Im Rahmen

Ich weiß noch wie still es plötzlich war und wie gut das tat. Und das da dieses Gefühl war, das die Welt da draußen jetzt viel besser passte, etwas nachgab, ein Luftholen möglich war, für den Moment. Irgendwie.
Das was vorher nur in mir war und in meiner kleinen Welt, fand plötzlich Resonanz da draußen. Und auch wenn da etwas Angst war und es alles etwas grusliges hatte und mir der Vorrat fehlte und einkaufen so verdammt anstrengend war und die Angst in mir das irgendwann auch die Läden schlossen und mir vielleicht das Essen ausginge und ob denn auch alles andere vorhielte und ich mir Sorgen machte wegen des Wassers, und der Badeofen immer noch kaputt war und ich nun seit 3 Monaten wieder zurück war in meiner Wohnung, wo alles über ein Jahr vor allem still lag, auch wenn das alles war, war es schön, dass meine Welt für einen kurzen Moment nicht mehr so anders war wie die Welt da draußen, und unser eigentliches Tempo sich anglich. Und die alltägliche Hektik einer Ruhe wich, wie ich sie hier nur von Feiertagen kannte.
Ich kopierte mir die Nummern von den Aushängen von der Nachbarschaftshilfe, falls ich es vielleicht doch nicht allein schaffte und dachte in 4 Wochen sieht es sicher schon wieder ganz anders aus. Es wird schon gehen, irgendwie.

Ich hatte die letzten Wochen funktioniert, ein Quartal kurz wie ein paar Tage in der Erinnerung, und kalt und grau. Noch war nicht alles zu mir durchgedrungen, der Schmerz aber mein permanenter Begleiter, genauso wie das Unbehagen und die vielen Fragen liefen immer mit, fuhren Karussell in meinem Kopf, und das Herz schmerzte endlos und es war eng in mir. Es quälte mich alles andauernd, ständig schwebte irgendeine Erinnerung durch den Kopf und intensiv durch den Leib, kein Appetit und Süßkram statt Geborgenheit und trotzdem zusammen und reißen. Mit all den Gewichten, der Alltag läuft weiter, und es fehlt der Raum wo ich meine Trauer, Wut und mein Unverständnis, mein Erschrecken hintragen konnte, dankbar über jedes Gespräch, wo eben ein Aussprechen möglich war, über das, was war und ist. Das reden, was es braucht, um die Gedanken zu sortieren und das unfassbare greifbar zu machen und zu verstehen was passiert war.

Es wurde still dann, Ende März, und die Kraft verließ mich, und ich verlor die Zeit. Ich schrieb endlose Texte in die Weiten von Whatsappverläufen und Messengerchats. Ich hatte auch meine Projekte, die zu diesen Zeiten wie Geländer an steilen Treppenstufenverläufen waren. Eine Zeit lang, ging das alles seinen Gang mit mir und meinem Gepäck im Schlepptau. Der Monitor mein Tageslicht und mein Zugang zur Welt.
Nein diesmal nicht, sagte ich mir, und dem Boden unter meinen Füßen, du bleibst hier.
„Sie wirken aber ganz stark und gesetzt“, sagt die Ärztin, ja nach außen hin merkt man mir selten an wie es in mir aussieht. Und ich bin auch stark, aber eben auch; und neben stark bin ich schwach, sehr schwach. So schwach und so müde und kraftlos zwischen Tag und Nacht, schlich ich durch die Zeit, die wiederum die Nähe zu einem schwarzen Loch suchte, sprich, es lief in Kreisen und Spiralen und Endlosigkeiten im dunklen und zeitlos und gleichzeitig und einfach nicht einsortierbar und nicht zu messen mit dem bekannten Zeitmaß.

So viel wie dieses Jahr bin ich noch nie in meinem Bett gelegen, so selten hatte ich die ganzen Jahre nicht im Hof gesessen. Aber es galt auch soviele Orte zu meiden, weil überall die Erinnerungen rausspringen konnten. Nicht unerwartet und wie kleine fiese Piraten. Es wurde wohl Frühling, recht spät wie ich mich dunkel erinnere, es war mir egal.

