nur Getränke mit Sprudel. „Oh je hoffentlich wird mein Mund nicht zu trocken wenn ich dran bin“ dachte ich noch, wäre doof wenn ich husten müßte oder mir der Ton wegblieb. Mir war doch etwas schwummerig. Und dann war ich auch schon dran.

Die Vorstellung vs. Die Realität

Ich hatte mir ausgemalt wie ich locker und cool das Mikro zurechtdrehe (hab ich noch nie in der Hand gehabt) 2 Sätze zu mir sage, meinen Namen nenne, und mich für die Einladung bedanke, und vielleicht auch noch so ein paar Worte zum Thema.
In der Realität ging ich zügig zum bereitgestellten Sesseln, man brachte mir ein Mikro. Der Sessel war ein Tick zu hoch und das Mikro so nah… wie es hat sein müssen. Ich war nur so blöd und hab es ein Stück weg geschoben – was sehr ungünstig war, wie sich dann herausstellte –  ich bin eine Handfuchtlerin, bei Texten wie dem vorbereiteten und dachte ich brauche den Platz. Dabei rutschte ich nun im Lesen immer noch ein Stück weiter nach vorne oder beugte mich zum Mikro, oder vergaß das auch mal… also etwas holprig in der Präsentation, das Ganze.
Kaum das ich saß und meine Blätter aufschlug, hörte ich mich auch schon den Titel nennen. Schnell noch einen Blick ins Publikum. Ich war so auf meinen Text konzentriert, das ich ganz vergessen hatte etwas davor zu sagen… das hat mich nachher echt gewurmt.

Dann lief es aber erstaunlich gut, ich konnte den Ausdruck hineinlegen der mir wichtig wahr – der Text spielte mit verschiedenen Ebenen und Lautstärken und Rhythmen. Und ich schaffte es sogar zwischendurch ganz locker ins Publikum zu schauen (echt krass so viele Menschen – wohl 80 an der Zahl). Ein Publikum was gespannt und konzentriert zu mir schaute. Wow. Ich hoffe mal ich verwechsle das nicht mit Verwirrung und Langeweile. Also Lesetechnisch war ich echt begeistert, wie gut ich das hingebracht habe… nicht zu leise oder zu schnell – zumindest gefühlt, Text gut parat. Leider war ich etwas zittrig (hoffentlich hat das niemand gesehen), und der leicht zu hohe Sessel lies immer wieder meine Beine wackeln, weil ich eher auf Zehenspitzen stand. Und ganz schlimm durch die Aufregung war mir ganz kaltheiß und meine Nase fing an zu laufen. Ich hoffte im stillen nur, dass da kein Tropfen hing… puh, vielleicht auch deshalb ein zügiges Ende, denn ich ging am Ende viel zu schnell von der Bühne, eigentlich hätte ich gern noch etwas den Applaus genossen.

Gleich danach…

Taschentuch war keins Griffbereit UND noch 3 Lesende nach mir dran. Puh. Is nicht so das nach dem Lesen alles von einem abfällt und ich mich entspannen konnte. Ganz im Gegenteil saß ich weiter, typisch HSP, verkrampft auf meinem Stuhl in der ersten Reihe. Das ist wie so eine Art Erstarrung – denn ich wollte auch nicht unhöflich sein und den Saal verlassen wenn die anderen dran sind. Aber nach einer halben Stunde hielt ich es nicht mehr aus, wahrscheinlich einfach auch das Adrenalin. Is ja schon auch ne Art Hochleistungsport. Und bin dann wirklich erstmal kurz an die frische Luft. Bissle bewegen, was trinken…

Es war insgesamt eine schöne Runde. Nach der Pause schaute ich mir trotz Kopfschmerzen noch ein Theaterstück an, an dem ich ein winziges Stückchen mitgewirkt hatte letzten Sommer, und es hat sich auch sehr gelohnt.

Später Abend

Danach ging es dann nach Hause. Leider zu Fuß – muß nun wirklich endlich mal mein Fahrrad reparieren lassen.
Für mich folgen nach solchen Ereignissen dann meistens ziemlich miese Nächte. Das ist als wäre das alles zuviel im Kopf und das Zuviel fährt Karussell. Is nicht so das ich dann einen Gedanken wirklich greifen könnte, dafür bin ich auch viel zu müde. Hab mich zwar noch bisschen abgelenkt vorm Schlafengehen um den Kopf noch mit anderem zu füttern und überhaupt auch mal was essen und so. Aber das hat nicht gereicht.

Ganz schön mitgenommen…

Leider bekam ich dann Migräne, typisch wenn ich nicht richtig schlafen kann oder Sachen in meinem Kopf rumgeistern, …und war am nächsten Tag total kaputt.  Das ist so die Stelle die ich schwer akzeptieren kann. Denn dadurch konnte ich am Samstag eigentlich nichts machen, auch nicht zu einem weiterem Festivaltag gehen. Das macht mich schon traurig dann, so wenig belastbar zu sein.
So ganz verarbeitet hab ich es auch jetzt noch nicht, aber das ist für mich Normalität das dies länger dauert, mir noch vieles durch den Kopf geht, auch viele Details und Kleinigkeiten.

Resümee

Heute war ich nochmal kurz dort, wollte zu einem Programmpunkt, und merkte dann, daß dieser schon am Samstag war, doppelte Traurigkeit. Und dann meinte auch noch jemand das ich verpeilt sei… weil ich das verwechselt habe – dabei war das im Programmheft einfach echt ungünstig dargestellt, das hat meine Stimmung richtig gedrückt. Kloß im Hals.

Insgesamt habe ich aber 3 schöne Rückmeldungen zu meinem Text bekommen und war sehr froh um diese Menschen, die mir da Feedback gaben. Ich war mir nämlich nicht sicher ob ich zu sehr im Thema drin bin und ob überhaupt jemand anderes meinen Text verstehen kann. – Ich hatte keine Geschichte geschrieben, sondern ein recht wildes Gedicht.
Ganz toll war das eine Mitleserin mir noch Ihr Gedichtband geschenkt hat, bin schon gespannt. Das hat mich berührt.
Ja so war das also.

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😉 nächstesmal dann wieder eine Rezension
z.b. zu „Heeme“ einem Rückkeherbuch, Pirasol einem Roman über eine alte Dame die Widerstandskräfte entwickelt und noch ein ganz spezielles Buch zum Thema „Frauen“

 

 

 

 

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