Mein Rahmen war das alte Küchenfenster, durch das ich den Himmel täglich beobachtete. Keine Flugzeuge mehr und immer eine Konstante, ob nun bewölkt oder blau. Zwischendurch doch mal gute Tage, wo ich Nachschub besorgte, und immer auf die Wärme und die Sonne wartete, um meine Lieblingskleider zu tragen für einen Moment des guten Gefühls. Und immer noch und immer wieder dachte ich an dich und lebte zur Hälfte im letzten Jahr. So viele prägnante Tage und Daten und ich las wieder und wieder die alten Nachrichten baute vor meinem inneren Auge die Zeitschiene nach und versuchte mich zu erinnern an gewisse Worte von dir. Und jedes Mal bohrte sich der Schmerz mir in die Brust und der Kopf wurde heiß. Die erinnerten Gefühle waren oft so mächtig, aber die Worte verschwammen vielfach im Nebel.
Obwohl mein Kopf soviel wusste, suchte er weiter nach Erklärungen, die ich eigentlich auch schon alle kannte, aber es half, wenn andere aussprachen, was ich mir dachte. Realisieren, begreifen bis jede Windung meines Gehirns, wie die Furchen meiner Hände, die genaue Form fühlen konnte.
Die Echtheit bestätigen, die Zustimmung suchend und dann manchmal doch wieder das Gefühl als wäre alles nur ein Traum, oder eine Geschichte. Aber was war der Traum, mein anderes Leben oder das jetzt und hier? Auch wenn der Geist lexikonschwere Wahrheiten las und für wirklich wahr befinden konnte, sickerte alles nur langsam zu meinem Herzen durch. Eine Strecke weit wie eine monatelange Reise. Ich sag ja, ich verlor die Zeit und damit auch das wo und das was, aber nicht das wie, das behielt ich fest im Auge. Wie war das alles eigentlich?

Da waren die Tage wo ich nicht schlafen gehen mochte, denn kaum lag ich zwischen den Kissen begann wieder den Gedankenkreiseln, immer und immer wieder und nein ich wollte keinen Gedankenstopp üben, ich wollte denken, ich wollte mich erinnern, ich wollte verstehen, ganz verstehen, und wissen und klären, wenn schon nicht mit dir dann für mich. Die Logik war mein Anker. Und dann waren die Tage wo ich nichts anderes wollte als nur schlafen, liegenbleiben, dankbar für keine Termine, einfach nur sein, wo ich war und schlafen damit ich nicht denken musste, und trotzdem schrieb ich Seitenweise Briefe in meinem Kopf immer wieder von vorn, manchmal auch auf Papier.

Die Trauer, wir liefen, saßen, schliefen immer zu zweit durch den Tag. Lange konnte ich nicht lesen und brauchte viel Konzentration um was zu schreiben. Ich lenkte mich ab mit Filmen und Binchwatching, ich war nicht kreativ, ich erschuf keine tolle Trauerkunst, ich arbeitete in mir. Ich bastelte immer wieder an diesem Zeitstrang, und puzzelte Ursachen und Folgen und Ereignisse so gut es ging aneinander. Und oft stocherte ich wie mit Stäbchen in der Suppenschüssel und bekam nichts zu fassen was benennbar gewesen wäre. Es fühlt sich an als wäre da irgendwo eine Kammer in meinem Kopf und immer, wenn ich einen Schritt auf sie zutrat, entfernte sie sich ein Stück. Aber ich weiß trotzdem noch wie ich mich fühlte, auch wenn ich deine Worte nicht mehr zu fassen bekomme, ich weiß was mitschwang und was sie bedeuteten. Es ist auch nicht das Wort was am Anfang oder Ende steht, das ist mir jetzt klar. Es ist das Gefühl und es ist der Körper, es ist immer der Körper, der zuerst da war und es auch zuletzt sein wird. Die Zellen sind die, die alles speichern, auch das, was wir nicht benennen können und auch das was uns sprachlos macht, wir können es fühlen.

Ich werde weiter denken und sammeln und innerhalb werken, das Ende wird sich ergeben. Draußen gibt es die Bilder von vielen Tagen, mit dem Blick aus meinem Küchenfenster. Auch wenn mein Körper müde war oder nicht weit wollte, sich verkroch in der sicheren Höhle, wandert der Geist und die Augen sammeln die Himmel ein, und die Hand schreibt hier und da etwas nieder, und später werden meine Beine wieder laufen und zwischendurch meine Ohren wieder Musik lauschen, die wieder in mir landen darf, dann wenn ich es mag. Alles in meiner Geschwindigkeit, in der Reihenfolge die eben da ist. Und die nicht messbare Zeit und das Vergehen der Monate sind dann vielleicht wie eine weiche Wolke, auf der ich liegenbleiben darf und ich mir das gestatte. Trauern ist Leben, in echt.

***
November Blogaktion des Totenhemdblog
https://totenhemd.wordpress.com/2020/10/27/november-blogaktion-abschied-nehmen-meine-und-unsere-tradierten-und-spontanen-rituale/
„Trauer in Zeiten von Corona“




Herbst

Schreibst du mit mir ein Herbstgedicht?
Hier ist meins:

Das Leuchten des Herbstes hängt in den Bäumen
Oft weit oben, zwischen den Zweigen
So das wir den Kopf heben müssen
Vom ständigen neigen
Weit über den Horizont hinaus
Dort schreibt das Licht dann sein Poem
Flammende Zeilen
Zwischen den Ästen
Von Abschied, Essenz und Vergehn
Jeden Abend leuchten die Spitzen
Mit der Sonne in Resonanz
Jetzt ist die Zeit
In der die Himmel glühn
und die Stunden oft zu schnell vergehn
Des Kreislaufs bunte Palette

Ein Baum wie ein Gedicht…

Kleine Feuer überall

Es gab eine lange Lesepause, Familienzeit und Krisen. Lange habe ich kein Buch mehr zuende gelesen. Heute aber! Und das möchte ich vorstellen. Ein Buch was euch bestimmt auch aus jeder Leseflaute hinaus hilft. Genau so ein Buch und so eine Geschichte habe ich gebraucht.

Kurzfassung: Weiße priviligierte Familie mit 4 jugendlichen Kindern trifft auf afroamerikanische (wird nur angedeutet – ist nicht zu 100% sicher) Frau und Künstlerin mit ihrer Tochter, die eigentlich durchs Land ziehen und jetzt sesshaft werden wollen. Hinzu kommt eine illegale Einwanderin aus China und ihr ausgesetztes Baby.
Weder Reichtum noch Armut macht aus einem Menschen einen besseren Menschen, aber die Hautfarbe und der Status im jeweiligen Umfeld entscheiden darüber wie man mit dir umgeht.
Es geht um Lebensentwürfe, Lebenspläne und Entscheidungen. Um Geheimnisse Einzelner und die Dynamik in Familien, die Braven und die schwarzen Schafe in einem Umfeld das für alles Regeln hat.

„Kleine Feuer überall“ von Celeste Ng ist der Nachfolger von „Was ich euch nicht erzählte“. Beide Bücher haben mich auf ihre jeweils eigene Art fasziniert und tragen beide die deutliche Handschrift der Autorin. In beiden Büchern geht es um Familien, ihr Miteinander, ihre Geheimnisse und dieses „nicht- Kennen“ trotz der Nähe des Zusammenlebens.

„Kleine Feuer überall“ steigerte die Spannung so sehr, das ich es heute nicht mehr beiseite legen konnte und so lange im Bett blieb, bis ich es zuende gelesen hatte. Die Geschichte handelt auch von Gesellschaft, Rassismus und erster Liebe, von Kunst und es geht um verschiedene Arten das Leben anzugehen.

Da sind die Richardsons, – gut situierte Einheimische in einem Ort namens Shaker Heights. Ein Ort der geplant wurde und in welchem selbst die Fassadenfarben und die Rasenhöhe vorgegeben sind und man die Hintertüren offen lassen kann. Das weiße Ehepaar Richardson hat 2 Söhne und 2 Töchter. Der Vater ist anwalt, die Mutter Journalistin für Lokales. Und da ist Mia Warren und ihre Tochter Pearl, Afroamerikanerinnen, die durch das Land reisen und nie lang bleiben, aber jetzt wollen sie sesshaft werden und mieten eine Wohnung bei den Richardsons. Elena Richardson kommt Mia Warren sehr entgegen – sie sieht sich gern als eine gütige und offene Person.

Das Ehepaar Richardson hat einen gradlinigen Weg gewählt und alles geht seinen Gang – in gewisser Weise sind sie sich ihrer weißen und finanziellen Privilegien bewußt.
Umso älter die Kinder werden umso mehr erweitert sich der Horizont, auch wenn die Erwachsenen manchmal lange brauchen um das zu bemerken. Mia Warren ist Künstlerin und es gefällt mir sehr wie ihre Arbeit und ihr Werdegang beschrieben werden. Eigentlich ist ihr Platz in dieser Geschichte einer im Hintergrund, aber wie das so oft ist, bestimmt dieser Hintergrund eine Menge.

Pearl freundet sich gleich am ersten Tag mit Moody dem jüngeren Sohn der Richardsons an, sie sind Seelenverwandte, das wird schnell klar. Bald verbringen sie jeden Tag zusammen im großen Wohnzimmer der Familie mit den anderen Geschwistern Moodys. Pearl gehört schnell dazu und alle mögen sie. Elena heißt sie Willkommen und ist immer freundlich zu ihr. Pearl bewundert ihre Arbeit als Journalistin, da sie selbst gern schreibt.

Jedes Kind übernimmt eine wichtige Rolle. Da gibt es neben dem sensiblen Moody noch den sportlichenTrip, den Pearl sehr anziehend findet. Und Lexi – ein typisches reiches und vorbildliches Mädchen ( Kinder die ihren Eltern nacheifern, ihnen gefallen wollen), das sich Pearl ein wenig annimmt um sie sich ähnlich zu machen, was Pearl auch dankbar annimmt, gern möchte sie ein wenig cooler (auf die Art die Shaker Heighst sich vorstellt, dabei hat sie längst ihre eigene Coolness) sein, ihr fehlt allerdings das Geld welches Lexi zur Verfügung steht, dafür kennt sie sich im Second Hand Laden gut aus und hat viel Geschmack.
Die Jüngste, Izzy, war immer das Sorgenkind und schlägt ein wenig aus der Art (die Erklärung dafür finde ich etwas an den Haaren herbeigezogen), das schwarze rebellische Schaf der Familie. Sie ist die erste die ihren eigenen Weg geht und sich sehr hingezogen fühlt zu Mia und ihrer künstlerischen Arbeit. Mia, die irgendwann anfängt bei den Richardsons zu arbeiten und immer ihre ganz eigene und sehr aufmerksame Sicht auf die Dinge hat.

Die Familien kommen sich immer näher, alles verflechtet sich ineinander.
Alle teilen sie ganz verschiedene Dinge miteinander, die sie fürs Leben prägen werden. Und die auch die Eltern, vorallem Elena dazu bringen wird ihre Einstellung von Richtig und Falsch zu hinterfragen.

Vieles in dieser Geschichte hat mit Anziehung zu tun. Anziehung zwischen Menschen, die im Grunde genommen Liebe ist. Liebe der einen Art und Liebe der anderen Art. Liebe die nicht immer gut tut, sondern auch Schmerz erzeugt, weil sie merkwürdige Wege geht, … und Tragödien fabriziert, weil sie mit Egoismus verbunden ist.

Während die Fassade steht, lodern die kleinen Feuer dahinter überall und werden zum Großbrand. Die Spannung baut sich wirklich ganz immer weite rim Hintergrund auf, ganz wunderbar geschrieben. Lange sind den einzelnen Protagonisten ihre Rollen nicht klar. Mias Geschichte wird am intensivsten aufgerollt, und sie weiß irgendwie auch immer am meisten, aber behält es für sich. Beide Familien sind verbunden, durch ihre Kinder und ihre Lebensansichten – und Lebensweisen, und durch eine junge arme chinesische Frau und ihr Baby.

Mrs. Richardson beginnt in Mias Leben zu schnüffeln, sie ist Journalistin und hat viele Verbindungen – allerdings zieht sie oft die falschen Schlüsse, ihr Denken ist sehr schwarz/weiß, wodurch auch der Kontakt zu ihren Kindern leidet. Ihr Mann ist kaum vorhanden, aber die Kinder sind auch schon groß und gehen ihre eigenen Wege. Sie sind eingebunden in das Leben vor Ort, machen die ersten sexuellen Erfahrungen und erleben die ersten wirklich großen Enttäuschungen. Auch Pearl, die sich schnell einlebt, bleibt davon nicht verschont.

Eine intensive Geschichte über eine Familie die in ihrer Wohlstandsblase lebt und alles was nicht da hinein passt passend machen will und dabei ausblendet das nicht jeder ihr Lebensmodell anstrebt. Und es sind die Frauen und Mädchen die ausbrechen ( vielleicht auch für Mrs. Richardson die es verpasst hat eigene Wege zu gehen) und andere Geschichten leben wollen.

Eine Geschichte darüber das viele kleine Dinge zusammen eine Lawine ergeben können, und das es oft eben nicht so ist wie es zu sein scheint.
Eine Geschichte die dazu aufruft offen zu bleiben für Neues und Fremdes, und sich nicht zu früh festzulegen auf eine Meinung, ein Bild von etwas…
Es lohnt sich einfach mal nachzufragen, bevor man sein Urteil fällt.

Soundtrack
https://www.dtv.de/special-celeste-ng-kleine-feuer-ueberall/playlist-der-charaktere/c-1832


Izzy hört Tori Amos / genau dieses Album hab ich auch ganz oft am Anfang meines Studiums gehört und lauthals mitgesungen 😀

Schön das es dich gibt – Journal und Taschenbuch

Habt ihr schon einen Kalender? Schreibt ihr Tagebuch oder betreibt vielleicht sogar Journaling, also die Kalenderführung mit Rundumgestaltung?
Bzw. Wie haltet ihr es damit? Nutzt ihr einen reinen Terminkalender oder eher einen Tagebuchkalender? Oder habt gar zwei Bücher? „Rise up and Shine“ ist ein ziemlich besonderer Tagebuchkalender. Liegt recht schwer in der Hand, hat Gewicht, im Gegenteil zu meinen kleinen, reinen Terminkalendern. Er ist ziemlich dick und hat ein ganz wunderbares glattes, eierschalenfarbenes Papier. Richtig viel Platz für Eintragungen und um ins schreiben zu kommen. Außerdem kann das Datum selbst eingetragen werden, so das du keine Seiten verschwendest wenn du mal einen Tag ausläßt. Es gibt auch Wochenübersichten die du nutzen kannst. Dazu kleine Weisheiten und Texte zur Ermutigung.

 

Das macht schon was her, und ich finde es macht vor allem etwas aus sich so ein besonderes Buch, auch mit dieser schönen Gestaltung zu gönnen. Trotz der vielen Motivationen hat es eben auch noch genug Platz für das Eigene, das finde ich ja am wichtigsten. Das einzige was mir nicht so zusagt, obwohl ich Mantras sehr mag, das sind eben diese, das ist dann schon wieder so eine vorgegebene Art der Spiritualität, wie sie eben grad modern ist. Auch das englische zwischendurch müsste für mich nicht sein. Aber das hält sich zum Glück in Grenzen.

Diese Art der Gestaltung hat natürlich einen Grund. Der Kalender erschien gleichzeitig mit dem Buch „Schön, dass es dich gibt“. Die Autorin Laura Malina Seiler ist – wie es heute so schön heißt: Mindfulnesscoach und hat einen eigenen Podcast. Ich kannte sie bisher nicht, aber vielleicht bin ich dafür nicht eng genug an der Szene dran. Sie möchte die Menschen motivieren ihren eigenen Weg zu gehen und ein authentisches Leben zu führen – das haben wir dann wohl gemeinsam, die Autorin und ich 😉

Wer etwas Zuspruch und Motivation braucht und diese gern in Buchform zu sich nimmt ist hier sicher richtig. Es geht darum auf sein Herz zu hören und die eigene Schöpferkraft zu stärken – und da wiederum ist der Kalender natürlich sehr gut geeignet, denn das Schreiben und Reflektieren ist sehr hilfreich.

***
Laura Malina Seiler
Schön, dass es dich gibt!
Wie du mit deinem Geschenk für die Welt ein außergewöhnliches Leben erschaffst

16,99 € , Rowohlt Verlag

***

Viele viele Fragen – Buchgeschenke

Fragen sind immer eine gute Sache, auch wenn manche Personen, insbesondere Eltern mit neugierigen Kindern, wohl eher verneinen würden. Aber im Ernst, Fragen öffnen Welten. Wie oft hört der Mensch sich selber reden, aber zuhören kann soviel spannender sein. Wie lernen wir Menschen besser kennen? In dem wir ihnen Fragen stellen. Deshalb hab ich mich richtig gefreut als mir zufällig dieses Buch über den Weg lief. Ich hatte vorher schon im Netz nach Kennlernfragen gesucht, es gibt ja diese berühmten 100 Fragen… hier aber habe ich sogar 2000 Fragen. Und ich werde sie fleißig stellen und bin unheimlich gespannt auf die Antworten.

Habt ihr Bücher zu Weihnachten verschenkt? Wenn ja was für welche? Und wie sucht ihr diese aus?
Ich habe das gar nicht so kleine Buch der grossen Fragen meinem Freund geschenkt und wir haben uns gleich am Weihnachtsabend ein bisschen ausgefragt. Ziemlich interessant. Sicher auch im Familienkreis ein toller Anstupser für neue Gespräche und vielleicht lernt man mal etwas ganz neues über das Gegenüber.

Das Taschenbuch ist sehr schön gestaltet, schon der Umschlag in seinem tiefen matten Blau mit der goldenen Schrift ist sehr edel und einladend. Fragen gibt es aus zig Bereichen: Fragen über dich selbst und dich und deine Welt, Tod, Geld, Schönheit, Psychologie, Alter, Politik, Liebe Streit, Geschenke… etc. etc. etc.

***

Gisela Schmalz

Das kleine Buch der großen Fragen
Die perfekte Inspiration für richtig gute Gespräche
Goldmann / Randomhouse

10,- €

***
Gisela Schmalz studierte Philosophie und Wirtschaftswissenschaften. Sie arbeitete als Schauspielerin, Filmvermarkterin, Filmkritikerin, Wissenschaftsjournalistin und Strategieberaterin. Als Professorin lehrt sie Strategisches Management und Wirtschaftsethik. Sie schreibt Sachbücher und interessiert sich für Fragen der Zeit und für das Fragen selbst. Mütterlicherseits ist sie verwandt mit Ernst von Salomon, dem Verfasser von „Der Fragebogen“.

Kinderbuch – Weihnachtstipp

Unsere kleine Höhle

„Unsere kleine Höhle“, ein Kinderbuch oder ein Buch für Erwachsene wie mich, die Kinderbücher auch lieben. Auf scheinbar leichtem Fuß kommt die Geschichte daher. Im Land der Tiere zieht ein Sturm auf. Alle gehen schnell nach Hause und sichern ihre Höhlen. Doch zwei Bärenbrüder sind noch unterwegs.
All die kleinen Tierfamilien habn ein Zuhause, tragen Vorräte zusammen und machen ihre Bauten sturmfest und schließen die Türen. Dort sitzen sie dann, als es klopft…

Eine Allegorie über das Eigene und das Fremde, und über Gastfreundschaft in schwierigen Zeiten.
Gezeichnet in einem zarten leichtem Strich und sanften Farben von der Illustratorin Qin Leng. Auf ihrer Seite könnt ihr noch viele andere Bildbeispiele finden. Ihr kleinen Menschen sind ganz bezaubernd: https://qinillustrations.com/Publication-List

 

 

Die Autorin Céline Claire

Céline Claire, geboren 1973 in den Vogesen, hat sich schon als Kind gern
Geschichten für andere ausgedacht. Heute ist sie Autorin mehrerer Kinder- und Jugendbücher. Céline Claire lebt mit ihrer Familie in Frankreich.

Die Illustratorin Qin Leng

Qin Leng, geboren 1983 in Shanghai, machte ihren Abschluss an der Mel Hoppenheim School of Cinema. Sie ist Designerin und Illustratorin. Für ihre Arbeiten wurde sie für zahlreiche Preise nominiert, darunter den renommierten Governor General’s Literary Award.

 

Aus dem Französischen von Oliver Ilan Schulz.
Illustriert von Qin Leng

Diogenes, 16,- €

Zur Leseprobe

Rauhnachtsworkshop

Liebe Leser*innen, dieses Jahr biete ich wieder meine Rauhnachtsimpulse an. Die Tage zwischen den Jahren sind eine ganz besondere Zeit für das abschließen des alten Jahres, und alter Themen die nun gehen dürfen. Zeit noch einmal zu reflektieren und sich zu sortieren. Zeit sich auszurichten auf das, was kommen mag und kommen soll. Eine Zeit des Loslassens und des Wünschens. Eine Zeit der Stille und der aktiven Ausrichtung auf das was wir für uns möchten.
Im Workshop gibt es jeden Tag eine Impuls-email für dich und dein Rauhnachtstagebuch, Ideen für Kreatives und Infos zu Tradition, sowie Anregungen für kleine Rituale. Wer möchte kann gern auf Facebook zur Rauhnachtsgruppe dazu kommen. Die Emails werden dich unterstützen für dich deinen Raum der Rauhnächte zu gestalten, innezuhalten und gut ins neue Jahr zu kommen.
Wenn du dabei sein magst, schreib mir eine Nachricht.
Kosten: 47 €

Weihnachtsliteratur Geschenktip – Das Weihnachtsmarktwunder

Einstimmung auf Weihnachten: Meine Buchempfehlung.
Hier der Anfang der Geschichte zum reinhören von mir vorgelesen:
https://soundcloud.com/user-664340419/weihnachtsmarktwunder

reingelesen

guenther_rz_2.inddKurz vorm Fest möchte ich Euch ein ganz bezauberndes Buch vorstellen welches in meiner wunderschönen Heimatstadt Dresden spielt. Für mich schon jetzt eines der schönsten Weihnachtsbücher ever.

Ralf Günther hat lange in Dresden gelebt, ist bekannt für seine historischen Romane und beides merkt man meiner Meinung nach dem Buch auch an. Ich kenne natürlich die Straßen und Plätze deswegen weiß ich nicht ob nur ich die Bilder vor dem inneren Auge habe aber ich glaube nicht. Die Stimmung springt von der ersten Seite an sofort über. Ein wunderbarer Schmöker, auch zum vorlesen, vielleicht sogar direkt am Weihnachtsabend unter dem Baum.

Der Protagonist ist ein Junge aus dem Erzgebirge der die Arbeit seiner Familie und eines ganzen Jahres nach Dresden bringt um die Holzfiguren am einzigen Markttag dort zu verkaufen. Am Anfang sieht alles nicht sehr rosig aus, aber wie das so ist in Weihnachtsgeschichten, gibt es einige Helferlein und Fügungen…

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Stille, ein Wegweiser – zum Vorlesetag

Stille, ein Thema was mir sehr nahe ist, weil ich sehr viel Zeit in meinem Leben allein verbracht habe, und auch weil ich als hochsensible Person leise Töne lieber mag, als all den Krach, der uns tagtäglich so umgibt. Das Alleinsein und die Stille sind zwei Themen, mit denen viele Menschen unserer hektischen Gesellschaft aber kaum noch umgehen können, manche haben regelrecht Angst davor und können Ruhe kaum aushalten, oder auch das Alleinsein. Es gelingt wohl selten jemandem auf Anhieb. Es ist eine Übungssache, die viel mit dem inneren Frieden und einer Freundschaft mit sich selbst zu tun hat.
Ich kann es sehr empfehlen, denn man kommt sich sehr nah, und das wird mit der Zeit sehr schön und verändert alles nachhaltig, auf eine positive Art und Weise. Stille bringt uns näher heran an alles und lässt uns gewahr werden, was um uns und in uns stattfindet. Stille klärt, zeigt uns Essenzen, das Wesentliche wird hör- und sichtbarer. Stille lässt uns Wertigkeiten neu sortieren.
Über die Stille möchte ich gern einmal schreiben, darum tue ich mir auch so schwer mit diesem wundervollen Buch. In vielem spricht mir der Autor aus dem Herzen, aber dann gibt es immer wieder so kleine Feinheiten, die ich ein bisschen anders sehe. Und ich möchte meinen Text doch aus mir heraus schreiben, ohne zu sehr beeinflusst zu sein. Diesen kleinen Ausschnitt zum Vorlesetag habe ich gewählt, weil Kagge hier über das Staunen erzählt, was mir selbst eine wichtige Sache ist, als ganz grundsätzliche Einstellung zum Leben.
Erling Kagge ist ein Abenteurer und hat z.b. lange Zeiten die Antarktis bereist. Er kennt die Stille der großen Weite und der Kälte, die Stille fernab jeglicher Zivilisation. Eine Stille also, die wir nie erfahren werden.
Meine Stille dagegen fand ich inmitten der Orte an denen ich lebte und aus ganz anderen Zusammenhängen heraus. Aber die Stille die mit dem eigenen Kern eine Resonanz eingeht ist dieselbe, ob hier im Park, in der Stadt, oder dort draußen im ewigen Eis, denke ich.
Zum Vorlesetag 2018 habe ich euch hier einen kleinen Textausschnitt aufgenommen. Viel Freude dabei!
Wie hältst du es mit der Stille? Was ist Stille für dich?

Das Buch ist sehr schön gestaltet, außen ganz weiß und unter dem Schutzumschlag zeigt sich die Stadt in einem lauten, buntem Bild.. unter der Stille des Weiß. Die stille über dem Lärm des Alltags.
Auch innen wunderbar, mit einem dieser angenehm glatten kühlen Papiere, zwischen den Texten einzelne Fotos und Malereien. Ein Quellennachweis im Anhang – so wie ich das mag.
Erling Kagge widmet sich in „Stille“ in 33 Kapiteln seinen Antworten darauf, was Stille eigentlich ist. Er spricht mit verschiedenen Menschen darüber und befasst sich mit der Philosophie. Stille ist auch ihm ein Bedürfnis. Und er versucht sie uns nahe zu bringen. Was ihm gelingt. Ein guter Erzähler.

***
Erling Kagge
Stille / Ein Wegweiser
Aus dem Norwegischen übersetzt von Ulrich Sonnenberg
In Deutschland 2017 erschienen
Insel Verlag
144 Seiten, 14,- €

***

Die Grasbeißerbande

Kinder und Hospiz, zwei Wörter die man nicht gern in einem Satz zusammen liest. Aber auch Kinder sterben, und ich bin froh das es Hospize gibt. Jedem Mensch sollte es möglich sein an seinem Lebensende einen Platz in einem Hospiz zu bekommen. Hospize sind Häuser, die am Ende der Lebenszeit die Menschen umsorgen und auf ihrem letzten Weg begleiten. Auch Zugehörige finden hier Fürsorge.

„Kinderhospizarbeit ist ein Versprechen, betroffene Kinder und Jugendliche und deren Familien auf ihrem Weg bis zum Ende zu begleiten. Das erfordert den Einsatz von Zeit und Geld. Ohne den unermüdlichen Einsatz von mehr als 80.000 ehrenamtlich Tätigen, wäre dieses Versprechen nichts wert. Darüberhinaus müssen bis zu 70% der anfallenden Kosten für diese bedeutsame Aufgabe durch Spenden finanziert werden.“

Ein Grund warum es nun das Buch „die Grasbeißerbande gibt. Die Autorin und der Autor, das Ehepaar Stanberger sind über einen Freund auf das Thema aufmerksam geworden und stellen ihr Projekt gleich am Anfang des Buches vor.

In jedem Jahr sterben ca. 5000 Kinder noch vor ihrem 15. Lebensjahr an einer lebensverkürzenden Erkrankung.

Das Sterben ist vielen Menschen fremd geworden, es gehört nicht mehr zu unserem Alltag. Und das Sterben von Kindern wird noch weniger thematisiert. Der Tod und die damit verbundenen Themen sind meist raus aus den unmittelbaren Lebensumfeldern, hinein in Kliniken und Heime. Das Hospiz ist hier eine positive Ausnahme, denn Hospize widmen sich dem Sterben in seiner Ganzheit, geben den Menschen noch Lebensqualität bis zum Schluß, soweit wie es möglich ist. Als ich vor vielen Jahren die wunderbare Wanderausstellung „Erzähl mir vom Tod“ hier in Dresden begleiten durfte, habe ich das erste mal ein Hospiz besucht und war sehr angetan von dieser Arbeit und empfinde diese Räume als ungemein wichtig.
Ebenso wichtig wie den Tod wieder mehr Raum zuzugestehen im alltäglichen Leben. Ich habe z.b. in meiner Kindheit und Jugend niemanden wirklich trauern erlebt und auch meinen ersten toten Menschen erst sehr spät im Erwachsenenalter gesehen, obwohl meine Mutter beruflich mit dem Thema zu tun hat.

Das der Tod uns so fern geworden ist, macht es oft schwer darüber zu sprechen oder sich damit auseinander zu setzen. Ich muß sagen auch ich persönlich habe Angst vorm sterben.
Dabei ist es – so schlimm es auch immer wieder scheinen mag – etwas, was zum Leben unabdingbar dazugehört.
Mit dem Buch „Die Grasbeißerbande“ haben die Autoren sich ein doppeltes Tabuthema vorgenommen – den Tod und den Tod von Kindern. Denn in der „Graßbeißerbande“ geht es um Kinder die sterben. Es ist ein herzzerreißendes Buch was einen mittenrein trifft. Auf jeder Doppelseite gibt es ein Kinderbild und die Frage eines Kindes.

Ich war wirklich in dem Irrglauben das Kinder das mit dem Sterben irgendwie besser greifen können, …vielleicht weil sie noch nicht so lange am Leben sind? Vielleicht noch eine Verbindung zu den Welten haben die vor der Geburt oder nach dem Tod kommen. Aber wenn ich mir die Fragen durchlese wird mir so schwer ums Herz – und grade jungen Menschen fällt es wahrscheinlich sehr schwer sich vom Leben zu verabschieden : „Weint Batman auch?“ fragt Timo 5 Jahre alt oder Jennifer, 13 Jahre fragt: „Wird mit mir auch meine Liebe zu dir begraben?“

 Ich kannte noch kein Kind persönlich was gestorben ist, aber über die Ferne. Und vielleicht haben auch manche von den kleinen Erdenbürgern ihren Frieden machen können. Bei alten Menschen kann man sagen „sie haben ihr Leben gelebt, hatten ihre Zeit“, aber bei Kindern… Sterben ist wohl nie einfach. „Die Gradbeißerband“ ist aufjedenfall ein Augenöffner. Und es ist gut das dieses Projekt das Thema Kinder und sterben aufnimmt und sich für Kinderhospizarbeit engagiert.
Am Ende des Buches gibt es viel Platz und einige Seiten ganz für dich und deine Beschäftigung mit dem Thema Tod und Sterben. Vielleicht der richtige Platz für eine Reflektion.

Hier könnt ihr durch den Buchkauf unterstützen:

Zur Buchbestellung – und damit gleichzeitigen Unterstützung der Hospizarbeit: https://www.grasbeisserbande.de/produkt/die-grasbeisserbande/

Hier gibt es noch einen Film zur gleichnamigen Ausstellung zu sehen – er ist eingebettet in die Körperweltenaustellung, von der ich kein Fan bin und deswegen nur den Link hier poste und nicht den Film. Du kannst ja weiterklicken wenn du magst: https://www.rnf.de/mediathek/video/wenn-kinder-ueber-den-tod-sprechen-die-grasbeisserbande/

Und hier könnt ihr direkt für die Hospizarbeit spenden bei der Grasbeißerbande

SPENDENKONTO

IBAN
DE24 4265 0150 0090 2508 46

BIC/Swift-Code
WELADED1REK

Sparkasse Vest Recklinghausen

BLZ 426 501 500
Kontonr. 902 508 46

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Die Grasbeißerbande
Das Sterben wieder ins Leben holen
22,95 €
https://www.grasbeisserbande.de/

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https://www.evangelische-zeitung.de/nachrichten/top-thema/news-detail-top-thema/nachricht/was-die-grasbeisserbande-noch-wissen-moechte.html

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https://www.zeit.de/2017/47/tod-kinderliteratur-thema-konfrontation

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